Blumenkohlsteak mit Labne und geriebenen Tomaten

Das ist ein wirklich neuartiges Gericht mit Blumenkohl, das uns gut gefallen hat. Der Blumenkohl wird halbiert, mit einer Mischung aus eingelegter Zitrone und Butter gewürzt und im Ofen gegart. Dazu kombinieren die Autoren von Palomar* Labneh, also Frischkäse aus Joghurt, geriebene Tomaten und schließlich geröstete Mandelsplitter für den Crunch.

Das Ganze ist nicht nur ein feines Essen, sondern auch ein sehr typisches Gericht: man hat eine längere Vorlaufzeit, weil man verschiedene Komponenten vorbereiten muss. Das eigentlich Essen aber ist dann nicht schwierig herzustellen.

Ihr bekommt also nicht nur den Blumenkohl serviert, sondern auch noch die Grundrezepte für eingelegte Zitronen, Zitronenpüree und Labneh 🙂 .

Eingelegte Zitronen und Zitronenpüree:

  • 5 Bio-Zitronen
  • 30 g Meersalzflocken
  • 100 ml Rapsöl
  • 140 ml Olivenöl

zusätzlich für das Püree:

  • 1 1/2 TL Paprika edelsüß
  • 1 Prise Chiliflocken
  • 1/2 TL Kreuzkümmelsaat, geröstet und gemörsert

Ein Einmachglas von 1 Liter Inhalt heiß ausspülen und dann im Ofen bei 110°C Ober- und Unterhitze trocknen lassen.

Die Zitronen waschen, dann ohne die Endstücke in 5 mm dünne Scheiben schneiden. Eine Schicht Zitronenscheiben in das Glas legen, dann mit etwas Salz bestreuen. So weitermachen, bis Zitronen und Salz aufgebraucht sind.

Zitronenscheiben mit Öl bedecken, Glas luftdicht verschließen. 3 Tage ziehen lassen, dann sind sie gebrauchsfertig.

Jetzt zum Püree: Die Zitronen abtropfen lassen, das Öl aufheben. Zitronen mit den Gewürzen im Mixer pürieren, dabei nach und nach etwas Öl angießen, bis man ein glattes Püree erhält.  Püree in ein sterilisiertes Einmachglas geben und mit etwas von dem restlichen Öl bedecken. Das restliche Öl macht sich gut in Salat-Dressings.

Für das Labneh:

Ihr braucht Joghurt, mindesten 500 g.  Im Buch wird eine Mischung aus fettem griechischen Joghurt und Magerjoghurt verwendet. Ich nehme meist den 3,5 %igen Joghurt, den ich ohnehin da habe. Ein Sieb mit einem Passiertuch auslegen, das Sieb über eine Schüssel hängen und den Joghurt hineingeben. Kühl stellen und mindestens 5 bis 6 h abtropfen lassen. Das Labneh ist fertig, wenn der Joghurt aufgehört hat zu tropfen. Die Molke in der Schüssel verwende ich gerne zum Brot backen.

So. Die Vorräte hätten wir. Jetzt geht es an den Blumenkohl. Das Rezept reicht für 4.

  • 2 kleinere Köpfe Blumenkohl
  • 4 EL Gemüsebrühe
  • 25 g Butter, geschmolzen
  • Salz, Zucker
  • 1 Prise Chiliflocken

Geriebene Tomaten:

  • 2 Tomaten
  • 1 Zehe Knoblauch
  • 1 Prise Kreuzkümmelsaat
  • 1 Schuss Olivenöl
  • Salz

Zitronenbutter:

  • 25 g Butter, geschmolzen
  • 1 EL Zitronenpüree
  • 1 TL gemahlene Mandeln

Zum Servieren:

  • 4 EL Labneh
  • 1 TL Za’atar
  • 1 Handvoll geröstete Mandelsplitter
  • gehackte Petersilienblättchen
  • Meersalzflocken

Die Blumenkohlköpfe längs halbieren. Ofen auf 200°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Ein Blech mit Backpapier auslegen und die Blumenkohlköpfe mit der Schnittseite nach unten auf das Blech legen. Gemüsebrühe mit der Butter verrühren und die Blumenkohlköpfe damit einpinseln. Kräftig mit Salz, Pfeffer und Chiliflocken würzen. Die Blumenkohlköpfe mit Backpapier abdecken und im heißen Ofen ca. 45 bis 60 min backen. Der Blumenkohl soll sich leicht einstechen lassen, aber nicht zu weich sein.

