Pizza mit Birne, Spinat und Blauschimmelkäse

Fruchtpizza, so lautet der Original-Rezepttitel* von Hugh Fearnley-Whittingstall. Aber ganz so wild, wie der Titel klingt ist das Ganze nicht – es ist nicht nur Obst auf der Pizza.

Das Obst gibt es zusammen mit anderen Dingen. Ich habe mich für das Standard-Rezept entschieden. Da gibt es einen Belag aus Spinat, Birnen und Blauschimmelkäse. Birnen sind nicht unbedingt mein Lieblingsobst. Irgendwie verpasse ich immer den Zeitpunkt zwischen „steinhart“ und „überreif“. Die Verarbeitung im Ofen hat den Vorteil, dass man auch Birnen nehmen kann, die noch ein wenig fest sind. Und in Kombination mit Blauschimmelkäse und Spinat haben mir die herzhaft gewürzten Birnen gut gefallen.

Es gibt auch noch Vorschläge für Variantionen des Belages: Rucola, Birne und Himbeeren oder Rote Bete, Apfel und Cheddar klingen doch gut, oder?

So, jetzt zum Rezept. Ihr könnt Euren liebsten Pizza-Teig nehmen oder dem Rezept von Hugh Fearnley-Whittingstall folgen.

Für 3-4 Pizze:

Teig:

  • 250 g Weizenmehl 405
  • 250 g Weizenmehl 550
  • 1, 5 TL Salz
  • 1 TL Trockenhefe (oder 10 g frische Hefe)
  • 1 EL Olivenöl
  • 325 g Wasser, lauwarm

Belag:

  • 500 g Spinat ohne die harten Stängel
  • 2 EL Olivenöl
  • 2 Zwiebeln
  • 2 Birnen, noch etwas festere
  • Muskatnuss
  • 1 Prise Chiliflocken
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • 250 g Blauschimmelkäse (ich hatte Gorgonzola)
  • Olivenöl zum Beträufeln

Für den Teig beide Mehlsorten mit Salz und Hefe (frische Hefe einfach über das Mehl krümeln, sie löst sich beim Kneten auf) in eine Schüssel geben. Das Wasser angießen und alles zu einem glatten, elastischen Teig verkneten, der sich vom Rand der Schüssel löst. Dabei gegen Ende der Knetzeit das Olivenöl zugeben. Die Schüssel abdecken und den Teig in ein bis zwei Stunden zu doppelter Größe aufgehen lassen.

Den Ofen auf 250°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Wer hat, schiebt einen Pizzastein ein, ansonsten ein Backblech mit vorheizen.

Für den Belag den Spinat in einen weiten Topf geben und 1 bis 2 min kochen, bis er zusammenfällt. In ein Sieb geben, abtropfen und auskühlen lassen, dann kräftig ausdrücken und fein hacken.

Zwiebeln schälen, vierteln und in Ringe schneiden. Etwas Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und die Zwiebeln darin in ca. 10 min weich garen. Spinat zugeben und alles vermischen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Die Birnen schälen, vierteln, das Kerngehäuse entfernen, dann die Viertel quer halbieren und die so entstandenen Stücke mundgerecht zerkleinern. In eine Schüssel geben, mit 1 EL Oilvenöl, Muskatnuss, Chiliflocken, Salz und Pfeffer vermischen.

Den Teig auf die leicht bemehlte Arbeitsfläche geben, in 3 bis 4 Portionen teilen und einige Minuten ruhen lassen. Dann jeweils eine Portion auf einem leicht bemehlten Pizzaschieber so dünn wie möglich ausrollen. Einen Teil der Spinatmischung auf dem Boden verteilen, mit Birnenstücken belegen und den Käse darüber krümeln. Etwas Olivenöl und Pfeffer darauf geben. Im heißen Ofen ca. 10 bis 12 Minuten backen, bis sich Blasen bilden, dann sofort servieren. Mit restlichem Teig und Belag genauso verfahren.

