Kichererbsen-Gnocchetti mit Auberginen-Tomaten-Sauce

Ich liebe ja handgemachte Pasta; und ich meine damit die Sorten, die wirklich nur von Hand gemacht werden können. Also, so etwas wie diese Malloreddus hier, oder die Orecchiette. Oder Pici.  Die Liste muss noch fortgesetzt werden. Ich muss in der richtigen Stimmung sein, dann finde ich nichts entspannender, als jede einzelne Nudel von Hand zu rollen. Pasta-Zen.

Ich ging also innerlich auf der Stelle in Habacht-Stellung, als ich hier* von den Kichererbsen-Gnocchetti las. Das musste ich sofort probieren.

Das ganze ist ein klassisches Rezept aus Ligurien. Im Teig ist kein Kichererbsenmehl, sondern gegarte Kichererbsen. Die Pasta ist ein wenig … hmpf….chewy (irgendjemand eine Idee für eine deutsche Entsprechung?) und verträgt sich gut mit rustikalen Saucen. Die Gnocchetti werden genauso geformt wie Malloreddus. Man braucht ein Gnocchi-Brett* dafür. Aber ganz ehrlich….das ist ein wirklich nützliches Hilfsmittel, das es für ganz kleines Geld gibt. Und ich habe es wirklich oft in Gebrauch. Nehmt aber eines mit einem kleinen Rollholz, dann kann man es nämlich auch benutzen, um zum Beispiel Penne zu machen.

Genau, die Sauce. Das ist ein Rezept, das ursprünglich auf Jamie Oliver* zurückgeht. Ich mache diese Sauce oft – genaugenommen immer dann, wenn Auberginen in der Abokiste sind und ich sonst keine Idee habe, was ich damit machen könnte. Ein Familienklassiker, sozusagen :-).

Also los – das Rezept reicht für 4 Personen:

Gnocchetti:

  • 140 g gegarte Kichererbsen
  • 2 Eier (meine hatten Größe L, M geht auch noch)
  • 2 EL warmes Wasser
  • 200 g Mehl 405
  • etwas Salz

Sauce:

  • 1 Aubergine
  • 1 Zehe Knoblauch
  • 1 etwas Olivenöl zum Braten
  • etwas Rotweinessig
  • 1 Prise Chiliflocken
  • 1 Dose Tomaten (400 g)
  • 50 g Sahne
  • 1 Kugel Kuhmilch-Mozzarella
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle

Zuerst zu den Gnocchetti:

Dafür die Kichererbsen mit den Eiern und dem Wasser in einen Meßbecher geben und alles glatt pürieren. Dann in eine Schüssel umfüllen, das Mehl zugeben, mit etwas Salz würzen (ich hatte einen halben Teelöffel) und zu einem glatten Teig verkneten. Der Teig muss nicht ruhen, das ist praktisch.

Ein Backblech mit Backpapier auslegen und mit Mehl bestäuben. Vom Teig ein Stück abnehmen, den Rest in Frischhaltefolie wickeln, damit er nicht austrocknet. Auf der ganz leicht bemehlten Arbeitsfläche eine Wurst von ca. 12 mm Dicke rollen. Diese dann in 12 mm kleine Stückchen schneiden. Jedes Stückchen mit der Innenseite des Daumens über ein Gnocchi-Brett rollen, so entsteht eine kringelige Form mit Rillen auf der einen und einer kleinen Einbuchtung auf der anderen Seite. Fertige Gnocchetti auf das Blech legen und weitermachen, bis der Teig aufgebraucht ist.

Jetzt zur Sauce: Dafür die Aubergine in ca. 0,5 cm große Würfel schneiden. Knoblauch schälen und fein hacken.

Olivenöl in einem Topf erhitzen und die Auberginenwürfel darin rundherum goldbraun anbraten. Knoblauch zugeben und kurz mitrösten. Dann die Tomaten angießen, einen Schuss Rotweinessig und die Chiliflocken zugeben und salzen. Mit aufgelegtem Deckel köcheln lassen, bis die Auberginen gar sind sind und die Sauce sämig ist, dann die Sahne angießen.

