[Kochbuch]: Deutsche Küche 2.0 – plus Verlosung

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Ich habe noch ein paar Buchvorstellungen für Euch. Aus meinem Stapel habe ich drei Bücher rausgesucht, die mir persönlich sehr gut gefallen haben und die für den einen oder anderen als Geschenktipp in Frage kommen könnten. In den nächsten Tagen gibt es hier also wieder Buchvorstellungen mit Rezept-Kostproben. Ich fange mal hiermit an, denn am Ende gibt es ein Buch zu gewinnen. Und es wäre doch nett, wenn das vor Weihnachten ein neues Zuhause finden würde.

Dass ich in München wohne, ist ja hinlänglich bekannt. Da verwundert es auch nicht weiter, dass die Süddeutsche Zeitung das Blatt meiner Wahl ist. Warum ich das hier erzähle? Weil die Süddeutsche auch Kochbücher macht. In der Gourmet Edition sind neben der Deutschen Küche 2.0 bislang erschienen „Die Küchenbibel“ und „Das Beste vom Schwein„. Zum Schwein kommen wir später. Heute geht es um die deutsche Küche.

Ich hatte das Vergnügen, bei der Präsentation der Kochbücher dabei sein zu dürfen. Das Ganze fand statt in der Kantine des Süddeutschen Verlages. Die Kantinenmitarbeiter haben sich richtig ins Zeug gelegt und Gerichte aus der Deutschen Küche 2.0 auf den Teller gebracht. Interessante Einblicke in die Buchproduktion mit Burkhard Schork (der mit dem Schwein….), Verleger Rolf Frenzel und Franz Kotteder von der Süddeutschen gab es auch. Plus guten Wein und seine Winzer – aus dem Rheingau, von der Nahe, aus Baden und aus Franken. Hier ein paar Eindrücke:

Jetzt aber zum Buch. Der Titel legt es nahe – es geht um die deutsche Küche genau genommen um ihre Klassiker. Ich mache das wie gewohnt…ich fange von außen an. Das ist ein solide gearbeitetes Buch mit Fadenbindung und Lesebändchen. Das Layout ist klar und übersichtlich….keine Spielereien. Da liegt der Focus ganz klar auf dem Inhalt. Das mag ich. Was ich nicht mag, ist das Cover….das Schwarz-Rot-Gold ist mir zu plakativ und mag auch nicht so recht zum gezeigten Teller passen. Die Fotos im Inneren hingegen gefallen mir – sie sind minimalistisch, gezeigt werden die zubereiteten Gerichte auf schlichtem Porzellan. Kein Drumherum. Es geht ums Essen.

Inhaltlich beginnt das Buch mit einer sehr interessanten Einführung zur Geschichte der deutschen Küche, beginnend im Mittelalter bis hin zur Jetzt-Zeit. Besonders spannend finde ich da den Abdruck einiger historischer Speisekarten. Ich bin doch eine begeisterte Speisekarten-Leserin.

Dann geht es an die Rezepte: Insgesamt sind es 88. Vorgestellt werden 44 klassische deutsche Gerichte. Von jedem Gericht gibt es zwei Varianten – einmal die ganz klassische, aber in einer optimierten Version. Und dann in einer Interpretation eines bekannten Kochs…üblicherweise gern besternt. Beispiele gefällig? Nun, da gibt den Klassiker Grünkohl mit Mettwurst und Kassler. Die besternte Variante ist inspiriert von Andrée Köthe und Ives Ollech und heißt Grünkohl mit Hirsch. Es gibt Rührei mit Büsumer Krabben – oder Kartoffelbaumkuchen mti Bockshornkleesaat und Nordseekrabben. Thüringer Bratwurst (selbst gemacht) mit Kartoffelsalat oder Weißwurst von Meeresfrüchten mit Senfsauce und Wirsing nach Otto Koch.

Die Rezepte sind ordentlich strukturiert – man kann sich auf sie verlassen. Die Gegenüberstellung von klassischer Version und Gourmetvariante fand ich spannend. Auch die Auswahl der Rezepte gefällt mir…ich habe noch einiges auf meiner (geistigen) Liste, das ich ausprobieren möchte: so habe ich noch nie Döppekooche gemacht. Bei den Variationen lockt mich ganz besonders das Beef-Fi nach Wahabi Nouri… gebeiztes Roastbeef, mit Spinat gerollt, ein Ras-el-Hanout-Gel und Filoteigrollen mit Couscousfüllung. Und ich muss auch unbedingt die beiden Varianten der Hechtklösschen probieren – einmal klassisch in Weissweinrahmsauce und auch in der Variante als Maultaschenfüllung mit Tomatensauce. Einen kleinen Wermutstropfen gibt es dann aber doch….die Rezepte der prominenten Köche verwenden doch ganz gern so illustere Zutaten wie Trüffel, Gänsestopfleber oder ähnliches…da muss man in Privathaushalt ein wenig knapsen 🙂

Für die nähere Begutachtung habe ich mir insgesamt zwei Gerichte ausgesucht und davon jeweils die traditionelle und die aufgehübschte Version gekocht.

linseneintopf

Los ging es mit dem Linseneintopf mit Wienern. Der war richtig gut – etwas Süße, weil die Karotten mit wenig Zucker karamellisiert werden, mit Balsamico schön säuerlich abgeschmeckt und mit genau der richtigen Konsistenz. Es lohnt sich, etwas mehr zu machen – das Ganze schmeckt am nächste Tag noch besser.

