Zitronen-Quark-Mousse

So oft gibt es hier ja nicht Nachtisch, aber diesen hier wollte ich unbedingt machen. Also, ich wollte ihn schon recht lange unbedingt machen, um genau zu sein. Das Rezept stammt nämlich aus einer alten Ausgabe der Essen & Trinken, es ist von Anfang letzten Jahres. Ich hatte die Seite herausgerissen und mir vorgenommen, das Rezept unbedingt…Ihr wisst schon.
Jetzt habe ich aussortiert und Rezepte, die ich auch nach längerem Abhängen noch gut finde, mal erfasst; dabei kam die Mousse wieder hoch und diesmal habe ich sie gleich gemacht. Und bestimmt nicht zu letzten Mal, denn sie ist genau nach meinem Geschmack: zitronig, nicht zu süß und mit einer schönen, schaumigen Konsistenz. Ich könnte mir übrigens auch vorstellen, sie mit anderen Zitrusfrüchten zu machen – Mandarinen (richtige Mandarinen) oder Blutorangen stelle ich mir toll vor.
Die Mousse wird mit kandierten Zitronenscheiben garniert  – das passt doch gut zu dem aktuellen Blogevent, das Zorra gerade veranstaltet. Wenn ich mich recht erinnere, ist sie ja außerdem immer auf der Suche nach neuen Zitronen-Rezepten, da passt das doppelt.
Kandierte Zitronen:
  • 1 Bio-Zitrone
  • 100 g  Zucker
Mousse:
  • 3 Blatt weiße Gelatine
  • 2 Eier
  • 3 Bio-Zitronen
  • 100 g Zucker
  • Salz
  • 100 ml Sahne
  • 200 g Quark (ich hatte 20%igen)
Für die kandierte Zitrone die Zitrone quer in 3 mm dünne Scheiben schneiden.  100 g Zucker und 200 ml Wasser aufkochen, die Zitronenscheiben darin 1 h köcheln lassen. Herausnehmen und über Nacht auf einem Kuchengitter trocknen lassen. Im Original werden die Zitronenscheiben erst noch 1 h in Wasser vorgegart, das fand ich etwas viel des Guten.
Für die Mousse die Gelatine in kaltem Wasser einweichen. Eier trennen; Eiweiß mit einer Prise Salz zu Eischnee schlagen, dabei 60 g Zucker einrieseln lassen. Von den Zitronen 2 TL Schale abreiben, 100 ml Saft auspressen.
Zitronensaft und -Schale, 40 g Zucker und Eigelbe über dem Wasserbad aufschlagen, bis die Masse hell und dick wird. Gelatine ausdrücken und in der warmen Masse auflösen. Sahne steif schlagen. Quark portionsweise in die Eigelbmasse rühren. Alles kurz kühl stellen und wenn die Masse zu stocken beginnt,   erst Eischnee und schließlich die Sahne unterheben. Auf 6 Gläser verteilen und mindestens 4 h kühl stellen.
 Mousse mit Zitronenscheiben garniert  servieren.
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Ricotta-Auberginen-Klößchen mit getrockneten Tomaten

Die „Vegetarische Aromabibel„* regt ganz klar die Kreativität und Intuition an. Die Listen und Kombinationsmöglichkeiten sind endlos. Mir ist das bisher mit allem, was ich ausprobiert habe, so ergangen, dass mir die ausgesuchten Zutaten-Kombinationen länger im Kopf rumgespukt sind und sich dann nach und nach ein Rezept entwickelt hat. Und oft war es so, dass am Ende des Prozesses dann ein ganz anderes Gericht auf dem  Tisch stand, als ich mir ursrünglich überlegt hatte.

Ich hatte also Ricotta im Kühlschrank. Aubergine passt gut, sprach die Liste. Tomaten, Oregano, Muskatnuss, Chili.  Ach, dachte ich, ich könnte Crespelle mit dieser Mischung füllen. Dann hatte ich keine Lust, Crêpes zu backen und dachte über eine Pastasauce nach. Als nächstes fielen mir die Auberginen-Gnocchi ein, die ich immer schon mal hatte machen wollen, und so sind diese Klösschen entstanden.