 

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Kochbuch: Täglich Früchte | Hugh Fearnley-Whittingstall

Esst mehr Obst! Das ist das Motto des neuen Buches von Hugh-Fearnley-Whittingstall. Das heißt, ganz so neu ist es nicht. Das britische Original gibt es schon länger, aber nun ist auch eine deutsche Übersetzung erschienen.

Hugh findet, dass wir zu wenig Obst essen und es zu phantasielos verarbeiten. Und was mich angeht, so hat er ganz klar recht. Das meiste Obst landet einfach pur in meinem Magen. Ab und zu backe ich damit, mache Eis oder koche Marmelade. Ganz schön langweilig im Grunde. Gut, dass Abhilfe in Sicht ist….

Das Buch kommt vom AT-Verlag, und wie man es von dort gewohnt ist, ist es hochwertig aufgemacht: Fadenbindung, festes, mattes Papier. Passsend zum Thema „Obst“ ist das Layout ein bisschen bunt: die Rezepttitel sind zweifarbig gedruckt. Einführungen zu den einzelnen Kapiteln sind auf farbigen Papier gedruckt und starten mit einer hübschen, thematisch passenden Grafik. Die Rezepte nehmen jeweils eine Doppelseite ein: eine Seite für das geschriebene Rezept, die gegenüberliegende Seite für das Foto. Die Fotos von Simon Wheeler sind hübsch arrangiert, haben aber ganz klar das Essen im Focus.

Die Rezepte sind geordnet nach Obstsorten: es gibt Sommerbeeren, Rhabarber, Steinobst, Äpfel, Birnen und Quitten, Wildfrüchte, Feigen, Melonen und Ähnliches, Tropische Früchte, Zitrusfrüchte und Trockenobst. Das Buch sprüht vor Ideen – ich hätte besser die Rezepte markiert, die mich nicht interessieren. Es warten noch Panzanella mit Erdbeeren, Wurstsandwich mit Stachelbeer-Ketchup, Fischpäckchen mit Rhabarber, Hagebutten-Apfel-Sorbet, Brathühnchen mit Granatapfel und vieles mehr.

Einiges habe ich schon ausprobiert. Logischerweise habe ich mich an den Obstsorten orientiert, die gerade saisonal verfügbar waren. Beeren und Steinfrüchte müssen leider noch warten. Und noch etwas: ich habe herzhafte Gerichte ausprobiert. Es gibt gibt auch viel Süßes in dem Buch – Kuchen, Obstsalat, Sirup, Eiscreme, Obst-Desserts….aber ist ja genau das, was ich ohnehin dauernd mache. Also habe ich das Obst in herzhafte Gerichte gesteckt – für’s Erste ;-).

Die Rezepte sind gut umsetzbar – da gibt es keine Tücken. Ich mag besonders gern, dass es zu jedem Rezept eine kleine, charmant und persönlich geschriebene Einführung gibt. Auch die einzelnen Kapitel haben eine eine Einleitung – man erfährt alles über Kauf, Lagerung und Anbau der einzelnen Obstsorten. Und dann gibt es da noch ein nach Zutaten geordnetes Register; für mich ist so etwas wichtig.

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Erst mal ein Salat, und zwar einer mit gegrillten Orangen und Karotten. Orange und Karotte sind ja ein bewährtes Team und auch hier hat die Kombination gut funktioniert. Die Orangenscheiben zerfallen beim Grillen etwas. Das sieht nicht so schön aus, aber sie geben dadurch ihr Aroma noch besser an die übrigen Zutaten ab. Eigentlich hätte noch gegrillter Halloumi dazu gehört, aber wir haben das Ganze ohne den Käse als Salatbeilage gegessen.

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Noch eine Gemüsebeilage: Wirsing mit Apfel. Vorgedämpfte Wirsingstreifen werden in der Pfanne mit Apfel und Kümmel gebraten. Das Ganze harmoniert wunderbar; besonders toll fand ich die Kümmel-Note, die rundet alles perfekt ab.

Früchtepizza klingt wilder, als es in Wahrheit ist. Auf meiner Pizza waren Spinat, pikant marinierte Birne und Blauschimmelkäse. Mit hat es gut gefallen. Die Kombination Birne-Blauschimmelkäse ist ja ein Klassiker und hat auch auf der Pizza gut funktioniert. Es gibt auch alternative Vorschläge für Beläge – zum Beispiel Rote Bete, Apfel, Cheddar, was bestimmt ebenso gut schmeckt.