Für die Pasta einen großen Topf mit Salzwasser zum Kochen bringen. Gnocchetti zugeben und in ca. 3 min bissfest kochen, dann abgießen.

Den Mozzarella in die Sauce zupfen und unter Rühren schmelzen lassen.

Wenn man es richtig macht, vermischt man jetzt die Gnocchetti mit der Sauce und bringt dann alles gleich zu Tisch. Es gibt hier aber Personen, die das nicht mögen, also serviere ich getrennt.

 

Advertisements

Hachis Parmentier | Kichererbse | Petersilie

hachis1

Hachis Parmentier ist eigentlich ein alterwürdiges französisches Gericht: Gegartes (Rind)fleisch, also auch gerne  Reste oder auch Hackfleisch werden mit Kartoffelpüree überbacken. Ein echtes Wohlfühlessen, das eine gewisse Ähnlicheit zur britischen Shepherd’s Pie gar nicht verleugnen kann.

Ich war deshalb schon ein wenig erstaunt, als ich im Hand-in-Hand-Kochbuch* las, dass das Gericht auch in Marokko zu den Klassikern gehören soll. Da hat die französische Kolonialzeit aber auch auf dem Gebiet der Esskultur ordentlich Spuren hinterlassen.

Bei uns ist Hachis Parmentier ein klassisches Resteessen: wenn mal genügend Fleisch übrigbleibt, dann wird es oft auf diese Weise zu einer zweiten Mahlzeit. Gut, diese Version hier ist ein wenig komplexer. Als Hommage an Marokko kommen nämlich noch Kichererbsen ins Spiel: auf dem Teller landet zunächst Hummus, darauf kommt das Fleischragout, getoppt vom Kartoffelstampf. Das Finish besteht aus knusprig frittierten Kichererbsen und einer Gremolata. Ein bisschen klingt das nach Overload…aber es war toll. Mit hat besonders gut gefallen,wie sich der Hummus und die Soße des Ragouts verbinden. Und das Ragout, das ist überhaupt toll!

Also los, das Ganze dauert ein wenig und hat ein paar Komponenten, ist aber nicht schwierig:

hachis

Für 2 Portionen:

Für Hummus und frittierte Kichererbsen:

  • 175 g Kichererbsen
  • Pflanzenfett zum Frittieren
  • Salz
  • gutes Currypulver
  • 1 Zehe Knoblauch
  • 75 g Tahin
  • 30 ml Zitronensaft, frisch gepresst
  • 30 ml Olivenöl
  • etwas gemahlener Kreuzkümmel

Für das Hachis:

  • 250 g Suppengemüse (Zwiebel, Knollensellerie, Karotte)
  • 500 g Rinderschulter mit Knochen
  • 4 EL neutrales Öl
  • 250 ml Rotwein
  • 500 ml Rinderfond (original: Kalb)
  • 1 Karotte
  • 2 Schalotten
  • 1 Bund glatte Petersilie
  • Schalenabrieb von 1 Bio-Zitrone
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle

Für die Haube:

  • 5 Kartoffeln
  • Salz
  • 50 ml Olivenöl

Für die Gremolata:

  • 1 Bio-Zitrone
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 100 g Petersilie
  • 2 getrocknete Tomatenfilets
  • 100 ml Olivenöl, kalt gepresst
  • Salz

Die Kichererbsen über Nacht in reichlich Wasser einweichen. Dann das Wasser abgießen, die Kichererbsen mit frischem Wasser in einen Topf geben und in ca. 1 h garkochen. Abgießen und gründlich abtropfen lassen.

Das Fett in einem Topf auf 160°C erhitzen. 50 g der Kichererbsen darin frittieren, bis sie knusprig sind. Dann mit einem Schaumlöffel herausholen, auf Küchenpapier entfetten und mit  Salz und Curry würzen.