Sie sind fluffig,  schön aromatisch und ein schönes Auberginen-Versteck. Nur als Gnocchi würde ich sie nicht bezeichnen, denn der Teig war zu weich, um klassische Gnocchi zu formen.

Für 2 bis 3 Personen:

  • 1 mittelgroße Aubergine
  • 300 g Ricotta
  • 5 getrocknete Tomaten
  • 1 Eigelb
  • 20 g Parmesan, frisch gerieben
  • 100 g Mehl
  • 1 TL getrockneter Oregano
  • Salz, Cayennepfeffer
  • Tomatensauce zum Servieren

Den Backofen auf 220°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Ein Blech mit Backpapier auslegen. Die Aubergine mit einer Gabel rundherum einstechen und im heißen Ofen backen, bis die Haut schrumpelig und das Innere ganz weich wird. Das dauert ca. 20 min. Herausnehmen, etwas abkühlen lassen, dann die Aubergine aufschneiden und das Fruchtfleisch mit einem Löffel herauskratzen. Fruchtfleisch in ein feinmaschiges Sieb geben und gründlich abtropfen lassen.

Ein weiteres Sieb mit 2 Lagen Küchenpapier auslegen. Ricotta hineingeben und ebenfalls gründlich abtropfen lassen. Es sollten etwa 250 g Ricotta übrig bleiben.

Auberginen-Fruchtfleisch in eine Schüssel geben und mit dem Stabmixer pürieren. Tomaten klein schneiden und zusammen mit Ricotta und Eigelb zur Aubergine geben. Parmesan, Oregano und Mehl einarbeiten, alles mit Salz und Cayennepfeffer würzen und zu einem Teig verkneten.

Reichlich Salzwasser in einem großen Topf erhitzen. Es soll leicht sieden, aber nicht sprudelnd kochen. Ofen auf 60°C vorheizen und ein mit Backpapier belegtes Blech einschieben.

Von der Masse mit zwei Teelöffeln Klösschen abstechen und in das siedende Wasser gleiten lassen. Dabei portionsweise vorgehen und den Topf nicht überfüllen. Die Klösschen garziehen lassen, sie sind schon nach ca. 2 min fertig. Mit einem Schaumlöffel herausholen, gut abtropfen lassen. Fertig Klösschen im Ofen warmhalten, während man die restliche Teigmasse verarbeitet.

Die Klösschen auf Tomatensauce – zum Beispiel nach diesem Rezept – servieren.

Kochbuch: Vegetarische Aromabibel | Karen Page

Was ich Euch heute vorstelle, ist kein Kochbuch im eigentlichen Sinne. Es ist ein Nachschlagewerk. Aber von vorn:

Karen Page ist eine renommierte Kochbuch-Autorin; unter anderem  hat sie für ihre Bücher den James-Beard-Award bekommen. Zu diesem Buch hier gibt es sozusagen einen Vorläufer, nämlich das Lexikon der Aromen und Geschmackskombinationen. Nun hat dem ersten Buch ein vegetarisches zur Seite gestellt.

Warum eigentlich? Natürlich hat sie als Kochbuchautorin ihr Leben lang gut gegessen; als Amerikanerin aus dem Mittleren Westen auch mit beachtlichen Portionen Fleisch. Dabei den Genuss in den Vordergrund gestellt, ohne sich Gedanken über gesundheitliche Zusammenhänge zu machen. Dann näherte sich ihr 50. Geburtstag und sie verlor ihren Vater und ihre Stiefmutter an den Krebs. Damit begann ein Denkprozess, und die Überlegung, dass man die gesundheitlichen Auswirkungen beim Essen nicht unberücksichtigt lassen sollte. Sie beschloss, sich vegetarisch und vollwertig zu ernähren – und hatte gewisse Schwierigkeiten. Die Listen mit den Dont’s wurden immer länger. Schließlich beschloss sie, sich daran zu orientieren, welche Lebensmittel im Vergleich zum Kaloriengehalt die meisten Nährstoffe liefern. Und sie begann auszuarbeiten, welche Kombinationen besonders gut schmecken – bei aller Gesundheit soll ja der Genuss nicht zu kurz kommen. Und das Ergebnis ihrer Arbeit liegt nun vor mir.

