Wir retten was zu retten ist – Leberknödelsuppe

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Seltsame Dinge findet man, wenn man so durch die Supermärkte streift. Markklösschen aus der Packung zum Beispiel, oder auch getrocknete Pfannkuchenstreifen, die man nur noch in die Brühe werfen muss, wenn man Pfannkuchensuppe möchte. Womöglich gibt es keine Suppeneinlage, die man nicht schon fertig kaufen kann. Ihr seht schon – es wird Zeit, die klassischen Suppeneinlagen zu retten. Da ist es wie mit allem – selbstgemacht schmeckt besser – und man weiß, was drin ist.

Hier in München findet man auch tiefgekühlte Leberknödel. Ich liebe Leberknödelsuppe, aber tiefgekühlte Leberknödel, die mag ich nicht. Deshalb gibt es bei mir heute Leberknödelsuppe. Ich bin ja die einzige hier, die Leber mag. Aber Leberknödel, die mögen alle. Also wird es Zeit, sie mal vorzustellen.

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Wenn man schon Leberknödelsuppe macht, dann sollen die auch in einer guten selbstgemachten Rindssuppe schwimmen. Das tun sie auch bei mir. Also fangen wir mal mit dem Rezept für die Brühe an:

Das Rezept ergibt ungefähr 2 Liter

  • ca. 1 kg Rinderbrust
  • 3 Markknochen
  • 2 Zwiebeln
  • Öl zum Braten
  • 1 Karotte
  • 1 Stück Sellerieknolle
  • 1 Stück Lauch
  • einige Stängel Petersilie
  • 2 Lorbeerblätter
  • 1 TL Pfefferkörner
  • Salz

Fleisch und Zwiebeln waschen und trocken tupfen. Zwiebeln mit der Schale halbieren. Gemüse waschen, putzen, schälen und in grobe Stücke schneiden. Knochen waschen.

Öl in einem großem Topf, in dem später alle Zutaten Platz haben, erhitzen. Fleisch und Zwiebeln (mit der Schnittfläche nach unten) ca. 3 min braten; das Fleisch dabei immer wieder wenden, damit es von allen Seiten angebraten wird.

Nun alle Zutaten in den Topf geben und mit so viel Wasser aufgießen, dass die Zutaten gut bedeckt sind. Alles zum Kochen bringen, 5 min bei starker Hitze sprudelnd kochen lassen und den dabei entstehenden Schaum immer wieder abschöpfen. Dann die Hitze reduzieren und alles bei ganz milder Hitze ca. 3 h ziehen lassen. Gegen Ende der Garzeit mit Salz würzen. Das Fleisch soll durchgegart und ganz weich und zart sein.

Die Brühe durch ein Sieb abgießen und auffangen. Das Gemüse verwerfen.

Das Fleisch kann man anderweitig verwerten: bei meinen Eltern wurde es immer mit etwas Meerrettich und einfachen Salzkartoffeln nach der Suppe serviert. Ich zerzupfe es gerne, so lange es noch heiß ist und mache später Hachis Parmentier daraus oder verwende es als Füllung für Ravioli.

….und die Markknochen, die werden selbstverständlich ausgezutzelt 🙂 Man könnte auch Markklöschen daraus machen, aber so weit komme ich nie.

So, jetzt zu den Leberknödeln. Ich gebe Euch das Rezept für 8 Knödel. Wenn Ihr einen Knödel pro Person rechnet, dann habt Ihr eine Vorsuppe: Wir schaffen oft 2 pro Nase – dann hat man ein Hauptgericht. Das Rezept habe ich mir aus diesem netten bayerischen Kochbuch* abgeschaut.

Für das Rezept braucht man Knödelbrot. Das gibt es hier schon abgepackt zu kaufen. Oder man schneidet altbackene Semmeln in ganz feine Scheiben. Ich mache es immer so, dass ich übrig gebliebene Semmeln in Scheibchen schneide und in einem Beutel in der Tiefkühle sammle. Außerdem braucht man Leber, die durch den Fleischwolf gedreht wurde. Ihr könnt den Metzger bitten, das zu tun. Ich habe einen Cutter, in dem zerkleinere ich die Leber.

