Kebap Tahini

Kebap muss nicht unbedingt am Spieß daherkommen. Im Prinzip bedeutet es einfach „gebratenes Fleisch“ und so fallen auch diese Hackfleischbällchen unter den Begriff „kebap“. Es sind Hackfleischklösschen mit Pinienkernen, serviert auf Kartoffeln mit einer Tahinsauce.

Das Rezept von Malakeh Jasmati* hat sofort meine Aufmerksamkeit bekommen – ich mag nämlich Tahin unglaublich gern. Ein Glas davon habe ich immer vorrätig. Mindestens. Tahin wandert in Gebäck, in Saucen, in Eis – hier findet Ihr einige Ideen.

Also, ich mag das. Und irgendwie geartete Klösschen auch.  Und: es ist ein Zusatzvorteil, dass das Rezept wirklich sehr einfach ist. Echte Feierabendküche.

Für 4 Portionen:

Nocken:

  • 700 g Hackfleisch vom Rind oder Lamm
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • 40 g Pinienkerne
  • 3 EL Sonnenblumenöl
  • 200 g Zwiebeln
  • 300 g Kartoffeln, festkochende Sorte
  • 250 ml Hühnerbrühe

Sauce:

  • 250 g Tahin
  • 4 EL stichfester, fetter Joghurt
  • 50 ml Zitronensaft

Den Backofen auf 200°C Ober- und Unterhitze vorheizen.

Das Hackfleisch mit Salz, Pfeffer und Pinienkernen verkneten. Zum Formen der Nocken jeweils etwas von der Hackfleischmasse in die Hand nehmen und die Hand kurz zur Faust schließen. Das Ergebnis sind längliche Nocken; die Abdrücke der Hand müssen nicht unbedingt zu sehen sein.

Das Öl in einer großen Pfanne erhitzen und die Nocken darin rundherum ca. 5 min anbraten. Herausnehmen und auf Küchenpapier abtropfen lassen.

Zwiebel schälen und in Scheiben schneiden. Kartoffeln schälen und ebenfalls in dünne Scheiben schneiden. Die Zwiebeln im Bratfett des Fleisches anbraten, dann die Kartoffeln zugeben und braten, bis sie beginnen, weich zu werden.

Zwiebeln und Kartoffeln in eine Auflaufform geben, die Fleischnocken darauf setzen. Die Brühe (im Original werden ein Glas Wasser und 2 Brühwürfel verwendet) angießen. Die Form abdecken (im Rezept mit Alufolie, ich habe einfach passende Topfdeckel genommen) und alles im heißen Ofen 30 min garen.

Für die Sauce Tahin mit Joghurt und Zitronensaft in einem kleinen Topf verrühren.

Wenn der Auflauf fertig gegart ist, aus dem Ofen holen, alle Flüssigkeit vorsichtig abgießen oder abschöpfen und diese zu der Tahin-Mischung geben. Etwas kaltes Wasser angießen (im Rezept stehen 25 ml, vielleicht ein Druckfehler?) und alles kurz aufkochen. Soße über den Auflauf gießen und alles servieren. Meine Soße war zu dickflüssig zum Gießen; ich habe sie dazu gereicht. Geschmeckt hat sie trotzdem. Wer es dünnflüssig mag, probiert das Ganze mit 250 ml Wasser.

Den Kebap lasse ich Euch als Proviant da. Ich bin mal ein paar Tage weg – Südfrankreich, Strand, Sand und Sonne rufen ganz laut nach mir :-).

 

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Kibbeh Alfaker und Motabbal

Für die Rezension von „Malakeh„* wollte ich unbedingt ein Kibbeh-Rezept ausprobieren. Es gibt eine große Auswahl an Rezepten und ich habe mich für das einfachste entschieden – weil mich gerade die Einfachheit fasziniert hat.

Malakeh erzählt, dass diese Kibbeh aufgrund ihrer Einfachheit auch „Kibbeh für Arme“ genannt werden. Es ist aber nicht nur bei armen Menschen beliebt, denn es enthält kein Fleisch, ist aber sehr nahrhaft. Vor dem Krieg wurde es eine richtige Spezialität und wurde auch in teuren Restaurants serviert.