Ich fange mal ganz von vorne an. Da gibt es eine sehr ausführliche Einführung, die zunächst erklärt, wie dieses Buch entstanden ist. Aber das wisst Ihr ja nun bereits. Danach gibt es ein wenig Ernährungswissenschaften – genug, damit man sich informiert fühlt, aber nicht so viel, dass es einen verunsichert: es geht um optimale Zufuhr von Nährstoffen und vor allem darum, wie man aus den verwendeten Lebensmitteln den maximalen Geschmack herausholt. Die verschiedenen Geschmacksrichtungen (süß, sauer, salzig, bitter und umami) werden erklärt und auch, welche Auswirkungen Konsistenzen auf unsere Geschmackswahrnehmung haben. Eine Übersicht über die Geschichte des Vegetarismus gibt es auch. Und eine Liste, die mich ein wenig hat grinsen lassen – da geht es um Gelüste, und für die gibt es alternative Vorschläge. So soll bei Lust auf Butter vegane Margarine das Lebensmittel der Wahl sein. Das lasse ich jetzt mal unkommentiert.

Dann geht es los – Listen über Listen. Alphabetisch geordnet von Açai bis Zwiebeln sind Zutaten aufgelistet.  Das Ganze ist enzyklopädisch – es wird kurz erklärt, was die Zutat eigentlich ist. Dann gibt es ein Gechmacksprofil und ein Nährstoffprofil und es wird aufgelistet, welche Zubereitungsart für die jeweilige Zutat geeignet ist. Die eigentliche Liste schließlich umfasst nicht nur Geschmackskombinationen, sondern auch Zubereitungarten, Länderküchen oder besonders empfehlenswerte Gerichte. Bei vielen Zutaten gibt es außerdem eine Art „Best Of“, nämlich besonders empfehlenswerte Kombinationen.

Ich glaube, wir brauchen ein Beispiel. Ich picke mal Brokkoli heraus. Die Auflistung ist nicht kurz – eineinhalb Seiten nimmt der Brokkoli ein. Saison, Geschmacksprofil und Intensität des Geschmacks, gesundheitliche Vorzüge, Nährstoffprofil, botanische Verwandtschaften und vorgeschlagene Techniken machen den Anfang.  Die eigentliche Liste schlägt als geeignete Partner unter anderem Bohnenkraut, Nüsse, Orange und getrocknete Tomaten vor (da kommt mir direkt eine Idee…), sagt uns, dass Brokkoli sich gut in Suppen, Pastagerichten und Soufflés macht und schlägt als Best-Of-Kombinationen unter anderem Brokkoli-Mandeln-Zitrusfrüchte oder Brokkoli-Chilischoten-Knoblauch-Olivenöl vor. Und ja, das ist nur ein Bruchteil der Ideen.

Die Listen sind sehr übersichtlich kodiert: die Nährstoffdichte ist bei jeder Zutat mit einem farbigen Punkt markiert. Besonders empfohlene Kombinationen springen einem dank fett gedruckter Großbuchstaben ins Auge, bestimmte Gerichte oder Länderküchen sind kursiv gesetzt. Am Rand der Seiten findet man ein farblich codiertes alphabetisches Register.

