Buchweizenpolenta mit Kürbis und Zitronen-Tempura

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Die Kürbissaison ist in vollem Gange. Allzu sehr kann ich die Saison aber nicht ausreizen, denn ich bin die einzige Kürbis-Liebhaberin in diesem Haushalt. Aber manchmal springt mich etwas an, und dann gibt es Kürbis – da muss er dann durch, der Rest der Familie.

So wie bei diesem Rezept aus dem neuen Ottolenghi*. Die Zutatenliste ist lang – aber es lohnt sich: der Kürbis wird mit Gewürzen im Ofen geschmort. Das ist schon mal eine sichere Bank, im Ofen geröstetes Gemüse gewinnt ja ungemein. Das Rezept sieht Butternut vor, ich habe statt dessen zwei kleinere Gorgonzola-Kürbisse benutzt. Die schmecken übrigens nicht nach Gorgonzola – eher nach Süßkartoffel. Serviert wird der Kürbis auf mit Lorbeer, Thymian und Oregano aromatisierter Polenta. Die Polenta wird außerdem noch mit geröstetem Buchweizen angereichert – das ist toll, das mache ich jetzt öfter.

Der Clou aber ist die Zitronen-Tempura. Die müsst Ihr ausprobieren – zur Not auch ohne Kürbis und Polenta. Ottolenghi schreibt, dass man auch einfach Zitronensaft über das fertige Gericht träufeln kann, wenn man sich die Zubereitung der Tempura sparen möchte – ich würde sagen, vergesst es. Das ist nicht dasselbe.

Laut Rezept soll das für 6 Personen reichen; ich würde sagen, es sind eher 4 Portionen:

Für den Kürbis:

  • 1 großer Butternusskürbis (ich hatte kleinere Gorgonzola-Kürbisse)
  • 3 EL Olivenöl
  • 25 gr. Butter
  • ca. 300 ml Gemüsebrühe
  • 3 Zweige Oregano
  • 15 schwarze Pfefferkörner
  • 8 Körner Piment
  • 6 Kapseln Kardamom
  • 6 Lorbeerblätter
  • 6 Zweige Thymian
  • 1 Bio-Orange
  • 8 Zehen Knoblauch

Für die Polenta:

  • 30 gr. Kascha oder Buchweizengrütze
  • 150 ml Milch
  • 900 ml Gemüsebrühe
  • einige Zweige Oregano
  • 1 Lorbeerblatt
  • 1 EL Thymianblättchen
  • 1/2 Bio-Zitrone
  • 120 gr. Polenta
  • 60 gr. Butter
  • Pfeffer aus der Mühle

Für das Zitronen-Tempura:

  • 35 gr. Mehl
  • 25 gr. Speisestärke
  • 75 gr. kaltes Wasser
  • Eiswürfel
  • 1 Bio-Zitrone
  • Öl zum Fritieren

Wir starten mit dem Kürbis. Ottolenghi nimmt ungeschälten Butternut; meine Kürbisse mußten geschält werden – kein Spaß bei der gerillten Form. Kürbis also halbieren, je nachdem schälen oder nicht, die Samen herauskratzen und das Fruchtfleisch in Spalten schneiden.

Den Backofen auf 200°C vorheizen. Die Kürbisspalten in einen großen Bräter geben. Kardamom leicht andrücken. Von der Orange die Schalen in dünnen Streifen abschälen. Knoblauchzehen ungeschält andrücken. Alle Zutaten zum Kürbis geben, gut durchmischen und salzen.

Kürbis ca. 50 min garen, dabei immer wieder umdrehen und mit dem Sud begießen.

Der Buchweizen wird im Ofen kurz mitgeröstet. Wer Kascha hat, gibt sie für 5 min mit den Ofen, einfache Buchweizengrütze braucht 10 min.

Für die Polenta Gemüsebrühe und Milch in einen großen Topf geben. Oreganoblättchen abzupfen und grob hacken. Von der Zitrone etwas Schale in Streifen abschneiden. Oregano, Zitrone, Thymian und Lorbeer mit in den Topf geben, salzen und alles aufkochen lassen. Temperatur reduzieren, Polenta und Buchweizen einrühren. Alles zusammen ca. 35-40 min unter Rühren garen. Am Ende die Butter einrühren und alles mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Für den Tempura-Teig Mehl und Stärke in einer Schüssel vermischen und mit dem Wasser glatt rühren. Die Schüssel auf Eiswürfel setzen und den Teig so ca. 45 min ruhen lassen.

