Produktvorstellung: Klarstein Heißluftfritteuse VitAir Turbo

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Es gibt einen Neuzugang in meiner Küche. Lange genug habe ich überlegt, ob eine Heißluftftfritteuse eine nützliche Anschaffung sein könnte. Ich meine, Frittieren ohne Öl, das klingt doch reizvoll, oder nicht? Und inzwischen gibt es die Geräte ja von den verschiedensten Herstellern. Nach längerem Nachdenken habe ich mich dazu entschlossen, bei Klarstein nach einem Testgerät zu fragen. Seit einigen Wochen ergänzt die VitAir nun meinen Gerätepark. Inzwischen habe ich einiges ausprobiert und möchte Euch das Gerät vorstellen:

Ich fange mal von außen an – ich hatte schön weniger ansehnliche Küchengeräte, ich finde den Anblick ziemlich schick. Wem schwarz als Farbe nicht zusagt – es gibt das Modell auch in rot und in weiß-grün. Die Fritteuse ist groß: der Garraum hat neun Liter. Was man einberechnen muss, ist die Höhe: geschlossen ist die VitAir knapp 38 cm vom Scheitel bis zur Sohle. Zum Befüllen muss man aber den Deckel aufklappen. Dadurch verdoppelt sich die Höhe fast. Wer Oberschränke in der Küche hat, muss das Gerät zum Befüllen also irgendwohin stellen, wo es trotzdem Platz hat. Wenn man in die Fritteuse schaut, befindet sich im Garraum ein großer, herausnehmbarer Innentopf. Das erleichtert die die Reinigung sehr. An Zubehör mitgeliefert werden ein Rundblech, ein Grillrost, ein Spieß für Hähnchen sowie ein Grillkäfig und eine Greifzange. Die Verarbeitung ist solide. Dank Saugnäpfen steht das Gerät sehr stabil.

10028290_3_klarstein_vitair_heissluftfritteuseJetzt zu den inneren Werten: Heißluftfritteuse ist eigentlich ein irreführender Begriff, denn das Gerät kann mehr. Es arbeitet  mit Halogen-Infrarotstrahlung. Für Gerichte wie Pommes frites oder Schaschlik, die rundherum Hitze abbekommen müssen, gibt es den Käfig oder Spieß mit einstellbarer Rotation. Die Temperatur ist in 10°C-Schritten regelbar von 50 bis 230°C. Dazu gibt es eine minutengenaue Zeiteinstellung sowie einen vorprogrammierbaren Timer. Man kann sich die gewünschten Garzeiten- und Temperaturen selbst einstellen oder auf voreingestellte Automatik-Programme zurückgreifen; da gibt es solche für Backen, für Pommes-Frites, für Grillhähnchen und Pizza. Eine Auftaufunktion fehlt auch nicht. Was ich wirklich toll finde ist, dass die VitAir nicht vorgeheizt werden muss. Das spart eine Menge Energie und Zeit.

Die Bedienung ist im Grunde einfach: das Touchpanel an der Vorderseite des Gerätes ist übersichtlich. Dank der LCD-Anzeige ist man jederzeit über die gewählte Temperatur und den Zeitablauf im Bilde. Wen man während des Garprozesses den Deckel öffnet, pausieren Garvorgang und Timer. Wenn die VitAir fertig ist, piept sie vernehmlich. Ein großes Manko aber gibt es: nicht am Gerät, sondern bezüglich der Gebrauchsanleitung. Die ist wirklich sehr kurz, fast bin ich geneigt „rudimentär“ zu schreiben: es gibt eine Übersicht über das Gerät, über die Automatik-Funktionen und darüber, wie man das Zubehör montiert. Was ich vermisst habe, sind Zubereitungstipps und Garzeiten für den Fall, dass man nicht auf die Automatik-Programme zürückgreifen möchte. Ein kleines Rezeptheft kann man sich bei Klarstein herunterladen, aber üppig ist das nicht. Wenn ich zum Beispiel Hähnchen-Nuggets machen will, was soll ich da einstellen? Ich habe zum Teil auf die Apps und Rezepte von Konkurrenzprodukten zurückgegriffen, zum Teil einfach ausprobiert. Für die Zukunft wäre eine Garzeitabelle oder Ähnliches wirklich eine gute Idee.

