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Kurkuma-Kombucha*

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Seit ich im letzten Herbst ein Päckchen von Petra bekommen habe, bin ich eifrig am Brauen. Milch und Wasserkefir habe ich Euch ja schon vorgestellt. Was mich aber damals und auch noch heute am meisten reizt, ist es, Kombucha selbst zu machen.

Kombucha? Was ist denn das nun wieder? Klingt exotisch, und tatsächlich hat die Tradition des Kombucha schon im alten China begonnen. Auch in Russland, Korea und Japan kennt man ihn. Die Basis ist Tee, Zucker und eben der Teepilz, Kombucha-Pilz, SCOBI (Symbiotic Colonia of Bacteria and Yeast). Ein Pilz also, und ehrlich gesagt…kein besonders hübsch anzusehender. Aber ein sehr fleissiger Geselle. Wie eine Essigmutter verwandelt der Pilz die Flüssigkeit in ein säuerliches, leicht prickelndes Gärgetränk.

Und warum sollte ich das trinken? Ich habe da ein zwingendes Hauptargument: weil es schmeckt. Leicht säuerlich, prickelnd – der verwendete Tee wird in etwas ganz anderes verwandelt. Aber gut, es gibt auch noch andere Gründe. Kombucha ist ein Gärprodukt, in dem nützliche Mikroorganismen – unter anderem Hefekulturen und Milchsäurebakterien – werkeln. Dabei entstehen auch zahlreiche Vitamine (unter anderem viele B-Vitamine, aber auch Vitamin C, D und K) und Mineralstoffe, sowie einige organische Säuren wie zum Beispiel rechtsdrehende Milchsäure. Ihr ahnt es  – Kombucha ist gesund, kann das Immunsystem stärken und den Darm auf Vordermann bringen. Was ich noch sagen sollte: es entsteht auch ein wenig Alkohol, zwischen 0,5 und 3 Volumen-Prozent.

Kombucha anzusetzen ist nicht schwierig. Als erstes müßt Ihr Euch natürlich einen Teepilz beschaffen. Ich habe, wie gesagt, meinen von hier bekommen und bin sehr zufrieden mit der Qualität. Neben Tee und Zucker benötigt man auch noch etwas Kombucha, der wird mit dem Pilz geliefert.

Man kocht also zunächst einen Tee. Pro Liter Wasser benötigt man 8 g Teeblätter. Kombucha arbeitet am liebsten mit schwarzem Tee. Er braucht nämlich Stickstoff, und davon enthält schwarzer Tee am meisten. Den Tee  lasst Ihr 15 bis 20 min ziehen. In den noch warmen Tee rührt Ihr dann Zucker ein – am besten Rohrohrzucker. Pro Liter sollten es 90 g Zucker sein. Wenn die Mischung auf Zimmertemperatur abgekühlt ist, gebt Ihr den Kombucha-Pilz hinzu sowie pro Liter  Tee 100 ml Kombucha-Ansatz. Jetzt noch das Gefäß abdecken – aber nicht luftdicht. Ich nehme Küchenkrepp, das ich mit einem Gummi befestige.

Jetzt darf der Kombucha bei Zimmertemperatur gären. Das dauert mindestens 5 Tage. Bei der Gärung wird Zucker abgebaut. Kombucha gärt essigsauer. Nach 5 Tagen schmeckt er noch sehr mild. Einmal habe ich den Ansatz tatsächlich 2 Wochen stehen lassen – das gab dann eine etwas zu deutliche Essig-Note.

Den Kombucha-Pilz müßt Ihr nur einmal kaufen. Er vermehrt sich bei jedem Gärvorgang. Wenn der Pilz an der Oberfläche des Tees schwimmt, wächst er dort weiter. Sinkt er während des Gärvorganges nach unten, wächst an der Oberfläche ein neuer Pilz.

Ich habe inzwischen eine Teepilz-Kleinfamilie. Die neu entstandenen Kombucha-Pilze nutze ich, um ein wenig mit den Zutaten zu experimentieren. Ich habe schon Kombucha mit Hibiskusblüten gebraut, aus grünem Tee, mit einer Chai-Mischung – es hat alles funktioniert und bekommt verschiedene Geschmacksrichtungen. Wichtig ist aber, dass Ihr Tee verwendet, der ohne Aromastoffe hergestellt wurde, die können dem Pilz schaden.

