Tarte à choucroute

Es gibt viele Rezepte mit Sauerkraut in „Echt Elsass„*. Da gibt es die klassische Choucroute und eine modernisierte Variante mit Fisch, es gibt kleine, mit Bergkäse überbackene Aufläufchen und eben diese Tarte, die ich ausprobiert habe.

Die Tarte mit ihrer Füllung aus gegartem Sauerkraut, Speck und Bergkäse wird mit einer Ei-Sahne-Mischung überbacken und ist recht üppig. Die feine Säure sorgt dafür, dass sie dennoch schön frisch schmeckt.

Vom Rezept bin ich allerdings etwas abgewichen. Da wird Mürbteig aus 500 g Mehl verwendet, das erschien mir etwas viel für eine normal große Form. Und die Backzeit musste ich erhöhen.

Für eine Form vom 23 cm Durchmesser:

Teig:

  • 250 g Mehl (ich hatte Dinkel 630)
  • 125 g Butter, kalt und in Würfeln
  • 5 g Salz
  • 60 ml Wasser

Füllung:

  • 500 g Sauerkraut, gegart
  • 150 g Räucherspeck
  • 100 g Gruyère
  • 4 Eier
  • 150 ml Sahne
  • 150 ml Milch
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • einige Stängel glatte Petersilie

Ich mache Mürbteig immer in der Küchenmaschine*. Dafür Mehl, Salz und Butterwürfel in die Schüssel der Maschine geben und die Maschine laufen lassen, bis die Mischung aussieht wie grober Sand. Bei laufender Maschine das Wasser zugießen. Wenn alles zu einem Teig zusammengekommen ist, den Teig herausholen, zu einer Scheibe flachdrücken und in Frischhaltefolie gepackt 30 min kühl stellen.

Ofen auf 190°C Ober- und Unterhitze vorheizen.

Den Teig auf der leicht bemehlten Arbeitsfläche etwas größer als die Form ausrollen, in die Form legen und einen Rand hochziehen.

Speck würfeln, Käse reiben. Sauerkraut, Speck und Käse auf dem Teigboden verteilen. Eier und Sahne verquirlen und mit Salz und Pfeffer würzig abschmecken. Alles über die Sauerkrautmischung gießen.

Tarte im heißen Ofen 30 bis 40 min backen. Herausnehmen und kurz ruhen lassen. Petersilie zupfen und hacken, über die Tarte streuen und alles servieren.

Dazu passt ein knackiger, säuerlich angemachter Salat.

Aus Tradition: Selbstgemachte Paprika-Bratwurst mit Sauerkraut und Kartoffelstampf

Eigentlich unglaublich – schon zum 13. Mal gibt es nun den Kulinarischen Adventskalender im Kochtopf. Gut, er geht langsam auf sein Ende zu für dieses Mal. Ihr habt bestimmt eifrig mitgelesen, davon gehe ich aus. Und vielleicht habt Ihr Euch auch schon an den Verlosungen beteiligt, denn wie immer gibt es ja tolle Geschenke. Ich freue mich riesig, dass ich mich auch dieses Jahr wieder hinter einem Türchen verstecken darf.

13 Jahre Kulinarischer Adventskalender – das ist schon eine Tradition, und das passt so wunderbar zur Weihnachtszeit. Für mich ist es zwischen Weihnachten und Neujahr immer ein bisschen so, als ob die Zeit stillstehen würde. Ich lebe hier mit zwei Teenager-Kindern (und natürlich dem allerbesten Ehemann überhaupt) – es gibt also immer mal was Neues. Da kommt ein Päuschen recht.