So, jetzt aber zur Praxis:

pommes frites

Pommes frites sind ja für viele ein Grund, sich so eine Heißluftfritteuse anzuschaffen. Für die Zubereitung gibt es ein Automatik-Programm. Die Kartoffeln kommen in den Grillkäfig, der wird in die Halterung gehängt, und los. Ich fand es nicht optimal, ganz rohe Kartoffelstifte zu verwenden. Das beste Ergebnis habe ich mit kurz blanchierten, abgetropften und dann in wenig Öl gewendeten Kartoffeln erreicht. So zubereitet, sind die Pommes wirklich toll: nicht ganz so üppig wie in Öl ausgebacken, aber besser als aus dem Ofen. Das Mundgefühl kommt den Frittierten sehr nahe.

suesskartoffelpommes

Ich habe noch nie knusprige Süßkartoffel-Pommes hinbekommen. Nach der oben genannten Methode aber schon, hurra! Beide Male habe ich das Automatik-Programm verwendet. Für die Pommes frites aus Kartoffeln musste ich noch ein wenig Garzeit zugeben, aber das hängt sicherlich davon ab, wie dick man die Stäbchen schneidet.

suesskartoffel

Wenn wir schon bei Süßkartoffeln sind: kennt Ihr Kumpir? Man könnte es auch prosaisch gefüllte Ofenkartoffel nennen. Ich habe das Ganze mit Süßkartoffel probiert. Ich bin die einzige, die hier Süßkartoffeln so pur zu schätzen weiß, da war es sehr praktisch, dass ich für eine Kartoffeln nicht den Backofen anmachen musste.

lakritz-brownies

Überhaupt ist das praktisch, ein Gerät zu haben, bei dem man kein schlechtes Gewissen haben muss, wenn man ganz kleine Mengen zubereitet. Ich liebe ja Lakritz. Als einzige in der Familie. Ich wollte aber unbedingt Lakritz-Brownies probieren. In der Vit-Air muss ich kein schlechtes Gewissen haben, wenn ich nur eine ganz kleine Menge zubereite, der große Ofen bleibt ja aus….

huehnchen-nuggets

Hühnchen-Nuggets….ein Fritteusen-Klassiker. Ich habe das Fleisch in Joghurt mariniert, dann gewürzt und mit Panko paniert. Zum Garen habe ich es auf den Grillrost gelegt, bezüglich Temperatur und Garzeit auf die App eines Konkurrenz-Herstellers zurückgegriffen. Die Nuggets waren genial – außen knusprig, innen butterzart.

roggenbrot-mit-aromastueck

Nein, dieses Brot habe ich nicht in der Vit-Air gebacken. Das ist ein Roggenbrot mit Aromastück. Ich habe das Aromastück in der VitAir gemacht. Wie gesagt, ab 50°C ist die Temperatur in 10°C-Schritten regelbar. Für ein Aromastück werden Roggenschrot und Wasser lange bei niedriger Temperatur gegart. Das geht natürlich auch im Wasserbad mit Thermometer…aber dann tut man stundenlang nichts anderes. Ich habe statt dessen alles in eine Schale gegeben, 60°C eingestellt und hin und wieder durchgerührt.

weissbrot

Und während das Aromastück an Aroma gewann, kam mir der Gedanke, ob man nicht vielleicht doch auch Brot backen könnte in der VitAir. Ich habe einen einfachen Weißbrot-Teig zusammengeknetet und ihn gebacken, wie ich es im Ofen gewohnt bin. So richtig hingerissen war ich nicht vom Ergebnis: es kommt wohl doch recht viel Hitze von oben, wenn man einfach nur auf dem Rundblech backt. Das Brot wurde oben recht schnell braun. Insgesamt war es dann aber eher weich statt rundherum  knusprig. Allerdings: mein Sohn fand das Brot überragend 😉 .

sousvide

Einen kleinen Sous-Vide-Versuch habe ich auch noch gemacht. Das funktioniert. Für exaktes, profimäßiges Garen braucht man dann aber doch einen Thermalisierer, da reicht die Einstellung in 10-Grad-Schritten nicht.

