Persisches Huhn mit Bitterorangen und Safran

huhn mit bitterorange

Beinahe wäre das wieder nichts geworden. Schon als ich das Rezept letztes Jahr bei der Küchenschabe entdeckt habe, wollte ich es hier auf den Tisch bringen. Letztes Jahr hatte ich meine Vorräte an Bitterorangen falsch eingeschätzt. Es war also nichts mit dem Huhn.

Aber heuer! Die Orangen hatte ich beiseite gelegt. Und wäre beinahe am Huhn gescheitert. Ich hatte ein schönes Exemplar aus der Tiefkühle befreit, das zum Auftauen in der Küche lag. Alle menschlichen Wesen waren aus dem Haus, die Küchentüren fest verschlossen. Als der Mann und ich wieder nach Hause   kamen, war eine der Küchentüren offen und das schöne Huhn in einem beklagenswerten Zustand. Spätestens seit diesem Tag ist mir klar, was der Ausdruck „das war für die Katz“ bedeutet. Töchterchen war mal kurz nach Hause gekommen, hatte etwas aus der Küche geholt und dann vergessen die Türe zu schließen. Der Kater hat die Gelegenheit genutzt.

Und ich machte mich grummelnd bei Schmuddelwetter auf die Suche nach einem neuen Huhn. Wie das so ist an einem frühen Samstag Abend – Huhn in ganz war aus. Schenkel gab es noch. Daher gibt es das Gericht mit Hühnerschenkeln.

Was es sonst noch zu sagen gibt: wenn Ihr Bitterorangen auftreiben könnt, dann müßt Ihr bitte dieses Hühnchen auf den Tisch bringen. Es ist einfach ein Traum.

Und noch etwas: außer Bitterorangen braucht man eine nicht unbeträchtliche Menge Safran. Ich kaufe  immer einen Jahresvorrat bei Madavanilla. Qualität und Preis-Leistungsverhältnis sind unschlagbar.

Jetzt zum Huhn; das Rezept ist für 4 Personen berechnet:

  • 1 Hühnchen Freiland, Bio… (oder die entsprechende Menge Schenkel, falls Ihr die gleichen Probleme haben solltet wie ich…)
  • 2 Zwiebeln
  • Butterschmalz zum Braten
  • 1 TL Zimtpulver
  • 3 Bitterorangen
  • 3 große Karotten
  • ca. 15 Fäden Safran
  • 1-2 EL Zucker
  • Hühnerbrühe zum Aufgießen
  • 1 TL Chiliflocken

Wer ein ganzes Huhn hat, zerlegt es in Teile. Ich hatte überlegt, die Hühnerschenkel im Gelenk zu teilen, habe sie dann aber ganz gelassen. Die Zwiebeln fein hacken, die Karotten schälen und in Julienne schneiden.

Die Orangeschale mit einem Zestenreisser abschälen. Die Zesten in einem kleinen Topf mit wenig Wasser bedecken, einmal aufkochen, in ein Sieb abgießen. Den Vorgang noch zweimal wiederholen; das bewirkt, dass die Schalen nicht zu bitter sind. Den Saft der Orangen auspressen.

Das Butterschmalz in einem großen Bräter erhitzen und die Hühnerteile darin von allen Seiten anbraten. Teile herausnehmen und auf einem Teller beiseite stellen.

Noch etwas Butterschmalz erhitzen und die Zwiebeln darin in ca. 20 min anbraten, bis sie weich sind und etwas Farbe angenommen haben. Hühnerteile, Zimt und Chiliflocken zugeben und dann so viel Hühnerbrühe angießen, dass das Fleisch gerade bedeckt ist. Deckel auflegen und alles  – je nach Größe der Teile  – ca 30 min köcheln lassen.

Inzwischen die Karottenstreifen in etwas Butterschmalz 20 min braten. Sie fallen dabei etwas zusammen und werden ein wenig knusprig.

Die Safranfäden mit ein wenig Salz fein mörsern und in etwas warmem Wasser einweichen.

Jetzt die Orangenschale und die Karotten zum Huhn geben und alles nochmals 15 min garen. Dann den Deckel abnehmen, die Hitze hochstellen und alles 10 min einreduzieren lassen.

Kurz vor dem Servieren den Saft der Oragen und den eingeweichten Safran zugeben, ebenso den Zucker. Im Rezept stehen 2 EL, mir hat einer gereicht.

Mit Salz abschmecken und servieren. Dazu passt Basmati-Reis.

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11 thoughts on “Persisches Huhn mit Bitterorangen und Safran

  1. Danke für diesen Schmunzler am heutigen Nachmittag, liebe Susanne! Ich will mir hier keine Feinde machen, aber ich mag’s dem Kater irgendwie gönnen hihi. Nächstes Mal im Kühlschrank auftauen 😉 Schön jedenfalls, dass es doch noch geklappt hat. Sieht ganz toll aus!

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  2. wenns wenigstens der eigene Kater war… mir geschah vor Jahren Ähnliches aber es war eine fremde Katze. Sehr verärgert war ich damals!
    Jedenfalls bin ich nun im Ziwespalt, soll ich als erstes das Senf-Hähnchen von David Lebovitz machen – oder deines ? Hab sowohl Safran wie auch noch kandierte Orangenschalen von der Bitterorange. Mal schauen. Und zwei Schenkel im Eis!

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    1. Noch ein Hühnchen kaufen und beides machen?
      Naja, ich gestehe, unser Kater unterscheidet nicht, wen er ausplündert. Der hat auch schon mal dem Nachbarn die Wurst gemopst, als man da gemütlich auf der Terrasse frühstücken wollte.

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  3. Die Hendl-Katzen-Geschichte find ich äußerst amüsant! 😀
    Safran habe ich in Dubai gekauft, ein paar Zwergbitterorangen hätte ich auch noch, jetzt fehlt allerdings das Hendl und der Mann, der nicht davonrennt, wenn er einen Hendlhaxen sieht … 😦

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    1. …..das fällt dann wohl in die Kategorie „Wer den Schaden hat, spottet jeder Beschreibung“
      Für Safan nach Dubai ist mir zu kostspielig. Und ich bin ganz froh, dass ich hier auch ein Huhn im Ganzen auf den Tisch stellen kann. Die einzige, die schimpft, ist Tochterherz; weil, die ist Wurstvegetarierin.

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  4. Als ich vom Schicksal deines Huhns las, musste ich laut lachen! Was für ein gefräßiges Tier! 🙂
    Danke für dieSafran-Quelle!
    Und ich werde weiter nach den Bitterorangen suchen müssen… *seufz*

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    1. Ich fand es nicht ganz so komisch. Der Kater frisst alles, was nicht direkt vor ihm wegläuft…..das ist manchmal anstrengend.
      Madavanilla ist auch für Vanille gut. Sie importieren direkt von Schwiegerpapas Farm ohne Zwischenhändler.

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