Eines meiner Experimente stelle ich Euch hier vor. Ich mag den leicht bitteren erdigen Geschmack von Kurkuma sehr gerne (von der Farbe ganz zu schweigen…) und so ist dieser Kombucha aus grünem Tee und frischem Kurkuma entstanden:

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Für einen Liter:

  • 1 Liter Wasser
  • 8 g grüner Tee (ich hatte Sencha)
  • 15 g frische Kurkuma-Wurzel, gewaschen und ungeschält gerieben
  • 1 Kombucha-Pilz
  • 90 g Zucker

Das Wasser zum Kochen bringen. Tee und Kurkuma zufügen (ich gebe alles in einen Papier-Teebeutel) und alles ca. 15-20 min ziehen lassen.

Tee und Kurkuma entfernen, den Zucker im Tee auflösen. Alles auf Zimmertemperatur abkühlen lassen.

Dann den Kombucha-Pilz mit 100 ml Kombucha-Ansatz zum Tee geben. Das Gefäß abdecken. Der Kombucha muss atmen können; also ein Käsetuch oder Küchenpapier nehmen und nicht etwa einen Deckel aufschrauben.

Jetzt den Ansatz die gewünschte Zeit stehen lassen. Ich lasse den Kombucha meist 10 Tage gären, dann finde ich die Säure genau richtig.

Wenn der Kombucha fertig ist, das Getränk abfüllen, dabei etwas Kombucha zurückhalten. Den Teepilz nimmt man heraus und bewahrt in dem übrigen Kombucha auf. Das ist der Ansatz für den nächsten Brauvorgang.

Prost!

Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit natural-kefirdrinks-de. Er beinhaltet Werbung.

 

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Dushanbe-Pilaw

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Allein der Name klingt schon märchenhaft und macht Appetit, oder?

Ich esse unheimlich gerne Reis. Ich bin schon gefragt worden, ob ich asiatische Vorfahren habe, denn meinetwegen könnte er täglich auf dem Tisch stehen. Aber gut, das tut er nicht. Die Familie würde meutern.

Außerdem sind wir uns auch nicht ganz einig darüber, welcher Reis denn nun der Beste ist. Ich mag am liebsten Basmati. Die Kinder lieben Sushi-Reis – und der Mann ist flexibel. Für die Kinder ist Reis eine schöne Beilage – wenn das Essen mal wieder zu experimentell ist, kann man sich immer noch an den Reis halten. Sicherheitshalber ;-).

Ich mag Reis aber nicht nur als Beilage, sondern esse auch gern eigenständige Gericht. Indisches Biryani steht zum Beispiel hoch im Kurs. Oder Pilaw – das sind für mich richtige Wohlfühlessen.

Bei diesem Gericht, dass ich in dem wunderbaren Buch Samarkand*  entdeckt habe, hat mich erst mal die Optik fasziniert – diese Eier im Hackfleischmantel haben mich stark an Scotch Eggs erinnert, die ich schon immer mal machen wollte.

Bevor ich zum Rezept komme, ein paar Worte zum Buch: ausgehend von Samarkand, stellt es Rezepte aus Zentralasien und dem Kaukasus vor. Es ist allerdings mehr als ein bloßes Kochbuch – die Autorinnen sind durch die Region gereist; es gibt wunderbare Reisefotos und fesselnde Geschichten. Das Buch hat mich sehr in seinen Bann gezogen. Wer nicht gerne Englisch liest, das Buch gibt bald auch in einer deutschen Übersetzung*.

jetzt zum Rezept: Die Machart ähnelt der der Scotch Eggs sehr – aber die Gewürze entführen einen dann doch nach Zentralasien. Wir waren begeistert.

Ein Hinweis: ich hatte Eier der Größe L. Beim nächsten Mal würde ich kleinere nehmen. Es ist dann einfacher, das Hackfleisch um die Eier zu geben. Und meine ummantelten Eier waren auch schön riesig, da hätte es auch weniger getan.