Die Grundzutaten sind wirklich sehr einfach – feiner Bulgur und gegarte Kartoffeln. Gewürzt wird mit Kreuzkümmel und Paprikapulver. Die geformten Kibbeh werden nicht mehr gegart – man isst sie kalt.

Eigentlich werden die Kibbeh ja mit Granatapfelsirup, Paprikamark oder ein wenig Chilipulver serviert. Ich habe statt dessen Motabbal dazu serviert. Das ist ein Dipp aus im Ofen gegarten Auberginen, Tahin und Joghurt – und eine Sache, von der ich nie genug bekommen kann.

Ah, nebenbei bemerkt: ich habe die Zutatenmengen jeweils halbiert und es hat trotzdem für 4 gereicht. Bei (viel) größerem Hunger könnt Ihr das Ganze ja verdoppeln….

Kibbeh:

  • 350 g feiner Bulgur für Köfte
  • 200 g Kartoffeln, mehlig kochende Sorte
  • 1 kleine Zwiebel
  • 50 ml Olivenöl
  • 15 g gemahlener Cumin
  • 10 g Paprika edelsüß
  • Salz

De Kartoffeln schälen, würfeln und in Salzwasser weich kochen.

Den Bulgur mit ca. 350 ml warmem Wasser übergießen und quellen lassen. Das ist keine exakte Angabe – wieviel Wasser Ihr braucht, ist abhängig vom verwendeten Bulgur. Im Ergebnis muss der Bulgur so weich sein, dass es sich gut mit den Kartoffeln vermischen läßt und dass die Masse am Ende gut zusammenhält. Das ist ein wenig Erfahrungs- und Gefühlssache.

Während der Bulgur quillt, die Zwiebel schälen, fein würfeln und in 25 ml Olivenöl glasig andünsten. Kartoffeln abgießen und mit einer Gabel fein zerdrücken.

Gequollenen Bulgur, Zwiebel, Kartoffeln und Gewürze gründlich verkneten, bis eine feste Masse entsteht. Mit Salz würzen und nochmals durchkneten.

Zum Formen der Kibbeh jeweils etwas von der Masse in die Hand nehmen und die Hand kurz zur Faust schließen. Hand wieder öffnen, die entstandene Nocke auf eine Servierplatte legen. Der Abdruck der Finger soll zu sehen sein. Weiterarbeiten, bis die gesamte Kibbeh-Masse geformt ist.

Vor dem Servieren die Kibbeh mit dem restlichen Olivenöl beträufeln. Mit dem Motabbal auf den Tisch bringen.

Motabbal – Auberginenpüree mit Joghurt

  • 1 kg Auberginen
  • 2 bis 3 Zehen Knoblauch
  • 125 g  Joghurt – eine stichfeste, fette Sorte
  • 40 g Tahin
  • 2 El Zitronensaft
  • Salz
  • 25 ml Olivenöl
  • 25 g Walnusskerne

Den Ofen auf 250°C Ober- und Unterhitze vorheizen und ein Blech mit Backpapier auslegen. Die Auberginen rundherum mit einem spitzen Messer oder einer Gabel einstechen (steht so nicht im Rezept, aber wem einmal Auberginen im Ofen explodiert sind, dem passiert das kein zweites Mal 😉 ). Im heißen Ofen ca. 30 min backen. Sie sind gar, sobald man sie mit einem Zahnstocher durchstechen kann. Herausnehmen, kurz abkühlen lassen, dann Stielansatz entfernen und die Haut abziehen. Das Fruchtfleisch in einem Sieb abtropfen lassen.

Inzwischen den Knoblauch schälen und ganz fein hacken. Das abgetropfte Auberginen-Fruchtfleisch pürieren und mit Joghurt, Zitronensaft, Tahin und Knoblauch vermischen. Mit Salz abschmecken.

Püree in einer Schale anrichten. Walnusskerne grob hacken. Granatapfelkerne auslösen. Motabbal mit Olivenöl übergießen und mit Granatapfel- und Walnusskernen dekorieren.

 

Kochbuch: Malakeh | Malakeh Jazmati

Ich habe noch nie eine so strahlende Autorin gesehen wie auf der Präsentation zu diesem Buch – das war einfach herrlich!