Zwischenzeitlich die Tomaten häuten und reiben. Knoblauch schälen und ganz hacken. Tomaten mit den restlichen Zutaten verrühren und beiseite stellen. Die Zutaten für die Zitronenbutter ebenfalls verrühren.

Blumenkohl dem Ofen nehmen, die Grillfunktion einschalten. Die Kohlköpfe mit der Zitronenbutter einreiben und unter den Grill schieben und 5 bis 7 grillen.

Zum Servieren je 1 EL Labneh auf einem Teller verstreichen, mit Za’atar bestreuen. Je einen Blumenkohl darauf setzen. Geriebene Tomaten über den Kohl geben, mit Mandelsplittern, Petersilie und Salzflocken garnieren und gleich servieren.

 

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Shakshouka im neuen Stil

„So lange Du zwei Eier hast und etwas Brot zum Auftunken, hast Du immer in zehn Minuten eine Mahlzeit auf dem Tisch.“

Palomar* wäre kein Buch über die israelische Küche, wenn es nicht auch Rezepte für Shakshouka gäbe. Da gibt es ein Rezept für die tradionelle Shakshouka mit ihrer Basis von Tomatensauce. Es wird etwas abgekürzt, in dem auf zuvor hergestellte Matbutcha oder Chraymeh-Sauce zurückgegriffen wird.

Die hier vorgestellte Version kommt ohne Tomaten aus – dafür gibt es eine bunte Gemüsemischung. Shakshouka bedeutet „schütteln“ oder „eine Mischung“ und so sind dem Gericht im Grunde keine Grenzen gesetzt – so lange Eier in einem Eintopf pochiert werden. Für Tomer, den Küchenchef des Palomar ist Shakshouka mehr als ein Essen – es ist eine Philosophie, eine Lebensart. Sie ist leicht gemacht, mit wenigen Zutaten oder mit Resten vom Vortag und kann jedes Mal neu erfunden werden.

Das Originalrezept verwendet Blumenkohl, Aubergine zu Zucchini. Ich habe statt des Blumenkohls Grüne Bohnen verwendet, die noch in der Tiefkühle auf ihren Einsatz warteten. Es gibt eine Menge Vorschläge für Abwandlungen – gegarte Kartoffelwürfel, Chorizo, gehobelter Knollensellerie….oder Eintopfreste vom Vortag.

Für 4 Personen:

  • 300 g grüne Bohnen
  • 50 ml Olivenöl
  • 1 Aubergine
  • Pfeffer
  • 1/2 TL Chiliflocken
  • 1 EL Kreuzkümmelsaat, geröstet und gemörsert
  • 1 TL Koriandersaat, geröstet und gemörsert
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 1 Handvoll frische Oreganoblättchen
  • 200 ml Gemüsefond
  • 1 Zucchini
  • 8 Eier
  • gehackte Petersilienblättchen zum Garnieren
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle

Die Bohnen putzen und schräg in grobe Stücke schneiden. Knoblauch schälen und fein hacken.

In einem Topf Salzwasser zum Kochen bringen. Die Bohnen darin 1 Minute blanchieren, dann abgießen, kalt abbrausen und beiseite stellen.

Aubergine in Würfel schneiden. Olivenöl in einer Pfanne erhitzen. Aubergine darin anbraten und dabei mit etwas Salz, Pfeffer, Chiliflocken, Kreuzkümmel und Koriander würzen. Das ist so ein Punkt – jede Zutat, die zugegeben wird, wird für sich gewürzt. Das macht den Geschmack intensiver – und unterscheidet eine gute Shakshouka von einer sehr guten.

Wenn die Auberginen nach 5 bis 8 min braten eine goldene Farbe angenommen haben, die Bohnen zusammen mit Knoblauch und Oregano zugeben. Wie vorher auch würzen und 3 bis 4 min unter Rühren garen. Dann die Temperatur erhöhen, den Fond angießen und dabei die Bratrückstände mit einem Holzlöffel vom Topfboden abschaben.

