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Hähnchenherzen süßsauer auf Pilzpolenta

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Das kommt aus einem meiner aktuellen Lieblingskochbücher*. Schon beim ersten Blättern war mir klar, dass ich dieses Rezept ausprobieren muss. Ich esse einfach gern Innereien, nicht, weil man das gerade so macht, sondern schon immer. Ich mochte das schon als Kind, ist das ungewöhnlich? Leber Berliner Art stand oft auf dem Tisch. Mein Highlight war aber etwas anderes; ich glaube, man kann es heute nirgendwo mehr kaufen: es gab manchmal Hirn zum Abendessen. Das hat in der Konsistenz an Rührei erinnert und mir immer gut gefallen.

Gut, aber Herzen sind eine andere Liga – wir sprechen von reinem Muskelfleisch. Meine Hähnchenherzen kommen von der Fleischtheke des arabischen Lebensmittelladens; die ist gut ausgestattet und hat nicht nur Filetstücke. Die Geflügelherzen haben eine feste Konsistenz und schmecken ganz leicht süßlich – ideal für eine Sauce mit Balsamico.

Ich bin aber ein bisschen vom Originalrezept abgewichen: Alexander Herrmann verwendet Instantpolenta; folglich gart er die Pilze mit der Polenta zusammen. Ich finde Instant-Polenta gehört verboten und habe es anders gemacht. Und außerdem viel mehr Pilze verwendet.

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Für 4 Personen:

  • 350 g Pilze (ich hatte 250 g Steinchampignons und 100 g Shiitake)
  • 3 Schalotten
  • 1 EL Olivenöl
  • 1 Zweig Rosmarin
  • ca. 1 l Gemüsebrühe
  • 200 g Polentagrieß
  • 80 g Butter
  • 30 g Parmesan
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • 500 g Hähnchenherzen
  • 1 EL Butterschmalz
  • ein guter Stich Butter
  • 1 EL brauner Zucker
  • ca. 100 ml alter Balsamico
  • einige Stängel glatte Petersilie

Schalotten schälen und in feine Ringe schneiden. Rosmarin zupfen und die Nadeln hacken.

Die Pilze putzen, dabei von den Shiitake die Stiele entfernen. Champignons blättrig schneiden, die Shiitake-Hütchen in Streifen schneiden.

Beide Pilzsorten in einer Pfanne ohne Fett bei starker Hitze anbraten. Ca. ein Drittel der Schalottenringe, das Öl und die Rosmarin-Nadeln dazu geben. Weiterbraten, bis alle Flüssigkeit verdampft ist, dann salzen und zur Seite stellen.

Für die Polenta die Gemüsebrühe zum Kochen bringen. Den Polentagrieß unter Rühren einrieseln lassen. Die Temperatur so reduzieren, dass alles nur noch leise blubbert und die Polenta unter gelegentlichem Umrühren ausquellen lassen. Bei mir hat das ca. 45 min gedauert. Wenn die Polenta zu fest ist, noch etwas Flüssigkeit zugeben. Wenn die Polenta gar ist, die Butter einrühren. Parmesan reiben und ebenfalls in die Polenta rühren. Dann die gegarten Pilze zugeben, nochmals durchrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Während die Polenta gart, kann man die Hähnchenherzen zubereiten. Die werden erst mal geputzt: dafür die Herzen jeweils flach auf das Schneidbrett legen. Dann das obere Ende knapp absschneiden, die Herzen der Länge nach halbieren. Sehnen, Adern und Blutrückstände entfernen, wir wollen das reine Muskelfleisch.

Jetzt die Herzen im Butterschmalz rundherum anbraten. Die restlichen Schalottenstreifen dazugeben und mitbraten. Mit Salz und Pfeffer würzen, dann die Hitze reduzieren, Butter zugeben und kurz aufschäumen lassen. Den Zucker darüber streuen und alles leicht karamellieren lassen. Mit dem Balsamico ablöschen, einmal kurz aufkochen.

Petersilie zupfen, hacken, und zu den Herzen geben. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die Polenta nochmal kurz durchrühren.

Zum Servieren die Hähnchenherzen auf der Polenta anrichten. Mit gehackter Petersilie bestreuen.