Kedgeree ist das klassische anglo-britische Reisgericht mit Curry und geräuchertem Fisch. Hier kommt zusätzlich noch gebratene Banane mit hinein. Dank Vollkornreis und selbst angemischtem Currypulver ist das Ganze etwas monochron geworden, hat aber sehr gut geschmeckt. Der Reis wird schön aromatisch, weil er in der Flüssigkeit gegart wird, in der zuvor der Fisch pochiert wurde.

Ausnahmsweise mal ein Bild vom ungegarten Gericht – ich fand die Farben so hübsch. Geschmorte Kartoffeln, Äpfel und Karotten sind eine schöne Idee. Wir haben das Ganze als Beilage zu einem Fleischgericht gegessen. Ich könnte mir das Gericht aber mit einem Salat dazu auch als leichtes Hauptgericht vorstellen.

Fazit? Hugh Fearnley-Whittingstalls Plädoyer für mehr Obst in unseren Mahlzeiten ist gelungen. Das Buch steckt voller gut umsetzbarer Ideen, was man mit Obst alles kochen kann – jenseits von Kuchen und Obstsalat. Die Rezepte sind gelingsicher. Vegetarier werden bei den herzhaften Gerichten allerdings nicht so ganz fündig.

Wer sich für andere Sichtweisen auf das Buch interessiert: hier könnt Ihr die Meinung von Becky nachlesen. Und da lest Ihr, was Ira von dem Buch hält.

  • Gebundene Ausgabe: 416 Seiten
  • Verlag: AT Verlag
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN: 978-3038009269
  • 28,00

Entenfrikassée mit Klösschen

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Ich bin doch ganz stolz auf mich – die Tiefkühle sieht gut aus – schön übersichtlich. Ich habe mich damit vergnügt, jeden Tag irgendwas hervorzuholen und es auf den Tisch zu bringen. Da waren spaßige Überraschungen dabei 🙂 .

Ich hatte einen beachtlichen Vorrat an gegartem Fleisch und an Soßenresten eingefroren. Soße kann man immer brauchen :-). Aber es war nun wirklich zu viel – das schrie nach Verwertung.

Die Methode erst mal auftauen und dann weitersehen hat gut funktioniert. Inspiration kam  – wie so oft in letzter Zeit – von Hugh Fearnley-Whittingstall*. Ein Buch übrigens, das ich jedem, der Lebensverschwendung vermeiden möchte, ans Herz legen kann: Hugh hat für alles Ideen, auch für Fischgräten und bereits aufgebrühte Teebeutel. Auch sonst strotzt das Buch vor Tipps und Ideen. Die Vermeidung von Lebensmittelverschwendung ist Hugh ein Herzensthema.

In diesem Fall ist die Idee ein Frikassée mit Resten von gegartem Hühnchen. Ich habe Ente verwendet. Statt mit Brühe aufzugießen, musste ein Container mit Soße daran glauben. Man kann das Frikassée mit Kartoffelpüree servieren oder mit Polenta. Da gibt es aber noch eine Alternative: Nämlich die typisch britischen Klösschen, die gleich im Frikassée mitgegart werden. Ich mag diese weichen, luftigen Dinger sehr gern – die mussten es sein.

Und überhaupt: das war ein tolles Essen. Ich mag es, wenn aus Resten  etwas Neues entsteht. Schon als Kind war mein Highlight nicht der Sonntagsbraten, sondern das, was am Montag aus den Resten gemacht wurde.