Zucchini in dünne Scheiben schneiden und zusammen mit den restlichen Gewürzen zugeben.

Jetzt die Eier aufschlagen und vorsichtig in die Sauce geben. Mit einer Gabel leicht durch die Eiweiße ziehen, damit sich Eier und Sauce verbinden.

Temperatur reduzieren und alles 10 bis 15 min garen, bis die Eiweiße fest, die Eigelb aber noch flüssig sind. Bei uns ist das ein Streitpunkt…ich mag sie flüssig, andere fest….wer feste Eigelbe mag, legt einen Deckel auf.

Eier pfeffern und salzen, alles mit gehackter Petersilie bestreuen und genießen. Am besten mit Brot dazu, damit man die Sauce auftunken kann.

 

Kochbuch: Palomar – Kreative israelische Küche

Israelische Küche – was verbindet Ihr denn damit? Für mich ist sie unglaublich reizvoll, was nicht zuletzt daran liegt, dass so viele verschiedene Einflüsse in ihr zusammenkommen und zu etwas Neuem, Einzigartigen zusammengefügt wurden.

Man kann diese Küche auch in London genießen. Dort betreiben nämlich einige junge Israelis das (preisgekrönte) Restaurant „The Palomar„. Die Mannschaft war nicht immer in London – angefangen hat alles in Jerusalem, dort hatten die Gründer des heutigen Palomar mehrere Restaurants, bevor sie nach London kamen. Restaurant und Buch sind ein gemeinschaftliches Projekt  der Crew.

Es gibt eine Menge zu entdecken in diesem Buch: los geht es damit, was man so vorrätig haben sollte, wenn man kochen möchte wie im Palomar. Das ist eine längere Liste, aber, wie Tomer Amedi, der Restaurantchef, der für die Rezepte verantwortlich ist, anmerkt, die Zutaten sind lange haltbar. Und wenn man sie einmal da hat, kann man sich entspannt ans Kochen machen. Die Rede ist von Dingen wie Dattelsirup, Rosenwasser oder Bulgur. Einen Spaziergang durch den Gewürzschrank gibt es auch – aber dass man ein paar Gewürze vorrätig haben sollte, wenn man sich der israelischen Küche widmen möchte, ist ja nur zu klar. In diesem Kapitel gibt es dann auch Rezepte für Gewürzmischungen wie Ras-El-Hanout, oder Hawaij. Und dann gibt es noch eine kleine Abhandlung über Nüsse mitsamt einer Anleitung zum Rösten.

So. Vorräte haben wir. Dann können wir uns ja mal ans Kochen machen. Oder an eine Vorstufe davon. Im nächsten Kapitel geht es nämlich um das „Essen vor dem Essen“. Die Rezepte sind bunt gemischt. Da gibt es zum einen Grundrezepte, auf die später im Buch zurückgegriffen wird: eingelegte Zitronen und ein Püree davon zum Beispiel, Harissa oder Labneh. Es gibt aber auch Kleinigkeiten, die man einfach so essen kann – gewürzte Oliven mit Rosenblättern und Balsamico zum Beispiel oder Karotten und Fenchel mit Harissa und eingelegter Zitrone.

Langsam arbeiten wir uns zu weiteren Mahlzeiten vor –  es gibt Rohkost. Damit ist durchaus nicht nur Salat gemeint. Austern mit Harissa-Öl, Sashimi mit marinierten Zwiebeln und Ingwer-Vinaigrette, aber auch Frühlingssalat mit Kohlrabi, Fenchel und Brunnenkresse-Pesto wollen entdeckt werden.

Jetzt aber zu den Hauptgängen: ein paar Grundrezepte wie Gemüsefond sind da auch versteckt, aber es gibt auch Polenta Jerusalem Style  – im Glas, mit Spargel und Pilzragout – Bourekas, also kleines Blätterteiggebäck mit Aubergine, Feta und Mangoldeintopf oder Okto-Hummus; das ist Hummus gegartem Oktopus, Tomatenconfit, Petersiliendressing und zerdrückten Kichererbsen. Ich muss unbedingt auch noch die „Kreplach des schlechten Juden“ probieren – das sind Teigtaschen mit Schweinefleisch – und die Roten Bete mit Lammfleischfüllung. Positiv aufgefallen sind mir auch die vielen Rezepte mit Innereien.