Ganz so traditionell wie in meinen Kindertagen geht es hier aber nicht zu – damals war alles sehr festgefügt. Mein Vater zum Beispiel bestand darauf, dass der Baumschmuck eine Überraschung sein sollte – das Wohnzimmer war tabu am Nachmittag des 24. Dezember; die Tür blieb zu. Bei uns geht das nicht – wir haben ein offenes Wohnzimmer und meine Tochter wäre zutiefst getroffen, wenn sie nicht an der Deko mitwirken dürfte. Der erste Feiertag gehörte den Verwandten. Morgens ging ich zusammen mit meinem Vater zu meiner Cousine; wir quatschten in ihrem Zimmer und warteten auf das übliche Ritual – mein Onkel und mein Vater, wie sie sich über Politik stritten. Lautstark. Nachmittags fiel die Verwandtschaft bei uns ein – Kaffee, Plätzchen, Diskussionen.  Das war alles schön, aber ich freute mich auch auf den zweiten Feiertag, denn da ging es ab zur allerbesten Freundin. Ich sage nur Kaufladen, das war unser Highlight als Kinder; und ja, er wurde nur in der Weihnachtszeit aufgebaut.

Das Essen, das war auch ritualisiert. Bratwürste, Kartoffelstampf und Sauerkraut an Heilig Abend. Ente am ersten Feiertag. Mittags, selbstverständlich. Es ist nicht bei uns nicht viel übrig geblieben von den Ritualen, wir haben einfach eine komplett andere Familiensituation. Geblieben ist aber das  Ritual beim Essen. Bratwürste und Ente; allerdings am Abend. Ich habe Euch ja letztes Jahr schon erzählt, dass das eine spezielle Bratwurst war, die es da immer gab. Sie kam vom Onkel (also, von dem, mit dem mein Vater sich einmal im Jahr über Politik stritt), und man konnte sie so nirgendwo kaufen. Es waren Paprika und Knoblauch dran, und von beidem nicht wenig. Das Original-Rezept hat mein Onkel mit ins Grab genommen (genau wie meine Tante das Rezept für die beste Schwarzwälder Kirschtorte überhaupt; das ist schlimm), aber bei Harald* habe würdigen Ersatz gefunden, und kann Euch jetzt stolz unser Heilig-Abend-Essen präsentieren. Außerdem verrate ich Euch das supereinfache Rezept für superkartoffeligen Kartoffelstampf ;-). Das ist eine der wenigen Sachen, die ich so von meiner Mutter übernommen habe – die Kartoffeln werden in wenig Wasser gegart, dann mit Butter und Sahne gestampft.

Dieses Rezept läutet für mich eine ruhige Zeit ein – auch auf dem Blog. Bevor ich Euch also zum Rezept vorlasse, wünsche ich Euch noch eine entspannte, glückliche Weihnachtszeit. Genießt die Tage und tankt neue Energie.

Für 4 Personen (plus ordentlich Bratwurst für den Vorrat):

Würste:

  • 500 g Schweinebauch, ohne Knochen und Schwarte
  • 500 g Schweinenacken, ohne Knochen
  • 17 g Salz
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 2 g schwarzer Pfeffer, frisch gemahlen
  • 2 g Paprika  rosenscharf
  • 12 g Paprika edelsüß
  • 1 Prise gemahlener Kümmel
  • 50 g Sahne
  • 2,5 m Schweinedarm (26/28)

Den Darm in einer Schüssel mit lauwarmem Wasser ca. 2 h einweichen, dabei hin und wieder das Wasser wechseln.

Beide Fleischsorten von Sehnen und Knorpeln befreien und anschließend in 2 cm große Würfel schneiden. Den Schweinenacken 1 h in den Kühlschrank stellen; den Bauch 30 min tiefkühlen.

Die Fleischsorten mit dem Salz bestreuen und durch den Fleischwolf (feine Scheibe) geben. Knoblauch schälen und ganz fein hacken und zusammen mit den beiden Sorten Paprikapulver, dem Pfeffer, dem Kümmel und der Sahne zur Wurstmasse geben. Alles vermischen; die Masse soll dabei etwas klebrig werden.

Ein 26-mm-Füllrohr am Fleischwolf befestigen, den Darm aufziehen. Wurstmasse in den Darm füllen, dabei Würste von ca. 20 cm Länge abdrehen. Die Würste voneinander trennen. Vor dem Braten 2 h ruhen lassen.