Malakeh Jazmati kommt aus Syrien. Dort war sie Fernsehköchin; sie hatte eine Sendung bei einem assadkritischen, jordanischen Sender. In der Sendung kochte sie nicht nur, sondern plauderte auch mit ihren Gästen über Kultur und Politik. Auch sie musste fliehen und lebt heute in Berlin. Und natürlich kocht sie auch dort – sie kocht nicht nur privat gegen ihr Heimweh an, sondern hat auch den erfolgreichen Cateringservice „Levante Gourmet“ gegründet.

Und jetzt also ein Buch. Malakeh Jazmati präsentiert uns darin Rezepte, wie sie von ihrer Familie in Damaskus gekocht wurden. Die Aufteilung ist klassisch: Vorspeisen, Kleine Gerichte, vegetarische Hauptgerichte und solche mit Fleisch und natürlich Desserts und Gebäck. Es warten bekannte Leckereien wie Hummus, Falafel oder gefüllte Weinblätter, aber auch Unbekannteres wie gefüllte Auberginen auf Aleppo-Art (mit Bulgur und Gemüse), syrisches Jutegemüse mit Hühnchen oder Kibbeh mit Käsefüllung. Von manchen Gerichten gibt es richtig viele Varianten – allein zwei Arten Hummus, viele verschiedene Kibbeh, und auch gefüllte Zucchini und Auberginen sind mit vielen Varianten vertreten.

Das hat auch einen Grund: „Malakeh“ will kein allgemeingültiges Lehrbuch über die syrische Küche sein. Es ist ein Buch, das die Rezepte präsentiert, die in der Familie der Autorin gekocht wurden – echte Heimwehküche. Das hat nicht nur die Rezeptauswahl beeinflußt (Fischrezepte zum Beispiel sucht man vergebens), sondern wird auch ein bisschen an den Rezepten deutlich. Die sind nicht immer superexakt; manchmal muss man ein wenig mitdenken oder auf seine Erfahrung zurückgreifen. Insgesamt aber sind die Rezepte einfach gehalten und gut nachkochbar. Auch die Zutaten sind nicht schwer erhältlich.

Und: es gibt nicht nur Rezepte in diesem Buch, sondern auch wunderbare Geschichten. Malakeh Jasmati findet, dass Essen mehr ist als Treibstoff für den Körper  – es verbindet auch, es weckt Erinnerungen. Deshalb wird zu vielen Gerichten auch erzählt, was hinter der jeweiligen Speise steckt – wo sie herkommt, oder wie der Name zustande kam, was für Erinnerungen Malakeh damit verbindet  oder bei welchem Fest das Gericht unbedingt auf dem Tisch stehen muss.

Zur Optik: ein hübsches Buch ist das geworden. Das Cover erinnert an ein Mosaik mit goldenen Einfassungen. Innen gibt es hübsch in Szene gesetzte Food-Fotos, die einen ein wenig mitnehmen nach Syrien, das man ja zur Zeit leider nicht bereisen kann. Unterstützt wird dieser Effekt druch schön gemachte Grafiken und Fotos von Land und Leuten.

Beim Blättern durch die Rezepte habe ich bemerkt, wie gern ich die Küche der Levante doch mag. ich hätte ja am liebsten alles durchprobiert, aber gut, das kommt noch. Hier erst mal eine Auswahl:

Nudeln mit Linsen – manchmal denke ich, von diesem Gericht hat jedes Land seine eigene Version. Es gibt Linsen mit Spätzle, es gibt Pasta e Lenticce, es gibt Koshari und es gibt in Syrien Harrah Esbao. Wobei, laut Malakeh ist das eine abgekürzte Version, im Original werden keine Nudeln verwendet, sondern ein komplizierter Teig. Wie auch immer – Pasta und Linsen, abgeschmeckt mit Zitronensaft und Granatapfelsirup und ein Topping aus Röstzwiebeln und gebratenem Koriander. Und geröstetes Brot, damit die Kohlehydrate nicht zu kurz kommen ;-). Uns hat das gut geschmeckt. Obwohl ich die Granatapfelkerne vergessen habe, die ein weiteres Topping bilden.