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Für 4 Personen:

Für die ummantelten Eier:

  • 4 Eier
  • 1 EL Mehl
  • 450 g Lammhack
  • 1 Zwiebel
  • 1 TL Salz
  • 1 TL Kreuzkümmel, gemahlen
  • 1 TL Koriander, gemahlen
  • 1/2 TL Paprika edelsüß
  • Sonnenblumenöl zum Braten

Für den Pilaw:

  • 300 g Basmati
  • Butterschmalz zum Braten
  • 2 Zwiebeln
  • 3 Karotten
  • 1 TL Kreuzkümmel, gemahlen
  • 1 TL Paprika edelsüß
  • 2 TL Berberitzen (oder Korinthen)
  • gehackte frische Kräuter zum Servieren (original: Dill; ich hatte Petersilie und Amaranth-Micro-Greens)

Als erstes den Reis in einem feinmaschigen Sieb abbrausen, in eine Schüssel geben und zum Einweichen mit Wasser bedecken.

Die Eier in einen Topf mit kaltem Wasser legen, alles zum Kochen bringen und die Eier 5 min kochen. Herausnehmen, in eine Schüssel mit kaltem Wasser legen, dann vorsichtig schälen und mit dem Mehl bestäuben.

Die Zwiebel schälen, fein hacken und in ein wenig Öl glasig dünsten. Original kommt die Zwiebel roh in die Fleischmasse, aber das mag ich nicht so gern.

Nun für die Hackmasse Fleisch, Zwiebeln und Gewürze mit den Händen verkneten. Aus der Masse vier ovale Fladen formen,  jeden Fladen vorsichtig um je ein gekochtes Ei wickeln und gut andrücken. Alles für min zum Festwerden in den Kühlschrank stellen.

Das Öl in einer großen Pfanne erhitzen und die Fleischbälle braten, bis sie von allen Seiten gebräunt und gerade so durch sind. Beiseite stellen.

Für den Pilaw die Zwiebeln schälen und fein hacken. Die Karotten schälen und in streichholzgroße Stifte schneiden.

Butterschmalz in einer großen Pfanne, für die es einen Deckel gibt, erhitzen. Zwiebeln und Karotten braten, bis sie etwas weich sind. Die Gewürze zugeben und gerade solange braten, bis sie anfangen zu duften. Ca. 200 ml Wasser und die Berberitzen zugeben. Jetzt die Fleischbällchen auf das Gemüse legen und den abgossenen Reis in die Lücken verteilen. Salzen, dann so viel kochendes Wasser angießen, dass der Reis gerade so bedeckt ist. Die Hitze höher stellen und das Wasser zum Kochen bringen. Wenn das Wasser verkocht ist, mit den Stiel eines Holzlöffels Löcher in den Reis machen, damit der Dampf entweichen kann. Deckel auflegen und den Reis bei niedrigster Hitze ausquellen lassen. Dann Hitze abschalten und den Reis noch 10 min ziehen lassen.

Zum Servieren den Reis mit dem Gemüse auf Teller verteilen. Die habierten Fleischbällchen auf den Reis setzen und alles mit Kräutern bestreuen.

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Grünkern-Chili aus dem Schnellkochtopf

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Ich mag Grünkern total gern; mir gefällt einfach der nussige, rauchige Geschmack. Und dafür, dass ich ihn mag, gibt es ihn tatsächlich viel zu selten. Klar, dass mich das Rezept für ein Chili mit Grünkern aus dem Schnellkochtopf-Buch* gleich gereizt hat.

Der Versuch hat sich gelohnt. Der Grünkern macht sich richtig gut im Chili. Wer also keine Lust auf ein klassisches Chili mit Fleisch hat, findet hier eine schöne Alternative. Ich sehe mich schon Grünkern-„Bolognese“ basteln ;-).

Und dann waren da noch die Bohnen – ohne Einweichen wirklich fix gegart, das ist sehr praktisch, wenn man, wie ich, gerne mal das Einweichen vergisst.

Nur eine Sache dauert verdammt lang: das Abkühlen des Topfes nach dem Vorgaren der Bohnen. Da muss man schon eine halbe Stunde Wartezeit einkalkulieren. Ich denke, ich würde beim nächsten Mal die Bohnen etwas länger vorgaren und dafür den Topf schneller öffnen.

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Für 4 bis 6 Portionen:

  • 250 g getrocknete Kidney-Bohnen
  • 2 Zwiebeln
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 2 EL Olivenöl
  • 150 g Grünkernschrot
  • 500 ml Gemüsebrühe
  • 2 rote Paprika (original: 1 gelb, 1 rot)
  • 1 Stange Lauch
  • 2 Dosen stückige Tomaten (je 400g)
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • 1 EL Paprika edelsüß
  • 1/2 TL Chiliflocken
  • 1/2 TL gemahlener Zimt

Die Bohnen in einem feinmaschigen Sieb abbrausen, abtropfen lassen und in den Schnellkochtopf geben. 1, 5 l Wasser angießen, den Topf verschließen, aufheizen und ab Erreichen der 2. Kochstufe 13 min garen. Schnellkochtopf abkühlen lassen, bis das Ventil keinen Druck mehr anzeigt.

