Paneer mit Chili und glasierten Bohnen

Paneer mag ich sehr gerne; er könnte hier ruhig öfter auf den Tisch stehen. Also habe ich Gelegenheit ergriffen und diese Idee von Anna Jones* ausprobiert. Das ist ein rasch gemachtes Curry, das herrlich duftet und ebenso schmeckt.

Anna Jones greift auf gekauften Paneer zurück, zeigt aber im Vorratsteil ihres Buches auch, wie man Paneer selbst macht. Wer keinen Paneer bekommt, keinen selbst machen möchte oder vegan lebt, der kann statt dessen auch auf Tofu zurückgreifen.

Für 4 Personen:

  • 200 g Paneer
  • 1 Zwiebel
  • 3 Zehen Knoblauch
  • 2 EL Ghee
  • 500 g grüne Bohnen
  • 1 EL Kreuzkümmelsamen
  • 1 TL gemahlene Kurkuma
  • 1 TL eher mildes Chilipulver
  • 1 TL gemahlener Koriander
  • 200 g Kirschtomaten
  • 5 cm frischer Ingwer
  • 1 Zitrone, der Saft
  • 1 EL Honig
  • 1 rote Chilischote
  • etwas gehacktes Koriandergrün zum Servieren

Wie man Paneer macht, steht hier. Die Enden der Bohnen abschneiden. Tomaten grob würfeln, Ingwer schälen und hacken. Paneer in mundgerechte Würfel schneiden. Chilischote fein hacken.

Zwiebel und Knoblauch schälen und fein hacken. Ghee in einem großen Topf bei mittlerer Hitze schmelzen, Zwiebeln und Knoblauch darin andünsten, bis sie beginnen, goldbraun und weich zu werden.

Alle trockenen Gewürze über Zwiebeln und Knoblauch streuen und bei niedriger Temperatur unter Rühren rösten, bis sie zu duften beginnen. Tomaten und Ingwer in den Topf geben. Hitze hochschalten und alles 2-3 min köcheln lassen.

Jetzt die Bohnen zusammen mit Honig und Zitronensaft zugeben und sorgfältig umrühren. 100 ml Wasser angießen und alles köcheln lassen, bis die Bohnen gegart sind.

Jetzt Paneer und Chilischote zugeben. Vorsichtig umrühren, damit der Paneer von allen Seiten mit Sauce bedeckt ist. Kurze Zeit erwärmen.

Curry mit Salz und Zitronensaft abschmecken. Mit gehacktem Koriandergrün bestreut servieren.

Dazu passen Basmati-Reis, Naan oder Chapatis.

 

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Kochbuch: A modern way to cook | Anna Jones

Das erste Buch von Anna Jones, “ A modern way to eat“ hat mich begeistert – hier geht es zur Rezension. Klar, dass ich neugierig auf den Nachfolgetitel war. Das Ziel ist das Gleiche wie beim ersten Buch: es geht um Essen, das Spaß macht, gut schmeckt und uns nebenbei auch noch gut tut. Diesmal geht es zusätzlich darum, wie man ein glücklichmachendes Essen auf den Tisch bringen kann, auch wenn man wenig Zeit hat.

Entsprechend ist das Buch auch aufgebaut – nämlich nach der Zubereitungszeit, die die Gerichte brauchen. Das geht bei fast keiner Zeit los (das Kapitel heißt: bis der Tisch gedeckt ist), dann kommen Gerichte die in 20, 30 und 40 Minuten fertig sind. Schließlich gibt es noch Ideen für den Vorrat, für Frühstück und für Desserts. Und was steht auf dem Tisch? Im Handumdrehen zum Beispiel eine Tomaten-Miso-Suppe mit Sesam, in 20 Minuten Kohl-Limetten-Nachos mit Cashew-Creme, in einer halben Stunde persische Erbsen-Kräuter-Küchlein mit Rote-Bete-Labneh und in opulenten vierzig Minuten  – im Buch als „Festessen“ tituliert – Kichererbsenpasta mit Tomatensauce oder Zucchini-Pommes mit Avocado. Spannend finde ich das Vorratskapitel: hier werden Rezepte vorgestellt, die es einem ermöglichen, rasch eine Mahlzeit auf den Tisch zu bringen: Cracker, Brot, ein großer Topf Suppe….

