Marokko

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Marokko

Als ich am 28.10.2018 gegen 12.00 Uhr in Marokko/Agadir gelandet war, wusste ich noch nicht, was auf mich zukommt als Alleinreisende.  Die
Zugfahrt nach Düsseldorf, war schon ein Abenteuer und eine Anspannung von der Zeit, ob alles passt oder nicht. Die Zugfahrt zum Abflughafen Düsseldorf war planmäßig und ohne Zwischenfälle im
Gegensatz zum Rückflug inklusive Heimfahrt mit mehrmaligem Umsteigen. Der Düsseldorfer Flughafen selbst, war auch sehr übersichtlich. Die Entfernung musste ich in Kauf nehmen, damit ich den
Einzelzimmerzuschlag, wieder irgendwie raushole in Verbindung mit dem Reisepreis. In BW fingen die Ferien an und in Düsseldorf waren diese zu Ende. Der Abflugtag usw. spielte auch eine Rolle. Es
gibt ja viele Faktoren, die man beachten kann, wenn man das weiß.

In Agadir selbst war ich erstmal überrascht, denn es regnete und war nicht gerade so heiß, wie ich es mir vorgestellt hatte. Meine Klamotten
waren nicht ausgestattet für schlechtes Wetter, lediglich der Reisekoffer, da er neu war, umhüllte ich diesen, schon vor dem Start mit einer Plastikfolie, damit er nicht schmutzig wird. Ein
Koffer macht ja auch so allerhand beim Verstauen, in den verschiedenen Abschnitten, am Flughafen mit. Gott sei Dank, bin ich kein Koffer. 

Der Transfer in Agadir, stand bei der Ankunft am Flughafen, abfahrbereit zum Hotel. Dadurch, dass ich alleine war mietete ich mir keinen Wagen,
um auf gut Glück erstmal die Umgebung zu erkundigen, wie ich es zurückliegend mit meinem Mann in verschiedenen Regionen erlebt habe. Wir planten immer individuell, was für mich sehr spannend
gewesen ist, meistens schon beginnend mit der Zug-zum-Flug Reise oder Autofahrt mit Stau zum Flughafen. Auch Erkundungstouren planten wir gemeinsam und starteten in Abenteuer, die uns an Plätze
führten, die man so nicht gesehen hätte.  Aber dieses Mal war ich alleine aus unterschiedlichen Gründen, die das Leben manchmal mit sich bringt.   

Andere Mitreisende aus dem Flieger fuhren noch im Bus mit und wurden in die jeweiligen Hotels gebracht. Zum Schluss waren noch ein Mann und
eine jüngere Frau, sowie ich im Bus, irgendwie achtet man als Alleinreisende auf die anderen. Schnell stellten wir fest, dass wir die letzten sind und keine Pärchen, wie die anderen. Weiter waren
die anderen Reisenden aus der Region Düsseldorf und Köln. Rein vom Dialekt her, hörte ich den Unterschied. Wir kamen sofort ins Gespräch und stellten später fest, dass wir im Hotel selbst, in dem
gleichen Gebäude untergebracht waren in jeweils anderen Zimmern, aber alle unmittelbar nicht weit voneinander entfernt.

Später saßen wir gemeinsam an einem Tisch, allerdings zu unterschiedlichen Zeiten, je nachdem wie der ein oder andere aufgestanden war oder
sein Tag verplante. In der Hotellobby war freies Internet und so traf man sich auf alle Fälle am Abend wieder. Eine andere Greyhopperin die ich getroffen habe, erzählte mir, sie wurde als
Alleinreisende abseits im Speiselokal an einen Tisch verfrachtet. Sie beschwerte sich darüber und so bekam sie einen anderen Platz. Irgendwie unterhielt man sich, warum man alleine unterwegs ist.
Bei manchen war der Partner schon verstorben, bei anderen klappte es einfach nicht mit dem Urlaub und bei mir selbst, war alles irgendwie kurzfristig, etwas schnell und ungeplant zum Sonne
tanken, da ich sehr viel Zeit in der Hitzewelle 2018 in meiner Wohnung verbrachte und keine Zeit zum Sonnen hatte. 