 

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Roggen-Dinkelbrot mit Amaranth-Pops

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Es wird Zeit, Euch mal einen Klassiker aus unserer Brotbackstube vorzustellen: dieses Brot backe ich seit Jahren immer wieder; das ist ein richtiges Lieblingsbrot. Es ist ein Vollkormbrot mit Körneranteil, also richtig schon kräftig und kernig im Biss. Die Krume ist dicht und ein wenig feucht. Geschmacklich ist das Brot aber sehr mild.

Das liegt an einer Spezialzutat: in den werden Amaranth-Pops eingearbeitet. Die sieht man zwar nach dem Backen nicht mehr, aber sie geben dem Brot eine nussige, liebliche Note.

Das Rezept stammt, wie so vieles Gute aus dem Bereich des Brotbackens von der Userin Marla21 aus dem Sauerteigforum. Wann immer Ihr auf der Suche nach guten Rezepten seid oder eine Frage habt – hier seid richtig. Eine Facebookgruppe dazu gibt es auch – und auch hier wird tatkräftig geholfen.

Jetzt aber zum Brot. Ein paar kleine Änderungen habe ich vorgenommen – hier geht es zum Originalrezept.

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Für einen Laib:

Sauerteig:

  • 150 g Roggenvollkornmehl
  • 150 g Wasser
  • 15 g Anstellgut vom Roggensauerteig

Vorteig:

  • 70 g Dinkelvollkornmehl
  • 70 g Wasser
  • 0,7 g frische Hefe

Brühstück:

  • 75 g Haferflocken
  • 50 g Sonnenblumenkerne
  • 10 g Salz
  • 160 g Wasser, ca. 90 °C heiß

Hauptteig:

  • Sauerteig
  • Vorteig
  • Brühstück
  • 105 g Dinkelvollkornmehl
  • 5 g frische Hefe
  • 5 g Öl
  • ca. 20 g Wasser
  • 100 g Amaranth-Pops

Für den Sauerteig alle Zutaten verrühren und den Sauerteig ca. 16 bis 18 h stehen lassen.

Für den Vorteig ebenfalls alle Zutaten vermengen und ebenso lange stehen lassen.

Für das Brühstück Flocken, Sonnenblumenkerne und Salz in eine Schüssel geben, mit dem heißen Wasser übergießen und ca. 3 h quellen lassen.

Für den Hauptteig alle Zutaten mit Ausnahme des Amaranth in die Rührschüssel der Küchenmaschine geben und in ca. 5 min zu einem homogenen Teig verkneten; die Amaranthpops am Ende der Knetzeit einarbeiten. Schüssel abdecken und den Teig ca. 60 min ruhen lassen.

Dann den Teig nochmals kurz durchkneten, zu einem länglichen Laib formen und in eine gefettete 1-kg-Kastenform geben. Abdecken und nochmals 1 h gehen lassen.

Ofen auf 240°C vorheizen. Vor dem Backen mit Wasser besprühen. Brot einschieben, mit der Blumenspritze ein paar Stöße Wasser in den Ofen sprühen. Nach 10 min die Temperatur auf 200°C reduzieren. Die Gesamtbackzeit beträgt 50 min.

Vor dem Anschneiden auf einem Kuchengitter komplett auskühlen lassen.

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Hot Lemon Pickles

Ich habe eine Vorliebe für indische Pickles und Chutneys. Ein paar Gläser davon habe ich immer im Kühlschrank.  Sie sind sehr vielseitig…man kann sie zum Essen reichen, man kann einem Gericht damit den letzten Schliff verpassen oder man kann sie einfach als Dipp verwenden. Pickles gibt es in guter Qualität im indischen Laden des Vertrauens, und  auch ich nehme da hin und wieder ein Glas mit. Aber Selbermachen macht dann doch mehr Spaß.

Im Bollyfood-Original* sind das hier Pickles aus Limetten. Die mag ich sehr gern. Dafür benötigt man Bio-Limetten. Ich konnte eine auftreiben, hatte aber noch eine Kiste mit unbehandelten Zitronen, also habe ich die verwendet.

Das Ergebnis: klasse. Sauer, scharf, mit Knoblauch und mit Pep. Man braucht nicht viel davon, um bei einem Gericht einen pikanten Kontrast zu erzielen.

