A Couple of Taste – AEG Taste Academy mit Heiko Antoniewicz

Wenn ich die Gelegenheit bekomme, Heiko Antoniewicz beim Kochen über die Schulter zu schauen und anschließend noch sein Essen verkosten, dann gibt es nur eins – nichts wie hin!

Heiko Antoniewicz ist jemand, der sehr systematisch und präzise an das Kochen herangeht; vielleicht wäre wissenschaftlich sogar ein passender Begriff dafür. Er hat einen  Hang zur Molekularküche und zum Fermentieren  und arbeitet gern mit technischen Mitteln wie Sous Vide. Und: er weiß nicht nur viel, sondern ist auch ein fröhlicher, zugänglicher Mensch, dem es sichtbar Spaß macht, sein Wissen weiterzugeben. Das gleiche gilt auch für seinen Mitstreiter Adrien Hurnugee – die beiden sind ein Dreamteam in Punkto Wissen und Spaß.

Was mich auch immer freut, ist, dass bei Heiko Antoniewicz nicht so eurozentrisch gekocht wird. Heiko reist gerne und nimmt von überall her Eindrücke mit. Der Gang in den Asienladen ist selbstverständlich für ihn. Adrien kommt übrigens ursprünglich aus Mauritius und benennt als sein Lieblingsgewürz Chili. Für Schwung ist also gesorgt.

Und was gab es denn nun zu erfahren und zu essen? Einen Teil davon habe ich Euch hier bereits vorgestellt, aber es lohnt sich, etwas ins Detail zu gehen. Es geht um vielschichtige Geschmackbilder; Vertrautes und Exotisches werden spannend kombiniert. Und dann braucht man ja auch noch ein harmonisches Zusammenspiel, damit das Ganze nicht in Überforderung endet.

Büsumer Krabbe | Aprikose | Sesam | Chicorée | Oliven

Spricht das nicht für sich selbst? Krabben, süßes Aprikosenpüree, bitterer Chicorée und Olivenpulver.

Gelierter Borschtsch |Sauerrahm |Prasselkohl |Apfelessig |Livarschwein

Heiho kommt aus dem Ruhrgebiet, da gibt es viele Menschen osteuropäischer Abstammung. Klar, dass man Borschtsch auf die Karte setzt. Der Borschtsch kommt als Gelée daher, begleitet von mit etwas Chiliöl aufgepepptem Sauerrahm, gezupftem Schweinefleisch und Wirsingchips. Kohlchips sind ja derzeit ganz chic; wenn Ihr die selbst machen wollt, ist es eine gute Idee, den Kohl vor dem Dörren zu blanchieren, damit der Kohlgeschmack nicht zu dominant ist.

Schellfisch |Bak Kut Teh Sud |Edamame |Paprika

Das ist ein tolles Beispiel, wie man Einflüsse aus anderen Länderküchen in seine Gerichte intergrieren kann – gab es da nicht ganz früher etwas, das sich Fusion Cuisine nannte? Der Schellfisch wird gegart in einem Sud aus Schweinerippchen, wie er für Singapur typisch ist. Dazu gesellen sich Edamame und eine Garnitur aus Pork Floss, also gegartem, gezupften Schweinefleisch, das zusätzlich mit etwas süßer Sojasauce und Chili aromatisiert wird. Alles zusammen überrascht – und harmonisiert wunderbar. Und Ihr bekommt Küchentipp Nummer 2: Fisch immer erst ca. eine Stunde in Salzlake  (40 g Salz auf 1 L Wasser) einlegen, so behält er beim Garen immer seine Form.

Lamm |Linsen |Senfkörner |Bumbu Besebgek

Was mich immer freut, ist, wenn ein Produkt in verschiedenen Konsistenzen auf den Teller kommt. Hier sind es die Linsen; diese werden sowohl  im Ganzen gegart und als Pürée serviert. Bumbu Besebgek ist eine Currypaste – so mild und ausgewogen, man könnte sie auch löffeln.