Die jüngere Alleinreisende die ich getroffen habe, war eine alleinerziehende Mutter mit einem stressigen Job. Jeder der die Lage
kennt, weiß was für eine Vororganisation es bedeutet, sich überhaupt eine Woche zu leisten, um zu verreisen. Selbst wenn man das Geld hat, ist es nicht gesagt, dass die Betreuung der Kinder
gesichert ist. Es ist sehr schwierig. Sie selbst hatte wenigstens das Glück, einen Vater der Kinder zu haben, der sich in der Zeit, um den Jungen gekümmert hat.

Wie ich erfahren habe, hatte sie ein schlechtes Gewissen, wenn sie sich eine Reise für den Preis leistet, der fast der gleiche war, wie ich ihn
hatte. Auch ich hatte ein schlechtes Gewissen, da man einfach in der heutigen Zeit, eine Menge andere Verpflichtungen noch hat und das Leben an für sich schon teuer ist. Das Leben kann aber kurz
sein und für was sollte man in einem bestimmten Alter noch sparen. Die Denkweise ändert sich durch die Folgen des Systems, denn wer nichts mehr hat, muss auch nichts mehr drauf bezahlen zu einem
späteren Zeitpunkt, sollte man in einem Pflegeheim landen. Mit gewissen Vorplanungen, wie man von anderen lernt, ist einiges möglich. Kommunikation und Wissen ist einfach alles.

Die ebenfalls Alleinreisende jüngere Frau gehörte allerdings noch nicht in die Altersklasse Bestager, Silverpreneure oder
Greyhopper, fühlte sich aber teilweise so, durch das Alltagsleben, dass sie aus den Erzählungen, sehr unter Stress versetzte.

Ich selbst war auch mal mit meiner Freundin unterwegs.  Es war Luxus, eine Woche auszuspannen und nichts zu hören. Wir lagen täglich am
Pool und bewegten uns bis auf den Wassersport nicht.

Der weitere Mann, den ich im besten Alter getroffen habe –  glücklicher Weise –  war ein echter Greyhopper, viel gereist,
mehrsprachig und ein echter Kölner. Köln besuchte ich bevor ich mein Buch zu Ende geschrieben habe, Lotte Müller die Provinzkellnerin, gibt es als E-Book bei
Amazon,
um den Unterschied zu sehen, von einer Großstadt zu einer Kleinstadt und das Kneipenleben.

Dass ich Jahre später einem echten Kölner gegenüber sitze in Marokko/Agadir am Hoteltisch, hätte ich auch nicht gedacht. Er war sehr gelassen
und gechillt. Ich bin nie einem echten Kölner bis zu diesem Zeitpunkt begegnet. Vielleicht lag es auch an der Altersklasse, aber er war die Ruhe in Person. 

Wir unterhielten uns am Tisch über das ein und das andere und alles war sehr spannend. Ein interessantes Ehepaar lernte ich noch kennen, die in
der ehemaligen DDR aufgewachsen sind und viel erlebt haben. Die Erzählungen waren äußerst interessant. Der Greyhopper mit dem ich am Tisch saß, reiste geschäftlich zu DDR-Zeiten viel in die
Region und erzählte aus seiner Sicht die Erlebnisse mit der damaligen Situation. Die Alleinerziehende wiederum, erzählte aus dem Leben mit einem Kind, Job usw., was mir alles selbst gut bekannt
war und ist. Jede Alterstufe bietet Überraschungen. Sie selbst war im Behindertenbereich tätig.  Ich selbst hatte schon einige Abschnitte hinter mir vom Leben und konnte über vieles
nachdenken, während meinen Urlaubstagen.