  • 150 gr. altbackene Semmeln (oder Knödelbrot)
  • 80 ml Milch
  • 1 Zwiebel
  • 1 Zehe Knoblauch
  • 80 gr. Butter
  • 8 Stängel glatte Petersilie
  • optional: 1 Stängel Liebstöckel
  • 2 Eier (Größe M)
  • 500 gr. Rinderleber, vom Metzger durchgedreht
  • Salz, Pfeffer, Muskatnuss
  • etwas getrockneter Majoran
  • 30 gr. Semmelbrösel, nötigenfalls etwas mehr
  • 1 Bund Schnittlauch

Die Semmeln in ganz feine Scheiben schneiden und in eine Schüssel geben. Die Milch lauwarm erwärmen und gleichmäßig über das Brot gießen.

Zwiebel und Knoblauch schälen und fein hacken. Butter in einer kleinen Pfanne erhitzen, Zwiebel und Knoblauch darin glasig andünsten, dann beiseite stellen und abkühlen lassen.

Die Kräuter waschen, trocknen, abzupfen und fein hacken.

Die Zwiebelbutter und die Kräuter zusammen mit der Leber zum Ködelbrot geben. Alles zu einer homogenen Masse verarbeiten; wer dazu nicht die Hände benutzen will, kann es auch mit einem Teigschaber aus Silikon oder mit den Knethaken des Handrührgerätes tun. Die Masse mit Salz, Pfeffer, Muskat und Majoran kräftig würden. Dann abgedeckt 30 min im Kühlschrank quellen lassen.

Die Semmelbrösel einarbeiten und alles nochmal 10 min quellen lassen.

Nun empfehle ich, einen Probekloss zu machen. Dafür eine kleines Klösschen in leicht siedendem Salzwasser ziehen lassen. So kann man testen, ob die Masse hält. Wenn das Klösschen zerfällt, noch etwas Semmelbrösel einarbeiten. Außerdem kann man das Klösschen probieren und, wenn nötig, die Masse nachwürzen.

Zum Garen Salzwasser in einem weiten Topf erhitzen. Aus der Masse mit feuchten Händen 8 Knödel rollen, die Knödel in das Wasser geben. Einmal aufkochen, dann die Hitze reduzieren und die Knödel bei geringer Hitze 30 min garziehen lassen. Das Wasser darf nicht kochen, sonst zerfallen die Knödel.

Zum Servieren die Rinderbrühe erhitzen. Den Schnittlauch in Röllchen schneiden.

Die  Knödel mit einem Schaumlöffel aus dem Wasser heben. In jeden Suppenteller einen Knödel geben, die Brühe darüber schöpfen und alles mit Schnittlauchröllchen bestreuen.

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Die Welt, auch die kulinarische, kann man nicht allein retten. Deshalb gibt es heute in vielen Blogs klassische Suppeneinlagen – schaut selbst*:

Conjas Eck

Fliederbaum

Genussjäger

Giftige Blonde

Kebo Homing

Lieber Lecker

Turbohausfrau

Verboten gut!

Widmatt

*Es kann sein, dass manche Beiträge erst im Laufe des Tages online gehen – einfach immer wieder mal vorbeischauen 😉

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31 thoughts on “Wir retten was zu retten ist – Leberknödelsuppe

  1. Mmh. Ich liebe Leberknödelsuppe ❤ allerdings gehört sie zu den Gerichten, die ich immer essen gehe… lebe hier aber auch im Leberknödelland und die Gaststätten hier bieten sehr, sehr gute an 😉

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  2. mmhhh, das ist richtige Leberknödelsuppe mit so einem Riesenknödel drin, die muss man wirklich selber machen!
    ich fürchte ja, dass sie meistens im Gasthaus vom Großhandel kommen,
    lg

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  3. schad um die schöne leber! in meinen augen hat sie echt nicht verdient, dass man draus graue kanonenkugeln formt und diese übergart.

