Würzige Süßkartoffelbrötchen

*Edit: Die Süßkartoffelbrötchen sind wirklich toll. Was sie nicht sind – sie sind nicht aus „India Street Food“. Ich war heute Morgen wohl noch etwas sehr müde, als ich den Veröffentlichen-Button gedrückt habe. Ich lasse Euch die Brötchen da. Das passende Buch stelle ich Euch zu einem anderen Zeitpunkt vor.*

Wie ist denn so Euer Verhältnis zu Süßkartoffeln? Ich mag die ja. Als Suppe, oder als Pommes…alles gut. Aber wie das so oft ist, bei der restlichen Familie sind  die Süßkartoffeln in der Beliebtheitsskala eher weiter unten angesiedelt. Eher so auf der Höhe Tiefe von Kürbis.

Ja, aber gut, das hier hat Abhilfe geschaffen. Alle lieben diese würzigen, flauschigen Brötchen. Chitra Agrawal*, von der das Rezept stammt, kann dazu Geschichten erzählen:

Die Brötchen kommen urprünglich aus Bangalore. Dort werden die meisten Bäckereien von Iyengars betrieben, das sind Brahmamen, die berühmt sind für ihr eifreies Gebäck. (Hierzulande kennt man wohl eher Iyengar-Yoga, aber das nur am Rande). Eine der Bäckereien bot ursprünglich Süßigkeiten an,  lernte dann aber während der britischen Kolonialzeit das Backen von Brot kennen.

Chitra Agrawals Familie kaufte immer besonders gerne die deftigen Brötchen mit Süßkartoffel, Chili, Koriandergrün und Frühlingszwiebeln und so hat sie ein eigenes Rezept entwickelt. Und ja, die Liebe zu diesen Brötchen ist mehr als nachvollziehbar. Superflausch dank ofengerösteter Süßkartoffel, und ordentliche Würze obendrein. Die Brötchen kann man zu einer einfachen Suppe essen oder als Brotzeit mit Käse, oder einfach so….

Für 12 Brötchen:

  • 1 große Süßkartoffel
  • 125 ml Wasser, lauwarm
  • 10 g frische Hefe
  • 1,5 EL Zucker
  • 5 Frühlingszwiebeln
  • 30 g Butter, geschmolzen
  • 1/2 Bund Koriandergrün
  • 2 grüne Chilis
  • 1/2 TL rote Chiliflocken
  • 1,5 TL Salz
  • 450 bis 500 g Mehl (ich hatte Dinkel 630), plus etwas zum Arbeiten

Ofen auf 200 °C Ober- und Unterhitze vorheizen. Die Süßkartoffel rundherum mit einer Gabel einstechen, auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen und im heißen Ofen ca. 50 min backen. Herausnehmen, die Schale abziehen und das Fruchtfleisch mit einer Gabel zerdrücken. Herauskommen sollten ca. 200 g Süßkartoffelpüree. Und: das Ganze kann man gut schon am Vortag erledigen.

Frühlingszwiebeln putzen und in schmale Ringe schneiden. Koriandergrün hacken, ebenso die Chilis.

450 g Mehl in eine Rührschüssel geben. Frühlingszwiebelringe, Koriandergrün, gehackte Chilis, Chiliflocken und Salz dazugeben, die Hefe dazubröckeln. Süßkartoffelpüree und Wasser zugeben und alles zu einem homogenen Teig verkneten, der sich vom Rand der Schüssel löst. Je nachdem, wie feucht das Süßkartoffelpüree ist, kann es sein, dass Ihr Mehl oder Wasser zugeben müsst. Die Teigschüssel abdecken und den Teig in ca. 1 h zu doppelter Größe aufgehen lassen.

Ein Backblech mit Backpapier auslegen. Teig auf der leicht bemehlten Arbeitsfläche zu 12 runden Brötchen formen. Die Brötchen auf das Blech legen, mit einem (sauberen) Küchenhandtuch abdecken und eine weitere Stunde ruhen lassen.

Ofen auf 200°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Brötchen im heißen Ofen in ca. 15 min  backen, bis sie an Ober- und Unterseite leicht gebräunt sind.

