Kochbuch: Weihnachtskochbuch * Jamie Oliver

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Ich mag die Bücher von Jamie Oliver. Da gibt es einen einfachen Grund. Wenn man abends in der Küche steht und sich überlegt, was man der Familie in den Rachen werfen könnte (Entschuldung, aber wer von Euch kennt das nicht?), dann gibt es da Ideen. Die funktionieren, sind nicht schwer umzusetzen und am Ende sitzen alle glücklich vor ihrem Teller. Das ist doch was, oder?

Also, jedenfalls war das bisher so. Inzwischen bin ich aber zum Fan mutiert. Und zwar, weil ich vor einiger Zeit das Glück hatte, Jamie persönlich zu treffen. Er war in München, um für seine neuen Bücher zu werben und ich war eingeladen. Wow! Ich war ziemlich neugierig. Und am Ende ziemlich erfreut. Jamie stellte sich als ein fröhlicher, humorvoller Mensch heraus, der sehr geerdet ist und liebt, was er tut. Noch ein paar Adjektive? Begeisterungsfähig, enthusiastisch, geduldig. Er hat sich für jede*n von uns Zeit genommen. Ich bin also beeindruckt. Und stolze Besitzerin zweier signierter Bücher.

Und: der Mann mag Weihnachten – sehr. Nicht nur, weil das früher der einzige Tag war, an dem man als Koch frei hatte. Die Idee für ein Weihnachtsbuch kam aber trotzdem vom Verlag. Jamies Anspruch an das Buch war hoch: es soll ja sein einziges Weihnachtsbuch sein, da kann man sich keinen Schnitzer erlauben. Schauen wir doch mal, wie der Anspruch umgesetzt wurde:

Die Optik stimmt schon mal. Das Format reiht sich nahtlos ein in die anderen Bücher von Jamie Oliver, das gibt einen gewissen Wiederkennungswert. Das Layout ist fröhlich, aber nicht zu bunt. Immer wieder stolpert man über kleine weihnachtliche Grafiken. Die klassischen Weihnachtsfarben rot und grün wurden abgewandelt – man trifft immer wieder auf rosa und hellgrün. Die Fotos von David Loftus sind genau was ich  mag – alles wunderbar in Szene gesetzt, aber nicht überdekoriert. Immer wieder eingestreut sind auch Familienfotos, und als besonderes Schmankerl, alte Fotos von Jamie. Das alles zusammen sorgt dafür, dass man in dem Buch auch blättern kann wie in einem Fotoalbum.

Und der Inhalt? Der Plan war ein Weihnachtsbuch, vorrangig natürlich mit klassischen Gerichten aus der britischen Küche, aber auch mit modernen Ideen und Gerichten aus anderen Länderküchen. Ich finde, das ist gut geglückt. In den Kapiteln Vorspeisen, Hauptereignis, vegetarische und vegane Gerichte, Kartoffelspeisen und Gemüse ist für jeden etwas dabei. Klasse finde ich, dass es ein ganzes Kapitel gibt, das sich mit den Verwerten von Resten befasst. Außerdem eines für Saucen, für Desserts und Süßes. Es gibt Geschenkideen aus der Küche, Drinks (nicht nur für den Notfall, wenn die Verwandtschaft doch zu nervig ist, sagt Jamie), Salatideen und Knabbereien.

Da gibt es tatsächlich für jeden etwas: große Braten, Weihnachtsgerichte für Vegetarier, klassische Weihnachtsgerichte, Curries – wenn ich jetzt anfange, alles aufzulisten, wird das zu viel. Aber ich habe noch einiges auf meiner Liste: die winterliche Bolognese mit Bratenresten zum Beispiel, die verschiedenen Variationen von Rosenkohl, die Bratensaucen, die Balsamico-Kartoffeln, die grünen Pasta-Knallbonbons (Jamie ist ein so großer Knallbonbons-Fan, er hat sie sogar in ein Rezept verwandelt😉 ) – man ist auf jeden Fall über Weihnachten hinaus beschäftigt.