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  4. Leberknödel!!!! Jaahhhaaa
    Genauso wie ich sie mag..und hier ist es wie bei euch, niemand isst Leber, Leberknödel isst aber zumindest mein Mann,..als ich gemacht habe, letztens konnte ich das wieder feststellen!
    Lg. Sina

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    1. Ja komisch nicht, kaum versteckt man die Leber in Knödeln, schon ist alles gut 🙂
      …..der Kater hätte sie übrigens auch gemocht, wenn ich ihn gelassen hätte….aber der mag eh alles….

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      1. gggg, ja so einen Kater hab ich hier auch, der der wie deiner aussieht isst aber nicht (mehr) alles, aber das rote wilde Katzel frisst alles was nicht bei drei von mir gerettet wird.!
        lg. Sina

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  5. ……..ja, ja, ja, Leberknödelsuppe ist eine tolle Rettungsaktion, bei mir wird sie regelmäßig gekocht, gerade in den Wintermonaten. Bei uns in Oberbayern ist das selbst verständlich, aber in anderen Regionen nicht
    Ich kenne sie auch noch in Fett gebacken, es sind dann schwarze Leberknödel, schmeckt auch gut.

    Liebe Seezwerggrüße

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    1. Ich komme ursprünglich aus der Oberpfalz und wohne jetzt in München – da sind die Leberknödel schon bekannt, aber ich möchte nicht die Hand dafür ins Feuer legen, dass sie oft selber gemacht werden…..in Fett gebacken kenne ich die gar nicht – das muss ich probieren 🙂

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  6. Ja klar Leberknödelsuppe!!! Wieso bin ich da nicht drauf gekommen. Sie gehört definitiv zu meinen „Stars“ und wird bald gemacht. Toll – danke für das schöne Rezept.

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  7. Leberknödelsuppe ist herrlich und super, dass Du auch noch das Rezept für die Rindssuppe mit dabei hast (ich habe heute nur das Rezept für die Einlage gepostet und die Suppe vertagt, aber die können sie dann bei Dir nachlesen, mache sie fast gleich… nur ohne Lorbeer…
    Liebe Grüße aus Südtirol, Kebo

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    1. Ich bin Lorbeerjunkie…..es gibt nur wenig, an das ich keinen Lorbeer mache, wenn es um Suppen und Soßen geht.
      Viele Grüße nach Südtirol, wo ich auch mal wieder hin muss.

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  8. Boah, das klnigt soo köstlich, genau richtig bei einem solchen Schmuddelwetter. Zu schade, dass ich keinen Teller abhaben konnte… Naja, dafür bekomme ich heute Abend der Originalgrünkohl von der Mutter des besten Freundes serviert. 🙂

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    1. Siehste…ich hatte noch immer keinen Grünkohl. Als welchen besorgen wollte, war die Quelle versiegt. Es gibt hier vorgegarten im Glas, aber dazu konnte ich mich nicht durchringen.

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  9. Das ist ja mal eine großartige Rettungsaktion! Suppeneinlagen stehen sicher schon seit Jahren auf der Liste der gefährdeten Spezies, vor allem Knödel! Vielen Dank für Deinen Beitrag, vor allem auch was die Brühe selbst betrifft – auf Film, Funk und Fernsehen habe ich erfahren, daß viele Leute dafür ja auch nur noch Suppenwürfel benutzen …
    Ein schönes Wochenende wünsche ich Euch!

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  10. YESSSS!!! Wieso habe ich nicht an Leberknödel gedacht? Man(n) sieht vor lauter Wald die Bäume nicht. Absolut eine Lieblingssuppe von mir – eine ganz tolle Rettung! Ist noch was da??

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