Motabbal ist eine klassische Vorspeise: Auberginen werden im Ofen gebacken, das Fruchtfleisch anschließend mit Zitrone, Tahin, Joghurt und Knoblauch gemixt. Ich habe das lange nicht mehr gemacht und habe mich gefreut, daran erinnert zu werden.

Klassischerweise sind Kibbeh kleine gefüllte Klößchen. Und möglicherweise gibt es in Syrien so viele Kibbeh-Rezepte wie Einwohner. Und auch in Malakehs Buch gibt es eine Menge Kibbeh-Rezepte. Ausprobiert habe ich erst mal die Kibbeh Alfaker – ungefüllte Kibbeh aus Bulgur und Kartoffeln. Aufgrund der einfachen Zutaten heißen sie auch Kibbeh für Arme – schmecken aber ganz und gar nicht arm.

Wenn das Wort „Tahin“ in einem Rezeptitel vorkommt, werde ich hellhörig; so auch beim Kebap Tahini. Das sind Hackfleischnocken mit Pinienkernen, serviert auf Kartoffeln mit einer Sauce aus Tahin, Zitrone und Joghurt. Einfach und gut.

Shish Barak habe ich Euch hier schon einmal vorgestellt. In Malakeh gibt es eine stark vereinfachte Version des Gerichts – Shish Barak des Lügners wird es genannt. Es sind einfach Nudeln in Joghurtsauce mit einem Topping aus gebratenem Knoblauch, Koriandersaat und etwas Koriandergrün. Das schmeckt gut,  aber bei mehr Zeit lohnen sich die Teigtaschen.

Fazit? Wer ein allgemeingültiges Buch über die syrische Küche sucht, der wird hier nicht fündig. Wer aber die Küche der Levante mag, sich für die Geschichten hinter den Gerichten interessiert, der wird seine Freude an dem Buch haben. Die Gerichte sind nicht nur gut nachzukochen und schmecken, sondern sie erzählen auch Geschichten.

  • Gebundene Ausgabe: 192 Seiten
  • Verlag: ZS Verlag GmbH
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN: 978-3898836562
  • 34,00

Taste-Festival, AEG-Taste-Academy und Schweinefilet Sous-Vide mit Pflaumensauce

Wo holt Ihr Euch Eure Inspiration? Blogs und Bücher sind klasse, finde ich. Aber noch besser ist es, wenn man mal rauskommt und so neue Eindrücke sammeln kann. Ich habe mich also riesig gefreut über die Einladung von AEG zum ersten Münchner „Taste“-Festival.

Im Englischen Garten gab es viel zu sehen – verschiedenste Spitzenköche und Produzenten hatten ihre Stände aufgebaut; es gab Produkte zu verkosten und man konnte die Gerichte der beteiligten Restaurant unter freiem Himmel und in zwangsloser Atmosphäre probieren.

Fotocredit: Frederik Dulay für AEG

AEG war mit einigen Features vertreten, unter anderem der Kochschule und der Taste Academy. Ich war am Freitag Abend da und wanderte erst einmal in die Kochschule, um zusammen mit Claudia Okinawa Ginger Beef zuzubereiten.

Für das Gericht wird mit Ingwer, Knoblauch, Sake, Mirin, Sojasauce und gebratenes Rinderfilet zusammen mit im Vakuum marinierter Gurke und eingelegtem rotem Ingwer serviert. Wer das Rezept haben möchte: hier ist es nachzulesen.

Und ich habe mich gefreut, dass Heiko Antoniewicz im Rahmen der Taste Academie für uns den restlichen Abend gestaltete. Er befasst sich viel mit der Molekularküche, arbeitet oft mit Sous Vide und Fermentation und baut gerne asiatische Komponenten in seine Gerichte ein. Seine Kreativität und sein Kenntnisreichtum sind einfach begeisternd. Und er teilt sein Wissen gern.

Fotocredit: Frederik Dulay für AEG

Wir hatten einen gelierten Borschtsch als Vorspeise mit einem Topping aus Wirsingchips. Ein Tipp von Heiko für alle die Wirsing-Chips machen wollen: den Kohl vor dem Dörren blanchieren, dann geht das übermäßig Kohlige weg. Es gab Schellfisch in einem malayisch inspirierten Sud auf Basis von Schweinefleisch, dazu Edamame und Pork Floss. Pork Floss ist getrocknetes, in Fasern zerzupftes  Schweinefleisch. Ihr bekommt es im Asiashop. Ebenfalls beeindruckend: das Sous Vide gegarte Schweinefleisch – zart, noch rosa und doch gar.