Im letzten Kapitel geht es in die Bäckerei. Die Rezepte sind bunt gemischt – Brot, Kuchen, Nachtisch. Mich lockt da noch das Tahin-Eis, zu dem es eine Filo-Waffel gibt und außerdem Crème Anglaise mit Kardamom und karamellisierte Feigen. Der Stilton-Käsekuchen klingt auch gut und natürlich muss ich endlich mal das jemenitische Kubaneh-Brot probieren.

Die Rezepte sind logisch strukturiert und funktionieren gut. Oft sind ein paar Komponenten und einige Arbeitsschritte mehr zu befolgen, so dass wir nicht von der ganz schnellen Feierabendküche sprechen. Es gibt immer kleine, aber wichtige Hinweise in den Rezepten, die wirklich ausschlaggebend für das Ergebnis sind – sie führen dazu dass aus einem guten Gericht ein hervorragendes wird.

„Kreative israelische Küche“ – so lautet ja der Untertitel. Und das Buch wird ihm gerecht. Es gibt von vielen klassischen Gerichten modernisierte, originelle Versionen. Als Teigtaschenfan greife ich einfach mal die Kreplach heraus. Da gibt es ein Grundrezept, die oben erwähnten Kreplach mit Schweinefleisch und außerdem Labneh-Kreplach-Tortellini, die in Borschtsch serviert werden.

Ein Wort noch zum Salz: es wird auf koscheres Salz zurückgegriffen. Das ist grobkörniges oder -flockiges Meersalz ohne Zusätze. Wenn man feinkörniges Salz nimmt, tut man gut daran, weniger zu nehmen. Aber das merkt man ja beim Abschmecken.

Ich liebe Shakshouka. Die Basisversion mit Tomaten steht hier regelmäßig auf dem Tisch. Dass sie es noch nicht in den Blog geschafft hat, liegt schlicht und ergreifend daran, dass sie zwar herrlich schmeckt, aber ganz und gar unherrlich aussieht. Ausgefranstes Eiweiß…. In Palomar gibt es zwei Versionen von Shakshouka: eine klassische, schnelle auf der Basis von vorher hergestellter Matbutcha. Und Shakshouka auf neue Art  – ohne Tomaten, dafür mit verschiedenen Gemüsesorten. Diese Version habe ich probiert. Und es gibt einen sehr einfachen Trick, der dafür sorgt, dass das Eiweiß nicht ausfranst, sondern sich wunderbar mit der Sauce verbindet – einfach einmal mit der Gabel durchrühren.

Zur Shakshouka passt Pitta-Brot. Das habe ich schon oft gebacken, aber noch nie mit einer derart detaillierten Anleitung. Die Brote bestehen aus einem einfachen Hefeteig. Sie sind Ofen schön hochgegangen und hatten innen den erwünschten Hohlraum. Nur mit den allzu kurzen Gehzeiten war ich nicht einverstanden; die habe ich verlängert.

Das Blumenkohlsteak mit Labneh war klasse. Es besteht aus ein paar Komponenten mehr und braucht etwas Vorbereitung. Es werden halbierte Blumenkohlköpfe im Ofen gebacken, am Ende mit einer Zitronenbutter bestrichen. Serviert werden sie auf einem Bett von Labneh und mit einem Topping aus geriebenen Mandeln. Man muss vorweg Zitronen einlegen, um das benötigte Zitronenpüree herstellen zu können und Joghurt abtropfen lassen für das Labneh. Wenn man die Vorbereitungszeit investiert hat, dann fügt sich am alles recht einfach zu einem harmonischen Ganzen.

Freekeh war noch da, also gab es zum Blumenkohl einfaches Freekeh. Im Prinzip ist das ein Pilaw, nur eben auf der Basis von Freekeh.