Die Zitrone in ca. 3 mm dünne Scheiben schneiden.

Zum Ausbacken Öl ca. 3 cm hoch in einen kleinen Topf füllen und auf ca. 160°C erhitzen. Die Temperatur passt, wenn ein Teigtropfen erst auf den Boden des Topfes sinkt und dann gleich wieder hochsteigt; dabei sollen große Blasen aufsteigen.

Die Zitronenscheiben durch den Teig und portionsweise in ca. 2-3 min knusprig goldbraun fritieren. Mit einem Schaumlöffel herausnehmen, auf Küchenpapier abtropfen lassen und salzen.

Zum Servieren auf jedem Teller etwas Polenta schöpfen, Kürbisspalten darauf anrichten und mit den ausgebackenen Zitronenscheiben garnieren.

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25 thoughts on “Buchweizenpolenta mit Kürbis und Zitronen-Tempura

  1. Diese ausgebackenen Zitronenscheiben! Davon hätte ich jetzt gerne sofort welche. Den Gorgonzola-Kürbis musste ich mir doch jetzt glatt erst mal angucken, der ist innerhalb meines Einkaufshorizonts noch nicht aufgetaucht. Sieht wirklich sehr hübsch aus.

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  2. Kürbis geht hier zum Glück immer, wäre schlimm, wenn es nicht so wäre. Die Zitronen-Tempura sind gleich mal gespeichert, ich habe den Ottolenghi ja immer noch nicht… 😉

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  3. Oh, hier stehen noch zwei Hokkaido-Kürbisse aus dem Garten rum. Und das mit dem Buchweizen und den gebackenen Zitronenscheiben liest sich so interessant (und wenn ich Ottolenghi lese, bin ich sowieso hin und weg), dass ich mir das Rezept jetzt sofort ausdrucke.

    Welches Mehl hast du verwendet? Ganz normales Haushaltsmehl oder gibt es spezielles „Tempura“-Mehl? Ich hab davon Null Ahnung.

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    1. Meine Kürbisse wurden in ganz frühem Stadium Opfer gewisser schleimiger Kriechtiere – ich muss zukaufen.
      Ich habe ganz normales Haushaltsmehl benutzt. Und Maisstärke, die war grade da. Im Asiashop gibt es Tempura-Mehl als Fertigmischung, aber mit Haushaltsmitteln hat das auch funktioniert. 🙂

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    1. Ganz ehrlich? Keine Ahnung. Im Rezept stand „Kascha“ oder Buchweizengrütze“ Kascha wollte ich nicht kaufen, weil, die habe ich dann ja wieder rumstehen. Also habe ich Buchwweizen auf der allergrößten Stufe durch die Getreidemühle geschickt. Das hat funktioniert. Geht bestimmt aber auch mit ein bisschen grober oder ein bisschen feiner 🙂

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  4. Kürbis? Da rümpfe ich zuerst einmal die Nase. Obwohl ich in der letzten Zeit nie enttäuscht wurde. Aber Vorurteile halten sich ja bekanntlicher weise am längsten. Buchweizenpolenta, das ist nun aber etwas, dass ich zwar nicht kenne, aber ohne Vorbehalt sofort essen würde. Ich würde es nicht nur essen, ich werde es auch gleich morgen ausprobieren.

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    1. Die Kürbis-Vorurteile haben sich bei mir auch relativ lange gehalten, aber inzwischen darf er gerne hier auf dem Tisch stehen. Und mit der Polenta wünsche ich Dir viel Vergnügen 🙂

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  5. Gorgonzola-Kürbis??? Das ist ja interessant – nie gehört…
    Bei uns im Hause bin ich ebenfalls der einzige Fan von Kürbis – daher gibt es ihn meistens ziemlich langweilig in Form von Suppe, da kann ich die Reste einfrieren 😉

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    1. Der Gorgonzola-Kürbis ist in den letzten Jahren hier aufgetaucht. Er ist recht klein und sehr hübsch gemustert; ich weiss nicht, wie er zu seinem Namen kommt. Aber die Musterung der Schale erinnert tatsächlich an Gorgonzola 🙂

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