Jetzt brauchen wir ein Fazit:

Die VitAir ist ein vielseitiges Küchengerät. Sie erledigt die Aufgaben einer klassischen Fritteuse, kann Backen und Grillen. Sie braucht etwas Platz, aber dafür kann der Backofen auch öfter mal ausbleiben. Ich finde es toll, dass das Gerät ohne Vorheizen benutzt werden kann, das spart viel Energie und Zeit. Die sehr kurz gehaltene Gebrauchsanleitung ist tatsächlich ein Manko. Man muss auf andere Informationsquellen zurückgreifen und ein wenig Experimentierfreude und Phantasie aufwenden, damit sich einem die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten des Gerätes erschließen.  Insgesamt bekommt man mit der VitAir eine vielseitig einsetzbare Heißluft-Fritteuse zu einem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis.

 

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17 thoughts on “Produktvorstellung: Klarstein Heißluftfritteuse VitAir Turbo

  1. Liebe Susanne, bis jetzt dachte ich immer, dass ich so ein Gerät (egal wie sehr ich Pommes liebe!) nicht brauche, nach deinem Bericht bin ich aber schon der Meinung, dass eine Anschaffung sinnvoll wäre😝☺️

    Liebe Grüße
    Johanna

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  2. Vielen Dank für den Bericht. Ich habe meinen Mann gerade angefixt.

    Er berichtete über einen Test von Backofenpommes und hach! Friteuse wäre schon toll… aber die Sauerei mit dem Fett, ach nee.

    Und schon habe ich Deinen Bericht aus dem Internet geschüttelt. 😊

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    1. Ich habe ja eine Fritteuse, aber ich bin nicht immer willens, sie tatsächlich zu nutzen. Ich wurschtel dann für kleine Portionen gern mal mit dem Wok rum, aber auch da gibt es eine Hemmschwelle. Da ist die Heißluft klar im Vorteil :-).

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  3. Danke für den tollen Bericht!
    Tatsächlich liebe ich Frittiertes, möchte mir aber keine Fritteuse anschaffen und liebäugel schon länger mit einem Heißluftgerät. Das klingt schon alles recht überzeugend!

    Viele Grüße
    Maja

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  4. Wie spannend! Ich liebe Frittiertes wie Blöde, mache es aber zu selten (die Sauerei mit Topf und Thermometer ist schließlich genau das: ’ne Sauerei). Diese AirFryer waren mir trotzdem immer ein bisschen suspekt. Mal schauen, an welcher Stelle der anzuschaffenden Küchengeräte der Kollege jetzt einsteigt… 😉

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  5. Klingt gut. Ich bin ja auch ein Heissluftfritteusen-Fan. Mich hätte noch ein Blick in diese Maschine interessiert. Und wieviele Pommes kannst du aufs Mal machen?

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    1. Innen gibt es nicht viel zu sehen; da ist der Innenraum mit einem großen herausnehmbaren Topf und Ösen um Einhängen von Frittierkäfig und Grillspieß; guck mal, auf deren Seite gibt es Fotos: http://www.klarstein.com/Kuechengeraete/Heissluftfritteusen/VitAir-Turbo-Heissluftfritteuse-grau-schwarz-1400W-Grillen-Backen-9l.html
      Ich habe immer so 500 g Kartoffeln genommen; ich bin aber nicht sicher, ob ich damit die Kapazität ausgereizt habe.

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  6. Ich bin ja Fan von echtem Frittiertem – allerdings die Temperier-Nutzung für ein Aromastück, die find ich wiederum sehr interessant. Und deine Beschreibung, wie die Rezensionen, wirklich gut.

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