Für den Hummus den Knoblauch schälen und hacken. Die restlichen Kichererbsen zusammen mit Knoblauch, Tahin, Zitronensaft und Olivenöl in den Mixer geben. 2 EL Wasser zugeben und alles zu einem glatten Püree verarbeiten. Mit Salz und Kreuzkümmel abschmecken und beiseite stellen.

Für das Hachis den Backofen auf 160°C Ober- und Unterhitze vorheizen.

Das Gemüse putzen, schälen und grob würfeln. Die Rinderschulter auslösen. Fleisch zusammen mit Knochen und Gemüse in einem backofenfesten Bräter anrösten. Alles einem Schuss Rotwein ablöschen, einkochen lassen und weitergaren. Diesen Vorgang noch dreimal wiederholen, dann den Deckel auflegen und das Fleisch für 2, 5 h im Ofen schmoren.

Anschließend das Fleisch herausnehmen, abkühlen lassen, dann fein würfeln oder zupfen. Topf wieder auf den Herd stellen. Knochen und Gemüse mit dem restlichen Wein angießen, dann mit Fond aufgießen. Alles aufkochen, dann etwas einreduzieren lassen.

Karotten und Schalotten schälen und fein würfeln. Petersilie zupfen und hacken. Karotten, Schalotten, Petersilie und Zitronenabrieb leicht andünsten, dann zum Fleisch geben.

Die einreduzierte Sauce durch ein feinmaschiges Sieb abpassieren, dann erneut aufkochen. Die Fleischmischung zugeben und alles köcheln lassen, bis es dickflüssig ist. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Jetzt zur Kartoffelhaube: dafür die Kartoffeln ungeschält in Salzwasser garkochen. Dann pellen, mit einer Gabel fein zerdrücken und mit den Olivenöl vermischen und mit Salz abschmecken.

Wir sind in der Zielgeraden – jetzt kommt die Gremolata: dafür die Zitrone heiß abwaschen, trocken reiben und die Schale fein abreiben. Saft der Zitrone auspressen. Knoblauch schälen und fein hacken. Petersilie zupfen und ebenfalls fein hacken, ebenso die Tomaten (also, nur hacken, nicht schälen). Zitronenabrieb, Knoblauch, Petersilie, und Tomaten im Mörser zerstoßen, dabei das Olivenöl nach und nach angießen. Mit Salz und Zitronensaft abschmecken.

Fertig – jetzt richten wir an: dazu den Humus etwas erwärmen, dann mittig auf einem Teller verstreichen. Darauf etwas Hachis platzieren und mit der Kartoffelhaube bedecken. Gremolata tröpfchenweise darüber laufen lassen und alles mit den frittierten Kichererbsen garnieren.

 

Rote-Bete-Kichererbsen-Taler mit Zaziki

rote-bete-taler1

Ich mag Rote Bete total gern. Mir gefällt der süßlich-erdige Geschmack, aus dem sich alles Mögliche herausholen läßt. Und dann noch die Farbe! Gerade im Winter, wenn es dunkel ist und auch viele Gemüse nicht gerade durch farbenfrohe Optik bestechen, ist die Rote Bete ein echter Hingucker.

Die Taler werden auf der Basis von gekochten Kichererbsen hergestellt; es kommt kein zusätzliches Bindemittel daran. Amy Chaplin*, von der das Rezept stammt, erklärt, dass es sehr wichtig ist, dass die Kichererbsen weich genug gegart sind, weil sonst die Taler nicht zusammenhalten. Man sollte sie also entweder im Schnellkochtopf garen oder auf Ware aus dem Glas zurückgreifen. Ich bin Team Schnellkochtopf.

