Traditioneller karibischer Eintopf – Calalou

calalou

Bei diesem Eintopf aus dem „Kreolischen Kochbuch„* hat mich die Zusammenstellung der interessiert: Spinat, Speck und Kokosmilch, das sind die Hauptzutaten. Speck und Kokosmilch? Das konnte ich mir nicht recht vorstellen, das musste ich ausprobieren.

Und was soll ich sagen – es passt. Das Gericht heißt „Eintopf“, aber es ist ein Mittelding zwischen Eintopf und dicker Suppe, denn das Ganze wird püriert.

Im Buch wird das nicht erwähnt – aber eigentkich heißt dieser Eintopf, den westafrikanische Sklaven mit in die Karibik gebracht haben nach seiner Hauptzutat: Calalou ist grünes Blattgemüse, da wird in der Regel das verwendet, was in der Region wächst. Interessant fand ich auch, dass zum Beispiel auf Trinidad „Calalou“ als Metapher verwendet wird für eine wilde Mischung – von Zutaten beim Essen, aber auch für die Vielfalt an Rassen auf der Insel: Trinidad ist die „Calalou Nation“.

Für ca. 6 Portionen:

  • 400 gr. Spinat
  • 2 EL Butter
  • 1 Zwiebel
  • 1 Bundfrühlingszwiebeln
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 250 gr. durchwachsener Speck
  • 3 Stengel Thymian
  • einige Stängel glatte Petersilie
  • 500 ml Hühnerbrühe
  • 200 ml Kokosmilch
  • 4 cm Ingwer
  • 1 EL Limettensaft
  • 1 EL Orangensaft
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • 1 kleine rote Chilischote

Spinat waschen, dann in kochendem Wasser kurz blanchieren, bis er zusammenfällt. Kalt, abbrausen, alle Flüssigkeit gründlich herauspressen, kleinhacken und beiseite stellen.

Zwiebel und Knoblauch schälen und fein hacken. Die Frühlingszwiebeln in Weißes und Grünes trennen, beides hacken. Speck von der Schwarte befreien  und grob würfeln. Petersilienblättchen abzupfen und hacken. Ingwer schälen und fein würfeln.

Butter in einem Topf schmelzen. Zwiebel und die weißen Teile der Frühlingszwiebeln glasig andünsten, dann Knoblauch unter Rühren kurz mitbraten. Speck dazugeben und weiterbraten.

Dann den Spinat mit in den Topf geben. Unter Rühren bei Mittelhitze einmal aufkochen lassen. Nun die grünen Teile der Frühlingszwiebeln, Thymian, Petersilie sowie Hühnerbrühe, Kokosmilch, Limetten und Orangensaft mit in den Topf geben und alles halb zugedeckt ein paar Minuten köcheln lassen.

Inzwischen die Chilischote fein hacken.

Die Thymianstengel entfernen. Chili zum Eintopf geben, alles pürieren und dann servieren.

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19 thoughts on “Traditioneller karibischer Eintopf – Calalou

  1. Sehr spannend! Ist der Speck geräuchert? Klingt zu Kokosmilch zwar irgendwie verrückt, aber ich glaube Dir dennoch sofort, dass das toll schmeckt. Mit der karibischen Küche kenne ich mich gar nicht aus, daher freue ich mich über diese Inspiration. Lieben Gruß!

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    1. Ja, Räucherspeck- Ginge doch vielleicht auch mit Räuchertofu, wobei ich zugeben muss, dass für mich die Kombination Speck-Kokosmilch irgendwie spannender klingt als Tofu-Kokosmilch 😉

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  2. Bin ich die einzige, der Speck und Kokosmilch nicht seltsam anmutet? Grünkohl mit Speck und Kokosmilch z. B. ist ein ganz typisches Gericht in der karibischen Küche.
    Außerdem ist Speck wie Käse. Schmeckt immer. Überall. Auch mit sich selbst 🙂

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    1. Na, das hier ist doch fast Grünkohl mit Speck und Kokosmilch 😉 Und ich gebe zu, die Kombination kam mir etwas merkwürdig vor….aber jetzt habe ich begriffen, dass das schmeckt 🙂

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  3. In Tobago habe ich noch nie Callalou-Suppe aus Spinat gegessen. Hier wird tatsächlich eine vom Geschmack ähnliche Pflanze: Taro verwendet.
    Ausserdem werden hier Okra-Schoten mitgekocht, das macht das Ganze etwas schleimig. Der besondere Geschmack kommt über die verschiedenen Pfeffersorten und mehr Chili. Ingwer wird hier meistens nicht verwendet. Manche kochen eine Crab oder Flusskrebse mit.
    Cirka 1985 versuchte sich der Suppenhersteller Maggi mit einem Instant-Produkt auf dem deutschen Markt, beworben mit Steel pan music…….. es war kein Erfolg.

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    1. Du warst da….jetzt ist mein Fernweh wieder geweckt 🙂
      Ich habe von den vielen regionalen Varianten gelesen, auch von Taro und Okra….der Spinat ist vielleicht ein Kompromiss, wer weiss.
      Und der Instant-Flop, na, der freut mich irgendwie 🙂

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  4. Auch wenn ich immer für Eintöpfe zu haben bin, so bin ich doch ein bisschen traurig, dass ich das Kaninchen nicht bekommen habe, Foto hin oder her. 😉

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    1. Hihi…interessant, das Wort läßt tief blicken 😉 Ich muss dabei immer an die Zeit kurz vor dem Abi denken, an den „Dritte-Welt“-Projekttag und an das Gesicht des Kunstlehrers angesichts Bananencurry und Vollkornreis 🙂 🙂

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  5. Da sollte ich ja direkt mal in meinem creolischen Buch nachschauen wie die den Calalou macht, ich meine da wäre auch ein Rezept drin. Eine Küche zum Träumen… find ich.

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  6. Diese Kombination klingt tatsächlich verwegen! 😮
    Das find ich echt spannend, dass ich bei dir kreolische Küche kennenlernen kann. Danke dafür.

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