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Für 1 Glas:

  • 2 Bio-Zitronen (original: 4 Bio-Limetten)
  • 1 EL schwarze Senfsaat
  • 2 TL Bockshornkleesaat
  • 4 Chilischoten
  • 3 Zehen Knoblauch
  • 1 TL gemahlene Kurkuma
  • 2 TL Paprikapulver (ich hatte edelsüß)
  • 1/2 TL Salz
  • etwas neutrales Öl

Senfsaat und Bockshornklee fein mörsern. Chilischoten fein hacken. Knoblauch schälen und ganz fein hacken.

Zitronen heiß abwaschen, dann trockenreiben und mitsamt der Schale in kleine Stücke schneiden.

Alle Zutaten mit Ausnahme des Öl in einer Schüssel vermischen. Dann alles in ein Glas geben und mit einem Esslöffel fest zusammendrücken, um Lufteinschlüsse zu vermeiden. Mit einer Schicht Öl bedecken. Das Glas verschließen und die Pickles 3 Tage durchziehen lassen, bevor sie serviert werden.

Im Kühlschrank halten sich die Pickles bis zu 10 Tage.

 

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Käse-Naans

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Ich habe es ja in der Rezension schon erwähnt – Bollyfood* will kein wahnsinnig authentisches Buch mit indischen Rezepten sein. Da sind auch viele Ideen versammelt, die in der indischen Diaspora gekocht und gegessen werden. Dieses mit Käse gefüllte Fladenbrot ist ein….wie sagt man das denn…frankoindischer Klassiker. In dieser Form kommt es in Indien nicht auf den Tisch. Aber in Frankreich. Ich habe immer wieder mitbekommen, dass manes dort gern serviert; deshalb wollte ich es Euch vorstellen. Auch Jean-François Mallet ist das Gericht wichtig – er hat ihm immerhin eine doppelseitige Bildstrecke gewidmet ;-).

Das Rezept ist ein klassisches Naan-Brot, gefüllt mit Schmelzkäse. Für Franzosen muss es ein bestimmter Käse sein; nämlich „La Vache qui rit“. Zu Bewundern ist die Obsession für den Käse unter anderem in diesem schönen Film. Philibert ist geradezu  süchtig. Er kauft den Käse und versucht die magersüchtige Camille aufzupäppeln, indem er den Käse an eine Suppe gibt.

 

Ich habe das dann also auch mal versucht. Mein Nachwuchs war hingerissen. Ich würde beim nächsten Mal eher Paneer verwenden oder vielleicht auch Frischkäse.

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Für 6 Brote:

  • 250 g Weizenmehl
  • 1 TL Salz
  • 12 g Zucker
  • 1/2 Päckchen Backpulver
  • 65 g Joghurt
  • 25 ml Sonnenblumenöl
  • 4 g Trockenhefe
  • 280 Schmelzkäse

Mehl in einer großen Schüssel mit Zucker, Salz und Backpulver mischen. In die Mitte eine Mulde machen, dort Joghurt, Öl, Hefe und 75 ml Wasser hineingeben. Alles zu einem elastischen Teig verkneten, dabei nach und nach noch bis zu 75 ml Wasser zugeben. Teig abdecken und 1, 5 h an einem warmen Ort gehen lassen.

Den Käse in eine Schüssel geben und mit einer Gabel zerdrücken.

Den Teig in 12 gleich große Portionen teilen. Jede Portion zu einem runden Fladen von ca. 4mm Dicke ausrollen. Auf 6 der Fladen jeweils 1/6 des Käses geben. Dann einen zweiten Fladen darauf legen und die Teigränder rundherum fest andrücken.

Eine Pfanne stark erhitzen. Die Brote darin portionsweise auf jeder Seite in ca. 5 min goldbraun und knusprig backen. Sofort servieren und noch heiß essen.

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Kochbuch: Bollyfood *Jean-Francois Mallet

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Ich schaue ja keine Bollywood-Filme. Aber die schrill-bunte Optik der Plakate, die liebe ich. Und ich gestehe, wenn ich einkaufe, beim liebsten indischen Laden, hier in diesem kleinen vollgestopften Lieblingsladen, dann läuft da immer irgendeine Filmmusik. Ich kaufe also ein, wackle dabei begeistert mit dem Popo (ja, ich mag die Musik) und frage mich jedes Mal, ob ich nicht vielleicht doch endlich mal eine CD kaufen soll.