Die Taler schmecken warm; man kann sie aber auch gut kalt essen, so sind sie prima geeignet zum Mitnehmen in der Lunchbox oder zum Picknick.

rote-bete-taler

Für 4 Portionen:

Taler:

  • 520 g gegarte Kichererbsen (ca. 250 g Trockenware)
  • EL Olivenöl, plus mehr zu Bestreichen
  • 2 mittlere rote Zwiebeln
  • 4 Zehen Knoblauch (original: 8)
  • 2 TL Salz
  • ca. 350 g Rote Bete
  • 2 EL Balsamico-Essig
  • 30 g Dill

Zaziki:

  • 1 große Gurke
  • 360 ml dicker Joghurt, mindestens 3,8 % Fett, besser griechischer
  • 2 Zehen Knoblauch
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • 2 EL Olivenöl

Zunächst zu den Kichererbsen: wer keine Dosenware verwendet, muss etwas vorplanen. Die getrockneten  Kichererbsen in eine Schüssel geben, mit Wasser gut bedecken und ca. 8 h einweichen. Dann abgießen. Kichererbsen in den Dampfkochtopf geben, wieder gut mit Wasser bedecken, Deckel auflegen und verschließen. Herd anstellen. Sobald Druck aufgebaut ist, die Kichererbsen 25 min lang garen. Dann Hitze abstellen und den Druck natürlich abbauen lassen. Topf öffnen und Kichererbsen abgießen.

Kichererbsen in eine Schüssel geben und mit dem Kartoffelstampfer zerdrücken. Nicht zu Brei verarbeiten; sie sollen noch stückig sein.

Knoblauch und Zwiebeln schälen und fein hacken. Rote Bete schälen und auf der groben Seite der Standreibe reiben. Dill zupfen und hacken.

Ofen auf 190°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen.

Olivenöl in einer Pfanne erhitzen. Zwiebeln und Knoblauch darin anbraten, dann die geraffelte Rote Bete zugeben. Ca. 6-8 min braten, bis die Rote Bete weich ist. Balsamico einrühren und alles vom Herd nehmen. Die Mischung zu den Kichererbsen geben. Dill ebenfalls zugeben, alles gut durchmischen und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Jetzt aus ca. 3 EL der Mischung mit den Händen Taler formen und diese auf das Backblech legen. Man muss ein wenig drücken, damit die Taler zusammenhalten. Taler mit Olivenöl bepinseln und im heißen Ofen 15 min backen. Dann Blech herausholen, die Taler mit einem Pfannenwender vorsichtig umdrehen, obere Seite mit Olivenöl bepinseln und die Taler weitere 15 min backen.

Während die Taler backen, kann man das Tsaziki vorbereiten: Gurke schälen, der Länge nach halbieren und die Kerne herauskratzen. Fruchtfleisch grob reiben, in ein Sieb geben und mit den Händen so viel Flüssigkeit wie möglich herausdrücken.

Dill zupfen und hacken, Knoblauch schälen und ganz fein hacken. Gurkenraspel mit Joghurt, Dill, Knoblauch und Olivenöl vermischen und alles mit Salz und Pfeffer würzen.

Zum Servieren die Taler mit dem Zaziki anrichten.

 

Sardinen-Keftedes, dazu Stifado-Kartoffeln und Karotten mit Tahin-Sauce

sardinen-keftedes, stifado-kartoffeln

Ich habe ja schon ein Kochbuch 😉 . Manchmal muss ich dann aber doch noch ein neues haben, und zwar ganz pronto. So ging es mir, als ich Tinas Artikelserie über ihr Kochtreffen mit dem Schwerpunkt „Griechische Küche“ gelesen habe; hier geht es zum ersten Artikel.

Gekocht wurde aus Smashing Plates*. Das Buch ist von Maria Elia. Von der habe ich Euch ja hier schon ausreichend vorgeschärmt. Und wenn ich dann lese, dass es von ihr, die griechisch-zypriotische Wurzeln hat, ein Buch gibt, in dem griechische Aromen neu interpretiert werden, dann setzt der Habenwollen-Reflex ein.