Die Brötchen sind flauschig (ja, das sagte ich schon), schmecken frisch richtig toll, man kann sie aber auch gut einfrieren und wieder aufbacken.

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Kochbuch: India Street Food | Chetna Makan

Chetna Makan ist eigentlich Modedesignerin. Gekocht und gegessen hat sich aber schon immer gern. Street Food ist untrennbar mit der indischen Esskultur verbunden, und so genoss es Chetna Makan wie die meisten Inder  schon immer in vollen Zügen, sich an den Ständen, die es in jeder indischen Stadt gibt, durch das Essen zu probieren und Neues zu entdecken. Nach einigen Jahren, die sie als Modedesignerin in Mumbai gelebt hat, zog sie nach Großbritannien. Dort widmete sie sich verstärkt dem Backen, nahm an „The Great British Bake Off“ teil und schrieb ihr erstes Buch „Safran, Sesam, Sternanis„. Mit dem nun vorliegenden Buch teilt sie nun ihre Leidenschaft für indisches Street Food mit uns.

Das Design des Buches holt uns direkt nach Indien. Es gibt sehr viele Fotos – nicht nur vom Essen, sondern auch von Street Food Märkten und Ständen, was die Reiselust weckt und Appetit macht. Die Food-Fotos sind schön arrangiert, es gibt viel altes Holz zu sehen und bunte, aber ruhige Farben; insgesamt wirkt das sehr atmosphärisch.

Wie die indische Küche im Allgemeinen, ist auch die Street-Food-Kultur sehr vielfältig; es ist unmöglich, alles vorzustellen. Chetna Makan hat sich daher dafür entschieden, einige Städte herauszupicken und uns deren typische Street-Food-Gerichte vorzustellen. Sie ist durch Indien gereist und hat uns Rezepte aus Delhi, Kolkata, Mumbai und Chennai mitgebracht. Die Rezepte sind sehr facettenreich. Ich bilde mir ja ein, mich ein bisschen in der indischen Küche auszukennen, und ich habe vieles entdeckt, das mir neu ist. Ich muss unbedingt die knusprigen Papdis aus Reis und Mungbohnen versuchen, die es in Chennai gibt, die mit Hühnchenfleisch gefüllten Fladenbrote aus Kolkata, die Pakoras mit der Kichererbsenhülle und der Kartoffelfüllung aus Delhi und natürlich auch Mumbais würziges Hähnchen. Was mich überrascht hat ist, dass sich da auch einige chinesische Rezepte finden – Chow Mein zum Beispiel oder Sichuan-Huhn; aber diese sind wohl in der indischen Street-Food-Kultur fest verankert und wurden eingemeindet.

Die Rezepte sind ordentlich strukturiert und gut nachkochbar. Nicht alle Zutaten bekommt man im Supermarkt um die Ecke, für so manche Hülsenfrüchte oder Gewürze ist ein Gang in den Asienladen fällig. Für ungewöhnlichere Zutaten wäre für manchen vielleicht ein Glossar hilfreich gewesen. Nicht unerwähnt sollte bleiben, dass viel frittiert wird. Zu jeden Rezept gibt es eine persönlich geschriebene Einführung. Abgerundet wird der Rezeptteil durch ein Kapitel über Chutneys und Masalas und durch zwei Register – ein alphabetisches und ein nach Städten geordnetes.

Pav Baji – das ist im Prinzip ein Gemüsepüree (aus Blumenkohl, Paprika und vorgegarten Kartoffeln), das mit  in Butter gebratenen weichen Brötchen (pav) serviert wird. Das Püree mag keinen Schönheitspreis gewinnen, aber es schmeckt fantastisch. Und die in Butter gebratenen Brötchen passen hervorragend dazu.

Pantaras sind gefüllte Pfannkuchen. Die Füllung besteht aus Hähnchenhack, Karotten und Paprika, landet in den mit Kurkuma angereicherten Pfannkuchen, anschließend wird alles gerollt und frittiert. Ok, ich gebe es zu – ich habe sie gebraten, das war auch gut. Zu den Pfannkuchen gibt es eine Sauce aus Chilipaste, Knoblauch (viel Knoblauch), Ingwer und Frühlingszwiebeln. Das Ganze heißt Sichuan-Sauce und hat es in sich.

