Zander mit Kurkuma-Kartoffeln in Rasam-Brühe

rasam

Im Großen und Ganzen bin ich hier im Haushalt verantwortlich für das, was täglich so auf den Tisch kommt. Kein übler Job, im Grunde 🙂 . Aber dennoch…manches passt mir nicht. Zum Beispiel gibt es defintiv zu selten Fisch. Und indisches Essen könnte ich auch öfter mal vertragen. Da traf es sich richtig gut, dass ich in NOPI* auf ein indisch angehauchtes Gericht mit Fisch gestoßen bin. Zweimal Sehnsucht, erfüllt mit einem Gericht.

Im Original wird das Gericht mit Loup de mer zubereitet – bei mir landete statt dessen Zander in der Pfanne. Der Fisch wird recht einfach mit Salz und Pfeffer gewürzt. Dazu gibt es Kartoffeln, die erst vorgegart und dann mit Kurkuma und Curryblättern aromatisiert werden – die werden hier bestimmt noch öfter auf dem Tisch stehen, denn ich liebe Kurkuma. Serviert wird das Ganze in Rasam. „Rasam“ heißt „Essenz“ und ist eine Brühe, die mit Tamarinde aromatisiert wird. Dazu gesellen sich Tomate, Curryblätter und  Chili  – ein Klassiker aus Südindien.

Zwei Zutaten braucht es unbedingt: zum einen frische Curryblätter – es gibt sie im Asiashop. Ich werde nicht müde, es zu sagen: bitte nehmt die frischen, die getrockneten haben kein Aroma. Die Blätter werden in großen Bündeln verkauft, aber das ist kein Problem. Was übrig bleibt, wartet gern in der Tiefkühle auf den nächsten Einsatz. Und dann braucht es Tamarinde; es wird Tamarindenmark verwendet, das eingeweicht und durch ein Sieb gestrichen wird. Tamarindenmark gibt es auch im Asia-Shop – was übrig bleibt, hält im Kühlschrank richtig lange. Es gibt auch schon fertige Tamarindenpaste zu kaufen….da weiß man aber nie, wie sauer es ist; das hat was von Roulette 🙂

Für 6 Personen:

Für den Fisch:

  • 50 g Ghee (oder geklärte Butter – ich habe Kokosöl genommen..)
  • 6 Fischfilets mit Haut – original Wolfsbarsch, bei mir Zander
  • 1 EL Zitronensaft
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle

Für die Kartoffeln:

  • 650 g Kartoffeln (vorwiegend festkochend)
  • 15 g Ghee (ich: Kokosöl)
  • ca. 20 g frische Curryblätter
  • 1 1/2 EL Senfsaat (ich hatte schwarze)
  • 1 Zwiebel
  • 4 Zehen Knoblauch
  • 1 TL Kurkuma
  • 2 Tomaten
  • 10 g Butter
  • Salz

Für das Rasam:

  • 100 g Tamarindenmark
  • 900 ml kochendes Wasser
  • 1 EL Sonnenblumenöl
  • 2 Zwiebeln
  • 8 Zehen Knoblauch
  • 1 1/2 EL Garam Masala
  • 25 g frische Curryblätter
  • 2 getrocknete rote Chilischoten
  • 3 Tomaten
  • Salz

Zuerst für das Rasam das Tamarindenmark mit dem kochenden Wasser übergießen. 30 min stehen lassen, dabei ab und zu durchrühren. So löst sich das Mark von den Samenkapseln. Dann die Mischung durch ein feines Sieb gießen, die festen Bestandteile wegwerfen.

Die Kartoffeln schälen und in ca. 2,5 cm große Würfel schneiden. Kartoffeln in Salzwasser ca. 10 min kochen, bis sie gerade eben gar sind. Abgießen und beseite stellen.

Eine Zwiebel schälen fein würfeln, 4 Zehen Knoblauch schälen und ebenfalls fein würfeln. 2 Tomaten halbieren, die Samen herauskratzen und den Rest grob hacken.