Die Rezepte sind von gewohnter Qualität – gut gegliedert, sie funktionieren einwandfrei. Bei jedem Rezept sind Portionsanzahl und Zubereitungszeit vermerkt, auch Nährwertangaben gibt es, immer wieder auch zusätzliche Tipps zu Vorbereitung, Aufbewahrung, Variationen und anderem. Am Ende des Buches gibt es ein Register, in dem man findet, was man sucht. Wenn man etwas unpraktisch finden möchte, dann wären es die großen Mengen bei den Hauptgängen, die Braten sind wirklich für die ganze Großfamilie gedacht, es werden zum Beispiel 5 kg Kotelettbraten oder 4 kg Schinkenbraten verarbeitet. Aber: am Ende des Buches gibt es ein Kapitel mit detaillierten Garzeittabellen, da kann man für kleinere Fleischstücke nachschlagen.

Ein paar Rezepte habe ich schon mal probiert; zwei der Rezepte stelle ich Euch in den nächsten Tagen vor – und den großen Weihnachtsbraten, den gibt es dann ein wenig später. Ich hatte nämlich sozusagen eine doppelte Einladung, Jamie zu treffen. Einerseits natürlich vom Verlag, aber andererseits auch von Tefal, deren Markenbotschafter Jamie Oliver ja ist. Da gibt es einen Topf, und den werde ich für ein Festessen nutzen….also dranbleiben😉

blumenkohl

Blumenkohl mit Käsesauce ist hier ein gern gesehener Gast. Diese Version hier kommt mit einer extra Portion Gemüse daher: in der Käsesauce wird Brokkoli mitgegart. Das klingt erst mal gewöhnungsbedürftig, schmeckt aber toll. Ebenso wie die Brösel-Mandelkruste.

quesadillas

Die Quesadillas stammen aus der Snack-Abteilung. Mit den Tortillas habe ich etwas gekämpft. Und verloren. Die werden nämlich aus im Mixer gemahlenem Quinoa gemacht, sind also glutenfrei. Ich habe einen Teig hingekriegt….habe es aber nicht geschafft, daraus Tortillas zu backen; es gab immer nur Einzelteile. Ich habe habe mir beholfen und rasch Tortillas aus Mais-und Dinkelmehl fabriziert. Das hat sich gelohnt, denn die Füllung ist toll: fein geschnittener Rosenkohl, in der Pfanne karamellisiert, darauf dann Käse. Serviert wird alles mit Joghurt und Chilisauce.

honeycomb

Honeycomb – kennt Ihr das? Im Grunde ist es Karamell. Wenn der Karamell gekocht ist, wird jedoch etwas Backnatron eingerührt; die Masse schäumt dann auf. Wenn man sie dann vorsichtig auf ein Blech gießt, bekommt man luftiges Karamell. Das macht sich nicht nur als Geschenk gut, sondern ist auch eine erstklassige Knabberei.

erbsensuppe

Ich liebe ja Erbsen – gerade im Winter freue ich mich immer über die grünen Farbtupfer, die man ja gut als TK-Ware kaufen kann. Die Erbsensuppe mit Minze ist eher Mainstream, aber das dazu servierte überbackene Brot mit Blauschimmelkäse, Schinken und Apfel macht sie zu einem Schmankerl.

brathaehnchen

Man kann nie genügend Brathähnchen-Rezepte haben, oder? Im Buch befindet sich eines, das mit Würzbutter arbeitet; mit der wird das Hühnchen eingerieben. Es gibt vier Vorschläge für Würzbutter. Ich habe mich für die indische Variante entschieden. Das Hühnchen hat Spaß gemacht – saftiges Fleisch, knusprige Haut, indische Aromen. Ah, und eine schöne Sauce.

Fazit: wer schöne Ideen für Weihnachten sucht, der wird hier bestimmt fündig. In diesem hübsch aufgemachten Buch findet man gut funktionierende Rezepte für jede weihnachtliche Lebenslage und  – wer mag – auch für die restliche Zeit des Jahres.

7 Kommentare zu „Kochbuch: Weihnachtskochbuch * Jamie Oliver

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