Hähnchen Kong-Pao – vegetarisch

vegetarisches kong pao chicken

Es ist nun schon länger her, da gab es bei Claudia von Food with a View Mock Duck. Und die Kochpoetin Eva kredenzte uns vegetarische Peking-Ente. Beides habe ich mit Interesse gelesen und in der imaginären „Das-musst-Du-mal-probieren-Liste“ abgespeichert. Nun, wie das so ist, auf der Liste wohnt noch einiges andere, und so habe diese Dinge erst mal vergessen. Bis ich in der Kochbuchabteilung der Bücherei stöberte und auf das Buch „Die Chinesische Tempelküche“ stieß. Moment? Hatte nicht seinerzeit Eva ihr Rezept aus diesem Buch? Das Buch wanderte zu mir. Und da praktischerweise mein liebster Asia-Shop gleich gegenüber der Bücherei liegt, wanderten auch noch je eine Dose „Mock Duck“ und „Mock Chicken“ in meinen Rucksack.

Zuhause inspizierte ich erst mal mißtrauisch die Zutatenliste. Der Inhalt der Dosen entpuppte sich als harmloser Seitan, in Sojasauce mariniert und in Hühnchenform gepresst. Die optische Nachahmung ist verblüffend 🙂 Das Essen hat allen geschmeckt…..und Mann und Sohn haben sehr stark gerätselt, was für eine Art Hühnchen das denn nun gewesen sein könnte 😉

Ich fand das einen netten Versuch. Ich bin zwar keine Vegetarierin, aber furchtbar neugierig, und so wandeln ab und zu Fleischersatzprodukte in meine Kochtöpfe (Unvergessen die Tofu-Weißwurst. Ich bin dafür, die Hersteller wegzusperren 😉 ). Nach dem Hühnchen nun muss ich sagen: das war in Ordnung. Und ich habe ja noch die „Ente“ im Vorratskeller….

  • 1 Dose vegetarisches Hühnerfleisch (Mock Chicken; Asia-Shop)
  • 1 Mini-Gurke (oder 1/2 normale Salatgurke)
  • 1 kleine Karotte
  • 100 gr. Cashew-Nüsse (Original: Erdnüsse)
  • neutrales Öl zum Fritieren

Für die Sauce:

  • 1 EL Wasser
  • 4 EL Sojasauce
  • 1 kräfige Prise Zucker
  • 1 TL dunkler Reisessig

zum Braten:

  • 2 EL neutrales Öl
  • 3-6 getrocknete Chilies (je nach Konstitution)
  • 1 TL Sambal-Olek-Flüssigkeit (das, was sich oben im Glas absetzt)
  • 10 Körner Sichuan-Pfeffer, gemörsert
  • 1 Zehe Knoblauch
  • 1 kleines Stück Ingwer
  • 1 Frühlingszwiebel
  • Salz, geröstetes Sesamöl

„Hühnchen“ aus der Dose befreien und abtropfen lassen.

Gurke längs halbieren, die Kerne mit einem Löffel herausholen und die Gurke in Stifte schneiden. Karotte schälen und ebenfalls in Stifte schneiden.

Gurke, Karotte und Cashewnüsse jeweils getrennt in kochenden Salzwasser kurz blanchieren. Anschließend etwas Öl im Wok erhitzen und die Cashewnüsse bei mittlerer Temperatur knusprig fritieren; dann auf Küchenkrepp abtropfen lassen.

Die Zutaten für die Sauce gründlich verrühren.

Ingwer und Knoblauch schälen und fein hacken. Frühlingszwiebeln putzen und in feine Ringe schneiden.

Das Öl im Wok bei mittlerer Temperatur erhitzen. Die Chilies darin braten, bis sie etwas dunkler werden und anfangen, zu duften. Dann die Sambal-Olek-Flüssigkeit, den Sichuan-Pfeffer, Ingwer, Knoblauch und  Frühlingszwiebel zugeben und alles kurz durchrühren. Karotte und Gurke zugeben, rühren, dann die Hähnchenstücke einrühren und mit der Sauce aufgießen. Alles kurz köcheln lassen, Cashewnüsse zugeben, von Herd ziehen und noch heiß servieren.

Das falsche Hühnchen passt doch ganz genau zum Veggie-Day, oder?

Rezept adaptiert aus: Martina Hasse, Die Chinesische Tempelküche*

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25 thoughts on “Hähnchen Kong-Pao – vegetarisch

  1. Sieht umwerfend aus … doch zum VeggiDay kann ich dein Gericht leider nicht zulassen, auch wenn das Hähnchen Vegetarier ist … Fleisch bleibt Fleisch 😉

    Liebe Grüße Kerstin

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    1. Neeee …. war nur ein Scherz 😉
      Rz ist schon aufgenommen …. vielen Dank für die tolle Idee, die Dose mit dem Hühnchen werd ich mal suchen gehn .
      Was es alles gibt … tztz das soll einer mal sagen, das würde nicht Echt aussehen .
      So nun aber schnell weg, bevor Du mich noch haust 😉

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  2. Ich habe Mock Duck probiert und fand das so furchtbar, die Mock Chicken Dose habe ich gleich geschlossen in die Tonne befördert……
    Der Grundgeschmack war so süßlich , ich konnte mir nicht vorstellen, dass da noch irgendwie was hinzukriegen ist.
    Mit vegetarischen Produkten in Fleischform habe ich auch Probleme, ich forme ja aus Tatar auch keine Erdbeeren, aber was soll’s, wenn es schmeckt Ist mir auch die falsche „Gänsehaut “ gleich. Ich bin neugierig. Wie Du Mock Duck findest…

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    1. Das „Hühnchen“ fand ich ganz ok; nicht als Hühnchenersatz, sondern als etwas eigenes. Pur habe ich es allerdings nicht probiert, womöglich wäre die Geschichte sonst anders ausgegangen 😉 Zur Mock Duck brauche ich erst noch eine Idee – aber glücklicherweise hält sich das ja ganz lange….