Den Topf trocken wischen, Ghee oder Kokosöl hineingeben und bei mittlerer Temperatur schmelzen. 20 g Curryblätter und die Senfsamen hineingeben und alles kurz anrösten, bis es zu duften beginnt. Knoblauch und Zwiebel zugeben und alles ca 4 min  anschwitzen, bis Knoblauch und Zwiebeln weich werden. Kurkuma, Tomaten und die vorgegarten Kartoffeln unterrühren, alles zusammen erhitzen, dann die Butter einrühren und alles salzen und pfeffern. Beiseitestellen.

Jetzt zum Rasam: 2 Zwiebeln schälen, halbieren und in dünne Streifen schneiden. 8 Knoblauchzehen schälen und fein hacken. Drei Tomaten in je 6 Spalten schneiden.

Sonnenblumenöl in einem großen Topf erhitzen. Zwiebel und Knoblauch bei mittlerer Temperatur anschwitzen, bis sie weich und glasig werden. Garam Masala, 25 g frische Curryblätter und die Chilis zugeben, einmal durchrühren, dann die Tomaten zugeben und das Tamarindenwasser angießen. Alles ca. 15 min bei schwacher Hitze ziehen lassen, aber nicht kochen, damit nichts ausflockt. Mit Salz würzen und beiseite stellen. Es gibt 2 Möglichkeiten, das Rsam zu servieren: wer es feiner mag, gießt alles durch ein Sieb ab und serviert nur die Brühe. Man kann die groben Bestandteile aber auch drin lassen. Meine Version ist in der Mitte: ich habe alles abgeseiht und dann die Tomaten wieder in die Brühe gegeben.

Für den Fisch das Ghee (oder was Ihr nehmt…) in einer großen Pfanne bei mittlerer Hitze schmelzen. Die Filets auf der Hautseite mit Salz und Pfeffer würzen. Wenn das Fett geschmolzen ist, die Filets mit der Hautseite nach unten in die Pfanne legen und  – ja nach Größe der Filets – ca. 3 min braten. Die Fleischseite ebenfalls mit Salz und Pfeffer würzen, die Filets umdrehen und noch ca. 1 min braten. Mit Zitronensaft beträufeln.

Kartoffeln und Rasam nochmals erwärmen. Zum Servieren die Kurkuma-Kartoffeln auf Portionsschalen verteilen. Den Fisch darauf oder daneben anrichten und das Rasam dazu schöpfen.

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13 thoughts on “Zander mit Kurkuma-Kartoffeln in Rasam-Brühe

  1. Ich bin ein großer Fan von Kurkuma, habe das Rezept ausprobiert und muss sagen SUPER! Passt sehr gut zusammen. Ich habe viele Informationen auf http://www.kurkuma-wurzel.info erhalten, die ich sehr interessant finde.
    Ich wollte nur nachfragen ob Ihr noch andere Rezepte mit Kurkuma habt?

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  2. Ein leichtes, farbenfrohes Gericht. Das macht Laune und indisch geht bei uns sowieso immer. Der indisch angehauchte Fisch kommt nach der Weihnachtsvöllerei auf den Speiseplan. Definitiv auch aus Süßwasser …

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    1. Ja, das macht wirklich Spaß. Ich muss mal überlegen, was nach derr Weihanchtsvöllerei kommt. Vermutlich Sohnemanns Geburtstagsvöllerei. Und dann ist auch schon Silvester. Au weia.

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  3. Ein wunderbares Rezept! Und dass du Zander nimmst, find ich gut. Mir ist es immer ganz recht, wenn heimischer Fisch auf dem Teller landet. Zander ist einer meiner liebsten.

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  4. Deine Fischwahl macht auf jeden Fall Sinn! Das Rezept ist bei mir auch schon markiert. Ich warte nur noch, bis sich der Einkauf im Asia-Laden richtig lohnt. 😉

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  5. Das liest sich sehr fein. MIt Tamarinde hab ich noch nie gearbeitet- und unser einziger Asia-Laden hat seit geraumer Zeit zu. Das ist wieder der Nachteil am Landleben….

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