Wie kriege ich jetzt die Kurve? Genau, Bollyfood. Ihr könnt es schon am Cover erkennen….bei diesem Buch spielt die Optik eine gewisse Rolle. Das liegt nicht zuletzt am Autor. Jean-François Mallet ist eigentlich Koch und Absolvent der berühmten Ecole Ferrandi. Aber irgendwann hat er das Kochen mit seiner zweiten Leidenschaft, dem Fotografieren, kombiniert. Hier habe ich Euch schon einmal ein Buch von ihm vorgestellt. Bollyfood ist erstmal ein optisches Highlight.

Es hat das Format eines Bildbandes – riesig. Die Gestaltung ist hochwertig – Fadenheftung, farbiger Schnitt. Vor allem aber ist sie opulent und bunt  und erinnert tatsächlich an die Plakate von Bollywood-Filmen. Das Layout quillt geradezu über von bunten Bildern, Farben und Grafiken – ein Rausch; Bollywood eben. Es wurde mit viel Liebe für’s Detail gearbeitet. So haben zum Beispiel die Texte über die Seite hinweg einen Farbverlauf von Rot nach Lila. Es gibt sehr viele Fotos: von den gekochten Gerichten, von Landschaften, Menschen, Produkten. Die Fotos sind atmosphärisch toll und wecken die Reiselust. Nicht alle sind in Indien entstanden, es wurde auch viel in den indischen Communities anderswo fotografiert. Dankenswerterweise steht immer dabei, wo die Fotos aufgenommen wurden. Eines allerdings empfinde ich als störend: manche der Foodfotos sind extreme Nahaufnahmen, man kann so kaum erkennen, was da auf dem Teller ist.

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Jetzt zum Inhalt: Bollyfood möchte kein klassisches indisches Kochbuch sein. Es stellt zu einem großen Teil auch die Rezepte der indischen Communities außerhalb von Indien vor. Das bringt es mit sich, dass die Samosas mit Filoteig gemacht werden, dass in einigen Rezepten Currypulver verwendet wird oder dass der Gewürz-Chai auf der Basis von Earl Grey Tee hergestellt wird.

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Die Rezepte sind unterteilt in die Kapitel Frittiertes und Ausgebackenes, Vegetarische Gerichte, Fleisch und Geflügel, Fischgerichte, Kleinigkeiten, Brot, Reis, Desserts und Süßspeisen sowie Tee und andere Getränke.  Es ist für jeden etwas dabei: Garnelen-Bhajis, Kochbananenchips mit Curry-Salz, Bohnensuppe mit Spinat, Schweinefleisch-Colombo und Gewürz-Wachteln. Es gibt Trockenes Calmar-Curry, ein Rezept für Ghee und eines für Minzsauce, Reis-Kokos-Crêpes, Eier-Biryani, süßes Barfi mit Pistazien und Rosenlassi.

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Die Rezepte sind gut gegliedert und problemlos umsetzbar. Bei jedem Rezept ist angegeben, wie lange die Herstellung dauert und wieviele Portionen es ergibt.

Jedes Kapitel beginnt mit einer Einführung zum jeweiligen Thema. Darüber hinaus sind über das Buch auch noch Kapitel über die verschiedensten Themen verteilt: wir erfahren Interessantes über das Bonda-Sandwich und bekommen das indische Viertel La Chapelle in Paris vorgestellt. Es gibt ein Kapitel über indische Lieblingsgetränke und eines über die berühmten Dabbawallahs.

Abgeschlossen wird das Buch von einem nach Themen geordneten Rezeptregister und einigen Bezugsquellen für indische Lebensmittel.

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Fangen wir doch an mit dem französischsten aller indischen Gerichte: Cheese-Naan. Das gibt es meines Wissens tatsächlich nicht in Indien in dieser Variante: wir sprechen von Naan, gefüllt mit Schmelzkäse. Der Nachwuchs war begeistert. Ich würde das Brot beim nächsten Mal eher mit Paneer füllen.

