Halloumi im Speckmantel auf Erbsensalat

Halloumi! Wir nennen ihn auch gerne Quietschekäse. Und wir mögen Geschmack und Konsistenz einfach zu gerne. Insofern  ist dieses Rezept aus dem Olive-Magazine stante pede auf meiner imaginären Nachkochliste gelandet.

Und dann noch Erbsen dazu! Und Erbsensprossen! Erbsensprossen ziehe ich regelmäßig; die haben so ein tolles Aroma und sind wunderbar knackig. Gerade, wenn es saisonbedingt nicht so viel Grünzeug gibt, sind sie ein wunderbares Trostpflaster.

Es ist ziemlich einfach, diese Microgreens zu ziehen: Ihr füllt einen Blumentopf mit Erde, gebt Erbsensamen darauf, deckt diese dünn mit Erde ab. Den Topf mit Frischhaltefolie abdecken, um ein Gewächshaus zu simulieren und die Erde einmal am Tag mit einer Blumenspritze befeuchten. nach einer guten Woche könnt Ihr ernten.

Und natürlich dieses kleine Gericht zubereiten – für ein wenig Sommergefühl an diesen Tagen mit wenig Licht….


Für 2 Personen:

  • 200 g Erbsen, TK-Ware
  • 1/2 TL Senf
  • 1 EL Rotweinessig
  • 1 EL Olivenöl
  • 4 Frühlingszwiebeln
  • 6 Scheiben Bacon
  • 1 Packung Halloumi
  • 50 g Erbsensprossen
Erbsen in ein Sieb geben und zum Auftauen mit kochendem Wasser übergießen. Gut abtropfen lassen.
Senf und Essig in einer kleinen Schüssel verquirlen, Öl einrühren und mit Salz und Pfeffer würzen. Frühlingszwiebeln putzen, in feine Ringe schneiden und zum Dressing geben.
Speckscheiben auf ein Schneidbrett geben. Mit dem Rücken eines Messers leicht an ihnen langfahren, um sie etwas zu strecken. Halloumi in 6 Stücke schneiden und jedes Stück in eine Scheibe Speck wickeln.
Eine beschichtete Pfanne erhitzen. Halloumi von allen Seiten braten, bis der Speck knusprig ist.
Erbsen und Erbsensprossen zum Salat geben. Salat auf 2 Teller verteilen, den Halloumi darauf anrichten und alles gleich servieren.
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In Sauternes pochierter Lachs mit karamellisierten Karotten


*Dieser Beitrag enthält Werbung für Label Rouge  zertifizierten Highland-Lachs aus Schottland*

Wir essen wirklich gerne Lachs. Es ist ein sehr vielseitiger Fisch mit einem tollen Geschmack und einer schönen Konsistenz. Entsprechend gefreut haben wir uns also über ein Paket der Gourmet Connection mit gut 1,5 kg Label Rouge Highland Lachs. Es ist wie bei Fleisch – lieber seltener Fisch, dafür aber richtig guten.

Lachs hat ja leider nicht den besten Ruf, was sicherlich an der Massenware liegt, die ohne Rücksicht auf Verluste auf den Markt geworfen wird. Hier ist das anders: der Label-Rouge-Lachs ist ein Zuchtlachs, der in großen Meerwasserbecken an der Küste Schottlands in drei Jahren heranwachsen darf. Es wird darauf geachtet, dass die Lachse Bewegungsfreiheit haben.Und gefüttert wird mit Fischen aus nachhaltigem Fang, die nicht auf dem menschlichen Speiseplan stehen. Man versucht also, ganz ähnliche Bedingungen zu schaffen, wie sie beim Wildlachs vorliegen. Das Ergebnis ist ein Fisch mit festem Fleisch und geringem Fettanteil – darunter viele der wichtigen Omega-3-Fettsäuren. In Frankreich ist man nicht großzügig mit Qualitätssiegeln, und wenn dann werden sie normalerweise an einheimische Lebensmittel vergeben. Aber dieser Zuchtlachs hat dortals bisher einziges ausländisches Lebensmittel das Gütesiegel „Label Rouge“ erhalten.