Auch eine Reisegruppe der Lebenshilfe war im gleichen Hotel und die ganze Truppe war freundlich und alle waren glücklich über ihren Urlaub.
Irgendwie kam man mit vielen Menschen ins Gespräch oder man hatte den Eindruck, die anderen denken, wenn man alleine so da liegt, sie müssten mit einem reden.  Landessprache in Marokko ist
Französisch und dadurch waren viele aus dem Land als Touristen vor Ort. Ein paar Englische Touris und Belgische Touristen habe ich bei einer späteren Erkundungstour kennen gelernt, die in meiner
Region regelmäßig Urlaub machten. Die badische Region ist sehr beliebt, musste ich feststellen.   

Agadir selbst bietet meiner Meinung nach nicht soviel an Sehenswürdigkeiten. Die Gebäude sind fast alle mit Flachdach gebaut. Ein paar Paläste
am Meer entlang, die nicht einsehbar für Touris sind. Ölscheichs haben diese bauen lassen und im Gegenzug den armen Landsleuten in Marokko, günstige Wohnmöglichkeiten ermöglicht. Schöne
Hochhäuser im Landesstil wurden gebaut für sozial schwache Arbeitnehmer. Durch den Islam werden auch keine Zinsen von den Menschen verlangt, die danach in diesen Wohnungen wohnen können. Arbeit
wurde mir erklärt, wäre genug durch den Tourismus und die Landwirtschaft im Land selbst gegeben. 

Viele Häuser werden erst nach und nach fertig gebaut, da erst dann weitergearbeitet wird, wenn wieder Geld da ist. Die ganze Familie hilft und
ist auch verpflichtet die älteren Personen zu versorgen. Gibt es niemand, werden die älteren Personen in Heimen untergebracht, die vom König unterstützt werden. Der König wird sehr verehrt in
Marokko und überall findet man den Satz. Vaterland, Gott und König. So wie überall der Satz steht, ist auch überall ein reges Treiben mit Handel und verschiedenen Waren.

Marokko`s bekannteste Stadt ist wohl Marrakech oder Essaouira, Casablanca und das Atlasgebirge nicht zu vergessen sowie Fes. Tanger wird als
größte Botanische Kräuterregion betitelt, wo die Medizin auf natürliche Art angepflanzt wird. Einige geflüchtete Menschen aus Afrika, laufen überall bettelnd über die Straßen und sind irgendwo im
Nirgendwo in Marokko gelandet. So ist auch in den verschiedenen Teilen etwas Vorsicht geboten, was nicht bedeutet, dass die Kriminalitätsrate von den neu hinzugewanderten Menschen ausgeht, wie
ich erzählt bekommen habe. Vermutlich auch nicht anders als bei uns.

In Marokko selbst wachsen die Arganbäume, die man überall zu sehen bekommt. Die Ziegen klettern auf diese Bäume, die jedoch nur im südlichen
Bereich wachsen. Im Norden ist eine Bepflanzung nicht möglich. Auch in keinem anderen Land auf der Welt wachsen diese Bäume. Kletternde Ziegen, habe ich in der Art noch nie gesehen. Ich wusste
nicht, dass es eine Ziege auf einen Baum schafft.

DAS GOLD VON MAROKKO, erzählen die Einheimischen, wenn sie
von ihren Arganbäumen reden, die man in vielen Verkaufsständen wieder als Kosmetik verarbeitet oder für sämtliche Bereiche in der Gewürzwelt und Ölen findet. Die Preise sind durch den Handel sehr
unterschiedlich. Für Touris wie überall auf der Welt, vermutlich am teuersten. Allerdings muss man es erlebt haben, wie es in den Straßen und Plätzen organisatorisch betrieben wird, das
Gesamtpaket der Arganbäume in Kräuterkörben wieder zu finden. Honig aus dem Atlasgebirge, der wirklich ausgezeichnet schmeckt, findet man auch überall in den Gassen und Ständen zum Verkauf
wieder. Ein faszinierendes Bild bietet sich in den Teilen der Altstadt von Marrakesch oder Essaouira.