Für das Chili-Chicken wird mariniertes Hühnchenfleisch erst frittiert und dann in einer Sauce aus reichlich Zwiebeln, Paprikaschote und Chili serviert. Das Fleisch ist butterzart, die Sauce schön scharf. Kein Wunder also, dass das in Mumbai ein sehr beliebtes Gericht ist.

Es gibt viele Rezepte mit Teig im Buch – typisch Streetfood eben. Ich habe die  Parathas mit Erbsenfüllung ausprobiert. Parathas sind ohne Füllung Fladenbrote, die durch Falten und mit Ghee bepinseln richtig schön blättrig aufgehen. Hier sind sie mit gut gewürzten Erbsen gefüllt und nicht ganz so blättrig, aber herrlich aromatisch und nicht so schwer.

Ich habe es schon erwähnt  – die chinesische Küche ist gut vertreten auf den indischen Streetfood-Märkten. Ein Beispiel dafür sind diese Gemüsebällchen aus Weißkohl, Bohnen und Karotten. Sie werden nur mit Mehl und Speisestärke gebunden, vorfrittiert und dann in einer würzig abgeschmeckten Sauce serviert.

Fazit: Das ist ein buntes, fröhliches Buch, das uns mitnimmt auf eine Reise durch Indiens Streetfood-Märkte. Wer also indisches Essen mag und Lust hat, authentisches Streetfood zuhause zu kochen, der wird an diesem Buch Spaß haben. Auch Vegetarier werden fündig; es gibt viele Gerichte, die auf Hülsenfrüchten basieren.

  • Gebundene Ausgabe: 240 Seiten
  • Verlag: Christian Verlag 
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN: 978-3959611367
  • 25,00

Boule mit Buchweizensauerteig – glutenfrei

*Dieser Beitrag enthält Produktwerbung für Schär.*

Glücklicherweise habe ich nur wenige Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Ich muss die Finger von Haselnüssen und Anis lassen, und es gibt Kreuzallergien zu Äpfeln und Kirschen, die ich nach Kräften ignoriere. Mein Schreckgespenst ist die Zöliakie – ich bin wirklich von Herzen froh, dass ich auf Gluten nicht achten muss und Brot und Pasta essen kann, wie es mir beliebt.

Brot ist ja besonders wichtig in diesem Haushalt. Das ist einfach etwas, das hier immer in guter Qualität vorhanden sein muss. Und genau deshalb hat es mich sofort interessiert, als Zorra mit der Herausforderung daher kam, glutenfreies Brot zu backen. Ich wollte wissen, wie das geht und was für Brot dabei herauskommt.

Es sollte nicht irgendein glutenfreies Brot sein; Voraussetzung war, bestimmte Mehlmischungen von Schär mit zu verwenden. Die Mischungen gibt es inzwischen in jedem Supermarkt, was sicher eine große Erleichterung ist, wenn man tatsächlich darauf angewiesen ist, sich glutenfrei zu ernähren. Ich habe ein Paket mit drei Mischungen zur Verfügung gestellt bekommen. Experimentiert habe mit hellem Brotmix Mix B und mit Mix it! Dunkel. Die Idee war, ein Hefebrot und eines mit Sauerteig zu backen.

Für das Hefebrot habe ich einen Vorteig mit dem dunklen Mix angestetzt und für den Hauptteig die helle Mischung verwendet. Das Brot, das dabei herauskam, war durchaus genießbar, aber es kam leichenblass aus dem Ofen. Das Auge isst ja mit – und so erspare ich Euch das Brot.

Auf den Blog schafft es das dunkle Sauerteigbrot. Ich habe einen Sauerteig aus Buchweizenmehl angesetzt. Weil ich es eilig hatte, habe ich auf Nektarhefen gesetzt, so kann man rasch einen Sauerteig ziehen. Ich habe Bananenschale benutzt, weil die gerade da war, aber Ihr könnt auch anderes verwenden wie reife Bio-Äpfel oder ähnliches. Um die Gehzeit abzukürzen, habe ich zusätzlich Hefe verwendet.