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Es gibt ein Rezept für Papadums! Ich mag diese dünnen Knusperfladen aus dem Mehl von Hülsenfrüchten sehr. Schon einmal hatte ich versucht, sie selbst zu machen, damals kamen viel zu dicke, ungenießbare Fladen heraus. Diesmal war das viel besser, wenn auch (noch) nicht optimal. Das kann allerdings auch daran gelegen haben, dass ich selbstgemahlenes Linsenmehl verwendet habe, weil ich nicht schon wieder eine Packung Kichererbsenmehl kaufen wollte. Ich muss das wohl doch nochmal machen….

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Erbsencurry – ebenso einfach wie gut. Wenn man die Basiszutaten zuhause hat, steht einem indischen Essen nichts im Weg.

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Zum Curry gab es Parathas, das sind blättrige Fladenbrote aus Vollkornmehl. Auch hier hat alles gut funktioniert.

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Lime Pickles! Die mag ich wirklich gern. Insbesondere in Kombination mit Papadums. Ich gestehe, ich bin etwas vom Rezept abgewichen..ich hatte keine Bio-Limetten, dafür aber Zitronen. Gut war das alles trotzdem….sauer, scharf, leicht bitter….klasse.

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Wir essen hier sehr gerne Spinat. Und Lamm. Lammcurry mit Spinat klingt also klasse. Das war es auch, obwohl ich schon bedenken hatte. Das Fleisch wird nämlich nicht angebraten, komisch für mich als Liebhaberin von Röstaromen. Und die Schmorzeit ist auch recht kurz….die würde ich beim nächsten Mal tatsächlich etwas verlängern, damit das Fleisch noch weicher wird.

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Ich liebe ja indisch-kartoffeliges. Die Kartoffeln mit Kreuzkümmel musste ich also probieren. Dafür werden Kartoffeln vorgegart und dann mit Gewürzen gebraten. Es ist eines der Gerichte, in dem Currypulver auf der Zutatenliste steht. Es kommen aber außerdem genügend andere Gewürze wie Senfsaat, Kreuzkümmel, Kurkuma und Curryblätter zum Einsatz, da habe ich mir erlaubt, das Currypulver wegzulassen.

Fazit? Eine Zierde im Regal ist dieses auffällige Buch allemal. Darüber hinaus nehmen einen die über 100 Rezepte und die schönen Texte mit auf eine kulinarische Reise durch Indien und auch durch indische Communities weltweit. Es ist interessant zu sehen, welche Wandlungen die Rezepte da zum Teil durchgemacht haben. Für Puristen gibt es aber auch genügend indische Original-Rezepte.

  • Gebundene Ausgabe: 416 Seiten
  • Verlag: GRÄFE UND UNZER
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN: 978-3833856822
  • 39,90
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Kurkuma-Kombucha*

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Seit ich im letzten Herbst ein Päckchen von Petra bekommen habe, bin ich eifrig am Brauen. Milch und Wasserkefir habe ich Euch ja schon vorgestellt. Was mich aber damals und auch noch heute am meisten reizt, ist es, Kombucha selbst zu machen.

Kombucha? Was ist denn das nun wieder? Klingt exotisch, und tatsächlich hat die Tradition des Kombucha schon im alten China begonnen. Auch in Russland, Korea und Japan kennt man ihn. Die Basis ist Tee, Zucker und eben der Teepilz, Kombucha-Pilz, SCOBI (Symbiotic Colonia of Bacteria and Yeast). Ein Pilz also, und ehrlich gesagt…kein besonders hübsch anzusehender. Aber ein sehr fleissiger Geselle. Wie eine Essigmutter verwandelt der Pilz die Flüssigkeit in ein säuerliches, leicht prickelndes Gärgetränk.

Und warum sollte ich das trinken? Ich habe da ein zwingendes Hauptargument: weil es schmeckt. Leicht säuerlich, prickelnd – der verwendete Tee wird in etwas ganz anderes verwandelt. Aber gut, es gibt auch noch andere Gründe. Kombucha ist ein Gärprodukt, in dem nützliche Mikroorganismen – unter anderem Hefekulturen und Milchsäurebakterien – werkeln. Dabei entstehen auch zahlreiche Vitamine (unter anderem viele B-Vitamine, aber auch Vitamin C, D und K) und Mineralstoffe, sowie einige organische Säuren wie zum Beispiel rechtsdrehende Milchsäure. Ihr ahnt es  – Kombucha ist gesund, kann das Immunsystem stärken und den Darm auf Vordermann bringen. Was ich noch sagen sollte: es entsteht auch ein wenig Alkohol, zwischen 0,5 und 3 Volumen-Prozent.