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Für 4 Personen:

  • 2 EL Rapsöl
  • 1 Zwiebel
  • 2 Karotten
  • 1 Stange Sellerie
  • 1 Zweig Thymian
  • 1 Lorbeerblatt
  • 250 g braune Champignons
  • 1 Zehe Knoblauch
  • 1 EL Mehl
  • 150 ml Weißwein
  • 700 ml Hühnerbrühe oder eine Mischung aus Hühnerbrühe und Bratensoße
  • 400 g gegartes Fleisch (Original: Hühnchen, ich: Ente)
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • etwas gehackte Petersilie zum Servieren

Für die Klösschen:

  • 100 g Mehl
  • 1/4 TL Backpulver
  • 1/2 TL Kräuter der Provence, getrocknet
  • 50 g Schmalz (ich hatte noch Entenfett im Kühlschrank….)
  • Salz, Pfeffer aus Mühle
  • etwas Wasser

Zwiebel schälen und fein hacken. Karotten schälen und würfeln, Sellerie in feine Würfel schneiden. Pilze putzen und blättrig schneiden.

Öl in einem Topf erhitzen. Zwiebel, Karotten, Sellerie, Thymian und Lorbeer zugeben, mit einer Prise Salz würzen und in ca. 10 min weich braten.

Die Hitze etwas höher stellen und die Pilze zugeben. Ca. 5 min braten, bis sie ihre Flüssigkeit abgegeben haben und etwas braun sind.

Inzwischen den Knoblauch schälen und fein hacken. Zum Gemüse in den Topf geben und 1 min mitbraten. Mit Mehl bestäuben, alles unter Rühren anrösten. Dann den Wein zugießen, alles kurz aufkochen und anschließend Brühe und/oder Soße angießen. Gut durchrühren, damit sich alles verbindet. Zum Kochen bringen und abgedeckt ca. 10 min simmern lassen.

Inzwischen für die Klösschen Mehl, Backpulver, Kräuter und Schmalz in einer Schüssel mischen. Mit Salz und Pfeffer würzen, dann zu einem Teig verkneten. Dabei immer wieder ein wenig Wasser zufügen, es soll ein Teig entstehen, der zusammenhält, aber nicht zu weich ist.

Das Fleisch in den Topf geben, alles kurz aufkochen und durchrühren.

Jetzt aus dem Teig zwischen den Handflächen ca. walnussgroße Bällchen rollen. Die Klösschen mit gutem Abstand zueinander zum Frikassée geben, einen Deckel auflegen und alles zusammen 15 min simmern lassen. Die Klösschen sind wirklich weich und fluffig – also bitte auf gar keinen Fall umrühren!

Zum Servieren Frikassée mit Klösschen auf Teller verteilen und mit gehackter Petersilie bestreuen.

 

Orecchiette, Rosenkohl, Bratwurst

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Ich musste lachen, neulich, als ich Julias Post über das Speisekammer-Detox las. ich habe nämlich so ziemlich gleichzeitig einen Blick in die Tiefkühle gewagt und dabei festgestellt: ich muss etwas unternehmen. Dringend. Die Tiefkühle ist zu voll, zwar halbwegs geordnet (manche Beutel sind sogar beschriftet 😉 ), aber so voll, dass ich zu viel wühlen muss, um etwas zu finden.

Als erstes mußten die Bratwürste daran glauben. Mein Mann bringt immer Massen davon aus seiner fränkischen Heimat mit. Die sind wirklich gut – aber so viel davon essen wir nun auch wieder mit. Ich habe also mal ein Päckchen davon zum Auftauen herausgelegt.

Was tun damit? ich war ein wenig motivationslos. In solchen Fällen blättere ich immer gerne bei Mr. Fearnley-Whittingstall*. Und fand….Pasta, Wirsing, Bratwurst. Da fiel mir der Rosenkohl im Gemüsefach wieder ein. Das passt doch. Eigentlich wollte ich auch den Nudelresten im Küchenschrank zu Leibe rücken und ein buntes Potpourri in den Topf werfen. Aber dann war ich mit Tochterherz shoppen – nichts, was ich so gern tue. Und es war so voll im Einkaufszentrum und ich hinterher so geschafft, dass ich beschlossen habe, mich beim Orecchiette-Basteln zu erholen.

Fazit? Ganz einfach und so gut. Und wenn man die Pasta nicht selbst macht, dann steht das Essen blitzartig auf dem Tisch.

