Rezension: Meine neue vegetarische Küche I Maria Elia

Also. Nun ist ja bald Weihnachten. Und ich habe hier einen Stapel Bücher – einige sind dabei, die ein Plätzchen unter dem Christbaum verdient haben. Deshalb gibt es nun in der Zeit bis Weihnachten ein paar Rezensionen mehr. „Jeden Tag ein Buch“ – habt Ihr euch schon gewundert, wo das dieses Jahr bleibt? Nun, das Konzept hat sich ein wenig geändert – das ganze wird zum Dauerevent. Die Beiträge werden regelmäßig zusammengefasst. Und einen Hashtag, damit man findet, was man sucht, gibt es dann bald auch noch. Und ich fange damit jetzt mal an.

Meine neue vegetarische Kueche von Maria Elia

Den Anfang macht ein vegetarisches Kochbuch. Die gibt es gerade wie Sand am Meer. (Getoppt nur noch von vegan und Paleo). Da fällt die Auswahl schwer. Hier stelle ich eines von den vielen vor, auf dass Euch das Wählen leichter falle.

Geschrieben hat es Maria Elia. Sie ist die Tochter eines griechisch-zypriotischen Gastronomen. In London geboren, reiste sie nach der Kochausbildung um die Welt; der Weg führte unter anderem ins El Bulli und an die Oriental Cooking School in Bangkok.

Fangen wir von außen an – mit der Optik. Die ist nicht spektakulär, aber hübsch. Das Layout ist übersichtlich. Zu nahezu jedem Rezept gibt es ein Foto. Die Food-Fotos sind zwar nett hergerichtet, konzentrieren sich aber auf das Wesentliche – das Essen.

Die Rezept-Kapitel sind klassisch eingeteilt: Vorspeisen, Hauptgerichte, Snacks, Beilagen, Süßes, Kleinigkeiten und Grundrezepte für Brühe. Ich muss gestehen, ich habe mich etwas an den Überschriften gestoßen….“verführerische Vorspeisen“, „Sagenhafte Snacks“….ein wenig zu blumig für mich.

Am Inhalt aber gibt es nichts auszusetzen. Man merkt den Rezepten an, dass Maria Elia weit herumgekommen ist. Das Thema des Buches sind für mich die verwendeten Aromen. Die Aroma-Konstellationen sind oft ungewöhnlich – und jeden Versuch wert. Sie lassen auf großes Können schließen, denn so manch gewagte Kombination kann ja auch nach hinten losgehen – sicherlich kennt Ihr das alle aus Eurer eigenen Küchen-Erfahrung. Beispiele? Wie wäre es mit Tomaten-Feta-Baklava mit Mandeln und Datteln. Außerdem ist da noch Honig drin, Zimt, Dill und Knoblauch. Es wird viel mit Wassermelone gekocht. Leider war die Saison vorbei, als das Buch eintraf, und so muss ich bis nächsten Sommer warten, um Panzanella mit Wassermelone oder Wassermelonen-Curry mit schwarzen Bohnen auszuprobieren. Kokos-Schmorkartoffeln und rotgeschmorte Pilze stehen auch noch auf der Liste.

Was mir auch gut gefallen hat, ist das es zu manchen Themen Variationen gibt. Die kann man einzeln auf den Tisch bringen, oder aber als Gesamtkomposition. Die Themen sind Erbsen, Rote Bete und – im süßen Bereich – Kaffee. So gibt es Rote-Bete-Klösse mit Parmesan und Feta, Rote-Bete-Zaziki, Pilaw aus Rote-Bete-Bulgur und griechischen Rote-Bete-Salat. Beim Kaffee finden wir zum Beispiel Kaffee-Latte Eiscreme, Kaffee-Gelee oder pochierte Kaffee-Birnen.

Die Rezepte sind gut strukturiert und funktionieren. Der Focus liegt auf Gemüse und Hülsenfrüchten. Die Zutaten sind problemlos erhältlich. Abgerundet wird der Rezeptteil durch eine Tabelle mit Entsprechungen und Portionen, falls man einmal keine Waage zur Hand hat, eine kleine Warenkunde und ein gut aufgebautes Register.

zitronenpastaDie Zitronenpasta mit grünem Gemüse ist ein superschnelles für Essen – und dank einer ordentlichen Portion Zitronenschale- und saft in der Sahnesauce eine Aromabombe. Genau so sollte ein schnell gemachtes Abendessen nach einem hektischen Tag sein: geringer Aufwand, schönes Ergebnis.

linsensuppeLinsensuppe mit Orange ist an sich nichts Neues. Diese hier kommt mit besonders viel Schwung daher: nicht Saft und Schale der Orange wandern in die Suppe, sondern Schale und Orangenfilets. Das macht tatsächlich einen Unterschied, habe ich festgestellt – das Orangenaroma ist viel intensiver.

