Sellerie au Gratin

selleriegratin

Knollensellerie ist ein unterschätztes Gemüse. Wenn mir jemand vor einigen Jahren gesagt hätte, dass ich diesem Satz mal schreibe, hätte ich es garantiert nicht geglaubt. Denn lange mochte ich die knubblelige Knolle gar nicht.

Bei uns zuhause wurde gegessen, was auf den Tisch kam. Basta. Meist war das ok für mich, aber den Selleriesalat, den fand ich schlimm. So viel purer Sellerie in ich-weiß-nicht-mehr-was-für-einem Dressing. Der Salat schmeckte sehr streng und hat mein Bild von Sellerie lange geprägt. Die Knolle kam mir nicht auf den Tisch.

Und dann irgendwann kam die Gemüsekiste und ich fing an, mich dem Gesellen anzunähern. Anfangs mit einer Selleriecremesuppe: Sellerie und Kartoffeln je zur Hälfte und eine anständige Menge Sahne. So ging das.

Eine anständige Menge Sahne ist auch in diesem Gericht enthalten. Und ist es denn zu fassen – es gehört tatsächlich zu unseren Leibgerichten. Wenn Sellerie geliefert wird, dann steht garantiert auch wieder dieses Gratin auf dem Tisch.

Das Rezept stammt aus Celia Brooks Browns „Vegetarisch kochen“ – ein absoluter Liebling im Hause magentratzerl. Celia Brooks Brown zieht eine Parallele zu Lasagne – und es stimmt schon, die dünnen Selleriescheiben werden mit einer sahnigen Tomatensauce in die Form geschichtet und mit Parmesan überbacken. Das schmeckt himmlisch – nicht streng, sondern mild-nussig. Und ein wenig holt das Gericht dann auch sonnigere Tage auf den Tisch:

Für 6 Personen (laut Rezept; ich mache gern ungefähr die Hälfte für 4):

Für die Sauce:

  • 1 Zwiebel
  • 3 Zehen Knoblauch
  • 2 EL Olivenöl
  • 2 Dosen Tomaten (je 400 g)
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • 1 TL Granatapfelbalsamessig (original: Weinessig)
  • 1/2 TL brauner Zucker

Für das Gratin:

  • 1,5 kg Knollensellerie
  • 180 g Sahne
  • Butter für die Form
  • 180 g Parmesan

Den Backofen auf 200°C vorheizen.

Für die Sauce Zwiebel und Knoblauch schälen und fein hacken. Olivenöl in einem großen Topf erhitzen (der Sellerie muss auch noch hineinpassen) und Zwiebel und Knoblauch darin glasig braten. Dann die Tomaten zugeben und mit Salz, Pfeffer, Zucker und Essig würzen. Ca. 5 min kochen lassen, bis sich die Aromen verbunden haben und die Sauce leicht eindickt. Abschmecken und beiseite stellen.

Den Sellerie schälen, waschen, vierteln und in dünne Scheiben schneiden. Die Küchenmaschine leistet da gute Dienste. Brotschneidemaschine geht auch 🙂 . Selleriescheiben in die Tomatensauce legen und zugedeckt ca. 20 min köcheln lassen. Der Sellerie soll gar sein, aber noch Biss haben. Die Sahne unterrühren und die Sauce abschmecken.

Den Parmesan reiben. Eine Gratinform ausbuttern.

Die Hälfte der Selleriemischung in die Form füllen und die Hälfte des geriebenenen Käses darüber streuen. Die restliche Selleriemischung darauf schichten, mit dem restlichen Käse bestreuen und alles für 30-40 min in den heißen Ofen schieben, bis das Gratin appetitlich braun ist und an den Rändern blubbert.

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25 thoughts on “Sellerie au Gratin

  1. Gestern abend zubereitet und für sehr lecker befunden. Aus Faulheit habe ich den Sellerie einfach in kleine Würfel geschnitten, was auch wunderbar funktioniert hat.