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Für 4 Personen:

  • Orechiette nach diesem Rezept oder 400 g getrocknete Pasta, am besten eine kurze Form
  • 450 g Rosenkohl
  • 5 grobe, ungebrühte Bratwürste (250 g)
  • etwas Öl zum Braten
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • gehackte Petersilie zum Servieren

Wer die Orecchiette selbst macht fängt damit an und lagert sie bis zum Gebrauch auf einem leicht bemehlten Geschirrtuch.

Den Rosenkohl putzen, dann der Länge nach (also vom Stielansatz nach oben) in feine Scheiben (ca. 1mm) schneiden.

Etwas Öl in einer Pfanne erhitzen und die Würste darin in fünf Minuten rundherum goldbraun anbraten, dann herausnehmen und beiseite stellen.

Jetzt den Rosenkohl im Bratfett anrösten.

Die Würste in Scheiben schneiden. Wenn der Rosenkohl anfängt, weich zu werden, die Würste ebenfalls wieder in die Pfanne geben. Alles braten, bis der Rosenkohl weich und die Würste rundum appetitlich gebräunt sind, dabei hin und wieder umrühren.

Inzwischen die Pasta nach Packungsanleitung bissfest kochen. Die selbstgemachten Orecchiette  brauchen ca. 5 min.

Pasta abgießen, dabei einen Soßenlöffel voll Kochwasser aufbewahren.

Die Rosenkohlmischung mit dem Kochwasser auflockern, dann die gegarte Pasta zugeben. Alles durchmischen und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Zum Servieren auf Teller verteilen und mit Petersilie bestreuen.

 

Pilz-Schalotten-Risotto aus dem Ofen

pilz-schalotten-risotto

Ich habe Euch ja schon ein paar Rezepte aus „River Cottage Light & Easy“ vorgestellt – und hier kommt noch eines. Risotto – aus dem Ofen. Und dann noch ohne Käse. Ich war ja neugierig…ob das geht….und ob das schmeckt….Da hilft nur ausprobieren, und was soll ich sagen – es geht. Und es schmeckt.

Auch ohne Käse und Butter ist das Risotto cremig und gehaltvoll. Schalotten und Pilze sorgen für genügend Umami. Und dann gibt es noch 2 wichtige Faktoren – einmal die Qualität der verwendeten Gemüsebrühe. Und dann wäre  da noch das Chiliöl – das sorgt für den letzten Kick. Wem noch etwas Tiefe fehlt – Sojasauce (oder, wenn es glutenfrei sein soll, Tamari) sorgen nochmal für, ähm….Wumms. Ich bin überhaupt ein großer Fan von Sojasauce, solange sie natürlich gebraut ist.

Das Risotto hat außerdem den Vorteil, dass es sich fast von selbst kocht. Ich rühre gerne Risotto, aber manchmal ist man im Alltag auch dankbar, wenn etwas einfach von selbst geht, oder?

Für das Chili-Öl:

  • 100 ml Rapsöl
  • 1 TL Chiliflocken
  • 2 Zehen Knoblauch
  • einige Nadeln Rosmarin

Knoblauch schälen und fein hacken. Öl in einem kleinen Topf erhitzen, restliche Zutaten zugeben und dann alles gleich von der Hitze nehmen; durch das heiße Öl garen die Zutaten noch weiter. Abkühlen lassen, dann mit allen Feststoffen in ein Glas oder eine kleine Flasche füllen.

Für das Risotto – das Rezept reicht für 4:

  • 2 EL Rapsöl
  • 300 gr. Schalotten
  • einige Zweige Thymian
  • 1 Zehe Knoblauch
  • 300 gr. braune Champignons
  • 1 EL Balsamico
  • 250 gr. Risottoreis
  • 1 l heiße Gemüsebrühe
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • Chiliöl

Den Backofen auf 180°C vorheizen.

Schalotten schälen und der Länge nach vierteln. Knoblauch schälen und hacken. Pilze putzen und in grobe Stücke schneiden.

Öl, Schalotten und Thymian in einen großen Bräter oder eine Auflaufform geben und mit Salz und Pfeffer würzen. 30 min im Ofen rösten, dann Pilze, Knoblauch und Balsamico einrühren und alles nochmals 15 min schmoren.