kardamom-fladenbrotZu Suppe gibt es bei uns oft Brot. Ich habe ein Fladenbrot ausgesucht. Im Prinzip ist das ein einfacher Hefeteig, der zu Fladen geformt und in der Pfanne gebacken wird; das mache ich oft. Hier kommt zusätzlich eine ordentliche Menge Kardamom in den Teig – das gibt dem Brot ein gewisses Etwas.

pflaumen-rotwein-sorbetAm Pflaumen-Rotwein-Sorbet hat mich zuerst die Farbe angesprochen. Die leuchtete mir vom Foto derart intensiv entgegen, dass ich noch schnell Pflaumen kaufen musste. Ganz so prächtig fiel die Farbe meines Sorbets dann nicht aus – aber der Geschmack ist top. Es sind natürlich Pflaumen im Sorbet und Rotwein, sowie der fast schon unvermeidliche Zimt. Das Tüpfelchen auf dem I kommt aber durch ein Löffelchen chinesisches Five-Spice-Powder. Das war eine für mich neue Kombination – und sie passt

möhrenpufferDie Karottenpuffer mit Humus waren einfach nur toll. Was uns mit Begeisterung hat immer weiter futtern lassen, das war die  Kombination der Aromen: die leicht scharfen Puffer werden mit Kichererbsenmehl gebunden, der Humus mit Karotten versetzt. Der Clou am Ganzen ist der Salat….auch wenn ich ihn mangels Brunnenkresse und Sprossen etwas vereinfacht habe.Der pfeffrige Rucola bekommt Orangenfilets, Feta und Mandelblättchen zur Gesellschaft. Zusammen mit Puffern und Humus ist das perfekt.

erbse hoch dreiIn dem Buch gibt es ja, wie erwähnt Variationen,  verschiedener Gemüsethemen, genau gesagt: Erbse und Rote Bete. Erbsen gehen hier immer, also habe ich mich auf diese Variante gestürzt: es gab Crostini mit Erbse, Dill  und Feta, eine Erbsencreme mit Minze und Erbsengelee mit Estragon. Alle drei haben mir gut gefallen. Spannend fand ich, wie sich immer das gleiche Grundprodukt in Konsistenz und Geschmack verändert hat.

tomaten-kokos-curryTomaten-Kokos-Curry? Die Kombination Tomate-Kokos konnte ich mir nicht so recht vorstellen, also musste ich sie ausprobieren. Es wird eine normale Curry-Basis mit den üblichen Gewürzen hergestellt, dazu kommen Tomatenstückchen und Kokosmilch. Aromatisch eine Wucht! Mein Curry war etwas zu suppig, aber das kann auch an der verwendeten Tomatensorte gelegen haben.

Mit hat dieses Buch gut gefallen. Ich finde, es hebt sich angenehm aus der Masse der vegetarischen Kochbücher ab, die man derzeit auf dem Markt findet. Besonders fasziniert haben mich die ungewöhnlichen Aroma-Kombinationen. Wer also gerne vegetarisch gut und sich für mutige Koch-Ideen interessiert, der wird Spaß haben an diesem Buch.

  • Gebundene Ausgabe: 176 Seiten
  • Verlag: Bassermann Inspiration (8. September 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-13: 978-3572081745
  • € 14,99
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13 thoughts on “Rezension: Meine neue vegetarische Küche I Maria Elia

  1. Ich nehm dann mal einen Teller Linsensuppe mit Fladenbrot, solange ich mich bei Dir durch das Buch blättere 😉

    Wirklich interessante Rezepte, das Kokos-Tomaten-Curry hätte mich auch direkt zum Nachkochen verleitet!

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  2. Und ich hatte ganz fest vor, nie mehr wieder eine Buchrezension von dir zu lesen… Okay, muss ich in den Weihnachtsferien meine anderen Bücher ausmisten, damit die Kochbücher mehr Platz haben. 😉

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  3. Oh, sie haben es neu aufgelegt! 🙂 Das Buch ist definitiv eines meiner alltime favourites, ich weiß gar nicht, wie viele Rezepte ich daraus schon gepostet habe…

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  4. Ne, ich kaufe nicht noch ein vegetarisches Kochbuch 😉 Nicht jetzt, aber vielleicht im neuen Jahr…

    Besonders das Curry klingt super, die Kombination von Tomaten und Kokosmilch ist ja in Südindien nicht unbekannt als Saucenbasis, für sich allein stehend habe ich es aber noch nicht ausprobiert. Auch Tomaten-Feta-Baklava klingt sehr spannend.

    Das Buch kommt auf meine Wunschliste!

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        1. Also, die beiden Herren schicke ich dir gerne vorbei. Die nett und ausgesprochen fix. Den neuen Ofen gab es nicht einfach so….der alte war kaputt. Es hatte die Heizspirale zerfetzt…..

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