Marrakesch habe ich mir etwas bunter vorgestellt. Das Laufen durch die Gassen bedeutete richtig Stress und ein unvorstellbarer Mopedverkehr,
der durch die engen Straßen zog, die allerdings mit sehr viel Menschen befüllt waren. Die Marokkaner selbst, blieben da unbeeindruckt von der Menschenmenge und fuhren gut besetzt mit ihren Mopeds
durch die Gassen. Die Lkw und Schubkarren mit Ware gefüllt nicht zu vergessen.

Die zahlreichen Stände, mit den ganzen frischen Waren inklusive frisch geschlachtetes Fleisch und andere Produkte, waren sehr beeindruckend und
man kam aus dem Staunen nicht mehr raus.

Vom Viagragewürz bis zum Opium-Entspannungstee oder die
Kaktuscreme gab es einfach alles. Schlangenbeschwörer und Colaflaschenangler, vieles unvorstellbar, wenn man es nicht selbst gesehen hat. Ein buntes
Geschehen mit unvorstellbar vielen Menschen des Orient. Allerdings habe ich mir alles letztendlich viel farbenfroher und phantasiereicher vorgestellt. Wie ich von anderen Reisenden mitbekommen
habe, soll Casablanca ebenfalls nicht so hinreißend sein, wie aus den Erzählungen und vom Film bekannt. Am besten ist, man stellt sich gar nichts vor, wenn man auf Reisen geht.  

Die bekannte Hafenstadt Essaouira bot ein vollkommen anderes Bild. Ein buntes Treiben und ein Hafenteil den man später auf Ölbildern in den
Gassen wiederfand. Man sollte es gesehen haben, es war sehr beeindruckend. Aber egal ob da oder dort, man sollte überall Landeswährung oder Euro in der Tasche haben, denn alles kostet Geld,
selbst verschiedene Fotos, wenn man das ein oder andere Bild möchte.

Allerdings, würde ich egal wo, in Marokko in keiner größeren Stadt, durch die Gassen mit mehr als 5 oder höchstens 8 Leute ziehen. Am besten
man organisiert sich einen Einheimischen und findet sich im Abenteuer wieder. Reisegruppen und geführte Touren bieten viele Veranstalter an, allerdings bedeutete es, das Ziehen nach Uhr durch die
Straßen und Gassen. Durch Gespräche mit anderen habe ich erfahren, sie würden sich bei ihrem Reiseveranstalter beschweren, da die zweiwöchige Tour, die von diesen gebucht war, sehr stressig
gewesen ist und alles hektisch. Die Ausflüge und die Sehenswürdigkeiten in sehr großen Gruppen, hätten zur Folge, dass man gar nicht das sieht, was man sich vorstellt. Liegt man zum
Schluss für eine Woche am Strand oder Pool, ist man erledigt.

Ist man Individualreisende und eine Frau, ist es kein Problem, wenn man die Sitten befolgt und ein Kopftuch anzieht, danach ein Mietfahrzeug
sich organisiert und durch die einzelnen Abschnitte fährt. Mit meiner Urlaubsbekanntschaft stellten wir die Vorstellung dieser Art durch das Land zu ziehen, uns vorab schon mal bildlich vor.
Unser cooler Greyhopper, könnte auch unser Busfahrer werden und wir würden gemeinsam als europäische Frauen verkleidet, nach Orientstyl, durch das Land reisen. Die Marokkanischen
Straßenverhältnisse waren gut.

