Kochbuchrezension: Französisch kochen mit Aurélie – Meine Lieblingsrezepte * Aurélie Bastian

Franzoesisch kochen mit Aurelie von Aurelie Bastian

Ich mache mal weiter mit meinen Buchvorschlägen für den Wunschzettel:

Die meisten kennen Aurélie Bastian als Bloggerin und als Autorin von Backbüchern.  Angefangen zu kochen hat sie aber, um ihrer Familie in Deutschland französisches Essen servieren zu können. Und da  manche Produkte, die man dafür benötigt, in Deutschland nicht so leicht zu beschaffen sind, hat sie angefangen, diese selbst zu machen. Ihre Rezepte und Erfahrungen hat sie nun in einem Buch zusammengefasst.

Ein hübsches Buch ist es geworden: das Layout ist hell und übersichtlich. Im Großen und Ganzen hat jedes Rezept  eine Doppelseite bekommen: auf der einen Seite finden wir das Rezept, auf der anderen das entspechende Foto. Die Rezepte sind übersichtlich gegliedert: Am Rand die Zutatenliste, daneben die Arbeitsanleitung. Überschriften, Zutatenlisten und Tipps und Tricks sind farblich abgesetzt. Es gibt sehr viele Fotos – alle von Aurélie selbst gemacht: schön arrangierte, manchmal ein wenig verspielte Food-Fotos, bei komplexeren Rezepten auch mal Step-By-Step-Bilder. Und Aurélie ist nach Frankreich gereist und hat dort Landschaftsfotos gemacht. Die fangen eine schöne Atmosphäre ein und wecken die Reiselust.

Jetzt zu den Rezepten. Die sind nach der Speisenfolge geordnet: Es gibt Vorspeisen, kleine Gerichte, Geflügelgerichte, Fleischgerichte, Fischgerichte, Gemüsegerichte und natürlich Nachtisch. Der Untertitel des Buches ist ja „meine Lieblingsgerichte“ – und so finden wir auch viele Klassiker der französischen Küche: Zwiebelsuppe, Coq au vin, Blanquette de Veau, Hechtklösschen oder Crème brulée. Aber wir finden auch eine Tarte mit Käse und Kümmel, einen französischen Burger mit Entenfleisch, Pfeffersteak mit Rosenknospen oder Ziegenkäseterrine mit Feige, Nuss und Zucchini.

Die Rezepte sind übersichtlich aufgebaut und funktionieren verlässlich. Zu jedem Rezept gibt es eine kleine, persönlich geschriebene Einleitung und oft auch zusätzliche Küchentipps. Immer ist angegeben, wieviel Zeit man für das Gericht einplanen muss und wieviele Personen davon satt werden. Außerdem gibt es, wie man es von Aurélies Büchern gewohnt ist, einen Anhang mit FAQs: hier erfährt man zum Beispiel, ob man in Butter auch braten kann oder was ein Bouquet garni ist. Zusätzlich finden wir ein kleines Lexikon wichtiger Küchenbegriffe und verschiedene Übersichtstabellen: Garzeiten für Fleisch, Muschelarten und ein deutsch-französisches Glossar über Milchprodukte, Zuckersorten  und Mehlsorten- und Typen. Ein Register gibt es auch, genaugenommen mehrere: eines nach Kapiteln und zwei alphabetische, einmal deutsch, einmal französisch.

crozets

Crozets sind kleine, rechteckige Nudeln aus Buchweizenmehl. Hier werden sie „à la savoyarde“ serviert: mit gebratenen Zwiebeln und Speck vermischt und mit Raclettekäse überbacken. Ein deftiges Essen, schön in der kalten Jahreszeit. Die Nudeln werden aus reinem Buchweizenmehl gemacht. An Buchweizennudeln bin ich schon hin und wieder gescheitert, aber hier ließ der Teig sich gut bearbeiten. Allerdings soll er laut Rezept 3-4 mm dick ausgerollt werden….ich habe die Nudeln viel dünner gemacht, ich hatte die Befürchtung, dass das alles sonst zu teigig schmeckt.