Geröstete Gerste |Kaffee |Malz | Rinderbug

Hier ist es an Zeit, ein paar Worte über Kaffee zu verlieren. Immerhin ist der mehr als „nur“ der Wachmacher am Morgen. Kaffee ist auch ein wunderbarer Geschmacksverstärker. Wenn Euch also bei einem Gericht ein eher unbestimmbares „Etwas“ fehlt – Kaffee, in Form von zum Beispiel Kaffeesalz oder Kaffeeöl könnte die Lösung sein.

Süße Kirschtomaten |Mandeleis |Minze |Gewürzsud

Nachtisch! Süßkram ist nicht mein Favorit, aber hier schon. Ja, Tomaten gehen wunderbar in Süß. Vor allem, wenn sie mit Bedacht mit Sternanis, Nelken, Vanille, Zimtblüte und Macis gewürzt werden. Das Eis erspare ich Euch 😉. Die Rezeptur ist einfach, aber die geniale Textur kommt aus dem Paco Jet.

Ihr seht, es war ein toller Abend. Genussvoll, lehrreich und auch lustig. Die AEG Taste Academy ist eine Sache, die ich Euch gerne weiter empfehle. Ein paar Termine gibt es dieses Jahr noch.

 

Advertisements

Hinter den Kulissen: Hans Stefan Steinheuer

Hans Stefan Steinheuer arbeitete nach seiner Ausbildung zum Koch unter anderem im Restaurant Erbprinz in Ettlingen und in den Schweizer Stuben in Wertheim. Dann tat er etwas Mutiges: er ging nach Hause nach Heppingen und übernahm dort den Landgasthof seiner Eltern. Heute zählt sein Restaurant „Zur Alten Post“ zu den 10 besten Restaurants Deutschland. Seine zwei Michelin-Sterne hält er seit 1999.

Und bald erscheint im Tre Torri Verlag sein inzwischen drittes Kochbuch. Wurzeln soll es heißen. Meine Freude war groß, als Tre Torri und sein Verleger Ralf Frenzel einige Blogger, mich eingeschlossen, einlud, einen Tag im Restaurant von Hans Stefan Steinheuer zu verbringen und hinter die Kulissen von Restaurant und Kochbuchproduktion zu schauen.

Nach einer kurzen Begrüßung und einem Gang durch Kochschule und Restaurant ging es auch schon ab in die Küche. Hans Stefan Steinheuer legt naturgemäß großen Wert auf Qualität und Regionalität. Das tolle Gemüse, das er verarbeitet kommt so weit als möglich direkt aus der Gegend – ein älterer Herr aus dem Ort baut es für das Restaurant an. Und wenn ungewöhnliche Wünsche geäußert werden, dann versucht er diese auch zu erfüllen.

Wir bekamen nicht nur erzählt, sondern durften auch selbst mit Hand anlegen. In der Küche wurden einige kleine Kostproben zubereitet. ich habe mich sehr gefreut, dass Hans Stefan Steinheuer sein Wissen gern mit uns geteilt hat. Ein Beispiel – ich weiß jetzt, dass man aus Birnenblüten Sirup machen kann. Das Aroma ist hinreissend. Nächstes Jahr im Frühjahr werde ich das mit Apfelblüten ausprobieren.

Es gab noch viele andere Kostproben, die allesamt wunderbar waren. Meinen absoluten Favoriten seht ihr auf dem größeren Bild links Galerie: Burrata auf Zitrone mit einer Vinaigrette, in der ich am liebsten versunken wäre.

Und dann war da noch ein kleiner, vielversprechender Ausblick auf den Abend: wir sollten ja ein Menü bekommen, das aus der Feder von Hans Stefan Steinheuer stammt. Gekocht hat das an diesem Tag das Team unter der Leitung von Küchenchef Christian Binder (linke Seite im Bild). Es ist toll, wenn man nicht nur Essen darf, sondern auch noch erklärt bekommt, wie die Speisen entstehen. gekocht wurde die Vorspeise – und der Patissier erzählte begeistert über das Dessert unten rechts im Bild).