Sauerkraut:

  • 1 Zwiebel
  • 1 EL Rapsöl
  • 500 g Sauerkraut
  • 2 Lorbeerblätter
  • 4 Wacholderbeeren
  • 100 ml Gemüsebrühe
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle

Kartoffelstampf:

  • 1 kg Kartoffeln
  • 50 g Butter
  • 100 ml Sahne
  • Salz, Pfeffer, Muskatnuss

Für das Sauerkraut die Zwiebel schälen und fein hacken. Die Wacholderbeeren mit dem Messer andrücken.

Öl in einem Topf erhitzen und die Zwiebel darin glasig anbraten. Das Sauerkraut zugeben, ebenso Lorbeer und Wacholder. Kurz durchrühren, dann die Gemüsebrühe angießen. Alles zum Kochen bringen, dann bedeckt bei milder Hitze ca. 30 min köcheln lassen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Für den Kartoffelstampf die Kartoffeln schälen, waschen und in ca. 1 cm große Würfel schneiden. In einen Topf geben und so viel Wasser angießen, dass die Kartoffeln nur bis zur Hälfte bedeckt sind. Salzen, zum Kochen bringen und die Kartoffeln bei aufgelegtem Deckel garen, bis sie ganz weich sind. Dabei hin und wieder umrühren. Jetzt habt Ihr weiche Kartoffeln und noch ein wenig Wasser im Topf. Die Kartoffeln mit dem Kartoffelstampfer zerdrücken, dabei Sahne und Butter zugeben. Mit Salz, Pfeffer und reichlich Muskat würzen und mit einem Kochlöffel kräftig durchrühren.

Die Würste in einer Pfanne von allen Seiten appetitlich braun anbraten.

Zum Servieren Würste mit Kartoffelpüree und Sauerkraut auf Tellern anrichten. Wenn beim Braten der Würste Fett austritt, dann geben ich das gerne noch auf den Kartoffelstampf.

Franken-Burger

Es wieder einmal soweit  – die unermüdliche Rettungstruppe, ins Leben gerufen von Susi und Sina, schreitet zur Tat. Heute sind Burger dran.

Muss man die „retten“ – ich fürchte ja. Denn der Burger-Hype der letzten Jahre führt nicht nur dazu, dass die Burger die Fastfood-Ketten verlassen haben, Restaurants aus dem Boden geschossen sind, in denen man richtig tolle Burger essen kann und viele Leute auch selbst mal einen Burger basteln; nein die Medaille hat auch eine Kehrseite. Und die reicht vom tiefgefrorenen Patty bis hin zum fertigen Burger, den man nur noch in die Mikrowelle schieben muss.

Dabei macht Burger basteln Spaß – und schwer ist es auch nicht. Ich habe ein wenig gegrübelt und die Nase ganz tief ins Burger-Buch* gesteckt. Phänomenale Sachen sind da drin; allerdings alle etwas komplexer. Inspirieren lassen habe ich mich dann vom dortigen „Saupreis“ – das ist ein Burger mit Weißwurst-Patty und Laugenbun. Und da wir grade einen Urlaub im Fränkischen verbracht haben, kam ich auf den Franken-Burger. Franken ist ja berühmt für seine Bratwürste, und so besteht mein Patty ganz einfach aus grobem Brät. Dazu gibt es eine Senfcreme und Sauerkraut, denn beides ist mit den Bratwürsten verbunden.

Das Rezept  reicht für 4 bis 6 Burger.

Buns:

zusätzlich:

  • 250 ml Wasser
  • 25 g Natron
  • Hagelsalz oder Sesam zum Bestreuen

Sauerkraut:

  • 250 g Sauerkraut
  • 1 Schalotte
  • 1 EL Rapsöl zum Braten
  • ca. 50 ml Gemüsebrühe
  • 1 Lorbeerblatt
  • 3 Wacholderbeeren

Senfcreme:

  • 100 g Saure Sahne
  • 50 g Senf
  • Salz, Zucker

Bratwurst-Patties:

  • 500 g grobe Bratwurst

Zuerst zu den Buns, die brauchen am längsten. Nach diesem Rezept einen Teig kneten und in ca. 1 h zu doppelter Größe aufgehen lassen. Dann auf der leicht bemehlten Arbeitsfläche zu 12 Buns formen, auf ein mit  Backpapier belegtes Blech geben und nachmals 1 h ruhen lassen. Wer mag, schneidet die Buns kreuzweise ein.