Wenn Ihr also die Chance habt, einen Kurs bei der Taste Academy zu buchen – tut es. Es gibt viel zu lernen, viel zu schmecken und viel Spaß. Das gilt natürlich nicht nur für die Kurse von Heiko Antoniewicz, sondern auch für die von Ludwig Maurer und Christian Mittermeier.

Mich hat der Abend erst mal dazu bewogen, endlich wieder das Sous-Vide-Becken aus seinem Dornröschenschlaf zu holen. Es ist nämlich nicht nur so, dass Fleisch mit dieser Methode butterzart wird. Nein, das Ganze ist auch furchtbar einfach. Ich bin nicht so begabt, was das Kurzbraten von Fleisch angeht und nach dieser Methode kann im Grunde nichts schief gehen. Es wird noch mehr geben in nächster Zeit – und nicht nur Fleisch. Aber für’s Erste gibt es Schweinefilet, in Pflaumensauce und Sojasauce gegart und dazu Auberginen, wie ich sie jahrelang bei meiner chinesischen Freundin essen durfte. Die Pflaumensauce machen wir selbst. Das Rezept dazu habe ich in dem tollen Buch „Würzig„* gefunden, das von Würzsaucen über Eingelegtes und Gewürzmischungen alles vorstellt, was ein paar Umdrehungen mehr in die Küche bringt.

Pflaumensauce:

  • 1 kg Pflaumen
  • 100 ml Apfelessig
  • 90 g Rohrzucker
  • 50 ml Sojasauce
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 4 cm frischer Ingwer
  • 1 Sternanis
  • etwas Zucker, Salz und Apfelessig zum Abschmecken

Die Pflaumen entkernen, vierteln und in einen Topf geben. Ingwer und Knoblauch schälen und fein hacken und zusammen mit Apfelessig, Zucker, Sojasauce und Sternanis zu den Pflaumen geben. Alles aufkochen und ca 25 min kochen lassen, bis die Pflaumen weich sind. Den Sternanis herausfischen und die Sauce mit dem Stabmixer pürieren. Probieren und mit Salz, Zucker und Essig abschmecken, bis die erwünschte süß-säuerlich-salzige Note erreicht ist. In sterilisierte Gläser füllen.

Jetzt aber zur Hauptsache:

Fleisch:

  • 500 g Schweinefilet
  • 4 EL Pflaumensauce
  • 1 EL Sojasauce
  • etwas Erdnussöl zum Braten

Auberginen:

  • 1 große Aubergine
  • etwas Salz
  • 1 Zehe Knoblauch
  • 2 EL Sesamöl (geröstet)
  • 1 TL Sojasauce

Das Fleisch trocken tupfen, Sehnen und Silberhäutchen wegschneiden. 2 EL Pflaumensauce und die Sojasauce verrühren. Das Fleisch rundherum damit einreiben, dann in einen Vakuumbeutel packen und vakumieren. Das Wasserbad auf 59°C vorheizen. Wenn die Temperatur erreicht ist, das Fleisch hineingeben und 2 Stunden garen.

20 min bevor das Fleisch fertig ist, machen wir uns an die Aubergine: Aubergine waschen und in ca. 0,5 cm dicke Scheiben schneiden. Leicht gesalzenes Wasser zum Kochen bringen und die Auberginenscheiben darin garkochen. Sie müssen wirklich weich sein. Knoblauch schälen und fein hacken. Sesamöl und Knoblauch in einem Topf erhitzen, einmal kurz aufsprudeln lassen und dann sofort von der Hitze nehmen. Der Knoblauch gart im heißen Öl noch nach.

Aubergine in ein Sieb gießen und gründlich abtropfen lassen, da kommt viel Flüssigkeit heraus. Auberginenscheiben auf einem Servierteller arrangieren, das Öl mit den Knoblauchzehen darüber gießen und alles mit Sojasauce beträufeln.