Kabeljau-Chraymeh – dieses Gericht habe ich schon einmal für eine Rezension gekocht. Es ist interessant, die Unterschiede zu merken. Die erste Version war sehr scharf. Hier wird eine Tomatensauce mit reichlich roter Paprika, etwas Harissa und Chili gekocht. Beiden Versionen ist gemeinsam, dass dann der Fisch in der Sauce pochiert wird. Geschmeckt hat jede Version, aber meiner Familie ist die mildere Variante lieber ;-).

Fazit: Die israelische Küche ist ja auf dem Vormarsch, und das nicht zuletzt dank Yotam Ottolenghi. Und wem diese Art zu Kochen gefällt, der wird an diesem Buch seine Freude haben. Es gibt klassische Rezepte und frische Ideen, allesamt gut umsetzbar. Ein wenig Zeit und ein paar Arbeitsschritte mehr muss man oft einplanen, aber es lohnt sich. Auch Vegetarier werden fündig.

  • Gebundene Ausgabe: 256 Seiten
  • Verlag: Dorling Kindersley
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN: 978-3831031702
  • 24,95

 

Kürbis-Sambuseks mit Oregano

sambuseks

Rezepte für Teigtaschen muss ich ausprobieren, und so standen diese Sambuseks aus „Orientalisch vegetarisch„* gleich auf dem Programm, als wieder einmal ein Kürbis in der Gemüsekiste war.

Sambuseks sind kleine Pasteten. Man isst sie gerne als Imbiss oder als Mezze. Ganz klassisch ist die Füllung mit Lammhackfleisch oder auch mit Feta oder Spinat. Hier aber war Greg Malouf kreativ – er hat eine Kürbisfüllung in die Taschen gepackt. Und das ist eindeutig eine sehr gute Verwendung für Kürbis – die Füllung ist dank Oregano und Feta wunderbar aromatisch. Nicht einmal die Kürbis-Hasser am Esstisch hatten an den Taschen etwas auszusetzen; das ist schon ein ziemliches Kompliment 🙂

Im Rezept steht als Füllung Butternut-Kürbis,. Zufällig hatte ich genau den da. Es gehen sicher aus alle möglichen anderen Sorten, nur von den wässrigen Gartenkürbissen, aus denen man die Halloween-Monster schnitzt, solltet Ihr die Finger lassen.

Das Rezept ergibt ca. 16 kleine Pasteten:

Für den Teig:

  • 200 gr. Mehl (ich: Dinkel 630)
  • 2 gestrichene TL Backpulver
  • 30 gr. Butter, sehr kalt
  • 1/4 TL Salz
  • 1 Prise Zucker
  • 50-100 ml Wasser, lauwarm

Für die Füllung:

  • 400 gr. Kürbisfruchtfleisch (ich hatte Butternut)
  • 2 EL Olivenöl
  • 1 große Schalotte
  • 1 TL Salz
  • 1 1/2 TL brauner Zucker
  • Pfeffer aus der Mühle
  • 80 gr. Feta
  • 1 EL Oreganoblättchen, in Streifen geschnitten
  • 1 Ei

Zum Fertigstellen:

  • 1 Ei

Zunächst den Teig zubereiten: Dafür das Mehl mit Backpulver,  Salz und Zucker in eine Schüssel geben. Die Butter ganz klein würfeln, zur Mehlmischung geben und mit den Fingerspitzen in das Mehl reiben, so dass grobe Streusel entstehen. Das Wasser nach und nach zugeben und alles zu einem elastischen Teig verkneten. Der Teig soll elastisch sein, aber nicht kleben. Teig in Frischhaltefolie wickeln und bei Zimmertemperatur 30 min ruhen lassen.

Inzwischen für die Füllung das Kürbis-Fruchtfleisch grob raspeln. Schalotte schälen und fein hacken.

Das Öl in einer Pfanne erhitzen. Schalotte darin glasig anschwitzen, dann die Kürbisraspel zugeben und unter Rühren braten, bis sie weich sind. Mit Salz, Zucker und Pfeffer abschmecken. Vom Herd nehmen und abkühlen lassen, dann den Feta zerkrümeln und einarbeiten und das Ei untermischen.

Den Backofen auf 200°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Ein Blech mit Backpapier auslegen. Das Ei aufschlagen und mit 1 TL Wasser verquirlen.