Aber halt. Sagte ich nicht etwas von einem Buch? Was wir an diesem Nachmittag und Abend vorgestellt bekommen haben, wird sich alles in Stefan Steinheuers neuem Kochbuch finden lassen. Zu einem Kochbuch gehören  – jedenfalls meistens – auch Bilder. Diese kommen in diesem Fall von Peter Schulte. Ein Dessertteller wurde also nach nebenan getragen und Peter Schulte zeigte uns, wie er das so macht mit den Fotos – es sah überraschend einfach aus. Ein Tisch, ein Untergrund, ein Spiegel, ein Reflektor.

Und jetzt mache ich Euch noch einmal den Mund wässrig und erzähle Euch ein wenig über das schöne Menü, das wir am Abend geniessen durften. Leider ist die Fotoqualität eher mäßig, denn ich hatte den Fotoapparat auf dem Zimmer gelassen und es war etwas dunkel.

Gänsestopfleber mit Kaffee und Milch: die Aromenkomposition ist recht klassisch, aber da ist eine Art gefüllter Praline dabei. Und Ihr könnt sicher sein, dass ich bald den Milchchip ausprobiere, der aus Milch und Milchpulver hergestellt wird.

Wolfsbarsch  mit Sauce Choron und Zucchini- und Sepianudeln – Ihr kennt Sauce Choron? Im Grunde ist das eine Béarnaise, in die zusätzlich Tomatenmark eingearbeitet wird. Bei Steinheuers spielt zusätzlich Dashi mit, die Basis ist ein weißer Tomatenfond und es gibt etwas Chiliöl dazu – himmlisch.

Rehrücken mit Spitzkohl und Chorizo-Öl: die Rezepte sind aufwändig und komplex. Man schmeckt das und man sieht das. Hier zum Beispiel gab es ein Zwiebelpüree auf dem Teller, darauf eine kleine Rolle aus Spitzkohl mit einem Topping aus Olivenwürfeln und Pfifferlingen. Dazu den Rehrücken, garniert mit Chorizo-Öl und Rehjus. Was mich angeht, ist das etwas, das ich tatsächlich lieber auswärts esse, nachbasteln in der eigenen Küche ist nicht so leicht. Aber….so kleinere Komponenten wie das Chorizoöl oder das Olivenpulver, die werde ich bestimmt machen.

Der Nachtisch trägt den zurückhaltenden Namen „Gewürzzwetschge“. Ich bin im Grunde kein so großer Fan von Nachtisch – die Käseplatte geht immer vor. Aber die Kombination aus geliertem Zwetschgenröllchen, Financier-Chip, Honigcreme, Zwetschgengel, Crumble und Zwetschgeneis, die fand auch ich unwiderstehlich.

Es gab eine Weinbegleitung zum Menü. Ich weiß, dass das nicht von jedem gern gesehen wird. Aber Steinheuers Weinkeller ist legendär. Und ich fand es wunderbar, wie Weine und Essen korrespondierten.

Ihr seht schon – ich hatte einen tollen Tag. Lehrreich, lustig und außerordentlich wohlschmeckend. Ich kann Euch nur ans Herz legen, bei Steinheuers zu essen.  Ihr bekommt nicht nur exzellente Gerichte, sondern esst auch in ganz entspannter Atmosphäre bei einem aufmerksamen, aber unaufdringlichem Service. Und dann wäre da noch die Kochschule – Hans Stefan Steinheuer teilt sein Wissen gerne und großzügig. Und dann hätten wir noch das kommende Buch; ich stelle es Euch nach dem Erscheinen vor.

White Plate – Kochen und Kunst

Köche sind Künstler. Aber im Gegensatz zu Malern, Bildhauern oder Musikern sind ihre Werke vergänglich. Wunderbare angerichtete Teller verlassen die Küche und das Kunstwerk verschwindet rasch in den Bäuchen der Gäste. Was treibt diese Menschen an, täglich solche Höchstleistungen zu erbringen? Und könnte man daraus nicht doch etwas Bleibendes erschaffen?