Nun, ich habe das Buch nicht bereut. Genaugenommen, weiß ich gar nicht, wo ich anfangen soll. Erstmal gab es Nudeln. Und jetzt dieses hier: als erstes sind mir die Kartoffeln ins Auge gefallen – was für eine tolle Idee, die in den Aromen zu garen, die man sonst für ein Stifado verwendet. Die Kartoffeln saugen Flüssigkeit, Aromen und Butter auf und schmelzen fast im Mund. Und die Keftedes aus Kichererbsen und Ölsardinen passen wunderbar dazu. Also los. Ich fange mit den Karotten an, die lassen sich vorbereiten, weil sie kalt serviert werden.

Für die Karotten:

  • 400 g Karotten
  • 1 Zehe Knoblauch
  • 1 TL Salz
  • 60 ml Tahin
  • 1/2 Zitrone, der Saft
  • etwas gemahlener Kreuzkümmel
  • 125 ml Joghurt, die dicke, griechische Sorte, oder die doppelte Menge „normales“ Joghurt, in einem mit Küchenkrepp ausgelegten Sieb abgetropft

Die Karotten schälen, in etwas dickere Stifte schneiden und über Wasserdampf bissfest garen. In eine Schüssel geben und abkühlen lassen.

Für die Sauce die Knoblauchzehe schälen und mit dem Salz zu einer Paste mörsern. Tahin, Zitronensaft und Joghurt einrühren und alles mit Kreuzkümmel würzen. Wenn die Sauce zu dick ist, etwas Wasser zugeben. Karotten mit der Sauce vermengen. Bis zum Servieren beseite stellen.

Für die Kartoffeln:

  • 125 ml Rotwein
  • 375 ml Hühnerbrühe
  • 1 Stange Zimt
  • 1 Lorbeerblatt
  • 500 g große Kartoffeln
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 1 Zweige Thymian
  • 50 g Butter
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • ein Spritzer  Rotweinessig
  • einige Stängel glatte Petersilie

Ofen auf 180°C vorheizen.

Die Kartoffeln schälen und in ca. 2 cm breite Scheiben schneiden. Knoblauch schälen und fein hacken. Thymianblättchen zupfen. Kartoffeln in einen Bräter oder eine Auflaufform geben. Das Behältnis sollte genau so groß sein, dass die Kartoffeln genau nebeneinander hineinpassen.

Rotwein und Brühe zusammen mit Zimt und Lorbeer in einen kleinen Topf geben und einmal aufkochen. Soviel Flüssigkeit zu den Kartoffeln geben, dass sie bis zur Hälfte davon bedeckt sind. Zimt und Lorbeer ebenso wie Knoblauch und Thymian ebenfalls mit in die Bratreine geben. Alles leicht salzen und pfeffern und die Butter in Flöckchen auf die Kartoffeln setzen. Für ca. 50 min im Ofen backen, dabei einmal wenden, damit die Kartoffeln auch von der anderen Seite Füssigkeit aufnehmen. Die genaue Garzeit hängt von der Größe und Sorte der Kartoffeln ab, am besten nach 30 min schon einmal probieren, ob sie gar sind.

Aus dem Ofen holen, mit etwas Essig besprenkeln und mit gehackten Petersilienblättchen bestreuen.

Während die Kartoffeln garen, kann man die Keftedes machen:

Für die Keftedes:

  • 400 g gegarte Kichererbsen
  • einige Stängel glatte Petersilie und Minze
  • 2 EL Tahin
  • 2 Dosen Ölsardinen
  • 1 Prise Zimtpulver
  • 1 TL Kreuzkümmel, gemahlen
  • 1/2 TL Paprika edelsüß
  • 50 g Kefalotiri (Parmesan oder Pecorino gehen auch)
  • 1 Ei
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • 60 g frische Semmelbrösel
  • Olivenöl zum Braten
  • zum Servieren: Sumach

Kräuter zupfen und grob hacken. Sardinen abtropfen lassen. Käse reiben.