Inzwischen Zwiebeln und Knoblauch schälen und fein hacken. Olivenöl in einem Topf erhitzen und Zwiebel und Knoblauch darin glasig andünsten. Den Grünkern dazu geben, 200 ml Gemüsebrühe angießen, aufkochen, dann von der Hitze nehmen und den Grünkern 15 min quellen lassen.

Die Paprikaschoten halbieren, putzen und in ca. 2 cm große Würfel schneiden. Lauch putzen, in Ringe schneiden und gründlich waschen.

Schnellkochtopf öffnen. Die Bohnen abgießen und wieder zurück in den Schnellkochtopf geben. Den gequollenen Grünkern, die Tomaten, die restliche Brühe und das vorbereitete Gemüse dazugeben. Alles gut verrühren, dann mit 1 TL Salz, Paprika, Chiliflocken und Zimt würzen.

Den Schnellkochtopf verschließen und wieder aufheizen. Ab Erreichen der 1. Kochstufe 3 min garen. Den Topf abdampfen (also den Entfüftungsregler langsam und stufenweise auf Null schieben) und öffnen. Das Chili mit Salz, Pfeffer und Chiliflocken abschmecken und servieren.

 

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Kabeljau in Senfsauce aus dem Schnellkochtopf

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Ich gebe zu, ich habe etwas ungläubig geschaut, als ich im Schnellkochtopf-Buch* Fischrezepte entdeckte. Zarter Fisch und dann Turbo-Garen? Ich musste es ausprobieren.

Und ich war begeistert –  das Verfahren ist denkbar einfach: in den Topf kommt der Saucenansatz, darüber werden in einem Dämpfkorb die Kartoffeln gedämpft. Danach wird der Topf geöffnet und der Fisch kommt in einen weiteren Dämpfeinsatz darüber. Ich habe keinen zweiten Einsatz und habe den Fisch einfach auf die Kartoffeln gelegt.

Die gesamte Garzeit beträgt 9 Minuten. Und das Ergebnis sind Kartoffeln, die auf den Punkt sind, ein saftiger Fisch und eine sämige, aromatische Sauce. Also los:

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Für 4 Personen:

  • 1 kg Kartoffeln
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • 1 Schalotte
  • 200 g Sahne
  • 300 ml Gemüsebrühe
  • 4 großzügige TL Senf, mittelscharf
  • 2 TL Senfsaat (ich hatte helle)
  • 4 Kabeljaufilets (idealerweise ca. à 150 g und 2 cm dick)
  • etwas Zitronensaft
  • 1 TL Speisestärke
  • Dill zum Anrichten

Die Kartoffeln schälen und waschen. Mittelgroße der Länge nach halbieren, sehr große vierteln. Die Kartoffeln in den gelochten Einsatz des Schnellkochtopfs geben und salzen.

Schalotte schälen und fein hacken. Zusammen mit der Sahne, Brühe, Senf und Senfsaat in den Schnellkochtopf geben und mit Salz und Pfeffer würzen. Den Einsatzsteg hineinstellen und den Einsatz mit den Kartoffeln auf den Steg stellen. Topf verschließen, aufheizen und dann ab Erreichen der ersten Garstufe 5 min garen.

Inzwischen den Fisch mit Salz und etwas Zitronensaft würzen und in einen weiteren gelochten Einsatz legen. Wie gesagt, meinen habe ich einfach auf die Kartoffeln gelegt. Den Topf abdampfen (also den Schnellentlüftungsregler stufenweise in Richtung null bewegen) und öffnen und den Fisch in den Topf geben. Topf verschließen, wieder aufheizen und ab Erreichen der ersten Garstufe nochmals 4 min garen.

Nun den Topf rasch drucklos machen, indem man von der Seite kaltes Wasser über den Deckel laufen lässt. Topf öffnen, die Einsätze herausnehmen und zur Seite stellen. Sauce im offenen Topf aufkochen. Stärke mit etwas Wasser anrühren, zum Andicken kurz aufkochen und dann mit Salz, Pfeffer und etwas Zitronensaft abschmecken.