Die Qualität dieses Fisches ist so, dass man ihn bedenkenlos roh essen, als Ceviche servieren oder beizen kann. Ich habe mich entschieden, ihn kurz in einem aromatischen Sud zu pochieren. Der Lachs ist dann innen warm, aber noch leicht glasig und zerfällt fix in seine Lamellen. Das Gericht ist nicht schwer herzustellen, ist aber trotzdem nicht alltäglich – vielleicht etwas für die Feiertage?

Ehe ich es vergesse: den Pochiersud werft Ihr nach der Verwendung bitte nicht weg. Der eignet sich nämlich wunderbar als Grundlage für ein Risotto oder eine Sauce.

Für 4 Personen:

Lachs:

  • 500 ml Fischfond
  • 6 Stängel Estragon
  • 6 Zweige Thymian
  • 1 Lorbeerblatt
  • 2 Schalotten
  • Saft von 1/2 Zitrone
  • 200 ml Sauternes
  • 50 g Butter
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • 4 Lachsfilets zu je 150 g, die Haut entfernt

Karotten:

  • 2 EL Olivenöl
  • 300 g Karotten
  • 40 g Butter
  • 1 TL Zucker
  • 1 Thymianblättchen
  • 2 EL gehackte Estragonblättchen
  • 150 ml Sauternes
  • 200 ml Fischfond
  • Saft von 1/2 Zitrone
  • Schalenabrieb von 1 Bio-Zitrone
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle

Für den Fisch die Schalotten schälen und in Streifen schneiden. Fischfond, Kräuter, Schalotten, Zitronensaft und Sauternes zusammen mit der Butter in einen flachen Topf geben, mit Salz und Pfeffer würzen und aufkochen. Auf niedriger Hitze warm halten.

Die Karotten putzen und schälen, danach einmal quer halbieren und die Hälften längs vierteln.

Das Olivenöl in einer Pfanne erhitzen. Die Karotten hingeben, mit Salz würzen und braten, bis sie etwas Farbe angenommen haben. Die Hälfte der Butter zugeben, und sobald sie schäumt, auch Zucker und die Kräuter. Weiterbraten, bis die Karotten karamellisiert sind, dann mit Sauternes ablöschen, unter Rühren die Röststoffe vom Pfannenboden lösen und dann den Fischfond zugießen. Alles einkochen lassen, bis die Karotten von der Sauce glasiert sind. Schale und Saft der Zitrone sowie die restliche Butter zugeben und alles mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Die Lachsfilets salzen, in den heißen Fond legen und 4 min pochieren. Mit einem Schaumlöffel herausholen.

Fisch mit den karamellisierten Karotten anrichten und gleich servieren. Dazu passt Reis.

Ochsenschwanzcurry mit Rotis

Ja, ich weiß. Es müsste Rinderschwanz heißen…..wie auch immer, dies hier ist das Gericht, das mich bei der Lektüre von „Munchies“* als allererstes angesprungen hat. Ich liebe Ochsenschwanz, ich liebe Schmorgerichte, ebenso Curries und Fladenbrot, da konnte ja nichts schief gehen.

Und es ging auch nichts schief. Das malaiisch inspirierte Curry ist sämig und aromatisch, und die weichen, buttrigen Roti ergänzen es auf das Beste.

Das Rezept ist von State Bird Provisions. Das preisgekrönte Restaurant wird von einem Ehepaar betrieben. Die Idee hinter dem Curry war, dass es schlau ist, etwas zu Essen bereits fertig zu haben, wenn man von der Sauftour mit dem Munchies-Filmteam zurückkommt. Das Curry schmurgelt lange im Ofen, aber machen muss man nicht viel.

Für ca. 8 Portionen (läßt sich leicht halbieren)

Curry:

  • 2,5 kg Ochsenschwanz, vom Metzger in Stücke geteilt
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • 4 EL Currypulver (ich hatte mein selbstgemischtes)
  • 2 1/4 TL Garnelenpaste
  • 1 1/2 TL Cardamomsamen, ausgelöst und gemörsert
  • 6 Zehen Knoblauch
  • 5 Sternanis
  • 5 Nelken
  • 2 Makrutlimettenblätter
  • 2 rote Paprikaschoten
  • 1,5 Stängel Zitronengras
  • 1 Stange Zimt
  • 1 Zweig Curryblätter
  • 1 Zwiebel
  • 5 cm Ingwer
  • 1 kg Tomaten
  • 2 Dosen Kokosmilch
  • Limettensaft
  • Fischsauce
  • gehacktes Koriandergrün zum Servieren

