Kochbuch-Rezension: What’s for pudding * Eva-Maria Lipp

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Um ehrlich zu sein – ein allzu großer Pudding-Fan bin ich nicht. Als Nachtisch (wenn es denn überhaupt Nachtisch gibt) gibt es meist eher etwas anderes. Dieses Buch hat mich dennoch neugierig gemacht, versprach es doch eine große Vielfalt an Puddings – sogar salzige.

Das Buch ist eher kleinformatig – ein quadratisches Paperback. Die Verarbeitung ist gut; das Buch mit seinem dicken Papier und seinem robusten Einband hat einige Einsätze in der Küche gut überstanden, ohne dass man ihm etwas ansieht – nicht selbstverständlich für Paperbacks. Und es bleibt aufgeschlagen liegen – auch das ein Pluspunkt. Das Layout ist freundlich und übersichtlich: Die Rezepte nehmen je eine Doppelseite ein; auf einer Seite das Rezept, auf der anderen das Bild dazu. Zu fast jedem Pudding gibt es auch ein Bild. Die Fotos setzen das Essen schön in Szene, sind aber nicht überstylt.

Der Inhalt ist zweigeteilt – kommen zunächst die süßen Puddings, dann die salzigen. Die Bandbreite der Rezepte ist beeindruckend: da gibt es klassische, mit Stärke oder Eigelb abgebundene Puddings wie den Vanille-Whiskey-Pudding oder den Malzbierpudding mit Gerstenkeksen aber auch Hirse-Pfirsich-Pudding, gebackene Puddings, die eher Soufflées ähneln wie Grießpudding mit Schokolade und Sabayon und Exotisches wie einen Tapioka-Kokos-Pudding. Es gibt kindergeeignete Rezepte, vegane, solche mit Alkohol, feine und einfache. Ich muss noch unbedingt die Kuzu Mochi ausprobieren, den Orangenlikörpudding und natürlich den chinesischen Mandelpudding.

Die salzigen Puddings sind auch interessant: hier handelt es sich meist um Massen, die mit Eischnee luftig gemacht und anschließend gedämpft oder gebacken werden. Ich muss noch den Roggenschrot-Spinat-Pudding mit Ziegenkäse ausprobieren, den Hühnerleberpudding mit Kirschragout und den gestreiften Gemüsepudding.

Die Rezepte sind gut strukturiert und funktionieren. Manchmal sind sie etwas kurz gefasst, so dass es nicht schaden kann, wenn man ein wenig Kocherfahrung mitbringt. Zu jedem Rezept gibt es Nährwertangaben. Abgerundet wird alles durch ein alphabetisches Rezeptregister und, nicht zu vergessen, durch Gelingtipps auf der vorderen Umschlagklappe.

topfenpudding mit schokolade

Topfenpudding mit Schokostückchen stand als erstes auf dem Programm, einfach, weil der Quark weg musste. Einfach und schnell gemacht ist der Pudding, für den eine Masse aus Quark, Eigelb Zucker und Grieß gerührt wird. Dann wird Eischnee untergezogen und der Pudding gebacken. Fein geschmeckt hat er auch: schön luftig, frische Säure und dazu die Schokostückchen. Allerdings…..Ich finde ja, es war eher ein Soufflée als ein Pudding.

honig-pudding

Ich habe den Honig-Pudding ausprobiert, denn ich hatte von Schwiegermama Unmengen an Honig bekommen, der rasch weg musste. Das ist ein klassischer, mit Stärke gebundener Milchpudding, der statt Zucker mit Honig gesüßt wird.  Das hat sogar mir gefallen 🙂

zebra-pudding

Den Zebra-Pudding musste ich auch probieren – zum einen, weil die Kinder beim Anblick des Fotos Stielaugen machten und einen gewissen Druck ausübten 😉 und zum anderen weil mich die Methode, Schokolade zu schmelzen, interessierte: sie wird in einen Suppenteller gelegt und mit kochendem Wasser übergossen. Das funktioniert gut; nach dem Abgießen des Wassers bleibt die geschmolzene Schokolade im Teller. Vom Pudding habe ich nichts abbekommen – der muss geschmeckt haben.

kartoffel-gemüsepudding

Der Kartoffel-Gemüsepudding hat überzeugt: der im Wasserbad gegarte Pudding besteht aus gekochten, zerdrückten Kartoffeln, die mit gegarten Karotten und Erbsen angereichert werden. Ein wenig Grieß für den Stand, Eischnee für die Luftigkeit. Der Pudding war luftig und cremig.

reispudding mit schinken und mozzarella

Für den Reispudding mit Schinken und Mozarella wird zunächst ein salziger Milchreis gekocht, der wird mit Schinken und Mozzarella vermischt, dann mit Eischnee gelockert. Beim Garen war ich etwas kreativ – eigentlich wird das Ganze in der großen, geschlossenen Puddingform gegart; das habe ich mich nicht getraut. Ich habe schon zu oft damit gekämpft, dass der Pudding hinterher nicht aus der Form kommen will. Ich habe statt dessen die Alternative gewählt und Einzelportionen gedämpft. Ach ja – der Pudding kam gut an 🙂

Fazit? Dank seiner Vielfalt hat das Buch es tatsächlich geschafft, mich von der Pudding-Küche zu überzeugen. Es ist für jeden Geschmack und für jeden Anlass etwas zu finden. Wer also öfter mal Pudding auf den Tisch bringen möchte, der wird an diesem Buch seine Freude haben.

  • Taschenbuch: 96 Seiten
  • Verlag: Edition Esspapier
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN: 978-3950379112
  • 17,90
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10 thoughts on “Kochbuch-Rezension: What’s for pudding * Eva-Maria Lipp

  1. Du machst mich lächeln, mit deiner Bücherauswahl – wozu du alles greifst, finde ich wirklich ungewöhnlich! Aber das macht es ja so spannend bei dir. Achja: und Kompliment auch zu deinem Fleiß 😉

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    1. Ich bin halt vielseitig interessiert 😋
      OK, im Ernst: das ist ja ein kleiner Verlag und man hat mich gefragt, ob ich mir das Buch anschaue. Und für einen kleinen, relativ neuen Verlag mache ich das gern.

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  2. Pudding? Naja, den Begriff kann man ja duchaus etwas weiter fassen. 😉 Wie gut, dass ich mich gleich in die Bücherhalle aufmachen werde. Danke für’s Vorstellen!

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  3. Für mich ist Pudding Soulfood. Daher hoffe ich auf viele vorgestellte Rezepte, denn die Fotos, die du zeigst, sind durchwegs ansprechend. Zebrapudding würde mich aber besonders interessieren, falls wieder einmal Kinder zu Gast sind.

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  4. Spannend, ich bin ja eher nicht so der Typ Pudding / Dessert, deswegen hätten mich wohl die würzigen Gerichte mehr angemacht, die klingen ganz fabelhaft.

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