So in etwa war der Gedankengang von Klaus Einwanger. Das brachte ihn auf die Idee, das Wort Kochkunst einmal wörtlich zu nehmen und mit 14 Spitzenköchen aus Großbritannien und Deutschland bleibende Kunstwerke zu schaffen – das Kunst und Kulturprojekt White Plate kam ins Werden.

Klaus Einwanger reiste durch Großbritannien und Deutschland, um Spitzenköche für sein Projekt zu gewinnen. Letzlich zusammengearbeitet hat er mit Köchen wie  Vivek Singh, Adam ByattJörg Sackmann oder Christian Lohse.

Jeder Koch suchte sich ein Thema aus, das ihn und seine Motivation am besten darstellt. Gemeinsam schufen Koch und Fotograf dazu ein Ausstellungsstück. Entstanden sind so sehr unterschiedliche, spannende und anrührende Statements von ganz unterschiedlichen Spitzenköchen – aber immer einer großen Begeisterung für hochwertige Nahrungsmittel, exzellente Verarbeitung und das Bewirten von Gästen.

Ein kleines Beispiel für echte Kochkunst habe ich hier im Bild – es ist das legendäre Dessert Honeymoon von Otto Koch. Vielen Dank an Dorothée für das Überlassen der Bilder.

Ich hatte die Freude, bei einer Werkschau in München dabei sein zu dürfen. Gezeigt wurden erste Eindrücke der geschaffenen Ausstellungsstücke sowie kurze Porträts der beteiligten Köche. Mit von der Partie war da auch Otto Koch, der ebenfalls einen Beitrag zu dem Kunstprojekt beigesteuert hat. Als Thema ausgesucht hat er sich  „EssenZen“, denn seiner Meinung nach hat Kochen und Essen sehr viel mit Zen zu tun. Seine Ausstellungsstück befasst sich mit den vier Elementen Feuer, Wasser, Erde und Luft, die er in Gerichten inszeniert hat.  Auf der Website des Kunstprojektes findet Ihr einige Filme, die die Entstehung der Kunstwerke dokumentieren – hier könnt Ihr sie Euch ansehen. In den Film über Otto Koch gibt es auch einen Teil über das Honeymoon-Dessert.

Nicht nur Theorie und etwas zum Anschauen gab es bei der Werkschau – sondern von Montag bis Freitag auch jeweils einen Mittagstisch. Gekocht wurde nach Rezepten von Christl und Gabriele Kurz. Die beiden vegetarischen Spitzenköchinnen nehmen als einzige Frauen an dem Kunstprojekt teil. Ihr Thema ist: Elemente des Lebens. Getreu dem Motto, dass das, was wir essen ja auch immer eine Wirkung auf uns hat, stand jeder Mittagstisch auch unter einem Motto – von einem fröhlichen Anfang am Montag bis zum Klar-Schiff-Machen am Freitag. Mir hat das Essen   –  es war Donnerstag und Konzentration das Motto –  ausnehmend gut gefallen. Es war leicht und aromatisch – genau richtig für einen Mittag. Kohlrabi-Salat mit Apfel, Erbsensuppe mit Kerbelschaum, Polenta mit Zucchini-Spaghetti und Paprikasauce sowie geeiste Avocado-Creme enthalten ausserdem Lebensmittel, die die Konzentration stärken.

Ich finde dieses Projekt wirklich faszinierend. Die Werkschau hat einen tollen Überblick gegeben und Lust auf mehr gemacht. Nur gibt es die Ausstellung leider noch nicht zu sehen. Man ist weit gekommen, aber um die Ausstellung Realität werden zu lassen, braucht man noch Sponsoren. Geplant ist der Ausstellungsbeginn für 2018.  Geplant sind jeweils 4 Wochen zunächst in München, Berlin und London. Also: Stay tuned. Bis es soweit ist, könnt Ihr Euch auf der schönen Website des Projekts einstimmen. Dort gibt es nicht nur tolle Informationen zur Ausstelullung selbst, sondern auch zu der parallel stattfindenden Akademie, die in Kursen Spaß an gesunder Ernährung vermitteln möchte.