Den Teig auf der leicht bemehlten Arbeitsfläche ca. 3 mm dünn ausrollen. Kreise von ca. 8 cm Durchmesser ausstechen. In die Mitte jedes Teigkreises ca. 1 TL Füllung geben. Die Ränder mit Ei bestreichen, die Kreise zu Halbmonden zusammenklappen und die Ränder gut festdrücken. So weiter verfahren, bis Teig und Füllung aufgebraucht sind.

Die Teigtaschen auf das Blech legen, mit dem restlichen Ei bestreichen und im heißen Ofen in ca. 15 min goldbraun backen. Kurz auf einem Gitter abkühlen lassen, dann servieren.

Gefüllte Zucchini mit Reis

gefüllte zucchini mit reis

Gefüllte Zucchini sind doch der Sommerklassiker, nicht wahr. Ich bin da immer dankbar für neue Ideen. In iesem Fall kommt die Idee aus dem Buch „Zeit der Feigen„* – und ich habe sie gerne aufgegriffen. Das Gericht ist typisch für die Hausmannskost, wie sie in dem Buch präsentiert wird.

Die Füllung basiert auf Rundkornreis und viel Petersilie – so ist sie mild, aber aromatisch. Man braucht eine spezielle Gewürzmischung für das Gericht, die ist aber rasch auf Vorrat zusammengemischt.

In seiner  ursprünglichen Version ist das Gericht vegan – wenn man, so wie ich, einen Joghurtdipp mit Minze und Knoblauch dazu serviert, dann natürlich nicht mehr. Wer ein veganes Gericht haben möchte, serivert alles statt mit Joghurt mit einer Sauce aus Minze und Knoblauch, dafür einfach 3-4 Zehen Knoblauch fein hacken, mit 1 El getrockneter Minze und dem Saft von 2 Zitronen vermischen.

Für 4 Personen:

Für die Gewürzmischung:

  • 6 TL gemahlener Piment
  • 6 TL schwarzer Pfeffer, gemahlen
  • 3 TL Zimtpulver
  • 1 TL Mahleb* (gemahlene Kerne der Steinweichsel, im orientalischen Lebensmittelhandel)
  • 1 TL gemahlener Ingwer
  • 1 TL Nelkenpulver
  • 1 TL Muskatnuss, frisch gerieben

Für die Zucchini:

  • 1 kg kleine Zucchini
  • 200 gr. Rundkornreis (ich: Arborio)
  • 4 Tomaten
  • 3 Frühlingszwiebeln
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 1 Bund Petersilie
  • 1 EL getrocknete Minze
  • 1 EL Sieben-Gewürzmischung
  • Saft von 1 Zitrone
  • Salz
  • Olivenöl

Für das Knoblauch-Minz-Joghurt:

  • 250 gr. Naturjoghurt (am besten den dicken, griechischen)
  • 1 Zehe Knoblauch
  • Salz
  • 1-2 TL getrocknete Minze

Für die Gewürzmischung alle Zutaten gründlich miteinander vermengen. Luftdicht und dunkel aufbewahrt, bleibt die Mischung ein paar Wochen aromatisch.

Den Reis in kaltem Wasser einweichen.

Die Zucchini waschen, dann Kopf und Strunk abschneiden. Zucchini der Länge nach halbieren, das Fruchtfleich mit einem Teelöffel herausschaben. Das Fruchtfleisch anderweitig verwenden.

Zwei der vier Tomaten in feine Würfel schneiden. Frühlingszwiebel putzen, Petersilienblättchen abzupfen. Beides sehr fein würfeln. Knoblauchzehen schälen und fein hacken.

Den Reis durch ein Sieb abgießen und in eine Schüssel geben. Mit Tomaten, Petersilie und Frühlingszwiebeln vermischen, dann die Gewürzmischung, Minze, Knoblauch und 4 EL Olivenöl einrühren und alles mit etwas Zitronensaft und Salz abschmecken.

Die Zucchini zu 3/4 mit der Reismischung, dann in einen Topf oder in eine Pfanne legen, in der sie alle nebeneinander Platz haben.

Die restlichen Tomaten in feine Scheiben schneiden und diese auf den Zucchini verteilen.