Herausgekommen ist ein rustikales Brot, das viel Geschmack mitbringt. Was ich trotz des Backens bei großer Hitze nicht hinbekommen habe ist eine ordentliche, krachende Kruste. Das Brot wird beim Abkühlen leider wieder weich. Mich hat das ganze in der Konsistenz ein wenig an Soda Bread erinnert. Wir haben uns geholfen und es halt getoastet gegessen….

Sauerteig:

  • 1 Banane, die Schale, Bio
  • 1 TL Honig
  • 150 g Buchweizenmehl

Die Bananenschale gründlich waschen und in kleine Stücke schneiden. Den Honig in 300 g lauwarmem Wasser auflösen, die Bananenschalenstücke dazu geben. Alles bedeckt ca. 24 h bei Zimmertemperatur stehen lassen, dann abseihen.

50 g Buchweizenmehl mit 50 g Bananenansatz vermischen, abdecken und bei Zimmertemperatur stehen lassen, bis sich Bläschen bilden; das dauert ca.  8 bis 10 h. 50 g dieses Ansatzes wieder mit 50 g Buchweizenmehl und 50 g Bananenwasser vermischen und wieder reifen lassen, bis sich das Volumen deutlich vergrößert; bei mir hat das 12 Stunden gedauert. Jetzt zum Ansatz nochmals 50 g Buchweizenmehl und 50 g Bananenwasser geben und alles weitere 12 h reifen lassen. Das ist der Ansatz, den ich zum Backen verwendet habe.

Brotteig:

  • 150 g Buchweizensauerteig
  • 425 g Schär Mix it dunkel, plus etwas zum Arbeiten
  • 4 g Trockenhefe
  • 10 g Salz
  • 520 g Wasser

Mehl, Hefe und Salz in die Knetschüssel geben und kurz vermischen. Sauerteig und Wasser zugeben und alles zu einem homogenen Teig verarbeiten. Ehrlich gesagt, sieht das Ganze ein wenig aus wie Beton. Schüssel abdecken und den Teig 45 min ruhen lassen.

Die Arbeitsfläche mit etwas Mehlmix bestreuen und ein rundes Gärkörbchen ebenfalls damit ausstreuen. Den Teig aus der Schüssel holen; er ist jetzt aufgegangen und sieht schon viel besser aus ;-).  Teig zu einer Kugel formen und mit dem Schluss nach unten in das Gärkörbchen geben. Abdecken und 1 h ruhen lassen, bis sich das Volumen verdoppelt hat.

Während der Teig ruht, den Ofen volle Pulle vorheizen und ein Blech oder einen Backstein mit einschieben. Volle Pulle heißt bei meinem Ofen 270°C.

Blech oder Backstein aus dem Ofen nehmen, den Laib vorsichtig darauf stürzen und in den Ofen schieben. Insgesamt 40 min backen, dabei nach 10 min die Temperatur auf 250°C reduzieren.

Tomato-Clamato und Prawn Toast

Hier sind sie also, die Rezepte aus der Bar Bibel*.

Krabbentoast steht schon sehr lange auf meiner inneren Nachkochliste; aber irgendwie ist es nie dazu gekommen. Also habe ich die Gelegenheit beim Schopf ergriffen. Das Rezept habe ich leicht verändert; es sieht 1 kg Garnelen für 4 Toasts vor. Bei uns haben es 500 g Garnelen getan, das war in Ordnung so. Dann soll zum Toast eine Sauce gereicht werden – Amai-Sauce aus Tomatensauce, Ketchup, Tom-Yum-Paste und anderen, zu erstehen im Asiashop. Die konnte ich nicht finden. Ich habe statt dessen eine Sauce nach diesem Rezept verwendet. Das ist etwas völlig anderes, ich weiß. Aber es hat gut geschmeckt und harmoniert. Nur hat es die Sauce nicht auf’s Foto geschafft. Der Drink hat wohl seine Wirkung getan, ich habe das Fehlen auf dem Foto erst bemerkt, als schon alles aufgefuttert war.