Ich schätzte mich glücklich im Hotel nette Menschen neu kennen gelernt zu haben, auch verschiedene Unternehmungen zusammen zu gestalten.
Allerdings, vermisste ich meinen Partner aus zurückliegenden, spannenden Zeiten auf eine individuelle Art des gemeinsamen Urlaubs in fremde Länder. Alleinreisen bietet einem viel Zeit zum
Nachdenken, man erkennt manchmal, wie alles hätte sein können, wenn man vielleicht ein Wort mehr gewechselt hätte als notwendig. Auch das Wort Zeit spielt manchmal eine große Rolle, Zeit ist
Luxus und ist sehr kostbar. Manche haben weniger und andere mehr. Ein Großteil im Hotel, waren Pensionisten oder Rentner, auf alle Fälle waren alle reiselustig und hatten viel Zeit im Alltag. Man
stellte richtig fest, wie gelassen diese waren, nachdem sie nicht mehr im Arbeitsleben standen, aber dennoch Aktivitäten verfolgten aus dem Berufsleben.

An einem Abend in der Bar, der einzige Abend den ich in der Bar verbracht habe, traf ich ein interessantes Ehepaar. Ich hatte nicht mal
Ambitionen das komplette Angebot im Hotel zu erkunden, da ich ständig mit anderen Dingen beschäftigt war. Am letzten Abend habe ich erfahren, dass es wohl ein Theater gibt, leider hatte ich keine
Zeit mehr. Allerdings hatte ich wie andere Theater im Leben genug und warte immer noch auf das gute Ende der Vorstellung. Das Paar war sehr beeindruckend, sie erzählten mir, sie kommen seit 20
Jahren in das Hotel und wussten genau, was sich wo und wie verändert hatte.

Ich selbst könnte mir das nie vorstellen, war jedoch sehr erstaunt. Ein taffes Ehepaar im besten Alter der Greyhopper. Beide in Rente
und topfit mit vielen Aufgaben im Alltag. Als Hobby war das Reisen nach Marokko an erster Stelle und immer im gleichen Zeitraum. Allerdings waren beide noch nie an den Plätzen, die ich in meinen
3 Tagen erkundet habe, im Zeitraum meiner 9 tägigen Reise. So schlechtes Wetter wie dieses Jahr wäre noch nie gewesen. Diesen Satz wollte ich natürlich nicht unbedingt hören.

Wie es so ist, ist die wenige Freizeit die man hat, schneller zu Ende als gedacht und die Heimreise stand vor der Tür. Mein Koffer war
überfüllt mit Ledersachen in Form von Taschen, Schuhen und Gewürze sowie Öle und Cremes. Zigaretten nicht zu vergessen. Das Abenteuer Basar, fand sich in meinem Koffer wieder. Die Verwendung der
ganzen Produkte, mit denen ich gefühlt 10 Jahre jünger aussehen werde nach ein paar Tage, auf dieses Ergebnis bin ich gespannt. Ich werde davon berichten.

Ein Tag vor der Abreise, konnte ich noch eine Tour durch das Atlasgebirge erleben. Ein beeindruckender Ausflug, den man ebenfalls gesehen haben
sollte. Eine faszinierende Landschaft, Gebirge und jede Menge Arganbäume sowie Palmen an Stellen, mit denen man nicht rechnet. Menschen in Häusern, die für uns unvorstellbar sind. Eine einfache
Art des Lebens. Schulpflichtig wären jedoch alle und es gab auch an Plätzen eine Schule, wo ich nicht erwartet hätte.

Das beliebteste Auto der Marokkanischen Taxifahrer ist der alte Benz. Zuschüsse für neue Taxi`s die an die Inhaber der Fahrzeuge gezahlt
wurden, haben einige angenommen. Das Benz-Taxi wurde in ein Dacia-Taxi umgetauscht und nach zwei Jahren stellten die Marokkaner fest, dass es eine Fehlentscheidung gewesen ist. Die Dacia
Fahrzeuge waren technisch nicht auf dem Stand der alten Benz-Fahrzeuge. Alle waren enttäuscht.

Die Eindrücke waren faszinierend und trotzdem unvorstellbar für mich, hätte ich manches nicht selbst gesehen. Als die Heimreise bevorstand,
wusste ich schon wer mit mir gleichzeitig fliegt. Ich orientierte mich ein wenig an diese verschiedenen Personen.  