Ofen auf 180°C Ober- und Unterhitze vorheizen.

Wasser und Natron in einem Topf kurz zusammen aufkochen (Achtung! Das schäumt!) und die Buns mit der noch heißen Lösung bepinseln. Wer mag, bestreut die Oberfläche mit Brezensalz oder Sesam. Buns in den heißen Ofen schieben und ca. 25 min backen. Auf einem Kuchengitter abkühlen lassen.

Für das Sauerkraut die Schalotte schälen und fein hacken. Öl in einem Topf erhitzen, Schalotte darin glasig anschwitzen. Die Wacholderbeeren andrücken. Sauerkraut, Lobeer und Wacholder in den Topf geben und die Gemüsebrühe angießen. Alles bei mittlerer Hitze ca. 30 min bissfest garen dann abkühlen lassen.

Für die Senfcreme Sauerrahm und Senf verrühren. Die Creme mit einer Prise Zucker und etwas Salz abschmecken.

Jetzt zu den Patties: dafür das Wurstbrät aus dem Darm lösen, also, Darm aufschneiden und Brät herausholen. Das Brät in eine Schüssel geben und vorsichtig kneten; es soll zusammenhalten, aber nicht zu fest werden. Aus dem Brät 4 bis 6 gleich große Burger-Patties formen. Ich habe 4 Patties zu 125 g gemacht, aber ich das war etwas viel….man sieht es auf dem Foto.

Eine Pfanne erhitzen und die Patties darin von beiden Seiten knusprig ausbraten. Ich habe ein Grillpfanne genommen und die Patties langsam ohne zusätzliches Fett gegrillt.

Zum Zusammenbauen die Burger-Buns halbieren. Die Schnittflächen mit der Senfcreme bestreichen. Auf jedes Unterteil ein Bratwurst-Pattie setzen, darauf etwas Sauerkraut geben, dann das Oberteil des Buns darauf setzen. Fertig!

Weder die Welt noch den Burger kann man alleine retten – deshalb gibt es heute ganz viele Burger und Burger-Bestandteile zum Nachbasteln:

1xumrühren bitte aka kochtopf: Albondigas-Burger

Anna Antonia: Sultansburger

Auch Was: Fisch-Burger

Brittas Kochbuch: Lammburger

Brotwein: Buns mit Lievito madre

Cuisine violette: Grundrezept Burger-Patties

Food for Angels and Devils: Alpenburger

From Snuggs Kitchen: Cole Slaw

Genial Lecker: Klassischer Cheeseburger

Katha kocht: Cheeseburger mit Guacamole

Leberkassemmel: Chili-Cheeseburger

Lieber Lecker: Asia-Burger

Münchner Küche: Rauchige BBQ-Sauce 

Our Food Creations: Griechischer Bauernburger

Pane Biscetteca: Lachs-Hamburger

Paprika meets Kardamom: Der sauigste Cheeseburger ever mit der weltbesten Burgersauce (yeah!)

Prostmahlzeit: Burger 

Summsis Hobbyküche: Cheeseburger ohne Tamtam

The Apricot Lady: Cheeseburger mit karamellisierten Zwiebeln 

Potstickers mit Sauerkraut und Chorizo

potstickers mit sauerkraut und chorizo2

Zwei Sorten an Rezepten ziehen mich magisch an, wenn ich ein neues Kochbuch in den Händen halte: Brotrezepte. Und Teigtaschen. Brotrezepte gibt es in „Sichuan-Pfeffer meets Sauerkraut„* keine. Teigtaschen dafür aber umso mehr.