Kichererbsen zusammen mit den Kräutern und dem Tahin in den Blitzhacker geben und grob zerkleinern. Alles in eine Schüssel geben. Die Sardinen dazu zupfen, dann die Gewürze, Semmelbrösel, Käse und Ei zugeben. Alles gründlich vemengen und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Die Masse mit den Händen zu 12 Frikadellen formen. Man muss dabei ein wenig drücken und Kraft aufwenden, aber es hält alles gut zusammen. Die Keftedes können bis hierhin gut vorbereitet werden und im Kühlschrank auf ihren Einsatz warten.

Zum Braten etwas Olivenöl in einer Pfanne erhitzen. Die Keftedes hineinlegen, mit einem Pfannenwender ein wenig flach drücken und von beiden Seiten goldbraun ausbraten. Das dauert ca. 3 min pro Seite.

Zum Servieren die Keftedes mit etwas Sumach bestreuen und mit Kartoffeln und Karottensalat auf Tellern anrichten.

Ofenkartoffeln mit Guacamole und Kichererbsencreme

ofenkartoffel

Vor längerer Zeit las ich bei einer anderen Bloggerin von einem interessanten Zeitvertreib: wenn sie beim Einkaufen an der Kasse in der Schlange steht und warten muss, schaut sie sich an, was die Menschen vor ihr so auf’s Band legen. Und versucht dann, sich auszudenken, was mit den Lebensmitteln wohl gekocht wird. Das ist doch eine tolle Idee! Bloß leider bin ich an der Durchführung oft gescheitert – meine Fantasie reicht nicht aus. Die Leute vor mir haben viel zu oft eine unvorstellbare Zahl an Fertigprodukten auf’s Band gelegt.

Und was es da alles zu kaufen gibt – allein, wenn es um die Kartoffel geht. Die ist ja nun wirklich vielseitig vermarktbar: geschälte Kartoffeln im Glas, Kartoffelpüree-Pulver, Kartoffelsuppe aus der Dose, Kartoffelpufferteig….die Liste würde Seiten füllen. Ihr merkt schon – die Kartoffel muss aus den Fängen der Lebensmittelindustrie gerettet werden. Und genau das macht unsere gar nicht mehr so kleine Rettungstruppe heute. Unten findet Ihr eine Link-Liste mit ganz vielen Kartoffenrezepten. Da muss niemand mehr auf Fertigprodukte zurückgreifen.

Ich habe beschlossen, Euch heute Ofenkartoffeln vorzusetzen. Obwohl deren Zubereitung ja wirklich denkbar einfach ist, gibt es im Kühlregal fertig gegarte Ofenkartoffeln zu kaufen, die man nur noch warmmachen muss. Hoffentlich ist nicht bald auch noch dieser Aufwand zu viel…ich warte auf die Einführung der sich selbst erwärmenden Ofenkartoffeln.

14032_1587554494807988_8376197270099437244_n

So eine Ofenkartoffel allein ist ja ein wenig fad, und deswegen stehen im Kühlregal meist die passenden Dips und Toppings gleich daneben. Da findet man so komplexe Zubereitungen wie Guacamole oder Sour Cream. Ich serviere Euch auch eine Guacamole zu den Kartoffeln; die ist einfach so, wie ich sie üblicherweise zusammenrühre. Außerdem gibt es eine Kichererbsencreme; das Rezept habe ich hier* gefunden.

Wir haben die Kartoffeln mit den Dips als leichtes Hauptgericht gegessen. Ein Salat dazu kann nicht schaden. Wer mag, kann sich ja ein Steak oder ein Stück Fisch als Beilage gönnen. Wenn Dips übrig bleiben sollten – sie eignen sich auch gut als Brotaufstrich.

Los geht es. Ihr braucht:

Für die Kartoffeln:

  • Pro Person mindestens 1 große Kartoffeln (ca. 250-300 g); Süßkartoffeln gehen auch.