mousse au chocolat

Mousse au Chocolat – Nachtischklassiker. Bei uns meist zubereitet in der Version von Julia Child. Die allerdings ist so üppig, dass man im Grunde nur dran riechen muss, um satt zu sein. Aurélies Version ist nicht so schwer – die wird es in Zukunft wohl öfter geben.

acras de morue

Acras de Morue sind Fischbällchen: gemixtes Filet vom Kabeljau wird mit einem Hefeteig vermischt, zu Bällchen geformt und frittiert. Dazu gibt es einen Mango-Dip. So akkurat rund wie auf dem Foto im Buch sind meine Bällchen nicht geworden. Geschmeckt haben sie trotzdem.

brokkoli dubarry

Gerichte à la Dubarry sind, na? Genau, mit Käse überbacken. So aus der Brokkoli hier. Aurélie nimmt drei verschiedene Sorten: Blumenkohl, Brokkoli und Romanesco. Ich habe nur Brokkoli genommen, weil ich sonst zu viele Reste gehabt hätte – es gab einfach keine kleinen Exemplare. Das Gemüse wird vorgegart, dann mit Bechamel übergossen und mit Käse überbacken. So etwas liebe ich 🙂 Allerdings hat mein Gratin im Ofen wesentlich länger gebraucht als die im Rezept angegebenen 10 Minuten.

baguette

Zum Gratin gab es Baguette – Ma Baguette magique, so nennt Aurélie ihr Rezept. Das weckt gewisse Erwartungen 🙂 Das Rezept kommt mit erfreulich wenig Hefe aus; der Teig wird oft gefaltet. Mir war ledglich die Stückgare etwa zu knapp bemessen, die würde ich beim nächsten Mal verlängern. Die Baguettes sind an den Seiten etwas eingerissen.  Aber sonst – eines der besseren Baguettes, die ich bisher gebacken habe.

Fazit? Wer sich für die französische Küche interessiert und gerne einmal alle Klassiker und auch neue Ideen in einem Band zusammengefasst haben möchte, der wird an diesem Buch seine Freude haben. Das Buch ist auch für weniger erfahrene Köche und Köchinnen geeignet und insgesamt ein schöner Einstieg in die französische Küche.

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7 thoughts on “Kochbuchrezension: Französisch kochen mit Aurélie – Meine Lieblingsrezepte * Aurélie Bastian

  1. Geh weg mit einen fantastischen Buchbesprechungen. Mein Mann kriegt die Krise, wenn schon wieder ein Kochbuch einzieht! 😉

    Nein, ernsthaft: Deine Buchbesprechung klingt toll!

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    1. Hmpf. Ich hab noch ein paar in Petto. Zu viele, eigentlich, es gibt grade jemanden, der es gut meint mit mir…
      Ok, im Ernst. Punkt eins: das Buch ist ein schöner Einstieg in die französische Küche. Aurélie ist eine charmante Person, die das alles sehr gut präsentieren kann. Punkt zwei: diese Woche kommt noch ein Buch, aber das hast Du selber 🙂

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  2. Hm, ich hab’s ja eher mit der französischen Patisserie als mit der Küche. Mousse und Baguette täten mich allerdings schon interessieren. 🙂
    Und Dinge, die im Ofen überbacken werden? All time favorites!

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  3. In einer anderen Rezension las ich: und sie hat 5 kilo zugenommen bis das Buch fertig war- was das Ganze noch sympathischer macht. Definitiv was für meinen Wunschzettel… und die Mousse, die täte mich schon gleich interessieren.

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    1. Ja….sie ist groß und recht wirklich schlank….ich glaube, sie gleicht das langfristig alles wieder aus 🙂
      Die Mousse ist kein Hexenwerk: du schmilzt 100g Zartbitterschokolade mit 40 g Butter. Du brauchst 2 Eier, die trennst Du. Die Eiweiße schlägst Du zu Eischnee, gibst am Ende den Zucker dazu. Die Dotter rührst du in die geschmolzene Schokolade. Dann hebst du etwas von dem Eischnee in die Schokomasse, wenn es aufgenommen ist, das gleiche mit dem Rest. In Gläschen füllen und fertig 🙂

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