Jetzt den Reis in den Bräter geben und gut durchrühren, dann die Brühe angiessen und nochmals durchrühren. Risotto für 30 min in den Ofen stellen, dabei nach 15 min einmal durchrühren.

Fertig! Jetzt den Risotto aus dem Ofen nehmen,  noch 5 min ruhen lassen und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Zum Servieren den Risotto in vorgewärmten Schalen anrichten und nach Geschmack mit Chiliöl beträufeln.

Lasst es Euch schmecken!

Kochbuchrezension: River Cottage light & easy / Hugh Fearnley-Whittingstall

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An dem Mann mit dem sehr langen Namen (HFW, für mich 🙂 ) komme ich nicht vorbei. Neues von ihm zieht mit hoher Wahrscheinlichkeit ein in mein Bücherregal.

Diesmal habe ich aber kurz gezuckt – lautet doch der Untertitel des Buches „Gesunde Rezepte ohne Weizen und Milchprodukte“. Nun habe ich  – absehen von einer Allergie gegen Haselnüsse und Anis – glücklicherweise nicht mit Unverträglichkeiten zu kämpfen. Letztendlich war ich dann aber doch neugierig. Was das wohl für Gerichte sein mögen?

Interessiert hat mich natürlich auch die Motivation HFWs, so ein Buch zu schreiben. Springt er nur auf einen Trend auf, oder ist da mehr? Hier hilft das Vorwort weiter: es darum, einmal auf alltägliche Zutaten zu verzichten, die wir routinemäßig  und ohne uns Gedanken zu machen verwenden. Grund dafür ist nicht nur die Lust am Experimentieren, sondern auch Unverträglichkeiten im Bekanntenkreis – und nicht zuletzt der eigene Cholesterinspiegel. Das klingt alles überzeugend.

Und so machen wir uns mal über das Äußere her: Ein dicker Wälzer ist es. Schön aufgemacht mit ruhigem Layout, mattem Papier und großformatigen Fotos von Simon Wheeler. Die Fotos befassen sich mit der Hauptsache – dem Essen. Großes Drumherum gibt es nicht – das gefällt mir.

Jetzt zu den inneren Werten: der Rezeptteil startet mit Ideen für das Frühstück. Manches davon würde ich eher als kleine Idee bezeichnen denn als Rezept – Grapefruit mit Pfeffer (hab ich probiert, schmeckt klasse!) oder Banane mit Limettenabrieb zum Beispiel. Es gibt aber auch anderes: Knspermüsli, selbstgemachte Mandelmilch, Smoothies, Früchtebrot, Kartoffelküchlein oder Masala-Omelette.

Dann wird gebacken: Maisbrot mit Karotten, Scones mit Buchweizen und Mandeln, Roggen-Chapatis, Cracker mit Leinsamen und Rosmarin.

Im nächsten Kapitel geht es um Suppe. Hier gibt es  zwei Besonderheiten: HFW hat sich viele Rezepte für Rohkost-Suppen ausgedacht, die im Mixer zubereitet werden. Apfel-Karottensuppe gibt es da oder Waldorf-Suppe. Dann gibt es noch Suppen, die aus im Ofen geschmorten Gemüse gemixt werden: geschmorte Champignonsuppe zum Beispiel oder Schmortomaten-Cremesuppe. Natürlich gibt es auch Ideen für klassische Suppen: klare Suppe mit neuen Kartoffeln, Kräutern und Erbsen, Kichererbsensuppe oder Fischsuppe mit Räucherhering.

Nach der Suppe kommt der Salat – Leckereien wie Blumenkohl Rohschinken und Balsamico-Dressing, Spinat-Erdbeer-Avocado-Salat oder zerdrückte Gurke chinesische Art. Es folgt das Fisch-Kapitel: Krebs mit Rosenkohl, Roher Fisch mit Tomaten und Basilikum, Forelle mit Chermoula oder Fisch-Tomaten-Curry warten darauf, ausprobiert zu werden.