Und: wer in München wohnt und neugierig ist – die Werkschau ist noch bis ersten April geöffnet. Veranstaltungsort sind die Wiedemann Werkstätten in der Hohenzollernstraße 47.

 

Kartoffelküchlein mit Blumenkohlstrunk

kartoffelkuechlein1

Im Original wird für dieses Rezept aus „Leaf to Root„* Brokkolistrunk verwendet. Der hätte auch in der Abokiste sein sollen, also, der ganze Brokkoli, nicht nur der Strunk. Tatsächlich drin war dann Blumenkohl, und so habe ich diesen verwendet.

Kartoffelküchlein mag ich ja immer, und so haben auch diese hier überzeugt. Das kohlige, leicht senfartige Aroma des Strunks gibt ihnen den letzten Schliff. Spannend fand ich, dass die Masse nicht mit Ei gebunden wird, sondern mit Stärke.

Wer das Ganze mit Brokkolistrunk zubereiten möchte, muss eigentlich nur beachten, dass man den Brokkolistrunk schälen muss, beim Blumenkohl geht es ohne Schälen.

kartoffelkuechlein

Für ca. 8 Küchlein:

  • 400 g Kartoffeln, mehligkochende Sorte
  • 200 g Blumenkohlstrunk
  • 2 EL Olivenöl
  • 1 Zwiebel
  • 40 g Maisstärke
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • frisch geriebene Muskatnuss
  • Öl zum Braten

Dipp:

  • 120 g Crème fraîche
  • 3 EL gehackte Petersilie (Lt. Rezept Sauerampfer, ich könnte mir auch Estragon gut vorstellen)
  • Salz

Die Kartoffeln ungeschält garkochen.

Den Blumenkohlstrunk in ca. 0,5 cm große Würfel schneiden. Wer Brokkoli verwendet, schält diesen vorher noch. Zwiebel schälen und fein hacken. Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und die Blumenkohlwürfel darin bei niedriger Hitze weich dünsten. Kurz vor Ende der Garzeit die Zwiebel zugeben und mitbraten. Mit Salz abschmecken.

Kartoffeln durch die Kartoffelpresse drücken. Im Rezept wird die Schale daran gelassen, sie soll dann in der Presse zurückbleiben. Ich hab sie trotzdem geschält. Blumenkohlwürfel und Maisstärke zu der heißen Masse geben, mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss würzen und alles gut vermengen. Aus der Masse 8 Küchlein formen.

Etwas Öl in einer Pfanne erhitzen. Die Küchlein darin von beiden Seiten goldbraun braten.

Für den Dip Crème fraîche mit den gehackten Kräutern vermengen und alles mit Salz würzen.

Die Küchlein mit dem Dip servieren.

 

Schatzsuche im Vorratsschrank: Zusammenfassung von Runde 10

Dies ist nun die letzte Runde im Dauerevent hier. Ich habe mir gedacht, 10 Runden sind eine gute Zahl, um aufzuhören. Das Ganze hat einen Grund: 2016 habe ich es – für mich gefühlt – übertrieben mit der Bloggerei. Gegen Ende des Jahres habe ich mich ziemlich gestresst gefühlt. Ich hatte mir einfach zu viel vorgenommen. Und damit mir das 2017 nicht wieder passiert, habe ich beschlossen, einen Gang zurückzuschalten, da musste dann eben auch die Schatzsuche dran glauben. Und abgesehen davon – es hat Spaß gemacht mit Euch. Aber man soll ja aufhören, wenn es am schönsten ist und nicht, wenn eine Sache schon total ausgereizt ist.