Roti:

  • Olivenöl für den Teig und zum Arbeiten
  • 260 g Mehl 405
  • 1 TL Salz
  • 1 TL Zucker
  • 1/2 TL Backpulver
  • 120 ml Crème fraîche
  • 120 ml Joghurt
  • Ghee oder Butterschmalz

Am Vorabend mit den Roti beginnen. Dafür das Mehl zusammen mit Backpulver, Salz und Zucker in eine Schüssel geben. In einer weiteren Schüssel Crème fraîche und Joghurt verrühren. Die Mischung zum Mehl geben und alles zu einem Teig verkneten. Den Teig in 12 gleiche Stücke teilen und jedes Stück zu einem Ball rollen. Einen Teller mit Öl einstreichen und die Bällchen darauf legen. Ein passendes Stück Frischhaltefolie ebenfalls mit Öl einpinseln, dann den Teller damit abdecken, beölte Seite nach unten. Teller über Nacht in den Kühlschrank stellen.

Für das Curry den Ofen auf 200°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Ochsenschwanz mit Salz würzen und in eine große, ofenfeste Pfanne oder einen ebensolchen Topf geben. In ca. 45 min im heißen Ofen goldbraun rösten.

Inzwischen den Knoblauch schälen und hacken. Die Paprikaschoten halbieren, putzen und grob hacken. Das Zitronengras mit dem Messerrücken quetschen und in Stücke schneiden. Zwiebel schälen und würfeln, Ingwer schälen und in Scheiben schneiden. Tomaten halbieren, entkernen und in Stücke schneiden.

Den Ochsenschwanz aus dem Ofen holen und die angebratenen Stücke auf einem Teller zwischenlagern. Die Ofentemperatur auf 180°C senken.

Die Pfanne auf den Herd stellen. Currypulver, Garnelenpaste, Kardamom, Knoblauch, Sternanis, Nelken, Zitronenblätter, Paprikastücke, Zitronengras, Zimtstange, Curryblätter, Zwiebel und Ingwer in die Pfanne geben und bei mittlerer Hitze anbraten, bis das Gemüse weich ist. Ochsenschwanzstücke wieder in die Pfanne geben, Kokosmilch und Tomaten zugeben und so viel Wasser, dass das Fleisch gerade so bedeckt ist. Alles zum Kochen bringen, einen hitzefesten Deckel auflegen und das Gericht für  ca. 3 h im Ofen garen, bis das Fleisch so weich ist, dass es vom Knochen fällt.

Aus dem Ofen holen. Ich habe das Fleisch dann von den Knochen gelöst und wieder in die Sauce gegeben. Alles mit Fischsauce und Limettensaft abschmecken.

Während das Fleisch schmort, können wir mit den Roti weitermachen. Die Arbeitsfläche leicht mit Öl bepinseln. Nicht benötigten Teig abgedeckt auf dem Teller lassen, damit er nicht austrocknet. Je 2 Teigbällchen aufeinandersetzen. Jedes Teil zu einem ca. 3 bis 4 mm dünnen Fladen ausrollen. Einen EL Ghee oder Butterschmalz in einer Pfanne erhitzen. Das Roti in die Pfanne geben und ca. 2 min braten, dabei einmal wenden. So weitermachen, bis aller Teig aufgebraucht ist.

Zum Servieren das Curry in Schalen schöpfen, mit gehacktem Koriandergrün garnieren und die Roti dazu servieren.

Glasierte Drumsticks aus der Pfanne

Was meinen Sohn angeht, war es Liebe auf den ersten Blick zu diesem Rezept aus „Munchies“*. Er wollte das unbedingt essen, und ich war so nett ;-).

Es ist aber auch eine tolle Sache – das Fleisch wird zuerst angebraten, dann in einer (zutatenreichen) Sauce zu einer saftigen, klebrigen Köstlichkeit fertig gegart. Das Originalrezept sieht Hühnchenflügel vor; die waren gerade nicht zu bekommen, also bin ich auf Drumsticks ausgewichen.

Das Rezept übrigens, das ist von Andrew Zimmern. Er hat früher als Koch in einigen sehr guten Restaurants geerbeitet, heute ist er als Journalist tätig. Fernsehsendungen wie „Der Alles-Esser“ haben ihn auch hier bekannt gemacht.