Für die Guacamole:

  • 1 reife Avocado
  • 1 TL Zitronensaft
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • gemahlener Kreuzkümmel

Für die Kichererbsencreme:

  • 150 g Kichererbsen – Trockenware
  • 150 g Naturjoghurt
  • 2 EL Tahin
  • 1/2 Bund Petersilie
  • 1 EL Zitronensaft
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle

Wir fangen am Vortag mit der Kichererbsencreme an. Im Rezept wird Dosenware verwendet, ich nehme lieber frische Kichererbsen. Die Kichererbsen weiche ich am Vorabend in reichlich Wasser ein. Nach ca. 8 h abgießen, in einen Topf geben, mit frischem Wasser bedecken und ein Lorbeerblatt zugeben. Kichererbsen in ca. 45 min gar kochen. Schneller und energiesparender geht es im Schnellkochtopf, da sind die Kichererbsen in spätestens 15 min gar. Abgießen und etwas auskühlen lassen.

Inzwischen den Ofen auf 200°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Die Kartoffeln gründlich waschen, dann rundherum mit einer Gabel einstechen und auf ein mit Backpapier belegtes Blech geben. Im heißen Ofne ca. 50 min backen. Um zu testen, ob die Kartoffeln gar sind, mit einem spitzen Messer einstechen.

Inzwischen kann man die Dips vorbereiten:

Für die Guacamole die Avocado waagrecht durchschneiden, den Kern entfernen und mit einem Löffel das Fruchtfleisch herauskratzen. Das Fruchtfleisch mit dem Zitronensaft in einer Schale mit einer Gabel zerdrücken, mit Salz, Pfeffer und Kreuzkümmel würzen.

Für die Kichererbsencreme die Petersilienblättchen abzupfen und fein hacken. Die Kichererbsen mit dem Joghurt pürieren und mit Tahin und Zitronensaft vermischen. Mit Salz und Pfeffer würzen und die gehackte Petersilie unterheben.

Zum Servieren die Kartoffeln aufschneiden und füllen.

Und hier komme die Ideen der anderen Retter/innen:

Barbaras Spielwiese – Kartoffelpuffer

Obers trifft Sahne – Kartoffelchips

Feinschmeckerle.de – Das perfekte Kartoffelgratin

giftigeblonde – Erdäpfel-Speck Rösti

kebo homing – Kartoffelblattlen

Küchenliebelei – Kartoffelpuffer

Cuisine Violette – Kartoffelstampf

Sakriköstlich – Country Potatoes

Food for Angels and Devils – Kartoffelknödel aus gekochten Kartoffeln

lecker macht laune – Smashed Potatoes & more

LanisLeckerEcke – selbstgemachte Schupfnudeln

Kochen mit Herzchen – einfache Kartoffelsuppe

Aus meinem Kochtopf – Tartiflette mit Reblochon. Ein Kartoffelauflauf

Prostmahlzeit – Erdäpfelknödel mit Fleischfülle

Genial lecker – Kartoffelsalat mit Saurer Sahne

Jankes*Soulfood – Selbstgemachte Kroketten

Friederike vom Fliederbaum – Mohnstrudel aus Erdäpfelteig

http://fliederbaum.blogspot.com/2016/01/wir-retten-was-zu-retten-ist-sue.html

Nadine von SweetPie – Pastinaken Gnocchi

Kleine Chaosküche – Kartoffelwaffeln

widmatt- aus meiner Schweizer Küche Ofenrösti mit Rüebli

Anna Antonia – Bratkartoffeln

Paprika meets Kardamom – Simples und vielfältiges Kartoffelgratin

Ingrid von „auchwas“ und Spitzbuwe: http://auchwas.blogspot.com/2016/01/wirrettenwaszurettenist-und-spitzbuwe.html