Kombucha anzusetzen ist nicht schwierig. Als erstes müßt Ihr Euch natürlich einen Teepilz beschaffen. Ich habe, wie gesagt, meinen von hier bekommen und bin sehr zufrieden mit der Qualität. Neben Tee und Zucker benötigt man auch noch etwas Kombucha, der wird mit dem Pilz geliefert.

Man kocht also zunächst einen Tee. Pro Liter Wasser benötigt man 8 g Teeblätter. Kombucha arbeitet am liebsten mit schwarzem Tee. Er braucht nämlich Stickstoff, und davon enthält schwarzer Tee am meisten. Den Tee  lasst Ihr 15 bis 20 min ziehen. In den noch warmen Tee rührt Ihr dann Zucker ein – am besten Rohrohrzucker. Pro Liter sollten es 90 g Zucker sein. Wenn die Mischung auf Zimmertemperatur abgekühlt ist, gebt Ihr den Kombucha-Pilz hinzu sowie pro Liter  Tee 100 ml Kombucha-Ansatz. Jetzt noch das Gefäß abdecken – aber nicht luftdicht. Ich nehme Küchenkrepp, das ich mit einem Gummi befestige.

Jetzt darf der Kombucha bei Zimmertemperatur gären. Das dauert mindestens 5 Tage. Bei der Gärung wird Zucker abgebaut. Kombucha gärt essigsauer. Nach 5 Tagen schmeckt er noch sehr mild. Einmal habe ich den Ansatz tatsächlich 2 Wochen stehen lassen – das gab dann eine etwas zu deutliche Essig-Note.

Den Kombucha-Pilz müßt Ihr nur einmal kaufen. Er vermehrt sich bei jedem Gärvorgang. Wenn der Pilz an der Oberfläche des Tees schwimmt, wächst er dort weiter. Sinkt er während des Gärvorganges nach unten, wächst an der Oberfläche ein neuer Pilz.

Ich habe inzwischen eine Teepilz-Kleinfamilie. Die neu entstandenen Kombucha-Pilze nutze ich, um ein wenig mit den Zutaten zu experimentieren. Ich habe schon Kombucha mit Hibiskusblüten gebraut, aus grünem Tee, mit einer Chai-Mischung – es hat alles funktioniert und bekommt verschiedene Geschmacksrichtungen. Wichtig ist aber, dass Ihr Tee verwendet, der ohne Aromastoffe hergestellt wurde, die können dem Pilz schaden.

Eines meiner Experimente stelle ich Euch hier vor. Ich mag den leicht bitteren erdigen Geschmack von Kurkuma sehr gerne (von der Farbe ganz zu schweigen…) und so ist dieser Kombucha aus grünem Tee und frischem Kurkuma entstanden:

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Für einen Liter:

  • 1 Liter Wasser
  • 8 g grüner Tee (ich hatte Sencha)
  • 15 g frische Kurkuma-Wurzel, gewaschen und ungeschält gerieben
  • 1 Kombucha-Pilz
  • 90 g Zucker

Das Wasser zum Kochen bringen. Tee und Kurkuma zufügen (ich gebe alles in einen Papier-Teebeutel) und alles ca. 15-20 min ziehen lassen.

Tee und Kurkuma entfernen, den Zucker im Tee auflösen. Alles auf Zimmertemperatur abkühlen lassen.

Dann den Kombucha-Pilz mit 100 ml Kombucha-Ansatz zum Tee geben. Das Gefäß abdecken. Der Kombucha muss atmen können; also ein Käsetuch oder Küchenpapier nehmen und nicht etwa einen Deckel aufschrauben.

Jetzt den Ansatz die gewünschte Zeit stehen lassen. Ich lasse den Kombucha meist 10 Tage gären, dann finde ich die Säure genau richtig.

Wenn der Kombucha fertig ist, das Getränk abfüllen, dabei etwas Kombucha zurückhalten. Den Teepilz nimmt man heraus und bewahrt in dem übrigen Kombucha auf. Das ist der Ansatz für den nächsten Brauvorgang.

Prost!

Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit natural-kefirdrinks-de. Er beinhaltet Werbung.