So schmeckt Glück – Volker Mehl: Rezension und Verlosung

Cover by kailash
Cover by kailash

Es ist Bücherherbst…und weil es grade so viele interessante Neuerscheinungen gibt, folgt hier auch gleich auf dem Fuß die nächste Rezension.

Worum geht es diesmal? Es geht um Ayurveda. Allerdings gibt es kein typisch indisch-ayurvedisches Essen. Ihr müßt auch nichts Spezielles einkaufen; eine wohlsortierte Gewürzschublade, ordentlich Kräuter auf dem Fensterbrett und eine schöne Knolle Ingwer reichen. Volker Mehl, der erst mal ein wenig Theologie studiert und ein Intermezzo als Versicherungskaufmann hingelegt hat, bevor er seine wahre Berufung fand, hat die bodenständige heimatliche Küche gründlich entstaubt und an ayurvedische Prinzipien angepasst.

Wobei……Prinzipien….maßgeblich sind nicht Prinzipien in diesem Buch, sondern Genuss und Freude. Natürlich startet das Buch mit einer Einführung zum Ayurveda. Die grundlegenden Regeln werden erläutert – und mit leichter Hand wird der Bogen in unserer aller Alltag gespannt. Die verschiedenen Doshas (Veranlagungen) Vata, Pitta und Kapha werden erklärt, ebenso, wie sie sich durch den Einfluß der Jahreszeiten unn mit fortschreitendem Lebensalter verändern. Auch auf die Geschmcksrichtungen des Ayurveda Süß, Sauer, Scharf, Salzig, Bitter und Zusammenziehend wird eingegangen. Schließlich spannt Volker Mehl noch den  Bogen zum Heiligen Benedikt und seinem Kräutergarten. Alles ist so aufgebaut, dass man sich leicht tut, zumindest einige ayurvedische Prinzipien in seinen Alltag zu übernehmen. Auf diese Tabellen, die es uns ermöglichen sollen, unseren Typ zu bestimmen und uns fortan nur noch artgerecht typgerecht zu ernähren, wird dankenswerterweise verzichtet. Ayurveda geht auch, ohne dass wir uns in Raster pressen lassen müssen.

Das Layout ist klar und übersichlich. Die schönen Fotos setzen nicht nur die Mahlzeiten ins rechte Licht, sondern vermitteln auch eine gelöste, fröhliche Grundstimmung. Und ein Lesebändchen gibt es auch.

Der Rezeptteil ist nach Jahreszeiten geordnet: wir starten im Spätherbst und Winter mit Rezepten für ein wohltuendes, oft warmes Frühstück. Hirse mit gedünstetem Apfel gibt es da beispielsweise, Kräuterrührei mit Oliven-Tomaten-Relish oder auch Kräuterfladenbrot mit Apfel-Ingwer-Mus. Zum Abendessen werden für diese Jahreszeit wärmende Mahlzeiten vorgesschlagen, die nicht zu schwer im Magen liegen. Mich haben hier besonders die Suppen begeistert. Aber, weil wir ja von bodenständiger Küche sprechen, gibt es auch Kohleintopf mit Apfelringen und Rezepte für verschiedene Saucen (wie klingt Malzbier-Spekulatius-Soße?) und Chutneys.

Frühling und Sommer sind erstmal Snacks und schnellen Gerichten gewidmet. Gebratene Karotten mit Vanille und Chili gibt es ebenso wie Bulgur-Granatapfel-Salat, Grießschnitten mit buntem Gemüse und Spaghetti mit Wurzelgemüse. Als Hauptspeisen bekommen wir zum Beispiel weiße Bohnen in Tomaten-Dill-Sauce (die muss ich auch noch machen…), aber auch Himmel und Erde und Veggie Panhas – ein Tribut an die neue Heimat Wuppertal.

Was kann man an trüben Herbsttagen brauchen? Süßspeisen, nicht wahr. Darunter fällt der glasierte Chicorée mit Apfel und Cantuccini, Birne mit süßem Couscous gefüllt, Muffins, Tiramisu auf der Basis von selbstgemachten Ingwerkeksen…und die Kuchen-Klassiker von Volker Mehls Mama.

Die Rezepte sind übersichtlich dargestellt und funktionieren größtenteils tadellos. Sie sind allerdings knapp gehalten, so dass es von Vorteil ist, wenn man etwas Kocherfahrung mitbringt. Was mich immer wieder begeistert, ist die Aromatik – an Gewürzen wird nicht gespart, es werden neue Aromakombinationen vorgestellt, so dass auch aus einfachen Zutaten ein besonderes Essen werden kann. Kleine Piktogramme weisen darauf hin, ob die Rezepte glutenfrei, laktosefrei oder vegan sind oder  optional laktosefrei und/oder vegan gestaltet werden können.