Wie schon im ersten Buch von Anna Jones gibt es auch immer wieder Doppelseiten, die Varianten eines bestimmten Gerichts vorstellen. Tabellen mit Zutaten erlauben einem, nach dem Baukastenprinzip immer neue Abwandlungen auf den Tisch zu bringen. Diese Tabellen gibt es unter anderem für Smoothies, für Bürosalate und für Bowls.

Die Rezepte sind gut strukturiert und funktionieren tadellos. Die Zutaten sind problemlos erhältlich. Damit es schnell geht, werden gerne geröstete Paprika aus dem Glas verwendet; Hülsenfrüchte kommen in der Regel aus der Dose; allerdings gibt es im Vorratskapitel eine ausführliche Anleitung zum Garen von Hülsenfrüchten und zum Einfrieren. Ich mag es sehr, dass jedes Gericht mit einem kleinen persönlichen Vorwort versehen ist. Immer steht da auch die Zubereitungszeit, wieviele Personen satt werden und vegane Alternativen. Ein Wort zu den Zutaten: Anna Jones findet ja, das ausgewogene Ernährung sehr gut ohne die hippen Superfoods auskommt, und da bin ich ganz ihrer Meinung. Avocados und Süßkartoffeln sind aber trotzdem Standard bei ihr. Und erst der Grünkohl – der wird für meinen Geschmack bei weitem zu oft verwendet.

Was es sonst noch gibt: eine Menge Register – eines nach Rezepten, eines nach Zutaten, eines für vegane und eines für glutenfreie Gerichte.

Ich habe noch gar nichts zur Optik gesagt: Das Buch ist hübsch – hochwertige Aufmachung, mattes, leicht cremefarbenes Papier, ruhiges übersichtliches Layout, Lesebändchen. Nicht jedes Gericht hat ein Foto bekommen, aber ich finde das auch nicht notwendig. Was mich stört ist, dass das Buch nicht aufgeschlagen liegen bleibt; das ist unpraktisch.

Dennoch: ich bin wohl nicht ganz in der Zielgruppe für dieses Buch. Ich habe mich ein wenig schwer getan mit der Rezeptauswahl. In den ersten beiden Kapiteln, also bei  den ganz schnellen Gerichten, hat mich fast nichts angesprochen. Oft werde ich dann bei Kollegen – am liebsten bei Nigel Slater – eher fündig. Da gibt es einfache Rezepte, die viel aus den Zutaten machen, auch wenn es länger dauert als 15 Minuten. Und wenn ich wirklich keine Zeit habe greife ich lieber auf Tiefkühlvorräte zurück oder wir machen Brotzeit. Also, diese Rezepte sind es geworden:

Bällchen gehen immer – diesmal sind es Spinat-Polpette geworden. Die Masse besteht aus Spinat und gegarten Linsen, gewürzt mit Parmesan, Zitronenabrieb und Knoblauch und zusammengehalten von einem Ei. Gegart werden die Bällchen im  Backofen, das macht sie luftig und knusprig. Zu den Bällchen gibt es eine roh gemixte Tomatensauce mit Mandeln, Zitronensaft und Knoblauch, die ein wenig an Pesto erinnerte. Die Sauce hat mir gut gefallen; allerdings würde ich den Knoblauch beim nächsten Mal vorgaren, roh gemixt schmeckt er sehr vor.

Im Vorratsteil gibt es verschiedene Ideen für sebstgemachtes Nussmus. Unter anderem auch eine Version mit Kakao, die an Nuss-Nougat-Creme erinnert. Die Creme ist wirklich klasse. Ich habe Mandeln statt Haselnüsse verwendet und die Nüsse wie vorgeschlagen erst eingeweicht und dann im Ofen gestrocknet. Mein Mixer, der sonst recht klaglos arbeitet, hat mit der Creme aber ganz schön gekämpft.