Genau, der Drink: Zum Toast wird eigentlich der Cocktail No. 5 vorgeschlagen; der basiert auf Whiskey, Kürbis und Ahornsirup. Ich habe statt dessen einen Cocktail auf Tomatenbasis und Wodka gewählt; ich finde, dass Tomate und Sichuanpfeffer die Krabbenmasse wunderbar ergänzen. Also los:

Prawn Toast (ergibt 4 Toasts):

  • 1/2 Limette, unbehandelt
  • 500 g rohe Garnelen
  • 2 Zehen Knoblauch
  • eine dicke Scheibe frischer Ingwer
  • Wurzeln von 1/2 Bund Koriander
  • 1/2 Chilischote
  • Salz
  • 1 EL Olivenöl
  • 25 g Sriracha-Sauce
  • 4 Scheiben Toast
  • 25 g Butter

Ofen auf 180°C Ober- und Unterhitze vorheizen.

Schale der Limette abreiben. Garnelen, Knoblauch, Ingwer und Korianderwurzeln grob hacken, dann im Blitzhacker zerkleinern. Mit Chili, Salz, Limettenabrieb, Olivenöl und Sriracha abschmecken.

Die Garnelenmasse auf die Toastscheiben verteilen. Butter in einer Pfanne schmelzen. Die Toasts in die Pfanne geben und zunächst von der Unterseite anrösten. Dann wenden und die mit Garnelenpaste bestrichenen Seiten je 2 min braten. Die Toasts mit der Krabbenseite nach oben auf ein mit Backpapier belegtes Blech geben und im heißen Ofen noch 5 min backen.

Dazu habe ich diese Sauce gereicht, das hat gut gepasst. Nur auf’s Foto hat sie es nicht geschafft; ich habe es zu spät gemerkt.

Tomato-Clamato:

Der Cocktail erfordert ein wenig Vorarbeit; ihr müsst eine Infusion herstellen, die zwei Tage durchziehen muss.

Sichuanpfeffer-Essenz:

  • 500 ml Wodka
  • 2 Handvoll Sichuan-Pfeffer
  • 1 Chilischote

Alles vermischen, 48 h ziehen lassen, dann abseihen.

Tomatensaft-Mix:

  • 1 l Tomatensaft
  • 1 Dose passierte Tomaten
  • 1 TL Misopaste

Alles in einen Mixer geben und pürieren. Ihr werdet nicht alles brauchen; man kann die Mischung im Kühlschrank aber aufheben. Ich habe übrigens mit einem Teil davon Baked Beans gemacht, das war klasse.

Jetzt zum Drink:

  • 5 cl Wodka (in Rezept steht Belvedere, bei mir musste es Finlandia tun)
  • 15 cl Tomatensaft-Mix
  • 1 cl Zitronensaft, frisch gepresst
  • 6 dashes Worcestershiresauce
  • 2 dashes Sichuanpfeffer-Essenz
  • 1 g Salz
  • 1/2 Zitrone zur Garnitur

Alle Zutaten (mit Ausnahme der Zitrone, natürlich) in einen Shaker geben. Auf Eiswürfeln nur ganz kurz (ca. 3 Sekunden) shaken, damit nichts verwässert. In ein Londrink-Glas abseihen und mit Zitrone garniert servieren.

 

Buchvorstellung: Bar Bibel | Cihan Anadologlu

Cihan Anadologlu ist Bartender aus Leidenschaft, und zwar einer der besten der Welt. Er besuchte Koch- und Hotelfachschulen, mixte in der legendären „Schuhmann’s Bar“ in München, arbeitete mit Sterneköchen zusammen und sammelt Ideen von überall her. Heute ist er nicht nur als Berater und Autor tätig, sondern auch und vor allem Mitinhaber der Bar „Circle by Cihan Anaduloglu„. Die Bar befindet sich im Hearthouse, Münchens erstem Private Member Club. Mit dem vorliegenden Buch teilt er sein umfassendes Wissen mit uns.