Wenn das Fleisch fertig ist, den Beutel öffnen. Die Garflüssigkeit in einen kleinen Topf abgießen und mit den restlichen 2 EL Pflaumensauce verrühren. Alles einmal kurz aufkochen lassen; das ist unsere Sauce. Das Öl in einer großen Pfanne erhitzen und das Fleisch kurz von allen Seiten appetitlich braun anbraten.

Zum Servieren das Fleisch in Scheiben schneiden und und mit den Auberginen auf Tellern anrichten. Dazu passt Reis.

Geburtstagsteigtaschen: Kartoffel-Knishes mit Hühnchenfüllung

Fünf Jahre! Es gibt keine Verlosung, kein Event, keine großen Feierlichkeiten. Aber ein herzliches Dankeschön an Euch! Denn ohne Euch würde das hier ja alles weder Sinn noch Spaß machen. Also – vielen herzlichen Dank für’s Mitlesen und Kommentieren. Ich freue mich noch immer über jeden Klick und jeden Kommentar. Und auf die nächste Zeit mit Euch :-).

Und natürlich gibt es Teigtaschen. Traditionen wollen schließlich gepflegt werden ;-). Ich habe mich diesmal für einen Klassiker aus der jüdischen Küche entschieden – Knishes; das sind Taler aus einem Kartoffelteig. Knishes gibt es in vielen Varianten und mit den unterschiedlichsten Füllungen. Diese Version hier kommt vom New Yorker Hot Bread Kitchen* und ist ein Gericht für Pessach.

Die Füllung besteht aus gegartem Hühnchenfleisch – man kann da auch gut das Fleisch verwenden, dass vom Hühnerbrühe-Kochen übrig geblieben ist. Und es spricht auch rein gar nichts dagegen, andere Reste in den Teig zu packen.

Im Rezept wird Matzenmehl für die Teigmasse verwendet; ich hatte noch Matzen im Vorrat und habe die einfach im Blitzhacker zerkleinert.

Für 12 Knishes:

Teig:

  • gut 1 kg Kartoffeln, geschält und in ca. 5 cm große Würfel geschnitten
  • 2 EL Rapsöl
  • 50 g Matzenmehl oder Panko
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • 1 Ei (Größe L)

Füllung:

  • ca. 250 g gegartes Hühnerfleisch
  • 2 EL Olivenöl
  • 1 Schalotte
  • 1 kleine Karotte
  • 1 Stange Sellerie
  • Salz

Für den Teig die Kartoffeln in Salzwasser garkochen. Abgießen und zurück in den trockenen Topf geben. Mit einem Kartoffelstampfer zerdrücken, bis eine glatte Masse entsteht. Matzenmehl und Öl einrühren, mit Salz und Pfeffer würzen, dann das Ei verquirlen und in den Teig einarbeiten. Der Teig sollte relativ trocken sein.

Für die Füllung das Fleisch fein zerkleinern. Karotte und Schalotte schälen und fein hacken, Selleriestange fein würfeln.

Öl in einer Pfanne erhitzen. Karotte, Sellerie und Schalotte darin braten, bis sie weich und leicht gebräunt sind. Fleisch einrühren und alles großzügig mit Salz würzen. Füllung abkühlen lassen.

Ofen auf 200°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Ein Blech mit Backpapier auslegen.

Die Kartoffelmischung in 12 gleich große Teile teilen. Jedes Teil zwischen den Handflächen zu einem Ball rollen, dann flach drücken, bis man ein rundes Stück von ca. 10 cm Durchmesser hat. Auf die Mitte jedes Stücks ca. 2 EL Füllung geben, dann die Ränder mit den Händen über der Füllung zusammendrücken. Jeden Knish mit den Handflächen wieder flach drücken, das ergibt dann runde Plätzchen von ca. 6 cm Durchmesser. Jetzt mit dem Daumen in die Mitte jedes Knishes noch eine Mulde drücken und die fertigen Knishes auf das Blech legen.

In ca. 40 min goldbraun backen und heiß servieren.

 

Kichererbsen-Gnocchetti mit Auberginen-Tomaten-Sauce

Ich liebe ja handgemachte Pasta; und ich meine damit die Sorten, die wirklich nur von Hand gemacht werden können. Also, so etwas wie diese Malloreddus hier, oder die Orecchiette. Oder Pici.  Die Liste muss noch fortgesetzt werden. Ich muss in der richtigen Stimmung sein, dann finde ich nichts entspannender, als jede einzelne Nudel von Hand zu rollen. Pasta-Zen.