Hier ist sie also, die letzte Zusammenfassung. Vielen Dank an alle für’s Mitmachen – es war mir eine Freude.

orange-pecan-brownies

Zu Anfang gibt es Kuchen: Bei Anna Antonia warteten noch ein paar Orangen auf Ihren Einsatz. Die wanderten in einen Kuchenteig machten sie Pecan-Orangen-Brownies zu einer ganz besonderen Nascherei.

apfelschnittenp71_2307-002

Süß geht es weiter. Petra hat einen Teil ihrer Apfelernte zu Applebutter verarbeitet. Da fiel ihr eine Packung Blätterteig in die Hände, die verarbeitet werden wollte. Entstanden sind so verführerische Blätterteigschnitten mit Vanillepudding und Apple Butter. Ich muss direkt mal schauen, ob ich nicht noch Apple Butter im Vorrat habe….

schlorzifladenstuecketop

Felix hat eine ausgeklügelte Vorratshaltung. Ich ahne, dass er unvorhergesehene Schätze eher selten vorfindet. Um so mehr freut mich, dass er auf eine Packung Birnenweggenfüllung gestoßen ist, die er zu einem verführerischen Toggenburger Schorzifladen verarbeitet hat. Was das ist? Lest selbst ;-).

zucchini-kichererbsen-koefte1

So eine Kilopackung Kichererbsenmehl ist ganz schön viel. Meine Packung wollte einfach nicht leer werden und war schon abgelaufen. Aber jetzt habe ich sie aufgebraucht dank dieser würzigen Zucchini-Kichererbsen-Köfte.

apfelrosen_yufka-624x784

Britta hat besonders gründlich aufgeräumt. Da war zum einen der Filoteig. Eigentlich sollte der einem anderen Zweck zugeführt werden, aber dazu kam es nicht. Und irgendwann war er dann abgelaufen – wir kennen das alle, oder? Britta hat das zum Anlass genommen, diese wunderbaren Apfelrosen zu backen. Die sind sind besonders schön geworden, finde ich.

spinatrisotto_lachsfilet-624x468

Und dann war da noch der Arborioreis. Der scheint sich irgendwie zu vermehren bei Britta. Das macht aber gar nichts, denn so kommen wir in den Genuss dieses schönen Spinat-Risottos mit mariniertem Lachs.

amaretto_fruechtebrot_01

Amaretto! Wer den wohl gekauft hat? Und noch dazu so eine riesige Flasche….Die Flasche ist dem milchmädchen beim Aufräumen in die Hände gefallen. Verarbeitet hat sie den Amaretto in einem Früchtebrot, das so fruchtig ist, dass man glatt nochmal eine Flasche Amaretto kaufen könnte, um es nochmal backen zu können.

quitten-apfelmus-schichtdessert

Bei Gabi wollte keiner die Cornflakes essen – langweilig sind sie. Gabi hat Abhilfe geschaffen – und die Cornflakes als Topping auf in ein tolles Schichtdesssert mit Quitten-Apfelmus und Quarkcreme gegeben.

bananenbrot-mit-walnu%cc%88ssen-768x768

Das mit den Bananen in der Obstschale, das kennt Ihr doch alle, oder? Wenn man dann auch noch Walnüsse und Trockenobst im Vorrat hat, dann hat man Glück, denn dann kann man das Bananenbrot mit Walnüssen zum Frühstück genießen, das Gabi sich ausgedacht hat. Also, schaut mal nach, ob Ihr alles da habt ;-).

milchreis

Sina mag eigentlich keine Milch. Aber einmal im Jahr überkommt es sie – dann muss es Milchreis sein. Blöd, wenn dann kein Milchreis im Haus ist. Aber umso besser, wenn man die Vorräte an Dinkelreis aufbrauchen kann.

gelbe-linsenbratlinge1

Die Herzensköchin und ich, wir teilen die Sammelleidenschaft für Hülsenfrüchte. Beide haben wir eine bunte Sammlung proteinreicher Vorräte. Da kommt so ein Rezept wie die gelben Linsenbratlinge gerade recht, oder?