Zum Servieren Fisch mit Kartoffeln und Sauce auf Tellern anrichten und mit ein wenig gehacktem Dill bestreuen.

 

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Kochbuch: Schnellkochtopf * Maren Jahnke, Karen Schulz

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Schnellkochtopf – habt Ihr einen? Ich schon, und er führte bisher ein recht vernachlässigtes Dasein. Er darf hin und wieder Hülsenfrüchte garen oder mal eine Hühnersuppe kochen, wenn er ganz viel Glück hat, auch mal Kartoffeln. Aber ganze Gerichte? Eher nicht. Dabei wäre das doch praktisch. Wir wissen ja alle, dass Schnellkochtöpfe nicht nur Zeit und Energie sparen, sondern auch noch die Nährstoffe beim Kochen erhalten. Aber die Unsicherheit war groß….was, wenn alles verkocht? Wie ist das mit dem Würzen und Abschmecken?

Ich bin ja so gestrickt, dass ich mir solche Fragen gerne von Kochbüchern erklären lasse. Aber bisher war es so, dass die Literatur zum Thema Schnellkochtopf eher etwas altbacken war. Um so neugieriger war ich auf dieses Buch.

Die Optik ist schon mal modern ;-). Das Layout ist frisch und übersichtlich. Jedes Rezept hat eine Doppelseite bekommen, Rezepttext und Food-Foto stehen sich gegenüber. Die Rezepte sind in zwei Spalten aufgeteilt: am Rand die Zutatenliste, auf der Innenseite die Arbeitsanleitung. Und die Fotos? Hübsch, aber nicht überstylt. Ein wenig wird mit Vintage-Accessoires gespielt, aber auch das in einem angenehmen Maß.

Gut, aber wie immer ist ja der Inhalt das Wichtigste. Da geht es nach einem Vorwort, das eine Lanze für den Schnellkochtopf bricht, erst mal um das Thema Sicherheit. Das Kapitel beruhigt die Nerven und zeigt auf, was man beachten sollte. Danach wird die technische Funktionsweise erklärt und es gibt Tipps zu Töpfen und Zubehör. Schließlich wird noch der Kochvorgang erklärt; insbesondere, wie man nach Ablauf der Garzeit den Druck aus dem Topf bekommt. Klasse finde ich, dass die Autorinnen auch erklären, wofür sie den Topf nicht geeignet finden.

Nun aber zu den Rezepten: die sind angenehm vielfältig. Verteilt auf die Kapitel Vegetarisch, Fleisch und Fisch, Süßes, Beilagen und Grundrezepte findet man klassische Gerichte der Hausmannskost wie Kohlrouladen oder Bœuf Bourgignon ebenso wie neue Ideen. Gelben Erbseneintopf mit Halloumi zum Beispiel oder Rote-Bete-Pilaw mit Dillcreme. Ich habe noch einiges auf meiner Liste, was ich probieren möchte. Massaman-Karoffelcurry zum Beispiel oder das Schweinegulasch mit Cider. Dazu könnte man Karotten-Käse-Knödel servieren und als Nachtisch gedämpften Schoko-Espresso-Pudding.

Die Rezepte funktionieren. Garzeiten und Flüssigkeitsmengen haben bei allem, was ich ausprobiert habe, gestimmt. Bei den Rezepten ist immer angegeben, welche Topfgröße man benötigt. Es wird auch nochmal angegeben, welche Garzeit auf welcher Kochstufe das Rezept verlangt. Kleine Piktogramme sagen einem auf den ersten Blick, wenn ein Gericht Hülsenfrüchte enthält oder ob es der klassischen Hausmannskost zuzuordnen ist.

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Hülsenfrüchte sind ja Schnellkochtopf-Klassiker, und so habe ich erst mal die Lorbeerlinsen ausprobiert. Ich musste die Kochzeit verlängern, aber das ist sicher von den verwendeten Linsen abhängig. Geschmeckt hat uns der einfache, klassische Eintopf  gut.

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Fisch im Schnellkochtopf garen? Da war ich wirklich misstrauisch. Aber der Kabeljau in Senfsauce hat gut funktioniert und ist ein echtes Blitzgericht: erst werden die Kartoffeln über der Sauce gedämpft, nach fünf Minuten kommt der Fisch dazu und alles wird nochmals vier Minuten gegart. Kartoffeln und Fisch waren auf den Punkt.