Für 6 Personen:

  • 1,2 kg Drumsticks (oder, wie im Original, Hähnchenflügel)
  • 2 EL frischer Ingwer, geschält und gehackt
  • 2 getrocknete Chilis (original: 4 Chilis de Arbol, die sind milder als das, was ich hatte)
  • 2 Sternanis
  • 1 Stange Zimt
  • 80 ml Sake
  • 80 ml Sojasauce
  • 3 EL Austernsauce
  • 3 EL Mirin
  • 3 EL Zucker
  • 2 Frühlingszwiebeln
  • 2 Limetten

Die Drumsticks in einer großen Pfanne von beiden Seiten in ca. 8 min goldbraun anbraten, dabei, wenn nötig, portionsweise vorgehen.

Dann den Herd auf mittlere Hitze stellen. Ingwer, Chilis, Sternanis und Zimtstange zufügen und unter Rühren weiterbraten, bis die Gewürzen anfangen zu duften. Sake, Sojasauce, Austernsauce, Mirin, Zucker und ca. 80 ml Wasser angießen. Alles zum Kochen bringen, dann einen Deckel auflegen und ca. 10 min köcheln lassen.

Deckel abnehmen, Hitze hochstellen und die Drumsticks weitere 8 min kochen lassen. Dabei immer wieder mal umrühren, damit das Fleisch von allen Seiten mit der Sauce überzogen wird.

Frühlingszwiebeln in Ringe schneiden. Das Fleisch auf eine Servierplatte geben und mit den Frühlingszwiebelringen bestreut servieren. Limettenspalten dazu servieren. Wir haben Kartoffelweges aus dem Ofen dazu gegessen.

Kochbuch: Munchies | Late-Night meals from the world’s best chefs

Kennt Ihr „Chef’s Night out“? Das ist eine Videoserie des Teams von Vice, genauergesagt von dessen Essenssparte Munchies. Das Konzept ist einfach – man besucht eine/n Küchenchef/in im Restaurant, zieht anschließend mit ihm/ihr um die Häuser (in der Hoffnung, dass er/sie sich betrinkt) und  kehrt danach zusammen in die Restaurantküche zurück, in der  dann gekocht, worauf man gerade Lust hat. Wer einmal reinschauen möchte: unter diesem Link findet Ihr einige Folgen in voller Länge.

Aus den Rezepten und Geschichten hat man nun das vorliegende Buch gemacht. Bisher wirde es nicht übersetzt, ich stelle Euch also das amerikanische Original vor. Das Ganze ist so aufgebaut, dass sich Geschichten und Rezepte gegenüberstehen; will heißen: Es gibt erst einen kleinen Artikel, in der dem oder jeweilige Koch oder Köchin vorgestellt und die Geschichte der mit ihm gedrehten Sendung erzählt wird. Danach kommt dann das Rezept, das in der Sendung gekocht wurde. Besucht hat man nicht nur amerikanische Küchenchefs; es gab auch Ausflüge nach Kanada, einige Stories sind aus Dänemark und auch der in Wien wirkende Konstantin Filippou hat seinen Platz.

Geordnet sind die Rezepte thematisch. Es gibt die Kapitel Drinks, Sandwiches, Sachen mit Tortillas, Hardcore, Pasta, Reis und Körner, Fleisch und Meeresfrüchte, Nachtisch und Essen, das einen Kater vertreiben soll. Die Rezepte sind zum Teil nichts für schwache Nerven 😜. Es geht nicht um Fine Dining oder um Gesundheitskost, es geht um das, was man essen möchte, wenn man schon ein paar Drinks intus hat. Und das ist ja nun mal eher kein Rohkostsalat.

Was gibt es also zu essen? Da wären zum Beispiel David Changs Pork Buns bei den Sandwiches, es gibt ein spannendes Rezept zum Selbermachen von Fernet Branca, wir essen Pulled Pork Tacos, Poutine (also Pommes frites, Käse, Bratensauce) mit Hühnchen Tikka. Es gibt frittierten Camembert, Rührei mit Kartoffelchips gegen den Kater, Garnelensaganaki mit Feta und Tomaten, Mac and Cheese mit Sauce und Speck oder Schokoladenkuchen mit Stout und Buttercreme.

