Auszogne

auszogne

Fasching! Oder Karneval, ganz wie Ihr wollt. Traditionell die Zeit für Faschingskrapfen, oder Berliner, oder Kreppel. Massenweise gibt es sie wieder, mit den unterschiedlichsten Füllungen. Krapfen backen kann ich aber nicht. Ich produziere wunderschöne Krapfen, wie gemalt sehen sie aus – nur kann man sie in der Regel nicht essen, weil sie innen noch roh sind.

Mache ich halt Auszogne. Traditionell gibt es die zur Kirchweih, aber das soll mich nicht weiter stören. Immerhin hatten wir zur Kirchweihzeit ja keine 🙂 . Auszogne (auch Krapfen oder Kniescheiben) heißen so, weil sie erst zu Bällchen geformt und die Bällchen dann von der Mitte her ausgezogen werden, so dass ein (hoffentlich) rundes Küchlein entsteht, das in der Mitte ganz dünn ist und am Rand einen Wulst hat. Beim Ausbacken bläht sich die Mitte auf und  bleibt hell während der Rand bräunt.

Früher rief es bei mir Jubelrufe heror, wenn meine Mutter an ihrem Fritiertopf stand und massenweise diese Küchlein produzierte; sie hat es recht selten gemacht, ein echtes Festessen also. Und heute ist es so, dass alle mit gierigem Gesichtsausdruck in die Küche gerannt kommen, wenn es Auszogne gibt. Noch warm und mit Puderzucker bestäubt – herrlich!

Für 12 Auszogne:

  • 500 gr. Mehl, plus etwas zum Arbeiten
  • 10 gr. frische Hefe
  • 300 ml Milch
  • 30 gr. Zucker
  • 1 Prise Salz
  • 50 gr. weiche Butter
  • etwas abgeriebene Zitronenschale (ich: 1 TL Olivenöl mit Mandarine)
  • 1 Ei
  • hoch erhitzbares Öl oder Butterschmalz zum Ausbacken

Das Mehl in eine Schüssel geben. Die Hefe in der Milch auflösen. Aus allen Zutaten mit Ausnahme des Backfettes einen elastischen Teig kneten; dabei die Butter erst gegen Ende zugeben. Die Schüsssel bedecken und den Teig in ca. 60 min zu doppelter Größe aufgehen lassen.

Die Arbeitsfläche leicht mit Mehl bestäuben. Den Teig in 12 gleich große Stücke teilen und jedes Stück zu einer Kugel rollen. Die Teigkugeln mit einem sauberen Geschirrtuch zudecken und 15 min ruhen lassen; so lassen sie sich nachher besser ausziehen.

Das Fritierfett in einer großen Pfanne erhitzen.

Zum Ausziehen jede Teigkugel mit beiden Händen fassen, in der Mitte etwas eindrücken und vom Rand her rundherum auseinander ziehen. Wie das Ausziehen geht, könnt Ihr Euch hier anschauen: klick. In der Mitte soll sich eine dünne Stelle („Fenster“) bilden, aussenherum ein Wulst. Es ist wichtig, dass in der Mitte nichts reißt, sonst geht das Fenster beim Ausbacken nicht auf.

Wenn das Fett heiß genug ist (an einem hölzernen Kochlöffelstil müssen Blasen hochsteigen)  einen Auszognen vorsichtig in die Pfanne gleiten lassen. Mit einem Löffel etwas heißes Fett über den Auszognen geben, damit der Teig sich aufbläht und das Fenster sich in der Mitte hochwölbt. Dann den Auszognen mit Hilfe zweier Löffel wenden, dabei das Fett aus der Mitte ablaufen lassen. Fertiggebackene Auszogne auf Küchenpapier abtropfen lassen und noch warm mit Puderzucker bestäuben.

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19 thoughts on “Auszogne

  1. Gemeinschaftswerk insofern, als ich nach dem Lesen der Blog in die Küche gehoppelt bin, um Kurt und Melon Pan zu fabrizieren 🙂
    Das das Energiespar-Brot funktioniert hat, freut mich. Alles Lob dafür reiche ich mal weiter an Semiha.

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  2. Komme gerade von Eva und Sybille und Deine Ausgezognen sehen ja auch wunderbar aus! Jetzt am Montag lesen sich Eure Posts wie ein sonntägliches Gemeinschaftswerk ;-).
    Und alles bestimmt schon aufgegessen.
    Meinem Liebsten hat das Pfannenbrot nach Deinem Rezept übrigens auch super geschmeckt. Gemeinsam haben wir dann entdeckt, dass das wohl das energiesparendste Brot ist, das man backen kann. Noch ein Pluspunkt mehr.

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  3. Haben will, haben will!!! Fettgebäck mit einem Hauch Mandarine…. Oh nein, jetzt hast du mir meinen Sonntag verdorben. Kann nicht aufhören, an deine Teilchen zu denken. *schnief*

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  4. Kann man dieses „Ausziehen“ übers Knie auch ohne eingeweihte Verwandte bei denen man das abguckt erlernen? MIt Krapfen hatte ich übrigens dasselbe Problem, da hat mir der „Silberlöffel“ weitergeholfen, dort werden de Krapfen ausgerollt und ausgestochen und dann werden sie auch durch….

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    1. Man muss die nicht übers Knie ausziehen. (Ich stell mir grade vor, wie mir der Teig am Knie klebt….). Ich habe einen Link im Text mit einem kleinen Video, klick doch mal auf „Klick“, da wird das Ausziehen gezeigt.
      Ich hab auch schon mal Donuts ausgestochen…durch waren sie dann trotzdem nicht 😦

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  5. Oooohhh! 🙂 Diese Erinnerung scheint jeder zu haben! Ich habe gerade erzählt, dass meine Tante früher um die Faschingszeit Massen dieser Teile produziert hat und uns (wir wohnten im gleichen Haus) dann immer eine Ladung runter gebracht hat. Ein Fest für klein Dirk 🙂 Und Frau Dorothee meinte daraufhin, dass ihre Oma die Küchlein auch immer gebacken hat. Ich liebe diese Krapfen, wie du sagst, noch warm und mit Puderzucker bestäubt!

    Liebe Grüße und schönen Sonntag, Dirk

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  6. Hmmm…wußte gar nicht, dass die aus Hefeteig sind. Dann kann ich die ja auch 🙂 Wieviel Fett brauchst du in etwa zum Ausbacken? Und einen schönen Sonntag wünsche ich!

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