Diese Variante hier hat mich schon beim ersten Durchblättern des Buches angesprungen – und ich wurde nicht enttäuscht. Wenn ich eine Lieblingsteigtassche benennen müßte, dann wären es nämlich Potstickers. Das liegt am Garverfahren: die Taschen werden erst gebraten, dann gedämpft. Das ergibt einen knusprigen Boden, während die restliche Hülle zart bleibt.

Zugegeben, die Füllung klingt erst mal wild: Sauerkraut, Hackfleisch und Chorizo in der Füllung, das Ganze dann asiatisch abgeschmeckt und serviert mit einem für klassische  Jiaozi typischen Dipp aus Reisessig und Sojasauce.

Aber es schmeckt, aber und zwar so gut, dass ich Euch hiermit das Nachbasteln ans Herz legen möchte. Ran an die Taschen – es dauert ein bisschen, ist aber im Grunde ganz einfach.

potstickers mit sauerkraut und chorizo

Für ca. 30 Stück:

Teig:

  • 250 g Mehl (ich hatte Dinkel 630)
  • 60 ml kochendes Wasser
  • 100 ml kaltes Wasser

Füllung:

  • 100 g Sauerkraut
  • 1 Schalotte
  • 1 Zehe Knoblauch
  • 50 g Chorizo
  • 2 EL Olivenöl
  • 1 TL Tomatenmark
  • 1/2 TL Zucker
  • 250 g gemischtes Hackfleisch
  • 2 EL Sojasauce
  • 1 TL Maisstärke
  • 1 Ei
  • Salz

Dip:

  • 2 EL Sojasauce
  • 8 EL Reisessig
  • 1 rote Chili
  • 1/2 TL Zucker

Außerdem:

  • Öl zum Braten

Zuerst den Teig vorbereiten: dazu das Mehl in eine Schüssel geben. Das heiße Wasser zugießen und mit einem Kochlöffel unterrühren. Dann das kalte Wasser zugießen und mit der Hand oder mit einem Teigschaber zu einem glatten Teig verkneten. Achtung, das Ganze ist noch heiß! Der Teig ist nach dem Kneten noch etwas klebrig. Schüssel mit Frischhaltefolie abdecken und mindestens 30 min ruhen lassen.

Inzwischen kann man die Füllung vorbereiten: dafür das Sauerkraut abtropfen lassen und grob hacken. Schalotte und Knoblauch schälen und fein hacken. Die Pelle von der Chorizo abziehen, die Wurst klein  würfeln.

Olivenöl in einer Pfanne erhitzen. Schalotte und Knoblauch glasig braten, dann das Tomatenmark zugeben. Kurz mitbraten, dann die Chorizo zugeben, 2 bis 3 min mitbraten, dann den Zucker zugeben. Vom Feuer nehmen, das Sauerkraut unterheben und die Mischung auskühlen lassen. Dann die restlichen Zutaten für die Füllung untermischen und alles mit Salz abschmecken.

Zum Fertigstellen den Teig nochmal kurz durchkneten, er sollte jetzt glatt und seidig sein und nicht mehr kleben. Den Teig in 2 Teile teilen, diese jeweils zu einer langen, dünnen Rolle formen. Die Rollen in kleine Stücke schneiden (ca. 2×2 cm). Diese Stückchen auf der leicht bemehlten Arbeitsfläche zu Kreisen von ca. 6 cm Durchmesser ausrollen.

Jeweils etwas Füllung auf die Mitte jeder Teigplatte geben. Zum Verschließen die Hälften zusammenklappen, so dass sich ein Halbmond ergibt. Dann zum Verschließen mit Daumen und Zeigefinger beider Hände Falten in den Rand kneifen. Fertige Taschen auf einem leicht bemehlten Geschirrtuch zwischenlagern.