Ich ging also innerlich auf der Stelle in Habacht-Stellung, als ich hier* von den Kichererbsen-Gnocchetti las. Das musste ich sofort probieren.

Das ganze ist ein klassisches Rezept aus Ligurien. Im Teig ist kein Kichererbsenmehl, sondern gegarte Kichererbsen. Die Pasta ist ein wenig … hmpf….chewy (irgendjemand eine Idee für eine deutsche Entsprechung?) und verträgt sich gut mit rustikalen Saucen. Die Gnocchetti werden genauso geformt wie Malloreddus. Man braucht ein Gnocchi-Brett* dafür. Aber ganz ehrlich….das ist ein wirklich nützliches Hilfsmittel, das es für ganz kleines Geld gibt. Und ich habe es wirklich oft in Gebrauch. Nehmt aber eines mit einem kleinen Rollholz, dann kann man es nämlich auch benutzen, um zum Beispiel Penne zu machen.

Genau, die Sauce. Das ist ein Rezept, das ursprünglich auf Jamie Oliver* zurückgeht. Ich mache diese Sauce oft – genaugenommen immer dann, wenn Auberginen in der Abokiste sind und ich sonst keine Idee habe, was ich damit machen könnte. Ein Familienklassiker, sozusagen :-).

Also los – das Rezept reicht für 4 Personen:

Gnocchetti:

  • 140 g gegarte Kichererbsen
  • 2 Eier (meine hatten Größe L, M geht auch noch)
  • 2 EL warmes Wasser
  • 200 g Mehl 405
  • etwas Salz

Sauce:

  • 1 Aubergine
  • 1 Zehe Knoblauch
  • 1 etwas Olivenöl zum Braten
  • etwas Rotweinessig
  • 1 Prise Chiliflocken
  • 1 Dose Tomaten (400 g)
  • 50 g Sahne
  • 1 Kugel Kuhmilch-Mozzarella
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle

Zuerst zu den Gnocchetti:

Dafür die Kichererbsen mit den Eiern und dem Wasser in einen Meßbecher geben und alles glatt pürieren. Dann in eine Schüssel umfüllen, das Mehl zugeben, mit etwas Salz würzen (ich hatte einen halben Teelöffel) und zu einem glatten Teig verkneten. Der Teig muss nicht ruhen, das ist praktisch.

Ein Backblech mit Backpapier auslegen und mit Mehl bestäuben. Vom Teig ein Stück abnehmen, den Rest in Frischhaltefolie wickeln, damit er nicht austrocknet. Auf der ganz leicht bemehlten Arbeitsfläche eine Wurst von ca. 12 mm Dicke rollen. Diese dann in 12 mm kleine Stückchen schneiden. Jedes Stückchen mit der Innenseite des Daumens über ein Gnocchi-Brett rollen, so entsteht eine kringelige Form mit Rillen auf der einen und einer kleinen Einbuchtung auf der anderen Seite. Fertige Gnocchetti auf das Blech legen und weitermachen, bis der Teig aufgebraucht ist.

Jetzt zur Sauce: Dafür die Aubergine in ca. 0,5 cm große Würfel schneiden. Knoblauch schälen und fein hacken.

Olivenöl in einem Topf erhitzen und die Auberginenwürfel darin rundherum goldbraun anbraten. Knoblauch zugeben und kurz mitrösten. Dann die Tomaten angießen, einen Schuss Rotweinessig und die Chiliflocken zugeben und salzen. Mit aufgelegtem Deckel köcheln lassen, bis die Auberginen gar sind sind und die Sauce sämig ist, dann die Sahne angießen.

Für die Pasta einen großen Topf mit Salzwasser zum Kochen bringen. Gnocchetti zugeben und in ca. 3 min bissfest kochen, dann abgießen.

Den Mozzarella in die Sauce zupfen und unter Rühren schmelzen lassen.

Wenn man es richtig macht, vermischt man jetzt die Gnocchetti mit der Sauce und bringt dann alles gleich zu Tisch. Es gibt hier aber Personen, die das nicht mögen, also serviere ich getrennt.