Als nächstes stand ein Curry auf dem Programm: Paneer mit glasierten Bohnen und Chili. Wenn man, wie Anna Jones, auf gekauften Paneer zurückgreift, steht das Essen rasch auf dem Tisch. Es ist leicht und aromatisch und kam gut an.

Die Erbsen-Kokos-Suppe stammt aus dem Teil mit den Gerichten, die in 15 Minuten auf dem Tisch stehen. Spaßeshalber habe ich die Zeit genommen – stimmt. Nach 14 Minuten war die Suppe fertig. Frühlingszwiebeln anbraten, Erbsen dazu, Gemüsebrühe und Kokosmilch. Garen, mixen abschmecken.  Gut geschmeckt hat sie auch.

Ebenfalls rasch gemacht ist der Linsenhumus – rote Linsen, mit Knoblauch gegart, dann gemixt mit Tahin, Zitronensaft und Chiliflocken. Eigentlich ist das ganze als Dipp gedacht, macht sich aber auch gut als Brotaufstrich. Einziges Rätsel: auf dem Foto im Buch ist der Dipp tiefrot.

Fazit: Anna Jones hat ein weiteres Buch mit ansprechenden, alltagstauglichen Rezepten geschrieben. Die Rezepte sind problemlos nachzukochen und stehen rasch auf dem Tisch. Auch Veganer werden fündig. Allerdings hat mich dieses Buch nicht so ganz da abgeholt, wo ich stehe – die Kapitel mit den ganz schnellen Rezepten wollten mich nicht so recht ansprechen.

  • Gebundene Ausgabe: 352 Seiten
  • Verlag: Mosaik 
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN: 978-3442393121
  • 22,00

 

Rugelach mit Schokoladenfüllung

Hier hakt es gerade ganz gewaltig. Denn ursprünglich wollte ich diesen Post beginnen mit den Worten: „Ich bin nicht gläubig“. Das ist aber Blödsinn, denn ich glaube an ganz vieles. So ganz ohne Halt hangle ich mich nicht durchs Leben. Sagen wir so: ich hänge keiner bestimmten Religion  an, finde Religion aber grundsätzlich spannend. Die Konzepte, mit denen sich die Menschheit die Welt erklärt, ihre Unterschiede, ihre Gemeinsamkeiten.

Und auch den Kontext Religion – Essen finde ich interessant: Rituale, Festessen, Verbote….Und so bin ich gerne dabei bei Peters laufendem Blogevent. 2017 ist ja Reformationsjahr und Peter möchte  den Zusammenhang zwischen Religion und Essen erforschen.

Und so möchte ich Euch heute ein Gericht aus der jüdischen Küche vorstellen. Das dazu passende Fest ist Channukkah oder Hanukkah – das Lichterfest. Das Fest erinnert an den Makkabäeraufstand. Die Makkabäer beseitigten die Herrschaft der hellenisierten Juden. Als sie als Sieger nach Jerusalem zurückkehrten, mussten sie feststellen, dass der Tempel entweiht worden war. Die Ölvorräte waren mit Substanzen verschmutzt, die von den Juden als unrein betrachtet werden. Dabei ist das Öl so wichtig: im Tempel befindet sich der vielarmige Leuchter, die menora, und deren Licht darf nie verlöschen. Es war nur noch Öl für einen Tag da. Aber als man es in die Lämpchen goss, brannte der Leuchter für weitere acht Tage.

In Erinnerung daran feiert man heutzutage Chanukkah. Das Fest dauert 8 Tage. Jeden Abend erinnert man sich an das Ölwunder im Tempel, indem man eine Kerze mehr an der Menora anzündet, so lange, bis am achten Abend alle Kerzen brennen. Und das Öl hat auch Eingang ins Essen gefunden: Chanukkah ist ein wunderbarer Anlass, Frittiertes zu essen.

