Ofenkartoffeln mit Guacamole und Kichererbsencreme

ofenkartoffel

Vor längerer Zeit las ich bei einer anderen Bloggerin von einem interessanten Zeitvertreib: wenn sie beim Einkaufen an der Kasse in der Schlange steht und warten muss, schaut sie sich an, was die Menschen vor ihr so auf’s Band legen. Und versucht dann, sich auszudenken, was mit den Lebensmitteln wohl gekocht wird. Das ist doch eine tolle Idee! Bloß leider bin ich an der Durchführung oft gescheitert – meine Fantasie reicht nicht aus. Die Leute vor mir haben viel zu oft eine unvorstellbare Zahl an Fertigprodukten auf’s Band gelegt.

Und was es da alles zu kaufen gibt – allein, wenn es um die Kartoffel geht. Die ist ja nun wirklich vielseitig vermarktbar: geschälte Kartoffeln im Glas, Kartoffelpüree-Pulver, Kartoffelsuppe aus der Dose, Kartoffelpufferteig….die Liste würde Seiten füllen. Ihr merkt schon – die Kartoffel muss aus den Fängen der Lebensmittelindustrie gerettet werden. Und genau das macht unsere gar nicht mehr so kleine Rettungstruppe heute. Unten findet Ihr eine Link-Liste mit ganz vielen Kartoffenrezepten. Da muss niemand mehr auf Fertigprodukte zurückgreifen.

Ich habe beschlossen, Euch heute Ofenkartoffeln vorzusetzen. Obwohl deren Zubereitung ja wirklich denkbar einfach ist, gibt es im Kühlregal fertig gegarte Ofenkartoffeln zu kaufen, die man nur noch warmmachen muss. Hoffentlich ist nicht bald auch noch dieser Aufwand zu viel…ich warte auf die Einführung der sich selbst erwärmenden Ofenkartoffeln.

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So eine Ofenkartoffel allein ist ja ein wenig fad, und deswegen stehen im Kühlregal meist die passenden Dips und Toppings gleich daneben. Da findet man so komplexe Zubereitungen wie Guacamole oder Sour Cream. Ich serviere Euch auch eine Guacamole zu den Kartoffeln; die ist einfach so, wie ich sie üblicherweise zusammenrühre. Außerdem gibt es eine Kichererbsencreme; das Rezept habe ich hier* gefunden.

Wir haben die Kartoffeln mit den Dips als leichtes Hauptgericht gegessen. Ein Salat dazu kann nicht schaden. Wer mag, kann sich ja ein Steak oder ein Stück Fisch als Beilage gönnen. Wenn Dips übrig bleiben sollten – sie eignen sich auch gut als Brotaufstrich.

Los geht es. Ihr braucht:

Für die Kartoffeln:

  • Pro Person mindestens 1 große Kartoffeln (ca. 250-300 g); Süßkartoffeln gehen auch.

Für die Guacamole:

  • 1 reife Avocado
  • 1 TL Zitronensaft
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • gemahlener Kreuzkümmel

Für die Kichererbsencreme:

  • 150 g Kichererbsen – Trockenware
  • 150 g Naturjoghurt
  • 2 EL Tahin
  • 1/2 Bund Petersilie
  • 1 EL Zitronensaft
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle

Wir fangen am Vortag mit der Kichererbsencreme an. Im Rezept wird Dosenware verwendet, ich nehme lieber frische Kichererbsen. Die Kichererbsen weiche ich am Vorabend in reichlich Wasser ein. Nach ca. 8 h abgießen, in einen Topf geben, mit frischem Wasser bedecken und ein Lorbeerblatt zugeben. Kichererbsen in ca. 45 min gar kochen. Schneller und energiesparender geht es im Schnellkochtopf, da sind die Kichererbsen in spätestens 15 min gar. Abgießen und etwas auskühlen lassen.

Inzwischen den Ofen auf 200°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Die Kartoffeln gründlich waschen, dann rundherum mit einer Gabel einstechen und auf ein mit Backpapier belegtes Blech geben. Im heißen Ofne ca. 50 min backen. Um zu testen, ob die Kartoffeln gar sind, mit einem spitzen Messer einstechen.

Inzwischen kann man die Dips vorbereiten:

Für die Guacamole die Avocado waagrecht durchschneiden, den Kern entfernen und mit einem Löffel das Fruchtfleisch herauskratzen. Das Fruchtfleisch mit dem Zitronensaft in einer Schale mit einer Gabel zerdrücken, mit Salz, Pfeffer und Kreuzkümmel würzen.

Für die Kichererbsencreme die Petersilienblättchen abzupfen und fein hacken. Die Kichererbsen mit dem Joghurt pürieren und mit Tahin und Zitronensaft vermischen. Mit Salz und Pfeffer würzen und die gehackte Petersilie unterheben.