Natürlich gibt es auch ein Fleisch-Kapitel – Rindfleisch mit Bohnenpüree, Hühnerleber auf Gurke, Lamm-Cashew-Curry oder Frühlingshuhn zum Beispiel. Das Gemüsekapitel wartet mit Gemüsetempura mit Sesamdipp, Reis, Eiern und Brunnenkressecreme, ofengerösteten Roten Beten mit Kartoffeln und Sardellen oder Rote-Bete-Burgern auf. Auch Obst gibt es – Ananas mit Rohrzucker und Piment, Apfel mit Basilikum und Pinienkernen oder Rhabarber-Rosen-Sorbet. Den Abschluß bildet ein Kapitel mit Süßigkeiten: die bekannte Mousse au Chocolat auf Avocado-Basis, Polentakuchen mit Heidelbeeren, Brownies.

Abgeschlossen wird das Rezept-Kapitel durch eine Liste mit Dingen, die man in der Vorratskammer haben sollte, wenn man aus dem Buch kochen möchte.

Die Rezepte sind gut strukturiert. Zu jedem Rezept gibt es eine kleine Einleitung und oft werden auch noch Variationen angeboten. Dann gibt es noch kleine Pictogramme, die uns sagen, ob das Gericht für Veganer geeignet ist, ob es besonders schnell zuzubereiten ist oder ob es zum Mitnehmen taugt. Es gibt ein Register, in dem man findet, was man sucht und eine Liste mit Rezepten, die komplett glutenfrei sind.

In aller Regel ist es so, dass mich in Büchern von HFW sehr viel zum Ausprobieren direkt anspringt. So auch diesmal:

schmorhähnchen mit linsen

Das Hühnchen mit Linsen und Rosmarin hat uns einen Sonntag Abend gerettet. Eigentlich sollte etwas anderes auf dem Tisch stehen – da war das Huhn eine erfreuliche Sache. Das Huhn ist schön aromatisch, die Linsen ergeben eine cremige Sauce. Allerdings muss man dazu etwas mehr Flüssigkeit angießen als im Rezept angeben. Einfach zu machen ist das ganze auch noch – schön für Tage, an denen man nicht viel Aufwand betreiben möchte.

pilz-schalotten-risotto

Risotto aus dem Ofen? Und dann noch ohne Käse? Geht das? Das geht, sehr gut sogar. Das Schalotten-Pilz-Risotto ist im Ofen ganz entspannt zubereitet. Es ist schön cremig und hinterläßt ein wohlig-sattes Gefühl. Den besonderen Kick bekommt es durch einen Spritzer Chiliöl; das kann man rasch selbst machen während das Risotto gart. Da liegt allerdings ein kleiner Fallstrick – im Rezept steht, man soll Chili und Knoblauch im Öl ein wenig köcheln lassen und dann alles abkühlen. Man füllt aber die Ölmischung besser gleich aus dem Topf in einen anderen Behälter, denn durch das heiße Öl garen Chiliflocken und Knoblauch sonst weiter und verbrennen.

suppe aus geröstetem fenchel

Fenchel steht bei meiner Familie nicht besonders hoch im Kurs. Für die Suppe mit geschmortem Fenchel wird der Fenchel im Ofen geröstet, dazu kommen Knoblauchzehen, Zitrone und eine Kartoffel zur Bindung. Danach wird mit heißer Gemüsebrühe aufgegossen und gemixt. Suppe fertig, ganz entspannt. Geschmacklich war die Suppe toll – sogar die Fenchelverächter haben Nachschlag genommen. Ein Problem war allerdings die Konsistenz – um die Fasern des Fenchels kleinzukriegen, braucht man schon einen sehr leistungsstarken Mixer. HFW benutzt einen Vitamix; der Mixaufsatz meiner Küchenmaschine hatte zu kämpfen  – und wir hatten ziemlich zu kauen an der Suppe.

bloody-mary-steak

Es folgt ein Geständnis: ich trinke gerne Tomatensaft. Am liebsten mit ein paar Tropfen Tabasco. Avocado mag ich auch. Klar, dass ich das Bloody-Mary-Steak ausprobieren musste. Es besteht aus einen Steak, einem Avocado-Tomaten-Salat und einem einer Bloody Mary nachempfundenen Dressing aus Tomatensaft, etwas Öl, Tabasco, Worchestersauce und Zitronensaft. Wirklich toll, ich könnte glatt schon wieder….