Klassisch sind da Latkes, also Kartoffelpuffer, oder Krapfen. Aber Nigela Lawson*, von der das Rezept hier stammt, findet, dass die Rugelach hier genügend Butter enthalten, um als Chanukka-Essen durchzugehen. Ich möchte ihr da nicht widersprechen.

Für 36 Rugelach:

Teig:

  • 425 g Mehl (ich hatte Weizen 550)
  • eine großzügige Prise Salz
  • 50 g Zucker
  • 5 g frische Hefe (optional)
  • 250 g kalte Butter, in Stücken
  • 100 g Frischkäse
  • 1 Ei
  • 60 ml Sauerrahm

Füllung:

  • 250 g dunkle Schokolade
  • 50 g Rohrzucker, eine helle Sorte
  • 50 g Butter

Zum Bestreichen vor dem Backen:

  • 1 Ei, mit einer Prise Zucker verqurlt
  • Zum Bestreichen nach dem Backen:
  • 3 EL Zucker (Haushaltszucker, kein Puderzucker)
  • 3 EL kochendes Wasser

Für den Teig Mehl, Salz und Zucker in eine Schüssel geben. Die Hefe zugeben, alles kurz vermengen. Die Hefe ist kein klassischer Bestandteil des Rezepts, sorgt aber dafür, dass die Hörnchen schön fluffig werden. Die Butter dazugeben und alles mit den Fingerspitzen verreiben, bis es die Konsistenz von grobem Sand hat. Den Frischkäse, das Ei und den Sauerrahm zugeben und alles zu einem glatten Teig verarbeiten. Den Teig auf der leicht bemehlten Arbeitsfläche in drei Teile teilen, jeden Teil zu einer flachen, runde Scheibe zurechtdrücken, in Frischhaltefolie packen und für 30 min in den Kühlschrank stellen.

Inzwischen für die Füllung die Schokolade fein zerkleinern. Das Ganze soll krümelig sein; ich habe den Blitzhacker dazu benutzt. Am Ende den Zucker untermischen. Die Butter schmelzen und etwas abkühlen lassen.

Denn Backofen auf 170°C Umluft vorheizen. Zwei Bleche mit Backpapier auslegen.

Eine Teigscheibe auf die leicht bemehlte Arbeitsfläche legen und zu einem Kreis von ca. 25 cm Durchmesser ausrollen. Mit einem Messer in 12 gleich große Dreiecke schneiden. Jedes Dreieck mit etwas Butter bepinseln und mit einem Teil der Füllung bestreuen. Von der breiten Seite her zu Hörnchen aufrollen und auf das Blech legen. So weitermachen, bis Teig und Füllung aufgebraucht sind.

Die Hörnchen mit dem verquirlten Ei bepinseln und im heißen Ofen 20 min backen. Ich rotiere nach der halben Backzeit einmal die Bleche, damit die Hörnchen gleichmäßig bräunen.

Zucker und heißes Wasser verquirlen und die noch heißen Hörnchen mit der Mischung bestreichen, damit sie schön glänzen. Auf einem Kuchengitter auskühlen lassen.

 

Gnocchi alla Bismark – und ein besonderer Schinken

Neulich hatte ich das Glück, zum Essen eingeladen zu sein. Die Einladung kam von Rovagnati, einem der größten italienischen Schinkenhersteller. Zusammen mit einer Freundin hatte ich einen netten Abend im Café Luitpold.

Natürlich haben wir nicht nur gequatscht, sondern auch gut gegessen. Schaut mal, was es gab:

Erst mal einen Salat mit Radieschen, Schwarzbrotcroutons und dem Gran-Biscotto-Kochschinken von Rovagnati.

Danach Kalbsinvoltini mit Rovagnati-Parmaschinken und ein Trüffelrisotto .

Danach waren wir satt – aber die Espresso-Crème-Brulé mit Beerenragout haben wir doch noch geschafft.