Zum Garen etwas Öl in einer großen Pfanne erhitzen. Das Öl mit einem Pinsel verteilen, so dass der Boden gleichmäßig bedeckt ist. Die mit der nicht gefalteten Seite in die Pfanne stellen und bei mittlerer Hitze ca 5 min anbraten. Die Teigböden sollen leicht gebräunt sein. Dann vorsichtig von der Seite her 100 ml Wasser angiessen. Deckel aufsetzen und die Teigtaschen so lange garen, bis das Wasser verdampft ist.

Für den Dip die Chili fein hacken und alle Zutaten vermischen.

Die Potstickers  mit dem Dip servieren.

 

Sauerkrautpizza mit Bierteig

pizza mit bierteig und sauerkraut

Liebe auf den ersten Blick…gibt es. Jedenfalls ging es mir so, als ich bei feed me up before you gogo diese Pizza gesehen habe – die musste ich haben.

Was im Grunde ein wenig seltsam ist; denn eigentlich geht es im Beitrag ja um Bier. Ich bin keine besonders begeisterte Biertrinkerin. Das ist auch der Grund dafür, dass der derzeitige Craftbeer-Trend recht spurlos an mir vorübergeht. Hier allerdings  kommt das Bier  in den Pizza-Teig. Und ehrlich gesagt – Backen, das ist meine Hauptanwendung für Bier. Ich gebe gerne Bier an den Brotteig. Warum also nicht an Pizza? Und dann noch der Belag…Sauerkraut und Romadur; da passt das Bier nun wirklich hervorragend. Dachte ich.

Und es stimmt. Die drei Herrschaften sind ein Dreamteam. Und der Teig ist aufgrund  langer Gehzeit und  Bieranteil sehr aromatisch.

Ein paar Änderungen habe ich vorgenommen – an den Teig soll die doppelte Menge Salz, das erschien mir arg viel. Und beim Belag habe ich statt der geforderten roten Zwiebel mehr Frühlingszwiebeln genommen. Und die Pinienkerne unterschlagen…mangels Masse.

Für 4 Pizze:

Für den Teig:

  • 500 g Mehl (ich hatte Dinkel 630)
  • 200 g Wasser, kalt
  • 125 g dunkles Weizenbier
  • 2,5 g frische Hefe (original: 5 g)
  • 1 EL Lievito madre, kühlschrankkalt (original: keiner)
  • 10 g Salz (original 20)

Belag:

  • 300 g Sauerkraut
  • etwas Olivenöl
  • 1/2 TL Zucker
  • 120 g Schmand
  • 100 g Frischkäse
  • 1/2 TL Kreuzkümmel, gemahlen
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • 200 g Romadur
  • 1 Bund Frühlingszwiebeln
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle

Für den Teig die Hefe in kaltem Wasser auflösen. 300 g Mehl in eine große Teigschüssel geben und mit Salz, Bier und der Hefelösung zu einem zähen Teig verrühren. 20 min ruhen lassen, dann den Teig nochmals mit dem Knethaken ca 5 min kneten, dabei nach und nach das restliche Mehl zugeben. Die Schüssel luftdicht abdecken und den Teig ca 20-24 h im Kühlschrank ruhen lassen.

Für den Belag das Sauerkraut ein wenig ausdrücken. Dann in einer Schüssel mit Olivenöl und Zucker vermischen und mit etwas Salz abschmecken. In einer anderen Schüssel den Frischhäse mit dem Schmand verrühren und mit Salz, Pfeffer und Kreuzkümmel würzen. Den Käse in dünne Scheiben schneiden. Die Frühlingszwiebeln putzen und in feine Ringe schneiden.

Den Backofen so heiß wie möglich vorheizen. Ich backe normalerweise auf dem Stein. Diesmal habe ich mich erinnert, dass mein Ofen ja eine Pizzastufe hat; die habe ich ausprobiert und daher auf dem Blech gebacken. Das hat gut funktionert.