roggenbrot mit saaten

So. Backwaren. Ohne Weizen. Ich habe nicht herausgefunden, warum, aber Hefe und Sauerteig kommen auch nicht vor. Wenn Teig gelockert werden soll, dann müssen Backpulver oder Natron ran. Insofern sind die Brote eher ungewöhnlich. Ich habe eher unangenehme Erinnerungen an das bekannte Irish Soda Bread und habe das Roggenbrot mit Saaten, das mit Natron gebacken wird, ausprobiert, damit ich auch mal was zu meckern habe. Naja….die Konsistenz ist eher die von Kuchen – aber der Geschmack ist völlig in Ordnung. Um es in Suppen oder Soßen zu tunken, würde ich das Brot jederzeit wieder servieren. Als Hauptsache zum Frühstück oder ähnlichem dann eher nicht.

roggen-grissini

Ganz anders sieht es bei den Roggen-Grissini aus. Helles Roggenmehl, Backpulverteig. Ich habe mal sicherheitshalber nur eine halbe Portion gemacht. Gedacht waren die Knabberstangen für die Brotboxen von Sohn und Tochter m. Nun, sie haben den Abend nicht überlegt und schon am nächsten Tag stand ich wieder da und bereitete diesmal ein ganzes Rezept vor.

shortbread

So, nun zum Shortbread. Klassischerweise besteht das aus Weizenmehl, Reismehl und Butter. In diesem Fall: Kastanienmehl, Buchweizen, Mandeln, Öl. Ich war gespannt, wie das schmeckt. Nun, wir bemühen uns, kein Essen wegzuwerfen – aber keiner von uns konnte diese sandige, stark nach Kastanie schmeckende Masse essen. Das Shortbread landete im Müll.

bananen-cashew-eis

Wenn man Eis ohne Milchprodukte genießen möchte, liegt ja eigentlich der Gedanke an Sorbet nahe. Es gibt im Buch trotzdem ein Rezept für cremiges Fruchteis. Das ganze beruht auf eingeweichtes, gemixten Cashew-Nüssen. Dazu kommt Honig, Banane und – im Original noch Erdbeere. Ich habe die Menge reduziert und ein reines Bananen-Cashew-Eis gemacht – cremig, bananig, lecker.

orangensalat mit roter bete

Begeistert hat mich der Orangen-Rote-Bete-Salat mit gerösteten Kernen. Hier lang geht es zum Rezept.

schoko-nuss-creme

Lecker war auch die Schoko-Nuss-Creme. Dafür werden geröstete Nüsse (Mandeln in meinem Fall) mit Honig, Kakao und Kokosfett gemixt. Das Ergebnis war geschmacklich toll, die Creme war aber sehr kompakt…..gar nicht so leicht, die auf’s Brot zu bekommen. Einfacher ist es, Pralinen daraus zu rollen und das Ganze als Nascherei zu servieren.

Fazit? Im Grunde bin ich ja ein begeisterter Hugh Fearnley-Whittingstall-Groupie. Ich mag seinen Stil, seine Ideen, seine Rezepte. Ich würde also an dieser Stelle gerne in uneingeschränkten Jubel ausbrechen. Geht aber nicht ganz. Die meisten Rezepte haben mir großen Spaß gemacht und ich werde das Buch sicher noch oft benutzen. Nicht ganz glücklich bin ich aber mit dem Rezepten aus dem Backkapitel und den Kuchen geworden. Warum weizenfrei beim Backen von Brot auch den Verzicht auf Hefe oder Sauerteig bedeutet, habe ich nicht verstanden. Kuchenartigen Broten oder Haferkeksen zum Frühstück kann ich halt nicht so viel abgewinnen. Und dann wäre da noch das Ausrüstungsproblem – so manches Rezept verlangt nach einem leistungsstarken Mixer.

  • Gebundene Ausgabe: 416 Seiten
  • Verlag: AT Verlag
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN: 978-3038008279
  • 24,90