Die Rezepte sind so unterschiedlich wie ihre Erfinder. Es ist, wie gesagt, ein amerikanisches Buch, und so findet man unter den Maßangaben Quarts, Pounds und Cups; und natürlich sind auch die Gradangaben für’s Backen in Fahrenheit. Aber das kann man ja alles leicht umrechnen. Ich hatte jedenfalls keine Schwierigkeiten mit den Rezepten.

Noch ein Wort zur Optik: das Rezept-Layout ist sehr übersichtlich. Oben stehen in Spalten die Zutaten, dann eine fett gedruckte Überschrift, dann schließlich die Arbeitsanleitung. Von den Küchenchefs gibt es keine Fotos, sie wurden gezeichnet. Die Gerichte wurden fotografiert; da finde ich die Ästhetik etwas eigen. Das Ganze erinnert mich an die 70er Jahre, was aber gut zum Spaß-Konzept des Buches passt.

Jacket Potatoes sind gefüllte Ofenkartoffeln; in diesem Falle nach einem Rezept des Restaurant Kadeau, Dänemark.  Große Kartoffeln werden gebacken und halbiert. Man kratzt das Fruchtfleisch heraus, vermischt es mit den Zutaten der Wahl, füllt die Kartoffeln  und backt sie ein zweites Mal. In diesem Fall kommen in die Füllung kurz vorgegarter Brokkoli, Crème Fraîche, Speck und Käse. Die Kartoffeln fanden reissenden Absatz.

Ochsenschwanz – ich liebe Ochsenschwanz. Klar, dass ich das Ochsenschwanzcurry nach State Bird Provisions ausprobieren musste. Das Curry wird üppig gewürzt und schmurgelt fast die ganze Zeit im Ofen vor sich hin. Das Ganze dauert, aber man muss kaum arbeiten. Die Sauce kommt von Kokosmilch und Tomaten. Dazu werden Roti serviert – das Ganze ist eine Abkürzung von Roti Canai, nicht so aufwändig wie das Original, aber flauschig und buttrig.

So, und jetzt mal etwas, dass wirklich zu großen Mengen Alkohol passt – frittierter Camembert. Das Das ist genau, wonach es klingt – Camembertstücke werden paniert und frittiert, zum Servieren dann mit etwas Ahornsirup beträufelt.

Da gibt es ein Rezept für glasierte Hähnchenflügel. Die Flügel werden erst gebraten, dann in einer Mischung aus Sojasauce, Mirin, Sake und Zucker fertig gegart. Sehr einfach und sehr verlockend, das wird bestimmt ein Standardgericht bei uns. Ich musste statt der Flügel auf Drumsticks zurückgreifen, aber das Ganze war deshalb nicht weniger gut.

Überbackene Nachos mit einem Chili aus Rinderzunge – das musste dann auch noch ausprobiert werden. Für das Chili wird Rinderzunge durch den Fleischwolf gegeben, das ist eine tolle Idee. Die Tortillachips werden dann überbacken mit dem Chili, etwas Picco de Gallo, Paprikaschote und natürlich Käse. Serviert wird das Ganze mit Sour Cream und Eisbergsalat. Vom Ergebnis war ich dann nicht so begeistert, denn die Chips wurden etwas matschig statt knusprig.

Fazit? Mit macht dieses Buch großen Spaß. Ich mag die Geschichten; sie sind spaßig, stellen aber gleichzeitig auch spannende Köche vor. Die Rezepte sind sehr vielfältig – und in aller Regel etwas für Tage, an denen man mal so richtig zuschlagen möchte. Den roh-veganen Paleo-Salat kann man sich dann ja für den Tag danach aufheben 😉 .

Euer Buchhändler bestellt das Buch bestimmt gern für Euch, Alternativen wären amazon*, bücher.de oder ein anderer Versender.

  • Gebundene Ausgabe: 264 Seiten
  • Verlag: Ten Speed Press
  • Sprache: Englisch
  • ISBN-13: 978-0399580086

Tradition und Moderne in der Pfistermühle

München hat seine Traditionsgaststätten. Die Pfistermühle  am Platzl ist eine davon. Ursprünglich wurde sie am alten Hof als Hofmühle betrieben – der Name weißt darauf hin, dass das vermahlene Getreide dort auch gleich zu Brot verbacken wurde – , nach einem verheerenden Brand wurde sie dann im 16. Jahrhundert an der Stelle wieder aufgebaut, an der sie auch heute noch zu finden ist. Nach einer wechselvollen Geschichte ist die Pfistermühle seit 1988 ein Restaurant.