Ist euch was aufgefallen? Der Schinken in der Vorspeise trägt den lustigen Namen „Gran Biscotto“ – das heißt „großer Keks“. Nun, wie ein Keks schmeckt der Schinken nun wirklich nicht. Aber Rovagnati hat hohe Qualitätsansprüche. Nur ausgesuchte Ware wird zum Gran Biscotto verarbeitet. Der Schinken durchläuft eine achttägige Produktionszeit (Standard für Kochschinken sind lediglich drei Tage). Damit die Lake besonders gut in den Schinken einzieht wird er von speziellen Maschinen massiert. Das schmeckt man – ich habe den Schinken als besonders zart,  aromaintensiv und ausgewogen erlebt. Das finde wohl nicht nur ich. „Biscotto“ war im Italien der 1980er Jahre, in denen der Schinken kreiert wurde, ein Synonym für „besonders wohlschmeckend“. Nach langem Experimentieren gab damals Paolo Rovagnati den Schinken seiner Tante zum Probieren. Die war so begeistert, dass sie ihm bescheinigte, der Schinken schmecke wie ein gran biscotto. So kam der Schinken zu seinem Namen. Bis heute ist er das Aushängeschild der Firma und der meistverkaufte Schinken Italiens. Die Produktpalette umfasst aber weit mehr – Rohschinken, Bresaola, Mortadella, Salami und vieles mehr wird ebenfalls mit Sorgfalt hergestellt. Wer die Produkte probieren möchte: es gibt einen Webshop, allerdings nur die italienische Variante. Direkt kaufen kann Rovagnati-Schinken in einigen ausgewählten Feinkostgeschäften wie zum Beispiel bei Farnetani in München oder bei Girardi bei Düsseldorf.

Jetzt habe ich Euch einiges über Schinken erzählt. Aber ohne Rezept kann ich Euch natürlich nicht gehen lassen. Schließlich kann man guten Schinken nicht nur auf Brot essen, sondern auch wunderbar damit kochen. Zum Beispiel diese Gnocchi, die aus dem Piemont kommen. Warum sie ausgerechnet „alla Bismark“ (und das tatsächlich ohne „c“) heißen, habe ich nicht herausgefunden; aber es ist eine klassische Zubereitung aus Semmelbröseln – und Schinken, naturalmente ;-).

Für 4 Portionen:

  • 100 g Semmelbrösel, getrocknet, nicht frisch
  • 200 g Mehl (ich hatte Weizen 405)
  • 80 g Parmesan, frisch gerieben
  • 1 Ei plus ein Eigelb
  • 55 g Prosciutto Cotto (zum Beispiel von Rovagnati)
  • 1/2 TL Zimtpulver
  • Muskatnuss, frisch gerieben
  • 1 TL Salz
  • 100 g Milch, wenn nötig, etwas mehr
  • Hartweizengrieß zum Arbeiten

Für die Salbeibutter:

  • 170 g Butter
  • 12 Blätter Salbei
  • etwas Salz

Die Semmelbrösel im Blitzhacker fein mahlen. Den Kochschinken ganz fein hacken.

Mehl, gemahlene Semmelbrösel und Parmesan in einer Schüssel mischen. Ei und Eigelb, Schinken, Zimt und etwas geriebene Muskatnuss zugeben, salzen und mit den Händen vermischen. Milch zugeben, dabei mit einem Löffel rühren, bis alles zusammenkommt. Esslöffelweise mehr Milch zugeben, bis ein Teig entsteht. Der Teig soll weich sein, aber nicht klebrig.

Teig auf die Arbeitsfläche geben und kneten, bis er er richtig gut zusammenhält. Dann zurück in die Schüssel geben, mit Frischhaltefolie abdecken und 30 min ruhen lassen.

Einen Bogen Backpapier auf die Arbeitsfläche legen und leicht mit Hartweizengrieß bestreuen.