Die Listen sind ausführlich und stecken voller Möglichkeiten. Es werden nicht nur Zutaten erwähnt, sondern auch viele Länderküchen, Zubereitungstechniken  oder Gänge sind mit Vorschlägen vertreten. Zutaten, die es in verschiedenen Varianten gibt, werden getrennt behandelt – so haben verschiedene Chilisorten jeweils einen eigenen Eintrag. Manchmal finde ich die Sortierung auch schwierig. Da gibt es Untergruppen, auf die muss man erst mal kommen. Also…nicht „Mandelmilch“, sondern „Milch, Mandel“. Aber es gibt Querverweise. Wenn man sich eingefunden hat, tut man sich leicht. Was es außerdem noch gibt – viele Kästen mit zusätzlichen Produktinfos, Rezepten und Küchentipps. Da gibt es zum  Beispiel  die unterschiedlichsten Salatdressings, Vorschläge, wie man Eier ersetzen kann, Infos über das Grillen von Gemüse oder Zubereitungstipps. Ich könnte noch ewig weitermachen…..

Ach so –  die Optik. Die ist übersichtlich. Die Listen sind in Spalten gehalten, man kann gut mit den Augen drüberscrollen. Die Zutaten sind farblich abgesetzt – jeder Buchstabe des Alphabets hat seine eigene Farbe bekommen-,  verschiedene Schrifttypen machen das Ganze etwas unruhig, haben aber einen Zweck; sie dienen der Gliederung.

Ich habe mich von den Listen inspirieren lassen und habe ein bisschen was gekocht. Ich habe einfach einen Blick in die Vorräte geworfen und verkocht, was grade da war.

Rosenkohl zum Beispiel. Da spuckte die Liste als Technik „Hobeln“ aus und als passende Zutaten Eier, Orange und Chiliflocken. Bei mir wurde daraus eine Frittata mit feingehobeltem Rosenkohl, die ich mit Chiliflocken und eingelegter Kumquat gewürzt habe.

Und ein Knollensellerie war auch noch übrig. Raspeln und rösten erschien mir als eine gute Idee. Und aus den passenden Lebensmitteln habe ich Apfel und Blauschimmelkäse ausgesucht. Heraus kamen Apfel-Sellerie-Puffer mit Blauschimmelkäse.

Eine große Menge Ricotta lungerte im Kühlschrank herum. Aubergine passt da gut, sagte die Liste. Tomate auch, und Oregano. Es ist eine der Stärken des Buches, dass es die Kreativität anregt. Ich wollte erst Crespelle mit einer Ricotta-Auberginenmasse füllen. Dann hatte ich doch keine Lust, Crêpes zu backen und dachte, och, eine Pastasauce wäre doch auch nett. Und schlussendlich wurden es Klößchen mit Ricotta, Aubergine, getrockneter Tomate und Oregano, die wir mit Begeisterung verputzt haben.

Toll sind auch die Listen mit besonders empfehlenswerten Kombinationen. Bei Endiviensalat sind das Zitrone, Knoblauch und Chiliflocken. Und genau damit habe ich den Salat auch sautiert.

Auf der Suche nach einer Idee für Spitzkohl stieß ich auf: hobeln, kurz sautieren, Ingwer und Sesam. Ok. Machen wir pfannengerührten Spitzkohle, angebraten mit Ingwer, fertiggestellt mit Sesamöl und Sesamsaat.

Fazit: Das kann ich kurz halten: dieses Buch gehört in jeden Haushalt. Und wenn Ihr nur ein Kochbuch haben wollt, dann nehmt Ihr bitte dieses. Die Listen, die Ihr findet, regen die Kreativität an, helfen ungemein beim Verwerten von Zutaten und beim Entwickeln von Rezepten und sind einfach eine ungeheure Inspiration.

  • Gebundene Ausgabe: 432 Seiten
  • Verlag: AT Verlag
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN: 978-3038009450
  • 39,90

Falafel-Cracker

Der Rezepttitel hat gereicht, und zack, stand ich in der Küche. Naja, nicht ganz. Erst musste ich noch Kichererbsenmehl kaufen. Nachdem ich die letzte Packung endlich aufgebraucht hatte, habe ich mich lange gegen eine Neuanschaffung gewehrt, aber jetzt kam ich nicht mehr drum herum.

