Pasta auf iranische Art

pasta persisch

So, also, nach den vielen fleischlastigen Festessen der letzten Wochen wird es Zeit für ein Festessen der anderen Art: Es gibt Wortkombinationen in einem Rezept, die schicken mich unmittelbar in die Küche. „Pasta“ und „Iran“ ist so eine. Aubergine ist auch mit von der Partie. Das Rezept ist von Ottolenghi* – und der ist für mich sowieso der ungekrönte König der Auberginenrezepte; ein Titel, den er sich allerdings mit Semiha teilen muss 😉 .

Pastagerichte sind ja nicht nur in Italien zuhause, auch wenn diese das Gros dessen stellen, was man landläufig kennt. Gerade im Iran gibt es eine ausgeprägte Liebe zur Nudel….wenn ich nur an die berühmte Nudelsuppe denke, läuft mir das Wasser im Mund zusammen. Eigentlich bräuchte man für dieses Gericht persische Nudeln. Reshteh heißen sie, und es sind lange, dünne, eifreie Weizennudeln. Wenn der nächste persische Laden zu weit weg und man zu träge zum Selbermachen ist, dann kann man Linguine nehmen.

Eigentlich bräuchte man auch noch Kashk, also getrocknetes Joghurt. Wenn der nächste persische Laden….Ihr wisst schon….dann nimmt man eine Mischung aus Crème fraîche und Parmesan.

Es ist leider so, dass dieses Gericht keinen Schönheitspreis gewinnt – aber eine Laudatio für den Geschmack, das ist ihm sicher: milde, geröstete Auberginen, säuerliches Joghurt-Topping, Safran, zwei Sorten Minze – wunderbar.

Für 4 Personen:

  • 3 Auberginen (insgesamt  ca. 1 kg)
  • 200 gr. Kashk (oder 140 gr. Crème fraîche, vermischt mit 60 gr. geriebenem Parmesan)
  • Olivenöl zum Braten und Beträufeln
  • 1 große Zwiebel
  • 2 TL Kreuzkümmelsamen
  • 3 Zehen Knoblauch
  • 2 EL Limettensaft
  • 150 gr. Joghurt, am besten ist der dicke griechische
  • 2 TL getrocknete Minze
  • 500 gr. persische Nudeln oder Linguine
  • 1/2 TL Safranfäden
  • einige Zweige frische Minze
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle

Backofen auf 230°C vorheizen. Ein Blech mit Backpapier auslegen.

Die Auberginen mit einem Messer mehrfach einstechen, auf das Blech legen und dann im heißen Ofen rösten, bis das Fruchtfleisch weich ist. Das dauert ca. 1 h. Dann ein wenig abkühlen lassen, längs halbieren und das Fruchtfleisch herausschaben und beiseite stellen. Die Schale wegwerfen. Fruchtfleisch in einem Sieb ca. 30 min abtropfen lassen.

Wer Kashk verwendet, kocht es in einem kleinen Topf mit 75 ml Wasser kurz auf. Alle anderen vermischen Crème fraîche und Parmesan in einem kleinen Topf.

Zwiebel und Knoblauch schälen und fein hacken. Etwas Olivenöl in einer Pfanne erhitzen. Zwiebel und Kreuzkümmel unter Rühren anbraten, bis die Zwiebel weich ist. Auberginen-Fruchtfleisch, Knoblauch, 1 TL Salz und etwas schwarzen Pfeffer zugeben. Unter Rühren weiterbraten, dann Limettensaft einrühren, noch 1 min weiterkochen und vom Herd nehmen.

Die Pasta nach Packungsanweisung bissfest garen. Dann abgießen, wieder in den Topf geben und mit 2 EL Olivenöl mischen.

Inzwischen Joghurt zum Kashk oder Crème fraîche in den Topf geben und unter Rühren vorsichtig erhitzen. Dabeibleiben und aufpassen, damit das Joghurt nicht ausflockt.

Getrocknete Minze mit 1 EL Olivenöl verrühren. Safranfäden in 1 EL lauwarmen Wasser einweichen. Frische Minze zupfen und in Streifen schneiden.

Zum Servieren Pasta auf Tellern verteilen. Mit dem Minzöl beträufeln, dann etwas von den Auberginen darauf geben, danach etwas von der Joghurt-Mischung. Mit Safran-Wasser beträufeln und mit frischer Minze garnieren.

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30 thoughts on “Pasta auf iranische Art

  1. Ich finde, dein Tellerchen sieht absolut mundwässernd aus, weiss gar nicht was du hast!? 😉 Wohl eines der wenigen Gerichte, bei dem mir Auberginen richtig gut schmecken würden! Und das getrocknete Joghurt: meine Foodhunter-Sensoren sind ausgefahren, das muss besorgt werden 😉 Guten Start ins Neue Jahr, liebe Susanne! Ich freue mich auf viele, viele Leckereien hier!

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  2. Hach ja, dieses Rezept ist genau nach meinem Geschmack. Und demnächst kommt eine Italien-Lieferung an meine FoodCoop, da sollten auch Melanzani dabei sein. Dann mach ich mich sofort ans Nachkochen!

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  3. Das klingt sehr interessant! Mal schauen, ob ich den Italiener damit begeistern kann, der ist bei Pasta immer sehr „traditionell“ 🙂
    Aber wir wird es auf alle Fälle schmecken!

    Schönes, neues Jahr Euch noch!

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  4. oh wie nett. Ich habe das Jerusalem-Kochbuch von Ottolenghi zu Weihnachten bekommen und auch schon einiges draus gekocht. Und alles war unglaublich lecker.
    Ich glaube, ich brauche die Veggie-Kochbücher auch dringend noch… Hmpf, irgendwie hilft das nicht, meine Kochbuchwunschliste zu verringern…

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  5. Das Rezept war mir auch ins Auge gefallen, ich hatte es dann nur erstmal ad acta gelegt wegen dem Kashk und dem Safran. Meinst du man kann den Safran auch weglassen? Liebe.Grüße, Tring

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    1. Hm, also den Kashk (das Kashk?) kann man ja ersetzen. Safran würde ich nicht weglassen…..ich weiß, er wird mit Gold aufgewogen, aber er hat auch was Spezielles. Ich kaufe meist einen Jahresvorrat an persischem Sargol bei Madavanilla; das ist eine kleine Investition, aber so eine Packung reicht lange und macht Spaß.

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  6. Mein Favorit aus dem Buch ist ja die iranische Hülsenfrüchte-Nudel-Suppe mit dem unerinnerbaren Namen. Schon drei mal gekocht und immer wieder für hervorragend befunden. Diese Nudeln habe ich mangels Aubergine auf den Sommer verschoben – und ich freue mich schon sehr darauf. 🙂

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      1. Ich sehe beim Einkaufen auch ständig welche, ich mag sie bloß nicht kaufen, da sie inzwischen alle aus Almeria kommen…
        Und wehe du kommst mir mit der Suppe zuvor. 😉

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        1. Ich hoffe einfach mal, dass die monatliche Aubergine aus der Gemüsekiste unter besseren Bedingungen hergestellt wird. Früher gab es mehr Wintergemüse in der Kiste; jetzt verirren sich schon mal Aubergine, Zucchini oder Paprika. Ich hab nachgefragt…..der Kunde will das so, war die Antwort….
          Und niemals nicht würde ich es wagen, Dir mit der Suppe zuvor zu kommen 🙂

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