Zum Servieren die Kartoffeln aufschneiden und füllen.

Und hier komme die Ideen der anderen Retter/innen:

Barbaras Spielwiese – Kartoffelpuffer

Obers trifft Sahne – Kartoffelchips

Feinschmeckerle.de – Das perfekte Kartoffelgratin

giftigeblonde – Erdäpfel-Speck Rösti

kebo homing – Kartoffelblattlen

Küchenliebelei – Kartoffelpuffer

Cuisine Violette – Kartoffelstampf

Sakriköstlich – Country Potatoes

Food for Angels and Devils – Kartoffelknödel aus gekochten Kartoffeln

lecker macht laune – Smashed Potatoes & more

LanisLeckerEcke – selbstgemachte Schupfnudeln

Kochen mit Herzchen – einfache Kartoffelsuppe

Aus meinem Kochtopf – Tartiflette mit Reblochon. Ein Kartoffelauflauf

Prostmahlzeit – Erdäpfelknödel mit Fleischfülle

Genial lecker – Kartoffelsalat mit Saurer Sahne

Jankes*Soulfood – Selbstgemachte Kroketten

Friederike vom Fliederbaum – Mohnstrudel aus Erdäpfelteig

http://fliederbaum.blogspot.com/2016/01/wir-retten-was-zu-retten-ist-sue.html

Nadine von SweetPie – Pastinaken Gnocchi

Kleine Chaosküche – Kartoffelwaffeln

widmatt- aus meiner Schweizer Küche Ofenrösti mit Rüebli

Anna Antonia – Bratkartoffeln

Paprika meets Kardamom – Simples und vielfältiges Kartoffelgratin

Ingrid von „auchwas“ und Spitzbuwe: http://auchwas.blogspot.com/2016/01/wirrettenwaszurettenist-und-spitzbuwe.html

German Abendbrot – Kartoffelpüree und ein Best of Kartoffel

multikulinarisches – Schupfnudeln mit geröstetem Fenchelsamen

Das Mädel vom Land – Vollkornerdäpfelbutterteigkrapferl

1x umrühren bitte aka kochtopf – Kartoffelwedges

Sandra von from-snuggs-kitchen – Kartoffelpuffer aus dem Waffeleisen

Sabine von Bonjour Alsace – Kartoffelauflauf mit Sauerkraut

Alexandra von Meins! Mit Liebe selbstgemacht – Kartoffelmuffins mit Bärlauchpesto

Dynamite Cakes – Kartoffelkekse in süß & salzig

 

 

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73 thoughts on “Ofenkartoffeln mit Guacamole und Kichererbsencreme

  1. Die liebe ich noch aus meiner Zeit in England. Da hätte ich mich davon ernähren können. Müsste ich auch mal wieder machen.
    LG
    Karin

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  2. Liebe Susanne
    Ofenkartoffeln, top top, auch das gab es gefühlte 100 Jahre nicht mehr. Dazu erst noch mit Avocadocrème, das gab es noch nie! Hier lieben 3 Avocados, vorallem wenn sie salzig daher kommt. das tisch ich ihnen auf 🙂 danke für deine Inspriation.
    Liebs Grüessli
    Irene
    (hier ist der wurm drin, ich gebe es aber nicht auf, irgendwann schluckt es auch meinen Komi :)))

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  3. Ich schaue mir oft die Leute und den Einkaufswagen an – und stelle ganz häufig fest, dass die Menschen so aussehen, wie ich es anhand der Nahrungsmittel erwarte. Das ist teils erschreckend.

    Du packst die Kartoffeln direkt in den Backofen. Ich hatte das mal mit Alufolie umwickelt probiert, aber Stunden später hatte sich immer noch nicht viel getan, da Alu so schön isoliert. 😉 Du siehst, man braucht auch für solche Gerichte ein Rezept. Und mit Guacamole und Hummus o.ä. schmeckt alles! 🙂

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    1. Stimmt…..da hast Du recht. Es gilt wohl der Spruch: du bist, was du isst.
      ….und irgendwas in den Untiefen meines Gedächtnisses sagt mir, dass ich das Alufolie-Problem auch mal hatte.