Den Teig in 4 gleiche Teile teilen, die Teile zu Kugeln formen, zu einigermaßen runden Fladen ausziehen. Die Fladen auf mit Backpapier belegte Bleche geben. Jeden Fladen mit etwas Frischkäsemischung bestreichen, dann mit dem Sauerkraut, der Hälfte der Frühlingszwiebeln und dem Käse belegen. Im heißen Ofen ca. 10 min backen, bis die Ränder gebräunt sind. Zum Servieren mit den restlichen Frühlingszwiebeln bestreuen.

Sauerkraut-Röllchen

sauerkraut-röllchen

Mein Verhältnis zu Sauerkraut war nicht immer ungetrübt. Früher mochte ich es gar nicht. Viel zu sauer. Heute mag ich genau diese Säure. Fast kann mir das Kraut nicht sauer genug sein. Manchmal liest man ja, man soll Sauerkraut vor der Verwendung abspülen, um überschüssige Säure zu entfernen – nicht mit mir!

Eine Einschränkung gibt es aber….es muss eher die kalte dunkle Jahreszeit sein. Im Sommer käme ich nicht auf die Idee, Sauerkraut zu essen. Wenn die Jahreszeit aber passt, dann bin ich dankbar für neue Verwendungsmöglichkeiten. So wie diese Pfannkuchenröllchen, bei denen im Biergartenkochbuch* schon ziemlich lange ein Klebezettel zu finden war.

Für die Röllchen wird erst mal Sauerkraut gekocht. Dann wird ein herzhafter Pfannkuchenteig hergestellt, der mit Petersilie und Schnittlauch aufgepeppt wird. Füllen, Rollen, im Ofen überbacken, damit sich die Aromen schön verbinden können. Serviert wird das Ganze mit Schmand.

Als Hauptgericht machen die Röllchen richtig schön satt. Sie schmecken aber auch kalt und eignen sich zum Mitnehmen. Dafür die Röllchen am besten mit einem Zahnstocher fixieren, damit sie sich nicht in Wohlgefallen auflösen.

Für 4 Personen:

Für das Sauerkraut:

  • 1 Zwiebel
  • 1 EL neutrales Öl
  • 500 g Sauerkraut
  • 300 ml Gemüsebrühe
  • 1/2 TL Wacholderbeeren
  • 1 Lorbeerblatt
  • Salz

Für die Pfannkuchen:

  • 300 g Mehl (ich: Dinkel 630)
  • 1 Bund Petersilie
  • 1 Bund Schnittlauch
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • Muskatnuss
  • 3 Eier
  • 400 ml Milch
  • Öl zum Braten
  • Butter für die Form

Zum Fertigstellen:

  • 2 EL Butter
  • 200 g Schmand

Zwiebel schälen und fein hacken. Öl in einem Topf erhitzen und die Zwiebel darin glasig dünsten. Sauerkraut zugeben, Brühe angießen, dann Wacholderbeeren und Lorbeerblatt zugeben. Deckel auflegen, zum Kochen bringen und ca. 20 min köcheln lassen. Dann mit Salz abschmecken und abkühlen lassen.

Während das Kraut kocht, kann man den Pfannkuchenteig machen. Dafür die Petersilienblättchen abzupfen und fein hacken. Den Schnittlauch in Röllchen schneiden. Mehl in einer Schüssel mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss mischen. Alles mit Milch und Eiern zu einem dickflüssigen Teig verarbeiten, die Petersilie und die Hälfte des Schnittlauchs untermischen. Teig ca. 30 min ruhen lassen.

Etwas Öl in einer großen Pfanne erhitzen. Eine Schöpfkelle Teig gleichmäßig in der Pfanne verteilen und von beiden Seiten goldgelb ausbacken. So weiter verfahren, bis aller Teig aufgebraucht ist.

Backofen auf 180°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Eine ofenfeste Form mit Butter fetten.

Das Sauerkraut auf den Pfannkuchen verteilen. Pfannkuchen aufrollen, in breite Stücke schneiden und die Stücke aufrecht in die Form stellen. Die Schnecken jeweils mit einer Flocke Butter belegen und im Ofen ca. 25 min backen.

Zum Servieren mit restlichem Schnittlauch bestreuen und mit Schmand servieren.