harissa_2-768x576

Scharfes Essen macht glücklich, findet Sabine, und damit liegt sie ganz auf meiner Wellenlänge. Sie hat deshalb Harissa gemacht. Die Chilis dazu kommen ausgerechnet aus Schweden. Dort weiß man nämlich nicht nur Köttbullar zu schätzen, sondern auch Tacos.

graupensuppe

Im Hause Küchenlatein mussten die Graupen weg. Gewandert sind sie in eine  Steckrübensuppe mit Graupen und Backpflaumen – ein echtes Winterwohlfühlessen.

birnenkuchen

Anna Antonia hat in einem Café einen tollen Kuchen gegessen, den wollte sie nachbacken. Herausgekommen ist ein toller Birnenkuchen mit Nusskruste. Ob der Kuchen wohl deshalb so gut geschmeckt hat, weil darin das übrig gebliebene Schokomüsli verarbeitet wurde?

schokotarte

Es bleibt süß: Andi hat nämlich weiße Schokolade gefunden. Die wanderte in eine Schokotarte, und zwar eine ebenso einfache wie besondere. Frischer Ingwer gibt der Tarte das gewisse Etwas.

vegetarische-kohlrouladen-7

Gut gefüllte Vorratsschränke hat auch Claudia. Wobei, ich kenne das auch….hier eine angefangene Tüte Quinoa, dort verschiedene Nüsse, dann doch der letzte Rest Linsen – was würdet Ihr damit machen? Es ist ja Winter, und Claudia hatte Lust auf Kohlrouladen. Und wenn ich die Bilder sehe, dann hätte ich jetzt auch gerne welche.

gemuesecurry

Sina ist klug und friert im Sommer aromatisches Gemüse ein. Deshalb kann sie auch an grauen Wintertagen so ein schönes, buntes Gemüsecurry auf den Tisch stellen.

chana-dal

Ach ja, die Sache mit den Hülsenfrüchten. Nicht nur ich habe da gerne einen etwas zu großen Vorrat  – auch im Hause Foodfreak bleibt da gerne mal etwas übrig. Was durchaus auch Vorteile hat, kann man doch ein ein schönes Chana Dal mit Zucchini auf den Tisch bringen, ohne dafür Einkaufen gehen zu müssen.

Foodblogbilanz 2016

Erst hatte ich ja keine Lust, aber jetzt habt Ihr mich alle angesteckt und ich mache doch mit bei der Foodblogbilanz, zu der Sabine dieses Jahr wieder aufgerufen hat.

1. Was war 2016 dein erfolgreichster Blogartikel?

menue1

Das war doch tatsächlich das Weihnachtsmenü, das ich für Zorras Kulinarischen Adventskalender entworfen habe. Ihr wisst übrigens schon, dass Ihr noch bei der letzten Verlosung mitmachen könnt, oder? Nur mal so nebenbei. Dahinter kommt der Sellerie au Gratin – kaum zu glauben, dass ich bis vor einiger Zeit Knollensellerie nicht mochte…..

2. Welche drei deiner eigenen Blogartikel aus diesem Jahr haben dir persönlich am meisten bedeutet?

stickstoff

Uff. Natürlich mag ich sie alle. Sonst würde ich das ja nicht machen. Aaaaber gut. Mir liegt auf jeden Fall der Artikel über die Tasteacedemy mit Heiko Antoniewicz besonders am Herzen – warum erkläre ich noch weiter unten.

Teigtaschen gehen hier ja immer, und ich freue mich, dass ich mit der Geburtstagsteigtasche langsam eine kleine Tradition aufbaue.

Dann gibt es noch die Schatzsuche im Vorratsschrank. Als Konsequenz meines leichten Blog-Blues 2016 muss das Event nun dran glauben. Aber man soll aufhören, solange es noch Spaß macht. Und die Zusammenfassungen liegen mir natürlich trotzdem am Herzen.