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Kohlrabisuppe – rasch gemacht und dank eines Toppings aus Croutons und Harissa-Öl auch kein bisschen langweilig.

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Milchreis – mein Mann isst ihn sehr gern. Und ich koche ihn sehr ungern; er brennt mir immer an. Das Rezept für den Schnellkochtopf klang verlockend. Misstrauisch war ich aber auch, ich sah mich schon die schwarze Schicht vom Boden des Topfes schrubben. Aber nein, der Milchreis war perfekt.

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Ich bin ein großer Grünkern-Fan; ich mag den nussigen, leicht rauchigen Geschmack dieses Getreides. Klar, dass ich das Grünkernchili ausprobieren musste. Und es war klasse. Besonders beeindruckt hat mich neben dem Geschmack der Umstand, wie rasch die Kidneybohnen gegart sind.

Fazit? Wer sich gerne näher mit dem Kochen im Schnellkochtopf auseinandersetzen möchte, tut mit diesem Buch einen guten Griff. Es gibt sehr vielfältige Rezepte für jeden Anlass. Und die Rezepte sind allesamt gelingsicher.

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Crème Mic-Mac

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Hier gibt es wirklich nicht oft Nachtisch, das ist eine vernachlässigte Kategorie. Ich bin eben eher auf der herzhaften Seite. Eis, Eis geht immer. Aber dass ich mich tatsächlich spontan von einem Dessert angesprochen fühle, das kommt nicht so oft vor.

Zuletzt ist es passiert beim Lesen dieses Blogeintrags von Edda Onorato. Die Creme wollte ich unbedingt ausprobieren. Und sie ist wirklich klasse. Sieht hübsch aus, schmeckt wunderbar und ist ganz einfach herzustellen.

Obwohl….zwei Missgeschicke sind mir passiert. Zum einen wird die Creme mit Maisstärke gebunden. Ich war der festen Überzeugung, noch welche im Haus zu haben. Nun, das war ein Irrtum. Was ich hinten im Küchenschrank für Stärke gehalten habe, war in Wahrheit eine Packung Traubenzucker. Gleich Verpackungfarbe. Ich habe mir beholfen, indem ich die gleiche Menge Reismehl (Reis, in der Getreidemühle gemahlen) verwendet habe. Und dann habe ich noch vergessen, das Vanillemark zur hellen Creme zu geben. Glücklicherweise hatte ich die Vanilleschote lange genug in der Milch ziehen lassen – die Creme hat trotzdem geschmeckt.

Aller Missgeschicke zum Trotz – das ist ein toller Nachtisch. Ich könnte mir auch Variationen vorstellen. Mit Karamell zum Beispiel. Oder mit Zitrone. Aber jetzt erst mal zum Original:

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Für 4 Portionen:

  • 600 ml Milch (ich: Frischmilch, 3,8 %)
  • 2 Eier (Größe L)
  • 70 g Zucker
  • 60 g dunkle Schokolade
  • 25 g Maisstärke (ich: Reismehl)
  • 1 Vanilleschote

Die Vanilleschote der Länge nach halbieren. Das Mark herauskratzen und für später aufheben.

Die Milch mit den ausgekratzen Vanilleschoten in einen Topf geben, kurz aufkochen und dann 10 min ziehen lassen.

Inzwischen Eier, Maisstärke und Zucker in einer hitzebeständigen Schüssel mit dem Schneebesen aufschlagen. Die Vanilleschoten aus der Milch holen und gut ausdrücken. Die Hälfte der heißen Milch unter Rühren in die Eiermischung gießen, weiterrühren, bis sich alles gut verbunden hat. Die Eiermischung zur restlichen Milch in den Topf gießen. Alles bei mittlerer Hitze unter dauerndem Rühren erhitzen, bis die Creme andickt. Das dauert ca. 7 Minuten.

Nebenbei die Schokolade in einer kleinen Schale über dem Wasserbad schmelzen.

Jetzt die Creme in 2 Teile teilen. In den einen Teil die Schokolade einrühren, in den anderen das Vanillemark (seufz….). Idealerweise nimmt man etwas weniger Creme für den schokoladigen Teil, weil der ja durch das Zufügen der Schokolade mehr wird.

Jetzt beide Cremes gleichzeitig in flache Schalen gießen. Dadurch bleibt jede Creme auf Ihrer Seite, sie vermischen sich nicht.

Mit Frischhaltefolie abdecken und 3 h kühl stellen.