Ein Stück Teig abschneiden und zu einer Wurst von ca. 1,2 cm Dicke rollen. Davon ca. 1,2 dicke Stücke abschneiden. Jetzt braucht Ihr ein Gnocchi-Brett. Jedes Teigstück wird mit der Innenseite des Daumens über das Gnocchibrett gerollt. So entstehen kleine Knödel, die aussen gerillt sind und innen eine Vertiefung haben. Fertige Gnocchi auf das Backpapier legen. Weiterarbeiten, bis der ganze Teig verbraucht ist. Den restlichen Teig dabei immer mit Frischhaltefolie abdecken, damit er nicht austrocknet.

Für die Salbeibutter Salbei und Butter in einem Topf bei mäßiger Hitze köcheln lassen, bis die Molke der Butter zu Boden sinkt, die Butter etwas bräunt und die Salbeiblätter knusprig werden. Das dauert etwa 10 min. Mit Salz abschmecken.

Zum Garen einen großen Topf mit Salzwasser zum Kochen bringen. Gnocchi hineingeben und garen, bis sie an die Oberfläche kommen; das dauert ca. 1 bis 3 Minuten. Mit einem Schaumlöffel herausholen, gut abtropfen lassen und in der Salbeibutter schwenken. Gleich servieren.

 

Bauernravioli mit Blutwurst, Bergkäse und Wildkräutern

Dass ich an Teigtaschen nicht vorbeikomme, muss ja nicht extra betont werden. Bei diesem Rezept von Gregor Wittmann* war es aber nicht die bloße Teigtasche, die mich interessiert hat. Die Ravioli (ok…in meinem Fall Mezzelune, ich weiß….) sind nämlich mit Blutwurst gefüllt. Und ich  liebe Blutwurst. Frische Blutwurst (und Leberwurst) war schon als Kind ein Highlight für mich, und daran hat sich nichts geändert.

Hier ist die Blutwurst in den Teigtaschen versteckt, das ist etwas gefälliger als so eine ganze Wurst auf dem Teller ;-). Bergkäse darf sich noch dazu gesellen und Pistazien. Im Rezept stehen außerdem Wildkräuter zum Anrichten – da seid Ihr frei. Ich bin in den Garten gegangen und habe Frauenmantel und Gänseblümchen geräubert, aber alles andere geht auch.

Für 2 bis 3 Personen:

Teig:

  • 120 g Weizenmehl 405
  • 80 g Hartweizengrieß
  • 2 Eier (Größe M)
  • 2 EL Olivenöl
  • 1 Prise Salz

Füllung:

  • ca. 300 g Blutwurst
  • 100 g Bergkäse
  • 1 TL Pistazienkerne, fein gehackt
  • 1 EL Butter, geschmolzen

Außerdem:

  • optional: 1 Ei
  • Salz
  • 3 EL Butter
  •  1 TL Pistazienkerne, fein gehackt
  • Pfeffer aus der Mühle
  • 1 Handvoll Wildkräuter

Zuerst den Teig herstellen: Mehlsorten und Salz in eine Schüssel geben. Eier und Olivenöl zufügen und alles zu einem elastischen Teig verkneten. In Frischhaltefolie wickeln und mindestens 30 min bei Zimmertemperatur ruhen lassen.

Für die Füllung die Wurst aus dem Darm holen. Bei geringer Temperatur in einem kleinen Topf zerfließen lassen; sie soll aber nicht zu flüssig werden sondern nur cremig. Den Käse ganz klein würfeln und zusammen mit Pistazien und Butter zur Wurst geben. Beiseite stellen und abkühlen lassen.

Den Nudelteig in vier Teile teilen. Portionsweise ausrollen (bei mir war es Stufe 5 von 10 auf der Nudelmaschine). Mit einem runden Ausstecher Kreise von ca. 6 cm Durchmesser ausstechen. Auf jeden Kreis einen TL Füllung setzen, die Kreise zu Halbmonden zusammenklappen und die Ränder gut festdrücken. So weiter verfahren, bis Teig und Füllung aufgebraucht sind. Gregor Wittmann macht es anders: er rollt Bahnen aus, bestreicht sie mit verquirtem Ei, setzt in regelmäßigen Abständen je 1 TL Füllung auf die Bahnen, legt eine zweite Bahn darüber und sticht dann Kreise aus. Geht bestimmt schnell, wenn man es kann, ist aber eine Technik, die mich regelmäßig an den Rand des Wahnsinns bringt ;-).