Inhaltlich ist das Buch grob in vier große Kategorien unterteilt. Es geht los mit den 200 besten Drinks der Welt, hier findet man Rezepte für bekannte Cocktail-Klassiker. Die Rezepte werden nach Spirituosen geordnet vorgestellt; man findet Gin-Cocktails, Vodka-Cocktails und vieles mehr. Ich behaupte, dass jeder einigermaßen bekannte Cocktail hier vertreten ist.  Zu jedem Cocktail ist angegeben, wann, wo und von wem er kreiert wurde.

Danach kommen 50 Cocktails der Feder von Cihan Anadologlu; diese sind durchnummeriert. Die Rezepte sind durchweg einen gewissen Anspruch; ich nenne als Beispiel mal den Cocktail No. 23, das ist der Circle Milk Punch. Zu den Cocktail-Zutaten Bacardi 8 Rum, Hennessy VS Cognac, Reis-Kokosmilch und Demerarasirup gesellen sich ein Topping aus Kastanien-Espuma und eine Garnitur aus geriebener Muskatnuss und Sternanis. Die Rezepte für Espuma und Sirup findet man weiter hinten im Grundrezepte-Teil.

Wie gesagt, die Rezepte haben einen gewissen Anspruch. Man braucht eine gut gefüllte Hausbar und oft auch die eine oder andere Gerätschaft. Sie sind aber gut aufgebaut und nachvollziehbar. Die benötigten Komponenten, die oft voraus hergestellt werden müssen, findet man entweder direkt beim entsprechenden Cocktail oder im Grundrezepte-Teil. Zu jedem Rezept gibt es auch ein kleine Einführung; und selbstverständlich wird beschrieben, in welchen Glas der Drink serviert werden soll.

Dann finden wir nach 9 Rezepte von Gast-Bartendern, wobei nicht nur die Drinks vorgestellt werden, sondern auch die entsprechenden Bartender und ihre Bars.

Wenn man schon Cocktails trinkt, ist es eine gute Idee, auch für eine entsprechende Unterlage zu sorgen. Entsprechend gibt es da ein spannendes Kapitel zum Thema „Food- und Cocktailpairing. Ein Beispiel wären mit einer Kruste aus Asia Spiced Nuts servierte Baby Back Ribs, zu denen mit Sesam aromatisierte, pfannengerührte Zuckerschoten  serviert werden. Als passender Drink wird eine Variante des Long Island Ice Teas vorgeschlagen, die aufgrund von Fernet Branca, Portwein und Cola eine große Aromenvielfalt aufweist. Bei den Rezepten ist es leider nicht immer gelungen, sie aus der Sprache der Restaurantköche in massentaugliche Rezepte zu übertragen. Man muss flexibel sein und etwas mitdenken, wenn man sie umsetzen will.

An den Foodpairing-Teil schließen sich noch Kapitel mit Grundrezepten und dem benötigten Werkzeug an. In diesem Fall bedeutet Werkzeug ein wenig mehr als das typische Bar-Equipment, denn für die Drinks werden auch schon mal Espumas hergestellt oder Infusionen per Vakuum hergestellt. Internationale Tipps für Bars, eine Übersicht über wichtige Begriffe und ein Bezugsquellenverzeichnis runden den Rezeptteil ab.

Noch ein paar Worte zur Optik: Da ist ein großformatiges, hochwertig gemachtes Buch; die Aufmachung ist angelehnt an die Burger Unser.  Die Fotos von Daniel Esswein sind eindrucksvoll auf das Wesentliche reduziert; es macht Freude, in dem Buch zu blättern.

So, mixen wir uns einen Drink: ich habe ich für „Tomato Clamato“ entschieden, das ist Cihan Anadologlus Version einer Bloody Mary: Es wird vorweg aus etwas Wodka, Sichuanpfeffer und einer Chilischote eine Sichuanpfeffer-Infusion hergestellt, von der ein wenig im Drink landet. Es wird auch nicht einfach Tomatensaft verwendet, sondern eine Mischung aus Tomatensaft und Passata, der etwas Miso noch zusätzlich Geschmack verleiht.