Ich liebe ja salzigen Knabberkram, und Falafel mag ich kein Stück weniger. Und das hier, das ist salziger Knabberkram der schmeckt wie Falafel. Erreicht wird das durch eine kleine Menge Kichererbsenmehl im Teig, durch etwas Tahin, Kreuzkümmel und Piment.

Eigentlich ist es unverantwortlich, das Rezept vorzustellen, denn die Cracker haben Suchtpotential. Ich musste mich jedenfalls sehr zusammennehmen, um nicht auf der Stelle alle wegzufuttern.

Das Rezept habe ich im Buch Soframiz* gefunden – ein Buch, das ich immernoch schwer aus der Hand legen kann; dies hier wird bestimmt nicht das letzte Rezept sein, das ich Euch vorstelle. Das Originalrezept besticht durch ein gewisses Kuddelmuddel an Maßangaben – Cups, Unzen, Esslöffel….ich habe umgerechnet, so gut es geht. Die Zubereitung dauert ein wenig, aber das meiste davon sind Ruhezeiten.

Ergibt ungefähr 400 g Cracker:

  • 180 ml Buttermilch
  • 2 EL Tahin
  • 180 g Mehl (Type 405)
  • 60 g Kichererbsenmehl
  • 1 EL Zucker
  • 2 TL Salz
  • 1 EL Kreuzkümmel, gemahlen
  • 1/4 TL Piment, gemahlen
  • 125 g Butter, kalt, in Stückchen
  • 4 EL Polenta
  • 2 EL Sesamsamen

Buttermilch und Tahin in einer kleinen Schüssel gründlich miteinander verrühren.

Die Mehlsorten, Zucker, 1 TL Salz, Kreuzkümmel und Piment in einer Schüssel vermengen. Die Butter in kleinen Stückchen dazugeben und alles mit den Fingerspitzen verreiben, bis die Masse grobem Sand ähnelt. Die Buttermilchmischung zugeben und alles zu einem Teig verkneten. Der Teig ist etwas klebrig.

Die Arbeitsfläche leicht mit Mehl bestäuben. Den Teig darauf geben, zu einem Rechteck zurecht drücken, in Frischhaltefolie packen und über Nacht in den Kühlschrank geben.

Nach der Ruhezeit den Teig in 4 Teile teilen. Immer mit einem Teil arbeiten, den Rest wieder in den Kühlschrank geben. Es ist wichtig, dass der Teig gut gekühlt wird, er ist sonst zu weich und zu klebrig.

Die Arbeitsfläche mit etwas Mehl bestäuben. Ein Stück Teig zu einem ca. 1,5 mm dünnen Rechteck ausrollen. Es muss kein superexaktes Rechteck sein; wichtig ist, dass der Teig dünn ausgerollt wird. Einen Bogen Backpapier auf ein Backblech legen und etwas Polenta darauf streuen. Die ausgerollte Teigplatte  darauf legen. Einen weiteren Bogen Backpapier auf die Teigplatte legen, wieder mit etwas Polenta bestreuen. Die nächste Portion Teig ausrollen und auf das Backpapier legen. So weitermachen, bis aller Teig ausgerollt ist.

Nun hat man insgesamt 4 Lagen ausgerollten Teig, getrennt durch Backpapier, auf dem Blech. Das Blech mit Frischhaltefolie luftdicht abdecken und für ca. 4 h zum Kühlen in den Kühlschrank geben.

Den Ofen auf 180 °C Ober- und Unterhitze vorheizen.

Eine Lage Teig mitsamt dem Backpapier auf ein Blech geben. Den Teig mit einer Gabel überall einstechen, damit der beim Backen keine Blasen wirft. Die Teigplatte mit Wasser bepinseln, mit einem Teil des Sesams bestreuen und dann mit einem Teigrad in ca. 7 cm große Quadrate schneiden.