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  4. Beim Thema Ofenkartoffel bin ich immer ganz schnell gedanklich in England, wo sie Jacket Potatoes essen und lieben. Riesige Kartoffeln mit Baked Beans 🙂 Deine zwei Versionen finde ich allerdings auch super lecker. Tolle Rettung!
    Liebe Grüße Janke

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  5. Ich male mir auch oft aus, was der oder die vor mir an der Kasse wohl aus den gekauften Lebensmitteln zubereitet und Du hast recht, leider immer mehr Fertigprodukte werden gekauft. Die Kichererbsencreme klingt sehr gut, die werde ich nachmachen, danke.
    Liebe Grüße,
    Kebo

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  6. Mit genanntem Gedankenspiel vertreibe ich mir an der Kasse gerne auch die Zeit 🙂 Funktioniert mal besser, mal schlechter. Oft schiele ich sogar während dem Einkauf in die Wägen der Leute, das kann teilweise richtig inspirieren, teilweise regelrecht schockieren 😉

    Ofenkartoffeln gibt’s bei mir immer wieder mal – wenn’s schnell gehen muss. Ist ja wirklich keine Hexerei. Mit Kichererbsen und Guacamole habe ich das allerdings noch nie versucht. Klingt wirklich gut!

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  7. Es gibt tatsächlich fertig gegarte Ofenkartoffeln zu kaufen?
    Das ist ja ein Hammer.
    Das Kassenband-Spiel dagegen spiele ich schon seit Jahrzehnten. Besonders interessant an, bzw. vor Festtagen!

    Mit leckerem Gruß, Peter

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  8. ich könnte mich nicht entscheiden zwischen Guacamole oder Kichererbsencreme, also bitte beides!
    Lachen musste ich bei der Vorstellung der sich selbst erwärmenden Ofenkartoffeln 😉

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  9. Ofenkartoffeln kenne ich natürlich, aber deine beiden Saucen sind ein absolutes Novum für mich. Bei mir gibt es solche Erdäpfeln meisten einfallslos mit Sauerrahm, Salz und Schnittlauchröllchen. Das wird sich jetzt ändern!

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  10. Ofenkartoffeln mit Guacamole sind ein Dauerbrenner in unserer Feierabendküche. Das geht einfach immer – wobei wir sie sonst in Ecken verwandeln, da ich es schön kross mag. 🙂
    Deine Variante klingt köstlich und die Kichererbsencreme muss ich auch mal probieren. 🙂

    Liebe Grüße
    Nadine

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  11. Das ist ja lustig (oder eher traurig): es gibt jetzt schon fertige Ofenkartoffel? Das mag ich mir jetzt nicht vorstellen, wie das dann ausschaut. Deine Ofenkartoffel sehen auf jeden Fall absolut lecker und nach ich-auch-sofort-haben-will aus!
    Liebe Grüße, Tanja

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  12. Schon wieder was was ich jahrelang weder gemacht noch gegessen habe..mit Guacamole…ssssaabbber!
    Gute Idee, liebe Susanne..so oder ähnlich werde ich das demnächst auftischen!

    lg. Sina

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  13. Hihi, das Spielchen mit „was packt der vor und neben mir aufs Band“ spiele ich auch zu gern. Aber meist ist das so ungesund das es dann in fiese „das erklärt deine Figur“-Gedanken abschweift *schäm* Wie auch immer – Ofenkartoffeln sind was richtig feines. Ich mag am liebsten einen Quarkdip mit frischen Kräutern oder eine feine Sour Creme dazu. Da kann jede Supermarktware einpacken 🙂

    LG Jette

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  14. Ich vergesse immer zu schauen, irgendwie hab ich an der Kasse immer Stress. 😉 Aber dafür könnte ich jetzt deine leckeren Ofenkartoffeln stressfrei geniessen… 😉

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  15. Ofenkartoffeln, die wollte ich eigentlich machen aber es kam alles dazwischen… so schnapp ich mir eben eine von dir. Und werd meine Variante irgendwann nachreichen…

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  16. Klasse Deine Kartoffeln und erst die Füllung, finde ich ein tolle Idee. Beim nächsten Brot werden die Kartoffeln mit in den Ofen gegeben und dann steht dem Rezept nichts mehr im Wege. Super Idee, danke.
    Liebe Grüße und einen schönen Tag
    Ingrid

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  17. Stimmt, Ofenkartoffeln sollte ich mal machen. Im Restaurant esse ich sie nicht gern, weil meistens zu wenig Fülle pro Kartoffel und oft uninspiriert. Fertig kaufen kommt sowieso nicht in die Tüte. Danke für die Anregung!
    Die Liste der Kartoffelretter-Rezepte ist übrigens noch viiiel länger und das ist gut so … 😉

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    1. Ja, ich hab die Liste grad aktualisiert…ich glaube, wir werden in nächster Zeit dann von Kartoffeln leben. Das ist prima 🙂
      Ich mache, um ehrlich zu sein, öfter Kartoffelwedges als Ofenkartoffeln. Geht halt schneller… Aber die simplem Ofenkartoffeln waren es, die mich im Kühlregal angesprungen haben. Meine Güte, man muss die Kartoffeln noch nicht mal schneiden und schälen; einfacher geht es ja kaum.

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