In diesem Jahr hat man sich entschlossen, nicht nur das Gebäude zu renovieren, sondern gleichzeitig  auch das gastronomische Konzept zu überarbeiten. Auf beiden Gebieten hat man eine sanfte Modernisierung vorgenommen. Was die Inneneinrichtung angeht, hat man sich entschlossen, den ursprünglichen Stil beizubehalten, aber alles etwas lichter und heller zu gestalten. So wurden beispielsweise die dunklem Wandverkleidungen nicht entfernt, sondern gelaugt und wiederverwendet. Die Inneneinrichtung hat man durchdacht und detailreich gestaltet, so erinnern zum Beispiel Lampenschirme aus alten Mehlsäcken an die Herkunft des Gebäudes als Mühle.

Und das Essen? Man hat sich gehobene bayerische Küche auf die Fahnen geschrieben, mit einem Fokus auf regionale Produkte. Und man erinnert immer wieder an die Herkunft des Gebäudes als Mühle und Bäckerei.

Ich habe mich sehr gefreut, als ich die Einladung bekommen habe, einen Abend in der Pfistermühle zu verbringen und den Köchen über die Schulter zu schauen; aber da gab es ein Wort in der Einladung, das mich geradezu magisch anzog und zwar… „Brotkonzept“. Man bezieht drei Sorten Brot von der Brotmanufaktur Schmidt, die dann im Restaurant aufgebacken werden – und das ist verdammt gutes Brot. Ich bin da ja heikel, aber in diesem Falle musste ich mich daran erinnern, dass es auch noch etwas anderes zu essen gibt. Auch durch die Gerichte zieht sich Brot als Leitfaden, sei es als Sud, als Brösel  – irgendwo ist immer eine Reminiszenz.

Was natürlich auch lockte, war ein Blick in die Küche. Der Reihenfolge nach seht Ihr auf den Fotos Kürbis mit Vanille und Affilia-Kresse, eine konfierte Lachsforelle aus regionaler Zucht in einem Brotsud mit Schinken und Petersilienöl und eine  – ebenfalls regional erzeugte – Entenleber mit Portweingel, Feigen und Bitterschokolade. Was Ihr nicht seht, sind die spannenden und lustigen Gespräche mit den Köchen 😉.

Natürlich gab es einen Einblick in die Speisekarte:

Getrüffelte Kartoffelsuppe|Trüffelschnee|Petersilienöl|Trüffelkartoffel

In Orangenbutter gebratenes Saiblingsfilet|Geschmorter Topinambur|Babyspinat|Safran-Vanilleschaum

Pfistermühlenweihnachtsmüsli|Joghurt|Beeren|Glühweinsorbet

Ich mochte diese modern interpretierte Version der klassisch bayerischen Küche. Mir hat besonders gut gefallen, dass man wirklich sehr stark auf regionale Produkte zurückgreift und gleichzeitig immer wieder Verweise auf die Tradition des Lokals als Mühle und Bäckerei einbaut.

Noch ein kurzer Blick in die Küche bei laufendem Betrieb….

Und dann machen wir noch einen Abstecher in die Bar. Der Familie Inselkammer, die die Pfistermühle betreibt, gehört nämlich auch das Platzl Hotel, und selbstverständlich gibt es da eine Hotelbar.

Auch hier liegt man Wert auf Regionalität.  Auf das Konto des Bartenders Daniel Bruns gehen nicht nur der Hausaperitif „Spatzl“, ein Spritz mit selbst angesetztem Orangen-Chili-Likör, Chocolate Bitter und Riesling Sekt, sondern auch einige Neuinterpretationen klassischer Cocktails mit Spirituosen aus der Region – für einen entspannten Ausklang des Abends ist also gesorgt.

Ich hatte großen Spaß an diesem Abend – und gut gegessen habe ich auch. Das moderne, aber gemütliche Ambiente und die frische, bayrisch inspirierte Küche haben mir gut gefallen.  Wer also in München ist und gehobene bayerische Küche in entspannter Atmosphäre  genießen will, der ist in der Pfistermühle am richtigen Platz.