Dazu gegessen haben wir Prawn Toast, den wollte ich schon so lange machen. Auf den Toasts befindet sich eine Masse aus Garnelen, Korianderwurzel, Ingwer, Knoblauch und etwas Chili.

Fazit: Das Buch heißt nicht umsonst „Bar Bibel“; man findet darin wirklich alles, was man braucht, wenn man Drinks mixen will. Von ambitionierten Eigenkreationen Cihan Anadologlus bis hin zu bekannten Cocktail-Klassikern ist für jeden Anspruch etwas dabei. Mich faszinieren im Übrigens besonders die vielen kleinen Grundrezepte. Diese kann man sicherlich nicht nur zum Mixen von Cocktails gebrauchen.

  • Gebundene Ausgabe: 240 Seiten
  • Verlag: Callwey
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN: 978-3766722805
  • 39,95

Rote-Bete-Kohlrabi-Eintopf mit Rinderhack

Aber was schreibe ich überhaupt? Eintopf? Wie altmodisch… One Pot, so muss das heutzutage heißen, dann ist nicht mehr so altmodisch, sondern total hipp ;-).

Eintopf war das Standardgericht meiner Kindheit; meine Eltern hatten einen riesigen Garten und wenn meiner Mutter das Gemüse über den Kopf wuchs, dann gab es eben Eintopf. (Eine echte Trendsetterin, meine Mutter 😉 ). Die Standardvariante war mit Kartoffeln, Karotten, Lauch und Rindfleisch und wurde im Schnellkochtopf gekocht. Die Variante konnte ich dann tatsächlich irgendwann nicht mehr sehen….

Und ich koche sie auch nicht zuhause – denn das eigentlich tolle an Eintöpfen One-Pot-Gerichten ist ja, dass sie so wandelbar sind. Im Prinzip kann alles hinein, auf das man Lust hat.

Das Rezept hatte ich vor längerer Zeit in der essen & trinken gesehen und begeistert abgespeichert. Als dann ein Kohlrabi in der Abokiste lag, war klar, dass es das geben musste, bloß hatte ich auf das Original nicht mehr so viel Lust; es kommen zusätzlich noch Romana-Salat hinein und Nudeln, und auch die Mengenverhältnisse sind ganz anders. Wer sich für das Original interessiert, klickt hier.

Für 4 Portionen:

  • 1 Schalotte
  • 1 Zehe Knoblauch
  • etwas Rapsöl zum Anbraten
  • 250 g Rote Bete
  • 250 g Kohlrabi
  • 250 g Kartoffeln
  • 1 TL Zucker
  • 2 EL Balsamico
  • 900 ml Gemüsebrühe
  • 1 Lorbeerblatt
  • 400 g Rinderhack
  • 1 Handvoll gemischte Kräuter (was man grade so da hat…)
  • Salz, Cayennepfeffer
  • 150 g  Sauerrahm zum Servieren

Schalotte und Knoblauch schälen und fein hacken.

Kartoffeln, Kohlrabi und Rote Bete schälen und in mundgerechte Würfel schneiden. Wenn Kohlrabi und Rote Bete schöne Blätter haben, diese für später aufheben.

Etwas Öl in einem Schmortopf erhitzen und darin Schalotte und Knoblauch glasig anbraten. Dann Kartoffeln, Kohlrabi und Rote Bete zugeben und unter Rühren kurz mitbraten. Den Zucker darüber streuen und alles karamellisieren lassen. Mit dem Essig ablöschen, dann die Brühe angießen. Mit Salz würzen, das Lorbeerblatt zugeben, den Deckel aufsetzen und alles ca. 35 min köcheln lassen.

Dann das Hackfleisch in den Eintopf krümeln, alles gut durchrühren und den Eintopf weitere 15 min köcheln lassen.

Inzwischen die Kräuter zupfen und hacken. Die Blätter von Kohlrabi und roter Bete in feine Streifen schneiden.

Kräuter und Gemüseblätter in den Eintopf rühren, alles mit Salz und Cayennepfeffer abschmecken.

Zum Servieren den Eintopf in Schalen schöpfen und jede Schale mit einem Klecks Sauerrahm garnieren.