Soviel Wasser angießen, dass die Zucchini ganz knapp bedeckt sind, salzen, kurz aufkochen lassen, dann bei schwacher Hitze köcheln lassen, bis Reis und Zucchini gegart und fast das ganze Wasser verdampft ist. Das dauert ca. 30 bis 45 Minuten.

Inzwischen für die Sauce den Knoblauch mit etwas Salz im Mörser zu einer Paste verreiben. Zusammen mit der Minze zum Joghurt geben, alles gründlich verrühren und, wenn nötig mit noch etwas Salz abschmecken.

Die gegarten Zucchini vorsichtig aus dem Topf heben und mit der Joghurtsauce anrichten.

Die Zucchini schmecken warm und kalt.

Mloukhia – Eintopf mit Hühnchen und Muskraut

mloukhia

Dass ich in München wohne, ist ja hinlänglich bekannt. Gleichzeitig wohne ich aber auch ziemlich weit draussen. Eine idyllische Wohnsiedlung im Grünen. Der Haken: die Infrastruktur. Für den täglichen Bedarf reicht es, sich aufs Rad zu schwingen, aber für exotischere Sachen muss ich mich in die Innenstadt bequemen. Ab in die S-Bahn also. Das mache ich nicht so oft. Entsprechend erfreut war ich, als in meiner Gegend ein orientalischer Lebensmittelmarkt eröffnet hat – und noch dazu ein großer, gut sortierter. Ich werde bestimmt regelmäßig dort einkaufen, damit er auch ja lange existiert :-).

Beim Stöbern stieß ich auf eine Packung Mloukhia – von der Zutat hatte ich in „Zeit der Feigen„* gelesen, und so wanderte sie fix in den Einkaufskorb. Mloukhia ist eine verbreitete Zutat in Ägypten, im Nahen Osten und auch im Sudan. Der Eintopf heißt wie das Kraut – Mloukhia. Auf Deutsch nennt man das Kraut, ein Malvengewächs, Langkapslige Jute oder Muskraut. Das ganze hat Ähnlichkeit mit Spinat, schmeckt aber etwas bitterer.

Ist das Muskraut erst einmal besorgt, dann ist der Eintopf einfach gekocht. Das Hühnchen wird zerlegt und mit Gewürzen gegart, die dadurch entstehende Brühe wird genutzt, um das Mloukhia darin zu garen. Serviert wid beides zusammen, ähnlich wie bei einem Eintopf. Dazu passen Reis oder Fladenbrot.

Für 4 Personen:

  • 200 gr. Mloukhia
  • 1 Hühnchen
  • 1 Zwiebel
  • 3 Zehen Knoblauch
  • 1 Bund Koriandergrün
  • etwas Butter
  • 3 Lorbeerblätter
  • 1 Stange Zimt
  • Saft von 2 Zitronen
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle

Das Huhn waschen und zerteilen. Wer mag, kann auch die Haut abziehen. Ich habe sie dran gelassen…ja, ich gestehe, ich weiss das Fett in einer Hühnerbrühe zu schätzen ;-). Zwiebel schälen.

Hühnerteile mit Lorbeerblättern, Zimt und Zwiebel in einen Topf geben, mit Wasser aufgießen und das Hühnchen in ca. 40 min gar kochen.

Knoblauch schälen und in Scheiben schneiden. Koriander waschen, Blättchen abzupfen und fein hacken.

Wenn das Hühnchen gar ist, die Hühnerteile aus der Brühe nehmen und beiseite stellen.

Etwas Butter in einem Topf zerlassen, Knoblauch und Koriandergrün darin anbraten. Dann das Mloukhia zugeben, kurz durchrühren und so viel Hühnerbrühe angießen, dass die Blätter das Wasser aufsaugen. Anschließend nochmals Suppe aufgießen und das Gemüse in 30 min bedeckt gar köcheln lassen. Mit Zitronensaft, Salz und Pfeffer abschmecken.

Die Hühnerteile auf das Gemüse legen und nochmal warm werden lassen. Dabei nicht umrühren, da das Mloukhia abfärbt….günes Huhn ist ja weniger hübsch. Gemüse mit Huhn anrichten.