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  3. Die Noppen, die sollen doch die Haut vom Hühnchen sein 🙂
    Ich mag Tofu, Seitan und co geren, wenn sie gut zubereitet sind. Nicht als Ersatzprodukte, sondern als etwas eigenes.

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  4. das klingt echt lecker! – aber auf den ersten blick sieht das veggie-hühnchen total nach tintenfisch aus….. die noppen, etc. ….. 😉

    seitan mag ich generell ganz gerne. von vielen „ersatz“produkten bin ich aber auch kein fan – und das obwohl ich noch nie im leben fleisch gegessen habe (bin seit meiner geburt vegetarierin) – und den vergleich nicht kenne. 😉

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  5. Das ist ja spannend, dass Du Mock Meat ausprobiert hast! Die Chicken-Variante kenne ich noch gar nicht, muss ich auch mal versuchen. Deine Marinade und die Kombi mit Gurke und Nüssen gefällt mir sehr gut. Lieben Dank auch für’s Verlinken!

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    1. Ich hab ja noch die „Ente“. Das Gute ist…alles hält sich, bis ich eine Idee habe, was ich damit anstellen könnte 🙂
      Die Idee hab ich doch von Dir…irgendwie….klar, dass ich einen Link setze 🙂

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  6. Ich weigere mich, sowas überhaupt auszuprobieren. Ich finde es ehrlich gesagt pervers, wenn ich Ersatzprodukte in Fleischform auf den Teller kriege. Ich esse gerne Fleisch – nicht viel, nicht oft, aber wenn, dann artgerecht gehaltene Tiere. Aber dieses Industriefutter, ganz ehrlich, da würde mir der Appetit vergehen! Mir hat mal ein Bekannter nach einem Grillabend eine Vegi-Wurst da gelassen. Die mochte ich überhaupt nicht und sogar mein Kater hatte sich geweigert, diese Pseudowurst zu fressen. 😉

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    1. Och, sei halt nicht so streng mit mir 🙂
      Klar hat Dein Kater sich geweigert, so als echtes Raubtier 😉 Unserer würde uns auch was pfeifen. Der hat lieber eine Maus im Fressnapf 😉
      Ich bin im Prinzip Deiner Meinung und esse lieber selten gutes Fleisch, oder gar keines. Aber manchmal überwiegt halt doch die Neugier. Ich fand das interessant und gar nicht mal so schlecht. Ich esse auch gerne Tofu – aber nicht als Ersatz für irgendwas, sondern als etwas Eigenständiges.
      Beim nächsten Mal gibt es dann Gong Bao Chicken mit echtem Huhn….. 😉

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    2. @ Wilde Henne: Pervers? Weiß nicht so recht… In Asien gilt Mock Meat als eigenständiges Gericht, nicht als Fleischersatz. Muss man nicht mögen, man kann den Look auch albern finden, aber man muss es nicht gleich als „perverses Industrie-Futter“ bezeichnen. Es gibt da auch große Qualitäts-Unterschiede bis zu Bio-Qualität, genau wie beim Fleisch.

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      1. Daaaanke. Auf die naheliegendste Formulierung bin ich in meinem Schuljahres-Ende-Delirium nicht gekommen….eigenständiges Gericht… 🙂
        Bald sind Ferien, dann wrd es besser…

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  7. ich finde diese Fleischersatzdinger schon etwas komisch. Da bemühen sich die Hersteller, die auch noch aussehen zu lassen, als ob es Fleisch wäre … wer kein Fleisch essen will, der isst eben keins, basta – wozu diese Fleischnachbildungen, findest du das nicht auch etwas merkwürdig?

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  8. Gnihihi, ich muss sowas auch immer ausprobieren. Heute mittag waren es vegane Frühlingsrollen aus dem Reformhaus.

    Und Mock Chicken geht demnächst auch mal mit, wenn ich beim bevorzugten China-Markt bin. Ich weiss ja jetzt, was ich damit mache 🙂

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  9. Wie cool, dass du das Buch gefunden hast. 🙂 Ich habe es auch gerade wieder da. Da sind total viele interessante Sachen drin. Ich bin im Momnet nur leider zu faul, um aufwendig zu kochen.
    Ich muss mich unbedingt nochmal nach dem Mock Chicken um sehen. Das, was ich bislang fand, hatte keine besonders tollen Inhaltsstoffe…
    Schade, dass man von dem Schälchen so wenig sieht. Blau ist meine absolute Lieblingsfarbe!
    Und jetzt muss ich schnell was essen, sonst tropfe ich auf meine Tastatur. 😉

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    1. Das Hühnchen war harmlos. Das sind so blaue Dosen im 70er-Jahre-Look.
      Das Schälchen gibt es bestimmt öfter zu sehen – so viele habe ich nämlich nicht. Beim nächsten Mal werde ich auf ein ordentliches Foto achten 😉

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  10. Es sieht sehr ansprechend aus, auch wenn ich es bisher nicht so mit dem Fleischersatz habe… Aber ich könnte ja auch Hühnchen nehmen, so richtiges 😉

    Ich muss doch mal den Weg zu einem Asia-Laden auf mich nehmen. Ihr zaubert da immer alle so tolle Gerichte und mir fehlen immer ein paar Zutaten :-/

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    1. Ich benutze so etwas wie Fleischersatz meist aus reiner Neugierde. Ich nehme auch sonst gerne Sachen mit, die ich nicht kenne und schau dann, was ich damit anstellen könnte.

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