Cracker im heißen Ofen 13 bis 15 min backen, dabei nach der halben Zeit das Blech einmal rotieren. Die Cracker sollen goldbraun sein und knusprig. Mit allen anderen Teigplatten genauso verfahren.

Alternativ kann man auch jeweils 2 Bleche auf einmal auf 160°C Umluft backen, dann geht es schneller.

Cracker auf einem Kuchengitter abkühlen lassen. In einer luftdicht verschlossenen Dose halten sich die Cracker 3 Tage. Aber glaubt mir, das ist reine Theorie ;-).

 

Kohl hoch zwei: Gewürzrotkohl aus dem Ofen und Weißkohl in Chorizo-Butter

Die Rettungstruppe, gegründet von Susi und Sina, ist wieder unterwegs. Diesmal geht es um Kohlgemüse. Davon haben wir zur Zeit ja mehr als genug – und es ist erschreckend, in welchen Varianten es die Gemüse zu kaufen gibt. Frischer Grünkohl ist hier ja noch selten, aber Grünkohl in der unterteilten Plastikschale, mit Wurst und allem schon dabei, den gibt es. Oder fertig zubereiteten Rotkohl in der Dose.

Ich mag all dieses Zeug nicht. Frisches Essen macht einfach mehr Spaß. Und weil ich mich nicht so recht entscheiden konnte, habe ich heute gleich zwei Kohlvarianten mitgebracht; die beiden Klassiker Rotkohl und Weißkohl, aber mal mit neuen Ideen.

Für den Rotkohl habe ich ein Rezept, das ganz entspannt im Ofen geschmort wird. Gefunden habe ich die Idee in einer Zeitschrift von BBC Good Food. Im Original heißt das Ganze „sticky cabbage“, aber das klingt ja in unserer Sprache nicht so reizvoll….Der Kohl wird mit Gewürzen, Apfel und Balsamico im Ofen geschmort und am Ende mit Johannisbeergelee abgerundet – er schmeckt wunderbar fruchtig und ausgewogen. Bei uns gab es das an den Feiertagen zur Ente; aber ich kann mir genügend andere Gelegenheiten vorstellen. Also – weg mit dem Rotkohlglas und ran an den Ofen.

Das Rezept ergibt großzügige sechs Portionen, aber das lohnt sich, denn das Ganze schmeckt aufgewärmt noch besser.

  • 30 g Butter
  • 1 rote Zwiebel
  • 1 Stange Zimt
  • 1/4 TL gemahlene Nelken
  • 1/4 TL Muskat, frisch gemahlen
  • 1 kleiner Rotkohl
  • 1 Apfel
  • 3 EL brauner Zucker
  • 150 ml Balsamico
  • 2 EL Johannisbeergelee
Rotkohl putzen und in feine Streifen schneiden. Zwiebel schälen und ebenfalls in feine Streifen schneiden. Vom Apfel das Kerngehäuse entfernen, den Rest fein reiben.
Ofen auf 180°C vorheizen.
Alle Zutaten mit Ausnahme des Johannisbeergelees in eine große Auflaufform geben und gut vermischen. Form abdecken und alles 2 h garen. Aus dem Ofen nehmen, das Johannisbeergelee einrühren und alles mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Schon fertig. War doch leicht, oder?
Und jetzt zum Weißkohl: da fehlen mit wirklich gerne mal die Ideen.  Kohlrouladen? Erledigt. Krautfleckerl? Auch, und zwar mehrfach. Slaw?  Ist nicht meins. Neue Ideen sind also willkommen. Auch auf  dieses Rezept bin ich in einer alten Ausgabe der  BBC Good Food gestoßen und es hat mich sofort angeprungen. Ich meine, mit Chorizo wird doch alles besser, oder? Na gut, fast alles.
Die Kombination ist auch wirklich toll, denn neben Chorizo gibt auch noch geräuchertes Paprikapulver Aroma. Ich kann das noch ein paar Mal essen, bis es endlich  Frühlingsgemüse gibt.
  • 400 g Weißkohl
  • 50 g Chorizo
  • 25 g Butter
  • 1/2 TL geräuchertes Paprikapulver edelsüß
  • gute Prise scharfes geräuchertes Paprikapulver
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
Kohl vierteln, vom Strunk befreien und in feine Streifen schneiden. In Salzwasser  4  bis 6 min kochen, je nachdem, wie bissfest er sein soll. Abgießen und abtropfen lassen.
Chorizo klein würfeln. In einer Pfanne auf hoher Hitze braten, bis das Öl austritt. Butter und Paprikapulver zugeben und weiterbraten, bis die Wurst knusprig wird.
Den Kohl ebenfalls in die Pfanne geben und alles unter Rühren weiterbraten, bis er von der Chorizo-Mischung überzogen ist. Mit Salz und Pfeffer abschmecken, und dann – ran an den Kohl.
Die Kohlsaison dauert ja noch ein bisschen. Und damit Ihr sie so richtig gut ausnutzen könnt, gibt es heute noch ganz viele Kohlrezepte vom Rettungsteam. Sagen wir mal so: womöglich werdet Ihr Euch wünschen, dass die Kohlsaison niemals endet; da sind so tolle Sachen dabei:
Auch was: Grünkohl-Pizza
Bonjour Alsace: Sauerkraut im Glas
Brittas Kochbuch: Winterliche Minestrone
Cakes Cookies and more: Bunter Wintersalat
German Abendbrot: Zweierlei Rotkohl
Lanis Leckerecke: Cole Slaw
Leberkassemmel und mehr: Überbackener Blumenkohl
Our Food Creations: Cale Salad
Summsis Hobbyküche: Weißkohlcurry
Turbohausfrau: Flammkuchen mit Kohl