Mein gechillter Greyhopper gehörte bei der Heimfahrt mit dazu. Die Alleinerziehende reiste schon ein Tag vorher ab. Er war irgendwie die
Ruhe selbst. Wir fuhren im gleichen Bus und saßen letztendlich zusammen mit paar andere in dem Flieger in unmittelbarer Nähe. Ich war ein wenig unruhig, da ich festgestellt habe, dass ich im
Zusammenhang mit meiner Flugzeit, mein Zug nicht mehr in Düsseldorf bekommen werde. Auch die Ankunft war sehr spät und ich war zunehmend beunruhigt, als ich so im Flieger saß. Ein sehr netter
Student lernte ich noch kennen. Er war 32 Jahre alt und gönnte sich die Marokkoreise für sein vollendetes Studium als Architekt. Etwas lange sagte ich zu ihm. Er erklärte mir, er hat so gerne
studiert. Persönlich wurde es mir fast schwindlig, als ich mir die Vorstellung vorstellte, mein Sohn studiert mal 12 Jahre. Weiter war sein zu erwartendes Gehalt als Architekt am Anfang im
unteren Bereich. Ich war sehr erstaunt. Er selbst sagte, er hat auch mehr erwartet und sich vor seinem Studium, nicht um das spätere Gehalt gekümmert.

Noch im Flieger war klar ich bekomme mein Zug nicht. Ich sah mich schon mit meinem Koffer und meiner überfüllten Reisetasche in Düsseldorf am
Flughafen übernachten, da ich total erledigt war. Die anderen Reisenden wussten aber schon durch meinen Sprachdialekt, dass ich nicht aus deren Region Düsseldorf und Köln kam. Ich bekam dann
verschiedene Angebote zum Übernachten. Ich entschied mich für den Greyhopper, denn ich kannte ihn vom Hotel und er sah nicht wie ein Sittlichkeitsverbrecher aus, außerdem hatte er Familie.
So kam es, dass ich sofort das Angebot wahrnahm, nachdem ich wohl Mitleid erweckte, ich könnte übernachten und frühstücken, es wäre kein Problem. Er informiere seine Familie, damit die nicht
überrascht sind, wenn ich mit ihm zuhause erscheine.

Ich war überglücklich, dass ich gefragt wurde ob ich übernachten will. Die Ankunft und die Fahrt mit dem Auto, welches vom Greyhopper
zuvor schon alles organisiert war, verlief schnell. Es kam so, dass ich in einem traumhaften Gebäude übernachten konnte. Am Morgen begegnete ich der Tochter im Bad und sie sagte zu mir, das ist
typisch ihr Papi, er ist einfach ein aufgeschlossener Mensch und sehr hilfsbereit. Sie selbst hätte das auch so gemacht und ich sollte mir keine Gedanken machen. Sie sagte noch, so sind wir
Kölner halt.

Das Alleinreisen ist für jeden auf unterschiedliche Art ein Abenteuer. Ist man jung, verreist man vielleicht mit dem Rucksack oder in Gruppen
sowie in Single-Clubs im späteren Alter. Es gibt viele Arten zum alleine verreisen. Die Einzelzimmerzuschläge sind natürlich nachteilig. Bevor man zu Hause sitzen bleibt, sollte man das Abenteuer
wagen, denn nur wer eine Reise macht, hat auch was danach zu erzählen. Nette Menschen begegnet man überall auf der Welt, wenn man das möchte.     

Letztendlich ist der perfekte Partner immer noch das Beste, um gemeinsam die Welt zu erkunden oder das Leben zu meistern. So
kann man über die Fehlschläge oder das Erlebte gemeinsam sich auch noch hinterher amüsieren, wenn man plötzlich entdeckt, dass die gekaufte Creme nach Anwendung, immer noch das gleiche Ergebnis
zeigt.

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