Aufgelockert wird der Rezeptteil immer wieder von interessanten Exkursen zu Themen wie „Was ist denn Spiritualität eigentlich?“, Kinder und Ayurveda, Freundschaft…..Lesespaß und Futter für’s Hirn garantiert.

Am Ende gibt es noch Küchenbasics: Warenkunde, Zubereitungsarten und die Rolle einzelner Zutaten in der ayurvedischen Küche.

Ich habe viel gekocht – und bin noch lange nicht fertig.

An einem kühlen, dunklen Herbsttag startete ich mit einem warmen Frühstück: Hirse mit gedünstetem Apfel und Cashews – schmeckt gut, tut gut.

Die Schoko-Minz-Muffins ließen mich an die Schokoblättchen mit Minzfüllung und denken…..und ich lag nicht verkehrt: Schkoladig, nicht zu süß und mit einer frischen Minznote. Und, Sandra, das alles ohne Ei!

Nochmal Minze, und zwar in einer warmen Gurkensuppe – die war ein Knaller: frisch durch Gurke und Minze, sämig durch Kartoffel und doch auch wärmend durch Muskatnuss….nie wäre ich auf die Idee gekommen, Muskat zu Gurke zu geben – aber jetzt!

Frühstücksfladenbrot mit Kräutern und Ingwer-Apfelmus – upps….was schiefgegangen? Auf dem Foto im Buch sind niedliche flache Fladen abgebildet….meine Brote sind ballonfähig aufgegangen….der Traum jedes Hobbybäckers 😉 . Eine feine Frühstücksidee, egal ob flach oder hoch. Man kann das Apfelmus übrigens auch in die Brote füllen….

Ich bin immer für Suppen zu haben, für Rote Bete auch….und die Rote-Bete-Suppe mit Tomaten-Estragon-Griesklöschen, die gibt es in Zukunft garantiert öfter.

Von den gebratenen Chili-Vanille-Karotten gibt es leider kein Fotos. Ich habe die süß-scharfen Möhrchen versehentlich vorher aufgegegessen….

Die Waffeln waren – eben perfekte Waffeln, nicht mehr und nicht weniger. Die Kinder haben die süße Variante mit Begeisterung vertilgt, und ich habe mich über die herzhafte Variante gefreut, bei der die Milch durch Gemüsebrühe ersetzt wird.

Für das Tiramisu backt man erst mal Ingwerkekse. Die sind klasse, die wird es öfter geben. Die Creme besteht aus Vanillepudding, der mit (Soja)Joghurt vermischt und mit Amaretto aromatisiert wird. Den Pudding habe ich brav nach Anweisung zubereitet, er war dann so bombenfest, dass ich das Joghurt unmöglich unterheben konnte, wie es hätte sein sollen. Der Pürierstab musste ran. Im Ergebnis war das Tiramisu fein….aber, um ehrlich zu sein…..meine Lafer-Standardvariante wird es nicht ablösen.

Dafür wird es aber die gebackenen Kürbisschnitze mit Ingwer-Rotweinsoße noch oft geben. Okay, mein Hokkaido war klein…..und ich habe ihn alleine weggefuttert.

An einem trüben Herbstmittag – also gestern 🙂 hat mich der Bulgursalat mit Granatapfel erfreut: schön bunt durch unterschiedliche Gemüsesorten, leicht scharf und ein wenig süß – klasse!

Ihr merkt schon: ich mag dieses Buch, genau, wie den Vorgänger, sehr. Das liegt zum einen an den schönen Rezepten, aber auch an den Texten und an der lebensfrohen Aufmachung. Das Buch ist nicht nur in der Küche gut aufgehoben, sondern bietet auch auf der Couch jede Menge Futter für Hirn und Seele.

Wem ich jetzt Lust auf das Buch gemacht habe, der kann es direkt hier beim Verlag kaufen. Und vorher sogar einen Blick hineinwerfen.

Die Rezension begann mit einem Hindernislauf. Die nette Dame vom Kailash-Verlag hatte mir ein Rezensionsexemplar versprochen. Zweimal hat sie eines losgeschickt, zweimal ist es unterwegs verschwunden. Schließlich bin ich dann in die Buchhandlung gepilgert….der Kauf verlief problemlos 😉 .  Und dann, eine gute Woche später, dann ist doch noch ein Rezensionsexemplar eingetroffen. Mehr als zwei Wochen war das Buch unterwegs, und das innerhalb Münchens. Nun habe ich das Buch also doppelt – und verlose deshalb ein Exemplar. Wer eines haben möchte hinterlässt einen Kommentar. Dazu habt Ihr Zeit bis Sonntag, den 13.10, 23.59 h. Danach tritt die hausinterne Glücksfee wieder in Aktion.