Gebackener Lauch mit Tintenfisch, Frischkäse und Estragon

Das ist eines der Gerichte aus „Gøne Fishing„*, auf die ich mich begeistert gestürzt habe, weil alle Zutaten unmittelbar verfügbar waren.

Und ganz nebenbei ist das Gericht nicht schwer herzustellen und wartet mit einer tollen Geschmackskombination auf: der im Ofen gebackene Lauch verliert seine Schärfe und wird leicht süß; die mit Zitrone abgeschmeckte Frischkäsecreme liefert eine frische Note und das Lakritz-Aroma des Estragons ist auch toll dazu.

Für 4 Personen:

  • 400 g frischer Tintenfisch
  • 6 EL Olivenöl
  • 1 Zehe Knoblauch
  • 50 g Frischkäse
  • Schalenabrieb von 1 Bio-Zitrone
  • Salz, Pfeffer aus Mühle
  • 1 Bund Estragon
  • 4 Stangen Lauch

Tintenfisch putzen,  spülen und in Ringe schneiden. Knoblauch schälen und hacken. Tintenfisch in eine Schüssel geben, mit Salz, gehacktem Knoblauch und einem Esslöffel Olivenöl vermischen und 30 min marinieren lassen.

Ofen auf 180°C vorheizen. Den grünen Teil des Lauchs der Länge nach zerschneiden und gründlich waschen; das Weiße anderweitig verwenden. Die Stangen in eine mit Backpapier ausgelegte Form geben, mit 3 EL Olivenöl beträufeln, salzen und für 30 bis 40 min backen, bis die Stangen gut gebraten sind und leicht zusammenfallen. Der Lauch wird dadurch leicht süß und sein Aroma intensiviert sich. Aus dem Ofen nehmen und Länge nach teilen.

Während der Lauch im Ofen ist, den Frischkäse mit Zitronenabrieb, 2 EL Olivenöl, Salz und Pfeffer zu einer glatten Creme rühren.

Estragon zupfen und hacken.

Den Tintenfisch portionsweise in einer sehr heißen Pfanne für 30 Sekunden bis eine Minute anbraten, dann salzen und pfeffern.

Zum Servieren den Tintenfisch auf dem gebackenen Lauch anrichten; Frischkäsecreme und Estragon darauf verteilen.