Mit welcher Methode auch immer, die Ravioli sind jetzt fertig zusammengebaut. Jetzt geht es ans Fertigstellen. Dafür einen großen Topf mit Salzwasser zum Kochen bringen und die Ravioli darin bissfest garen; das geht recht schnell – sie sind fertig, sobald sie an der Oberfläche schwimmen.

Parallel dazu die Butter mit den Pistazienkernen in einer großen Pfanne aufschäumen lassen. Die Ravioli mit einer Schaumkelle aus dem Wasser holen, gut abtropfen lassen und in der Pistazienbutter schwenken.

Mit den Wildkräutern garniert anrichten und gleich servieren.

 

Selleriecremesuppe mit Fleischpflanzerl

Diese Suppe aus „Echt bayrisch„* hat uns richtig beeindruckt. Sie ist einfach und macht das beste aus den Zutaten.

Die Suppe ist cremig, aber nicht zu schwer und das Selleriearoma kommt schön durch. Und die Fleischpflanzerl sind als Einlage äußerst willkommen: sie sind aromatisch, saftig und fluffig. Die Fleischpflanzerl werden in der Pfanne angebraten, dann im Ofen fertig gegart – das ist nicht nur entspannt, sondern sie werden auch besonders saftig.

Das Rezept ergibt mehr Fleischpflanzerl, als man unmittelbar für die Suppe braucht. Aber keine Sorge – sie werden verschwinden….

Suppe:

  • 3 Zwiebeln
  • 1 Knolle Sellerie (ca. 600 g)
  • Sonnenblumenöl zum Anbraten
  • ca. 900 ml Gemüsebrühe (ich habe etwas mehr gebraucht)
  • 200 g Schlagsahne
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • frisch geriebene Muskatnuss
  • Cayennepfeffer
  • 2 EL kalte Butter
  • frische Kräuter zum Dekorieren

Fleischpflanzerl:

  • 1 Schalotte
  • 2 Scheiben Toastbrot
  • 1 Zitrone (Bio)
  • 500 g Hackfleisch (250 g Schwein, 250 g Kalb)
  • 2 Eier
  • 1 TL frische Majoranblättchen
  • 1 TL frisch gehackte Petersilienblättchen
  • 2 TL scharfer Senf
  • 1 TL Ketchup
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • Cayennepfeffer
  • Sonnenblumenöl zum Braten

Die Zwiebeln schälen und hacken. Sellerie schälen und in ca. 2 cm große Stücke schneiden.

Öl in einem Topf erhitzen und die Zwiebeln darin glasig andünsten. Selleriestücke zugeben, kurz mit anbraten, dann mit Gemüsebrühe und Sahne aufgießen. Suppe bedeckt ca. 45 min kochen lassen, dann mit dem Stabmixer pürieren. Wer es feiner mag, kann die Suppe noch durch ein Sieb streichen. Mit Salz, Pfeffer, Muskatnuss und Cayennepfeffer abschmecken.

Jetzt zu den Fleischpflanzerl:  Den Backofen auf 100°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Ein Blech mit Backpapier auslegen.

Dann die Schalotte schälen und fein würfeln. Toastbrot ebenfalls würfeln. Zitrone waschen, trocknen, die Schale abreiben. Das Hackfleisch mit allen anderen Zutaten mit Ausnahme des Öls vermengen. Mit Salz, Pfeffer und Cayennepfeffer abschmecken.

Aus der Masse ca. 16 kleine Pflanzerl formen. Öl in einer Pfanne erhitzen und die Pflanzerl darin von beiden Seiten anbraten. Dann auf das Blech legen und die Pflanzerl im Ofen in ca. 10 min fertig garen.

Zum Servieren in jeden Suppenteller 2 Fleischpflanzerl legen, die Suppe darum gießen. Mit den Kräutern garnieren und gleich servieren.