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35 thoughts on “So schmeckt Glück – Volker Mehl: Rezension und Verlosung

  1. Birne mit süßem Couscous gefüllt! Mit diesem einen Rezept hättest du mich schon überzeugt, dass dieses Buch ein Muss ist. Aber nachdem ich nach dem Urlaub sparen muss, stell ich mich hier an und versuch einfach mein Glück.

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  2. Oh, das hört sich ja gut an – sowas würde mich echt freuen – endlich mal lecker und genussfreundliches veganes Essen. Das Buch wäre ein Bereicherung für meine Kochkünste

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  3. Ich schliesse mich Tring an und muss zugeben, zunächst dachte ich: Ayurveda, ob das wohl etwas für mich ist? Schnell aber musste ich feststellen: Wohlsortiertes Gewürzregal: Check. Kräuter auf dem Fensterbrett: Check. Ingwerknolle im Kühlschrank. Check. Quasi Standard.

    Die von dir beschriebenen Gerichte machen aber definitiv Lust auf mehr und klingen allesamt sehr stimmig! Ich freue mich schon auf mehr Rezepte 🙂

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  4. In diversen Spas werden häufig ayurvedische Anwendungen angeboten, das hat mich schon immer fasziniert. Eine zeitlang habe ich auch diese Massagen regelmässig gebucht. Die Tees, besonders den Kapha-Tee, liebe ich noch heute. Aus irgendwelchen, nicht nachvollziehbaren Gründen hat es nicht gereicht, diese interessante Thematik weiter zu verfolgen, vor allem sich mit der ayurvedischen Ernährung näher zu befassen. Das sollte ändern.

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    1. Bis in irgendwelche Spas habe ich es noch nicht geschafft, aber diese Öl-Massagen stelle ich mir herrlich vor. Das Prinzip Ayurveda fasziniert mich ohnehin schon lange. Mit Tee kriegt man mich; ich trinke den lieben langen tag nix anderes (außer einer Tasse Kaffee am Morgen) – und ich liebe die verschiedenen Yogi-Tees. Vielleicht kriegst du ja bald Gelegenheit, dich näher mit Ayurveda-Küche zu befassen, Töchterchen steht schon in den Startlöchern 🙂

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  5. Wenn man nach dem Genuss der Gerichte so zünftig aussieht wie Herr Mehl auf dem Cover des Buchs, dann muss ich sie wohl auch mal probieren. 😉 Zumal du so dermaßen begeistert bist…

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  6. Ich gebe gerne zu, dass Ayurveda für mich bislang immer irgendwie in der Esotherik-Ecke hing und ich Rezepte, die darauf getrimmt waren, immer als irgendwie eingeschränkt und künstlich in eine Ecke gezwängt empfunden habe. Bei dem was du schreibst, hört sich das aber nun doch völlig anders an – ich glaube, ich muss da wirklich nochmal einen Versuch starten 😉

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    1. Ich finde Ayurveda schon immer sehr interessant. Die Qualität und Machart der Rezepte hängt – wie immer – davon ab, an wen man so gerät. Ich finde es immer schön, wenn jemand nicht stur nach irgendwelchen Schemata vorgeht, sondern alltagstaugliche Dinge präsentiert.

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  7. Das ist ja toll. so ein Buch würde mich schon interessieren. Bis jetzt habe ich ja noch kein gutes Ayurvedisches Kochbuch gefunden. In Indien hatte ich einmal aber mit einer Ayurvedischen Ärztin zusammengearbeitet. Sie hatte mir die Kräuter gesammelt und die Diät für Hepatitis Patienten ausgearbeitet, die ich dann bekochte…

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  8. Das Buch hört sich total interessant an und Du hast mich jetzt neugierig gemacht 🙂 das es so lange unterwegs war ist natürlich blöd, aber gut für uns *zwinker* – vielleicht hab ich ja Glück.

    Liebe Grüße
    Alice

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  9. Da melde ich mich doch als Kochbuchsüchtige auch mal für die Verlosung. Ich habe zwar keine Ahnung von Ayurveda (aber vielleicht ändert sich das ja?), die von dir getesteten Rezepte hören sich aber zu gut an…
    Liebe Grüße,
    Barbara

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  10. Oh ich hätte sehr gerne ein Exemplar. Besonders, da ich schon in meiner Buchhandlung damit geliebäugelt habe und mich nur mit Hinblick auf Frankfurt am Riemen gerissen habe.

    In der Hoffnung, dass man daraus auch abends in halbtotem Zustand noch etwas fertigbringt. 😉

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  11. Hach, Ayurveda und die Gewürze…. bei einem meiner Sing-Workshops wurden wir ayurvedisch bekocht, es gab einen fantastischen Frühstücksbrei der wie ein kleines inneres Öfchen den ganzen Tag gewirkt hat. Und einen Kochkurs über 3 Tage hab ich auch schonmal mitgemacht, manches davon hat sich über die Jahre gehalten….. samt einem explosoionsartig angewachsenen Gewürze-Schrank.

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