alb-leisa mit kartoffelcrème

Der hochklassigere Gegenentwurf zum Linseneintopf sind Alb-Leisa mit Kartoffelcreme, Kaviar und Wachteleigelb, inspiriert von Jörg Sackmann. Das Ganze war gut erklärt und wenn man strukturiert arbeitet auch sehr entspannt vorzubereiten. Gut, ein wenig bin ich abgewichen von der reinen Lehre…ich wollte eigentlich Forellenkaviar kaufen statt der unerschwinglichen Eier vom Stör. Aber dann stieß ich auf den vegetarischen Kaviar, der grade so hipp ist. Na gut, beim nächsten Mal nehme ich den von der Forelle  – aber da kann das Rezept ja nichts dafür. Rotweinsauce kommt an die Linsen – ich habe mir beholfen mit meiner Jus-Paste. Insgesamt – Daumen hoch für diese Version.

zander auf rahmkraut

Den Zander auf Rahmkraut gab es schon bei der Buchvorstellung. Und wir waren alle begeistert – besonders das Sauerkraut hat allen gefallen. Das wird mit etwas Weißwein, Hühnerbrühe, Wacholder und Lorbeer gegart und bekommt am Ende Sahne und Weintrauben ab – mild und würzig….gibt es es jetzt öfter.

zander auf brokkoli

Der Gegenentwurf zu diesem Gericht lautet: Zander auf Blumenkohl und Romanesco mit Kapern-Rosinen-Sauce. Ihr seht es am Foto – ich habe geschummelt. Und statt je 80 g Blumenkohl- und Romanescoröschen die entsprechende Menge Brokkoli genommen, schlicht, weil die Gemüsekiste den geliefert hat. Das Gericht war gut umsetzbar und hat fein geschmeckt. Allein mit der Sauce habe ich ewas gekämpft…..ich habe sehr oft abgeschmeckt, bis sie endlich rund schmeckte. Und dann hat sie sich auch noch sehr standhaft dem eigentlich geforderten Aufschäumen verweigert.

Fazit? Ich mag dieses Buch sehr. Es stellt alle nennenswerten Klassiker der deutschen Küche vor. Viele davon waren mir gar nicht mehr so im Gedächtnis, das hat dieses Buch geändert. Auch die Neuinterpretationen mag ich – da sind schöne Inspirationen dabei, von denen sicherlich die eine oder andere den Weg auf unseren Esstisch finden wird.

Ihr habt bis hierhin durchgehalten? Brav 🙂 Dann kommen wir zur Verlosung. Ein Exemplar von Deutsche Küche 2.0 habe ich übrig. Sagt mir doch einfach bis, Donnerstag, den 17.12.2015, 23.59 h was Euer Lieblingsgericht unter den deutschen Klassikern ist. Dann hüpft Ihr in den Lostopf. Den Gewinner ermittelt dann die hausinterne Losfee. Versandadresse in Deutschland, Österreich oder Schweiz. Kein Rechtsweg. Keine Barauszahlung. Ihr wisst schon 🙂 Es sollte klappen, dass das Buch noch vor Weihnachten bei Euch eintrifft.

  • Gebundene Ausgabe: 208 Seiten
  • Verlag: Tre Torri Verlag
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN: 978-3944628851
  • € 39,90
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54 thoughts on “[Kochbuch]: Deutsche Küche 2.0 – plus Verlosung

  1. Ich muss ja zugeben, das Cover hat mich erst ein wenig abgeschreckt, aber deine Rezension liest sich sehr interessant.
    Ein deutsche-klassisches Leibgericht? Puh, ich habe generell keine Lieblingsspeise, von daher sind so Fragen für mich immer etwas schwierig zu beantworten… Hmm, Leberkäse mit Kartoffel-Gurkensalat mag ich gerne. Oder Linseneintopf. Und eine leckere Hühnersuppe geht auch immer. 🙂
    Viele Grüße,
    Ramona

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  2. Kloß mit Soß… aber nur Thüringer Klöße. Lieben alle in der Familie. Da braucht man nichts weiter dazu.

    Liebe Grüße

    Christiane

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  3. Scheint ein tolles Buch zu sein. Vielleicht liegt es ja bald bei mir unter’m Weihnachtsbaum – bei der deutschen Küche habe ich nämlich noch ordentlich Nachholbedarf 😉 Mein Lieblingsgericht der Deutschen sind jedenfalls die Nürnberger Rostbratwürste. Die habt ihr echt gut drauf 🙂

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  4. Ich freue mich auf den Frühling wenn es hier Kratzete mit Spargel und Sauce Hollandaise gibt. Typisch badisch 😉

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  5. Da ich aus Österreich bin, hab ich kein deutsches Lieblingsgericht, aber mein Mitbewohner liebt „Erbsensuppe“ und da ich sie nie perfekt mache (oder überhaupt koche) brauche ich dieses unbedingt 🙂

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      1. Ja, die Luft nach oben ist noch meterhoch 😉 Keine Sorge, ich habe eine Anschrift in Deutschland, aber dennoch ist mir die deutsche Küche ab und an ein Rätsel – v.a. da ich im Norden wohne 😀 Verbesserungswürdig ist sie alle mal!

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  6. Eindeutig Sauerbraten – in der Version meiner Kinderzeit in der Nähe von Aachen. Das bedeutet: absolutes Rosinenverbot, den leicht süßen Touch bekommt die Sauce von den Aachener Printen, die zum Binden derselben die letzte Viertelstunde mitgekocht werden. Auf allen Stationen meines Lebens (Köln, Frankfurt, Freiburg) hatte und habe ich Printen in meinem Vorrat, um auch spontan Sauerbraten kochen zu können…

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  7. Oh, das hört sich fein an. Und würde hervorragend zu meinem Kochvorhaben passen: ich koche nach und nach die deutschen Klassiker nach. Sauerbraten, der ist noch nicht erreicht, da ist noch Potential.
    Liebe Grüße aus Kiel

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