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  2. Manchmal braucht es nur das eine, richtige Rezept. Inzwischen – und das hätte ICH nie geglaubt – esse ich sogar Stangensellerie – absolutes Traumagemüse! Und dieses Gratin serviere ich bei der nächsten übrigen Knolle!

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  3. Ich muss gestehen, mir ging es lange Zeit ganz ähnlich wie dir und Sellerie wurde allerhöchstens als Suppengemüse verkocht. Mittlerweile hat sich mein kulinarischer Horizont glücklicherweise gehörig erweitert und ich schätze die weisse Knolle genauso wie du. Als paniertes Schnitzelchen zum Beispiel oder mit dem Julienneschneider als Gemüse-Spaghetti kurz angezogen. Die Gratinvariante ist mir neu und wandert doch glatt mal auf die Nachkochliste 🙂

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  4. Oha, das muss ich unbedingt probieren!
    Ich hatte diesen Winter wegen eines Textauftrags auch mehr als sonst mit der Knolle experimentiert. Habe sie im Backofen gebacken (wird regelrecht süßlich) und dann einen Teil mit (geröstetem) Buchweizen zu Bratling verbraten und einen Teil mit Ziegenfrischkäse soufliert. Die Bratlinge waren gewöhnungsbedürftig, aber das Souflé sehr fein. Meine allerliebste Selleriekombi ist aber die aus dem Kartoffelbuch von Paul Geyler: klein gewürfelte Sellerie mit ebenso klein gewürfelten Kartoffeln und Gruyere aus der Pfanne. Einfach und köstlich.

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  5. Das hört sich in der Tat spannend an! In Tomatensauce hab ich Sellerie noch nie gekocht, wird ausprobiert. Oft ist er halt einfach ein Teil des Suppengemüses… Ich mag ihn sehr gerne als Sellerie-Kartoffelpüree – also einfach deine Suppe in festerer Konsistenz 😉 Im Salat mag ich ihn auch als crunchige Zutat, roh fein gestiftelt wie z.B. in Waldorfsalat. Und ich hab sogar mal ein Brot mit Sellerie gebacken, was ich empfehlen kann : http://peho.typepad.com/chili_und_ciabatta/2009/01/selleriesesambrot.html

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  6. Würde mich liebend gerne dazusetzen!
    Hier gibt es eine Sellerieknolle nur, wenn Freunde mir mal eine mitbringen. Und meistens bereite ich dann daraus einen Selleriesalat zu. Selbstverständlich nicht in einem «ich-weiss-nicht-was-für-einem» Dressing, sondern in einem «den Gaumen schmeichelnden», mit Pinienkernen und einem Geflügelbrüstchen (siehe mein Rezept Apfel-Sellerie-Salat).
    Wenn ich jedoch einmal zwei Knollen mitgebracht bekäme, würde eine davon ganz bestimmt nach deiner Art gratiniert werden!
    Schnittsellerie, den die thailändische Küche vielfach einsetzt, ist natürlich auch nicht zu verachten, aber für einen Gratin?
    FEL!X

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  7. Das kann ich gut nachvollziehen. So richtig gerne esse ich Sellerie auch immer noch nicht. Wenn ich ihn in der Gemüsekiste habe, halt mehr oder weniger gezwungenermaßen… 🙂 Gratin geht allerdings tatsächlich recht gut – ich mache bisher immer eine Version mit Sellerie, Kartoffel, Apfel und Parmesan, aber deins klingt auch gut! Liebe Grüße, Tring

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  8. oh oh das glaube ich dass das köstlich schmeckt! Sellerie mochte ich als Kind auch nicht so sehr, den Salat aß meine Mutter immer alleine. Inzwischen mag ich ihn- als Ofengemüse beim Winter-Blech-Huhn beispielsweise oder ich esse auch die in der Bratensauce mitgegarten Gemüsestücke mittlerweile recht gern.

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