German Abendbrot – Kartoffelpüree und ein Best of Kartoffel

multikulinarisches – Schupfnudeln mit geröstetem Fenchelsamen

Das Mädel vom Land – Vollkornerdäpfelbutterteigkrapferl

1x umrühren bitte aka kochtopf – Kartoffelwedges

Sandra von from-snuggs-kitchen – Kartoffelpuffer aus dem Waffeleisen

Sabine von Bonjour Alsace – Kartoffelauflauf mit Sauerkraut

Alexandra von Meins! Mit Liebe selbstgemacht – Kartoffelmuffins mit Bärlauchpesto

Dynamite Cakes – Kartoffelkekse in süß & salzig

 

 

Möhrentajine mit Joghurt und Honigpinienkernen

möhrentajine

Diese Tajine aus „Orientalisch vegetarisch„* hat schlicht und ergreifend das Zeug zum Leibgericht. Karotten gehen hier sowieso immer…und Kichererbsen auch. Dazu Üppigkeit und feine Säure durch Joghurt, alles schön.

Aber der Knaller ist das Pinienkern-Topping. Das müsst Ihr ausprobieren. Wenn Ihr keine Karotten-Tajine mögt, dann werft das Topping meinetwegen woanders drüber 😉 , aber probiert es. Die leicht harzigen Pinienkerne, in Honig karamellisiert und mit Salz abgeschmeckt, die haben es mir echt angetan.

Man kann das Gericht (natürlich) auch ohne Tajine kochen. Ich habe einen ofenfesten Topf benutzt. Denn meine Lehm-Tajine, die funktioniert auf dem Indusktionsherd nicht. Und eh Ihr eine Edelstahl-Tajine oder etwas Ähnliches kauft – da tut es auch ein normaler Topf. Das Entscheidende an einer Tajine ist das Material, nicht die Form. (Auch wenn die Teile von Emile Henry hübsch sind……)

Für 4 Personen:

Tajine:

  • 1 große Zwiebel
  • 1 Möhre
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 2 EL Olivenöl
  • 1 TL Cumin, gemahlen
  • 1 TL Koriander, gemahlen
  • 1/2 TL Kurkuma
  • 1 EL Honig
  • 400 gr. gegarte Kichererbsen (ca. 200 gr. Trockenware)
  • 400 gr. kleine, zarte Möhren, am besten Bundmöhren
  • 600 ml Gemüsebrühe
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • 200 gr. Joghurt
  • 1 EL Speisestärke
  • 1 Eigelb
  • Koriandergrün zum Servieren

Honigpinienkerne:

  • 1 EL Butter
  • 1 TL Honig
  • 60 gr. Pinienkerne
  • 1 großzügige Prise Meersalz

Backofen auf 200°C Ober- Unterhitze vorheizen.

Für die Tajine Zwiebel, Knoblauch und die eine Möhre schälen und fein reiben. Das Öl in einem ofenfesten Topf erhitzen. Zwiebel, Knoblauch, geriebene Möhre, Gewürze und Honig darin ca. 10 min anschwitzen.

Inzwischen die restlichen Möhren vorbereiten: wer feine Bundmöhren hat, schrubbt sie gründlich unter fließendem Wasser und entfernt das Grün. Andere Karotten werden gewaschen und geschält, dann je nach Größe der Länge nach halbiert oder geviertelt und noch einmal quer durchgeschnitten.

Möhren und Kichererbsen in den Topf geben, Brühe angießen. Alles einmal aufkochen lassen, dann zugedeckt im heißen Ofen ca. 30 min garen.

Inzwischen den Joghurt in einer kleinen Schüssel mit Eigelb und Speisestärke verquirlen.

Für die Pinienkerne die Butter und Honig  in einer kleinen Pfanne erwärmen. Wenn die Butter geschmolzen ist, die Pinienkerne zugeben und alles salzen. Ca. 2 min braten, bis die Pinienkerne eine schöne goldbraune Farbe haben.

Die Joghurtmischung unterrühren. Nochmals vorsichtig erhitzen, aber nicht mehr kochen lassen. Die Tajine mit Salz und Pfeffer abschmecken. Zum Anrichten in Schalen schöpfen, mit Pinienkernen und Korianderblättchen bestreuen.