3. Und welche drei aus anderen Blogs haben dich am meisten inspiriert?

Das ist eine gemeine Frage. Zum einen gibt es da so viele. Und zum anderen müsste man sich das Jahr über ja Notizen machen…also, ich war neulich völlig fasziniert, als ich von Julias Essen bei Heston Blumenthal gelesen habe. Nicht dass Ihr meint, ich wäre neidisch….nööööö….kein bisschen.

Und sonst….kann ich mich nicht entscheiden. Ich habe gekichert ob Lotti+Doofs „Fuck Lemon Zest„. Und dann gibt es Blogs, von denen muss ich zwanghaft jeden Artikel lesen, unbedingt. Die Kochpoetin gehört dazu, Grain de Sel, und die Turbohausfrau, Chili und Ciabatta….und, ach, es lebe die Vielfalt!

4. Welches der Rezepte, die du 2016 veröffentlicht hast, hast du selbst am häufigsten gekocht – und warum?

Bitte weiter zur nächsten Frage. Hier steht immer noch außer dem mittäglichen Standard (Kinder)essen selten etwas zweimal auf dem Tisch.

5. Welches Koch- oder Blog-Problem hat dich 2016 beschäftigt? Und hast du es gelöst?

Auch wenn ich mir hin und wieder ein kleines Zubrot verdiene – der Blog ist ein Hobby. Da lasse ich Probleme eher nicht entstehen. Ich hatte ein kleines Genervtheits-Problem dieses Jahr beim Lesen anderer Blogs. Meine Liste ist immer noch lang, aber dieses Jahr gab es Abstriche. Wie auch schon Juliane, habe ich einige Blogs von meiner Leseliste gestrichen, bei denen es (gefühlt für mich) einfach zu viele Werbeposts gab. Und dann diese Larmoyanz! Viele Blogs, die ich mochte, wurden eingestellt. Ok, jeder ist frei zu bloggen oder es zu lassen. Ich fand aber die Begründungen anstrengend. Ach, die Bloggerlandschaft hat sich so verändert, alle wollen nur noch Werbung machen, Geld verdienen und in einen Leistungswettbewerb treten. Alles so schrecklich, man kann nicht mehr weitermachen unter diesen Bedingungen. Hey! Bloggen ist so individuell. Niemand sagt, dass Du Dich messen musst. Mach Dein Ding, so lange es Spaß macht. Und wenn Du keine Lust mehr hast, dann hör auf. Aber erzähl mir nicht, dass andere daran schuld sind. Und übrigens: wenn Ihr alle aufhört, dann bleiben nur noch die wettbewerbsorientierten Werbeblogs übrig. Wollen wir das?

Ich habe mich überfordert in 2016 – ein zu hoher Kochbuch-Stapel war ein Problem, und noch ein paar andere Sachen. Das ist meine Verantwortung. Und 2017 mache ich es anders.

6. Was war deine größte kulinarische Neuentdeckung dieses Jahres – welches Lebensmittel, welches Rezept, welche Küchentechnik, welcher Geschmack hat dir eine völlig neue Welt eröffnet?

cover

Ich habe mich endlich ans Fermentieren getraut und werde das bestimmt noch weiter ausbauen.

7. Was war der beste (oder lustigste) Suchbegriff, über den Besucher auf dein Blog gekommen sind?

Das war dieses Jahr relativ langweilig. Bis ich „Presskopf linke Küche“  gefunden habe, musste ich ganz schön weit nach unten scrollen.

8. Was wünschst du dir und deinem Blog für 2017?

Kommen wir wieder zu Heiko Antoniewicz. Der Abend hat mich tatsächlich an einiges erinnert….verschiedene Techniken und Zutaten wollen ausprobiert werden. Ich möchte wieder mehr experimentieren. Früher habe ich zum Beispiel gerne aus dem Asiashop irgendwelche rätselhaften Zutaten mitgebracht und dann damit herumgespielt. Kinderbedingt ist das das in den letzten Jahren ausgefallen. Aber das fehlt mir und ich werde wieder damit anfangen.

Und was ich mir sonst so wünsche? Dass Ihr mir gewogen bleibt, was sonst ;-).